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DAX Prognose DAX: Der rote Teppich wäre schon mal ausgerollt

News: Aktuelle Analyse des DAX Index

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DAX
ISIN: DE0008469008
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Ticker: DAX -,-- %
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1 Woche
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Zum DAX

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Dass der August ein eher träger Monat wird, ist nichts, worauf man sich an der Börse verlassen könnte, aber diesmal war es so. Doch morgen endet dieser Monat. Und was den DAX angeht, wäre er in einer guten Ausgangslage, um den September mit einem Paukenschlag zu starten.

Wollte man den Spruch von der Saure-Gurken-Zeit bemühen, dann könnte er für den August 2026 durchaus angebracht sein. Denn in Bezug auf den Iran wurde viel verkündet, gedroht und versprochen, wirklich bewegt hat sich jedoch nichts. In Bezug auf die Ölpreise bleibt vorerst alles möglich. Und bis auf einige wenige Blue Chips hatte die Saison der Quartalsbilanzen bereits Anfang August ihr Ende gefunden. Jetzt aber, im September, könnte es heißen: Neuer Monat, neues Glück. Und was das Chartbild des DAX angeht, wäre die Basis für einen starken Start in den meteorologischen Herbst bereits geschaffen:

Der Monat war, wie wir im Chart auf Monatsbasis sehen, der vierte mit Kursgewinnen binnen fünf Monaten. Markttechnisch überkauft ist der DAX auf Monatsbasis trotzdem noch nicht, weil die noch im Februar überkaufte Lage durch den schwachen März bereinigt wurde.

DAX: Chart auf Monatsbasis vom 28.08.2026, Kurs 26.569,99 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Monatsbasis vom 28.08.2026, Kurs 26.569,99 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Auf Tagesbasis sehen wir, dass der DAX am Freitag mit einem neuen Schlussrekord ins Wochenende ging. Nur knapp über dem vorherigen Hoch vom 12. August, aber mit einer guten „Vorgeschichte“. Denn wir sehen, dass der deutsche Leitindex den zur Monatsmitte vollzogenen Rücksetzer genau auf Höhe des alten Rekordhochs vom 6. Juli beendete, nach oben drehte und seither entlang der 20-Tage-Linie höher lief. Hinzu kommt, dass die markttechnischen Oszillatoren auch hier, im Tagesraster, noch nicht einmal in der Nähe der überkauften Levels notieren, wie wir hier beispielhaft am Stochastik-Oszillator sehen. Rein vom Chartbild her könnte man also konstatieren:

DAX: Chart auf Tagesbasis vom 28.08.2026, Kurs 26.569,99 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Tagesbasis vom 28.08.2026, Kurs 26.569,99 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Das ist schon fast ein Elfmeter für die Bullen. Indes, wenn man bei diesem Bild bleiben will, sollte man sich daran erinnern, dass man einen Elfmeter auch verschießen kann. Und solange es in den USA weiter eher chaotisch zugeht, was die politischen Rahmenbedingungen angeht, solange der Ölpreis hoch bleibt, sich in Sachen Iran nichts bewegt und das hiesige Wachstum mager bleibt, stehen die Chancen, dass der DAX ein neues Hoch erzielt und es dann auch verteidigt, eher schlecht … oder?

Den aktuellen Kurs und Chart des DAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Nein, nicht nur die günstige charttechnische Basis würde einen Ausbruch für die bullische Seite nicht zu einem Himmelfahrtskommando werden lassen. Auch die Struktur innerhalb des Index hat sich jetzt so gewandelt, dass ein Ausbruch, der den DAX ein gutes Stück nach oben trägt, keineswegs unrealistisch wäre … wenngleich man das besser nicht mit „sicher“ gleichsetzen sollte, denn sicher ist an der Börse, was die Zukunft angeht, bekanntlich nichts.

Aber es ist schon interessant, dass sich im Kreis derjenigen Aktien, die aktuell auf kurzfristiger Zeitebene relative Stärke im Index zeigen, die ersten Autowerte tummeln und die Banken wieder mitmischen. Damit wäre eine Wachablösung bei den Zugpferden des DAX möglich, d. h. man wäre für neue, stabile Hochs nicht zwingend darauf angewiesen, dass die alten Favoriten wie Siemens Energy, Rheinmetall oder Infineon wieder rasant zulegen.

