Dass der August ein eher träger Monat wird, ist nichts, worauf man sich an der Börse verlassen könnte, aber diesmal war es so. Doch morgen endet dieser Monat. Und was den DAX angeht, wäre er in einer guten Ausgangslage, um den September mit einem Paukenschlag zu starten.
Wollte man den Spruch von der Saure-Gurken-Zeit bemühen, dann könnte er für den August 2026 durchaus