Der rote Teppich wäre also ausgerollt. Beschreiten müssten ihn die Käufer aber trotzdem erst einmal … und das in hinreichend großer Zahl und/oder mit genug Kapitalvolumen, um Verkaufsorders derer, die mit Verweis auf die ziemlich teure Bewertung des DAX und auf die mit neuen Hochs ja nicht rosiger werdenden Rahmenbedingungen in neue Hochs hinein eher aussteigen würden, effektiv abarbeiten zu können. Der Ausbruch muss dabei nicht im ersten Anlauf gelingen, aber spätestens, wenn der DAX die Linie, auf der er zuletzt gedreht hat, d. h. das Juli-Hoch bei 25.900 Punkten, unterschreiten sollte, wäre die Chance erst einmal wieder vom Tisch und einmal mehr bewiesen: Auch einen Elfmeter kann man verschießen.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.08.2026 um 23:08 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der DAX Aktie

03.08.2026
08:08 Uhr

DAX: Jetzt müssten die Bullen dranbleiben … aber tun sie es auch? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.08.2026 um 18:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Bei 25.900,1 Punkten liegt der bisherige Verlaufsrekord des DAX. Bis 25.891,51 Zähler kam der Index am Freitag, bevor er erst einmal abdrehte und dadurch fast seinen kompletten Tagesgewinn abgab. Jetzt wartet man gespannt darauf, ob die Bullen es erneut versuchen.

DAX: Chart auf Tagesbasis vom 31.07.2026, Kurs 25.629,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Tagesbasis vom 31.07.2026, Kurs 25.629,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Einmal ist keinmal, heißt es ja … und tatsächlich ist es oft so, dass ein erster Anlauf, einen wichtigen Widerstand zu überbieten, scheitert, der zweite aber gelingt. „Oft“ heißt indes nicht „immer“. Und letztlich steht zudem die Frage im Raum, was neue Rekorde im DAX perspektivisch auslösen. Könnten sie zur Basis einer größeren Hausse-Welle werden … oder wäre es wenige Hundert Punkte höher dann schon wieder vorbei mit den Käufen?

Letzteres wäre derzeit wahrscheinlicher, als dass der deutsche Leitindex nach einem Ausbruch massiv „durchzieht“. Denn natürlich könnte eine über ETF-Zuflüsse und die Futures induzierte Rallye, vor allem, wenn sie Rückenwind von den US-Indizes bekäme, weit tragen. Aber der DAX ist schon jetzt eher teuer bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der aktuellen Gewinne der im Index gelisteten Unternehmen liegt um 18, der Zehn-Jahres-Durchschnitt bewegt sich um 15,5. Und das Problem ist:

Für diese hohe Bewertung finden sich aktuell wenige Argumente. Das Wachstum hierzulande ist insgesamt schwach. Der Export sieht zwar momentan einigermaßen gut aus, aber der allein kann die Gesamtwirtschaft nicht wirklich dynamisch in Fahrt bringen. Und mit der Automobilbranche hängen wichtige DAX-Aktien durch, die aus aktueller Sicht auch kaum Chancen haben, kurzfristig zu einem rosigen Szenario zu gelangen.

Es waren die Aktien, die unmittelbar mit KI, Halbleitern, Rüstung und Infrastrukturausbau zu tun haben, die den Index dorthin trugen, wo er jetzt ist. Aber die initiale Kaufwelle in diesen Sektoren ist vorüber. Es bräuchte also hier die „zweite Luft“ oder Argumente, um Autobauer, Chemie, Pharma, Konsumgüter, aber auch Versicherer und die Banken für die Käufer wieder attraktiv zu machen. Die Aktien also, die in den ersten sieben Monaten großenteils am unteren Ende der Performance-Liste des DAX gelandet sind.

Nicht gerade förderlich ist, dass relativ viele Analysten daran derzeit nicht so recht glauben. Normalerweise sind verlockend hoch angesetzte Kursziele ein wichtiger Aspekt, der die Bullen animiert, am Ball zu bleiben. Doch für Ende 2026 liegt der Schnitt der Bankenprognosen für den DAX bei gut 26.000 Punkten … nur eine Winzigkeit über dem bisherigen Verlaufshoch. Also keine Chance für die Bullen?

Expertenmeinung: Ganz nüchtern betrachtet sollte man auf einen großen Rallyeschub beim DAX angesichts all der vorstehenden Aspekte besser nicht zu viel wetten, das mag sein. Aber man sollte bedenken, dass passive Anleger, die hier z. B. über Sparpläne monatlich frisches Geld in Fonds oder ETFs investieren, derartige Überlegungen eher selten anstellen. Und dass die rein technisch agierenden Trader ebenso wie die Handelsprogramme normalerweise einfach trendkonform reagieren und nicht fragen, ob das klug ist und wie weit das gehen könnte, wenn es gelingt, ein bullisches Signal zu generieren.

Möglich ist es also trotz allem, dass der DAX nicht nur das bisherige Verlaufshoch herausnimmt, sondern dann auch mehr als ein, zwei Prozent vorankommt, bevor die nächste Korrektur beginnt. Nur zeigt das Kursverhalten des Freitags, dass man einem solchen Signal besser nicht vorgreifen sollte.

Dass der DAX den Ausbruchsversuch an einem Monatsultimo abbrach, an dem gerne eine perfekte Dynamik suggeriert wird, um zum Start in den neuen Börsenmonat so viele Anleger wie möglich zu Zukäufen zu motivieren, ist auffällig genug, um besser abzuwarten, ob es tatsächlich zeitnah zu einem zweiten und dann erfolgreichen Anlauf kommt.

Ein Signal, dass das bullische Lager sein Pulver verschossen hat, war dieser Freitag aber definitiv noch nicht. Und selbst wenn der DAX die unmittelbar nächstliegende Auffangzone 25.406 bis 25.508 brechen sollte, wäre das erst einmal nur ein Indiz dafür, dass man für einen neuen Angriff auf das bisherige Hoch etwas mehr Anlauf benötigt.

DAX: Chart auf Wochenbasis vom 31.07.2026, Kurs 25.629,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Wochenbasis vom 31.07.2026, Kurs 25.629,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Erst wenn der deutsche Leitindex die mittelfristig derzeit entscheidende Unterstützungszone, bestehend aus dem Supportbereich 24.441 bis 24.771 Punkten, der am unteren Ende dieser Zone liegenden April-Aufwärtstrendlinie sowie der diesen Bereich auf der Unterseite abschließenden 200-Tage-Linie bei aktuell 24.395 Punkten, unterbieten sollte, könnte man unterstellen, dass es aus einem größeren Aufwärtsimpuls für den DAX in nächster Zeit wohl nichts mehr wird.

Quellenangaben:
Banken-Kursziele für den DAX 2026: https://www.boerse.de/boersen-prognosen-2026/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

09.07.2026
08:08 Uhr

DAX: Bullenfalle oder sogar Shortsignal? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.07.2026 um 21:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Mit einem Minus von 2,23 Prozent rutschte der DAX deutlich unter das alte, gerade erst überbotene Rekordhoch zurück. Damit sehen wir eine klare Bullenfalle. Aber ist das bereits der Startschuss für einen größeren Abwärtsimpuls? Immerhin ist hier Mr. Trump im Spiel.

Als der US-Präsident heute gegen 10 Uhr unserer Zeit im Rahmen des NATO-Gipfels in Ankara verkündete, dass das Rahmenabkommen nebst Waffenruhe mit dem Iran hiermit beendet sei, rutschten die Aktienmärkte rund um den Globus schlagartig ab, zugleich zog der am Vortag bereits gestiegene Ölpreis kräftig an. Zu diesem Zeitpunkt war die Sache ernst.

Wenige Stunden später, nachdem auch die US-Aktienindizes mit kräftigen Abschlägen in den Handel gegangen waren, sah die Sache aber schon anders aus. Mr. Trump äußerte, er sei sich unsicher, ob man am Ende ein Abkommen mit dem Iran erreichen werde, die Verhandler würden aber weitermachen. Und das alles könne schnell beendet werden, so Mr. Trump, ohne konkret mitzuteilen, was dafür denn nötig sei.

Da Letzteres erst nach dem Handelsende in Deutschland kam, schloss der DAX nahe am Tagestief, machte nachbörslich aber Boden gut. Nicht allzu viel, nicht allzu dynamisch, aber doch so, dass man ahnen konnte, dass da einige Akteure hoffen, dass es wieder zu „TACO“ kommt, dazu, dass Donald Trump erst martialisch droht, dann aber doch wenig bis gar nichts von dem wirklich umsetzt, was er angekündigt hat. Haben diese abendlichen Käufer Recht?

Expertenmeinung: Wie wollte man das abschätzen? Schließlich haben die mittlerweile anderthalb Jahre von Mr. Trumps zweiter Amtszeit sehr deutlich gemacht, dass bei ihm nichts sicher ist. Weder seine Meinungen noch seine Entscheidungen lassen sich in Stein meißeln. Heute könnte er die im Zuge seiner gestrigen Drohungen wieder in Kraft gesetzten Sanktionen gegen iranisches Öl wieder aufheben … oder nächste Woche … oder nie, man weiß es nicht. Also?

Also bleibt nur, den DAX anhand dessen einzuschätzen, was passiert ist und was sich vom Chartbild her an relevanten Ankerpunkten zeigt. Denn am Ende ist, wenn man an der Börse agiert, nur entscheidend, was konkret passiert, und weniger, ob solche Kursbewegungen rational unterfüttert sind, emotional befeuert wurden oder vor allem chart- und markttechnisch motiviert sind. Und da mag der DAX jetzt zwar eine Bullenfalle aufs Parkett gelegt haben. Aber in Bezug auf die Frage, was daraus wird, stehen die charttechnischen Schlüsselzonen deutlich klarer im Raum als die kommenden Entwicklungen im Weißen Haus.

Die Sache hatte für den DAX schon vorher ziemlich wacklig ausgesehen. Denn dem Ausbruch über diese Widerstandszone bei 25.406 zu 25.508 Punkten folgten zwei Tage ohne taugliche Anschlusskäufe. Die dadurch entstandenen Dojis ließen bereits Ungemach fürchten. Am Dienstag sackte der DAX dann in diese Zone zurück, am Mittwoch fiel er deutlich darunter. Das ist negativ, aber:

DAX: Tageschart vom 08.07.2026, Kurs 24.897,45 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tageschart vom 08.07.2026, Kurs 24.897,45 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Solange der deutsche Leitindex den Doppel-Support aus April-Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie im Bereich von 24.300 Punkten nicht signifikant und auf Schlusskursbasis unterschreitet, ist daraus zwar ein Rückschlag für die Bullen entstanden, aber noch kein bärisches Signal. Die Käuferseite hätte es also in der Hand: Gelingt der Rebreak über 25.406/25.508 Punkte, könnte man diese zwei schwachen Tage noch als „Ausrutscher“ einstufen. Doch wenn das ausgebügelt werden soll, muss das schnell gelingen.

Das, was Donald Trump sagt und tut, ist oft börsenrelevant, keine Frage. Aber es verbreitet vor allem Verunsicherung. Daher wäre es allemal einen Gedanken wert, sich von dem, was da aus Washington kommt, innerlich so gut es geht abzukoppeln und konsequent dem Trend der Kurse zu folgen. Welcher beim DAX, trotz Rücksetzer unter das alte Hoch, noch aufwärts weist. Die Bullen haben also eine zweite Chance. Ob sie die auch nutzen, wird sich vermutlich sehr bald herausstellen.

DAX: Monatschart vom 08.07.2026, Kurs 24.897,45 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monatschart vom 08.07.2026, Kurs 24.897,45 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

03.07.2026
07:56 Uhr

DAX: Pferdewechsel wie beim Pony-Express? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.07.2026 um 22:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nachdem der DAX in den letzten Monaten mehrfach gegen das im Januar markierte Rekordhoch angerannt war und immer wieder hängen blieb, gelang jetzt eher unverhofft, dafür aber mit Schwung, der Ausbruch. Die Art und Weise, wie das ablief, ist bemerkenswert.

Rein prozentual ist der Befreiungsschlag zwar noch nicht als signifikant zu bezeichnen, immerhin kam der deutsche Leitindex nur knapp 0,3 Prozent über der vormaligen Bestmarke von 25.507,79 Zählern zum Stehen. Aber das konnte man nicht gleich am ersten Tag des Ausbruchs verlangen. Schließlich hatte der Index am Vortag nur knapp über der 25.000er-Marke geschlossen und gestern dann satte 540 Punkte zugelegt.

DAX: Tageschart vom 02.07.2026, Kurs 25.580,88 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tageschart vom 02.07.2026, Kurs 25.580,88 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Jetzt müssten ohnehin Anschlusskäufe kommen, um den Ausbruch zu zementieren. Wobei die jetzt als Support dienende Zone der vormaligen, markanten Zwischenhochs zwischen 25.406 und 25.508 Punkten noch nicht der alles entscheidende Auffangbereich sein kann, dazu liegt der Index noch zu nahe daran. Bis 25.000 könnte er durchaus zurücksetzen, bevor man Zweifel hegen sollte, ob das wirklich funktioniert mit dieser Wiederaufnahme der Hausse. Und erst, wenn der DAX die Kreuzunterstützung aus den letzten, unteren Wendepunkten und der 200-Tage-Linie im Bereich 24.250/24.280 Punkte „reißen“ sollte, wäre die Sache wirklich gescheitert und der Index auf einmal bärisch statt bullisch.

DAX: Wochenchart vom 02.07.2026, Kurs 25.580,88 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Wochenchart vom 02.07.2026, Kurs 25.580,88 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Natürlich kann das passieren, noch könnte die Sache für die Bullen scheitern. Aber die Art und Weise, wie sich dieser Ausbruch nach oben gestaltete, ist hochinteressant und unterstützt die Optimisten. Denn die Sache wirkt wie ein Pferdewechsel, wie man ihn einst beim Pony-Express sah, diesem Kurierdienst zu Pferd quer durch die USA, der in den 1860er-Jahren existierte:

Expertenmeinung: Statt die beinahe zuschanden gerittenen, bisherigen Pferde zu zwingen, irgendwie noch weiterzulaufen, holten die Käufer die ausgeruhten, frischen Pferde aus dem Stall und reiten jetzt die für ihre neue Etappe. Will heißen: Die bisherigen Zugpferde der Hausse bleiben eher zurück; gekauft wurde, was vorher keiner haben wollte.

Bis auf die Titel aus dem Automobilsektor, bei denen man sich derzeit wirklich schwertäte, gute Argumente zum Einstieg zu finden und wo nur VW eine Gegenreaktion zeigte, liefen gestern sehr viele zuletzt zurückgebliebene Aktien sehr gut. Aktien, die nicht deswegen Underperformer im bisherigen Jahresverlauf waren, weil sie überbewertet gewesen wären oder negative Perspektiven für den Gewinn pro Aktie hätten. Das sind mehrheitlich Aktien, die vor allem deswegen nicht liefen, weil die Anleger ihr Kapital auf wenige, stark steigende Titel konzentriert hatten.

Wenn es gelingt, diese große Zahl an Aktien, die jetzt erste Ansätze einer Aufwärtswende zeigen, in solide, neue Aufwärtstrends zu überführen, würden auch abrutschende „Ex-Champions“ wie z.B. zuletzt Infineon oder Siemens den Anstieg des Index an sich nicht entscheidend bremsen. So, wie die Struktur innerhalb des DAX aussieht, an dem Tag, an dem endlich das Januar-Hoch überwunden wurde, haben die Bullen eine Chance, mit einer ganzen Reihe an frischen Pferden gut ans Ziel zu kommen.

Aber da nun einmal auch an der Börse nichts, was in der Zukunft liegt, wirklich sicher vorhersagbar ist, täte man gut daran, den Blick zwar nach oben zu richten, dabei aber trotzdem immer einen sicheren Stand im Blick zu haben – der sich durch konsequente Stoppkurse erreichen ließe. Denn noch ist dieser Ausbruch, wie gesagt, noch nicht in Stein gemeißelt.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

29.06.2026
08:29 Uhr

DAX: Tuchfühlung halten, muss die Devise jetzt lauten — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.06.2026 um 9:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Seit man Ende März begann, sich gegen den Iran-Krieg zu stemmen, haben die wichtigsten US-Indizes neue Rekorde erreicht, der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 ebenso. Nur der DAX schafft es bislang nicht, sich nach oben abzusetzen. Ein Grund, nervös zu werden?

Wenn wir uns dazu einmal den langfristigen Chart auf Monatsbasis ansehen, lässt sich festhalten: Ein guter Monat war der Juni für den DAX zwar nicht. Aber er hält nichtsdestotrotz Tuchfühlung zum bisherigen Rekordhoch bei 25.507 Zählern. Zugleich ist der deutsche Leitindex endlich aus dieser so lange andauernden, überkauften Lage beim RSI-Indikator auf Monatsbasis heraus. Das langfristige Chartbild würde einem neuen und idealerweise erfolgreichen Anlauf nach oben also nicht im Wege stehen.

DAX Index: Monatschart vom 26.06.2026, Kurs 24.671,22 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX Index: Monatschart vom 26.06.2026, Kurs 24.671,22 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Wechseln wir zum DAX-Chart auf Tagesbasis, sehen wir: Auch da ist bislang noch nichts angebrannt. Natürlich sollte man vorsichtig werden, wenn viele Indizes rasant nach oben davonziehen, einige wenige, wie der DAX, aber zurückbleiben. Aber solange es gelingt, ihn über der Kreuzunterstützung aus 200-Tage-Linie und der Verbindungslinie der letzten vier Zwischentiefs im Bereich 24.200/24.250 Punkte zu halten, wäre nach oben nichts unmöglich.

DAX Index: Tageschart vom 26.06.2026, Kurs 24.671,22 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX Index: Tageschart vom 26.06.2026, Kurs 24.671,22 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Die Bullen könnten also grundsätzlich guter Dinge bleiben, auch wenn die Zuversicht mit jedem ausbleibenden Erfolg eines Ausbruchsversuchs auf der Oberseite natürlich bröckelt. Es sei denn, es gäbe tiefer gehende, strukturelle Argumente, die so bedeutsam wären, dass sie die Chancen des DAX nachhaltig unterminieren würden. Gibt es die?

Expertenmeinung: Ja und nein. Was den DAX erheblich bremst, ist die starke Gewichtung der Automobilbranche, wo sich die unerfreulichen Nachrichten derzeit hochkant stapeln. Von diesen Aktien ist derzeit keine Zugkraft zu erwarten. Auch andere Titel, die längere Zeit als Zugpferde fungierten, wie z. B. Rheinmetall und SAP, stehen unter Druck und zeigen noch keine Signale für eine Aufwärtswende. Also … Deckel drauf?

Für den Moment ist der Weg nach oben schwierig, aber das muss nicht so bleiben. Denn ein anderer Bremsfaktor könnte dem DAX über kurz oder lang zugutekommen: die geringe Präsenz von Aktien mit Bezug zum KI-Boom. Da sehen wir Infineon als Chiphersteller sowie Siemens Energy und den Neuzugang Hochtief als Unternehmen mit indirektem Bezug zu dieser Thematik. Solange dieser „KI-Hype“ läuft, laufen Indizes, in denen diese Sektoren stärker repräsentiert sind, natürlich besser. Aber kippt der Hype, kann das für den DAX wiederum ein Vorteil sein.

Denn all die Branchen, die wegen der Fokussierung vieler Anleger auf diesen einen Bereich KI ins Abseits der Aufmerksamkeit gerieten, könnten dann aus dem Schatten hervortreten. Und da ist der DAX wiederum stark besetzt: Healthcare, Chemie & Pharma, Rückversicherer, Konsumgüter und andere: Solche DAX-Titel sind momentan meist eher günstig bewertet, weisen gedrückte Kurse auf und im Gegenzug oft solide Dividenden.

Sie müssen nicht, könnten aber ins Laufen kommen, wenn die derzeitigen Publikumslieblinge abdrehen … und können dem DAX dadurch zum Ausbruch nach oben verhelfen. Aber das würde aus aktueller Sicht nur gelingen, wenn der Index weiter Tuchfühlung zum bisherigen Hoch hält, daher: Die Kreuzunterstützung bei 24.200/24.250 Punkten muss halten, ansonsten wird der Weg nach oben erheblich steiniger.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

11.06.2026
08:10 Uhr

DAX: Schaffen die Bullen es auch ein drittes Mal? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.06.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Es ist keine drei Wochen her, da sah es so aus, als würde der DAX mit Schwung über das bisherige Verlaufshoch hinauslaufen. Doch gestern landete er, für viele vermutlich unverhofft, auf der 200-Tage-Linie. Die wurde zuletzt zweimal verteidigt – gelingt das auch ein drittes Mal?

„Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt“, schrieb Wilhelm Busch einst. Was man beim Blick auf den DAX auf Tagesbasis nicht bestreiten kann. Ende Mai war der Index in den Bereich der Hochs vom Januar und Februar bei 25.406/25.508 Punkten vorgedrungen. Ende Februar wurde der Versuch, den Verlaufsrekord des Januars zu überbieten, nur abgebrochen, weil da der Iran-Krieg begann. Letzterer sorgte zwar für massiven Abgabedruck. Aber schon Ende März kamen die Käufer zurück … und zwei Monate später hätte diese bisherige Bestmarke endlich überboten werden können. Immerhin hatten S&P 500 und Nasdaq 100 in den USA längst neue Rekorde erreicht. Warum also nicht auch der DAX?

DAX: Tageschart vom 10.06.2026, Kurs 24.195,31 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tageschart vom 10.06.2026, Kurs 24.195,31 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Aber es klappte wieder nicht … und jetzt ringt der deutsche Leitindex auf einmal wieder mit seiner 200-Tage-Linie, im Chart auf Tagesbasis dick schwarz hervorgehoben. Im April und Mai war diese Linie ebenfalls umkämpft. Wir sehen, dass es da in beiden Fällen nach einigen Tagen Hin und Her zu langen, grünen Kerzen kam, die die Sache eindrucksvoll zu Gunsten der Bullen entschieden. So etwas bräuchte man jetzt also auch. Aber zwischen „wollen“ und „bekommen“ liegt in diesem Fall „tun“:

Expertenmeinung: Das bullische Lager müsste ein solches, klares Signal dahingehend, dass die Oberseite favorisiert bleibt, eben erst einmal „erschaffen“, sprich aktiv und entschlossen Kapital einsetzen, um einen Aufwärtsschwenk zu generieren. Und das zu tun, wäre jetzt nicht selbstverständlich.

Nach der erstmaligen Rückeroberung dieses wichtigen, gleitenden Durchschnitts Mitte April kam der DAX zweimal auf diese Linie zurück. Jedes Mal lag das darauffolgende Hoch ein wenig über dem vorherigen. Was grundsätzlich ermutigend gewesen wäre, wenn die Zwischentiefs, die im Zuge der Verteidigung der 200-Tage-Linie entstanden, vergleichbar deutlich über den vorherigen gelegen hätten. So aber ist die Distanz, die der Index von den Zwischenhochs nach unten zurücklegte, größer geworden … und das dürfte einige dazu bringen, jetzt weniger beherzt an dieser Linie zuzugreifen als bisher, aber:

Dass die Ausgangslage nicht so günstig ist wie in den beiden vorherigen „Verteidigungsfällen“ heißt nicht, dass man sicher sein könnte, dass der DAX diesmal nach unten durchgehen muss. Wenn in den kommenden Tagen Argumente für die Bullen aus dem Bereich der Rahmenbedingungen kommen würden, wäre die jetzt zu vermutende, vorsichtige Zurückhaltung wohl schnell vom Tisch.

Das könnten deutlich nach oben drehende US-Indizes sein, ein deutlich nachgebender Ölpreis, echte, glaubwürdige Fortschritte bei den Verhandlungen USA/Iran oder vielleicht sogar nur positiv aufgenommene Kommentare von Christine Lagarde im Anschluss an die heutige EZB-Entscheidung. Für den Moment gilt:

Noch ist die Sache in der Schwebe, wenngleich mit einem leichten Vorteil für die Bären. Entscheidende Marken wären auf der Unterseite diese beiden Zwischentiefs von Ende April und Mitte Mai bei 23.716 und 23.797 Punkten, auf der Oberseite die 20-Tage-Linie und das bisherige Wochen-Verlaufshoch bei 24.760 und 24.821 Punkten.

DAX: Monatschart vom 10.06.2026, Kurs 24.195,31 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monatschart vom 10.06.2026, Kurs 24.195,31 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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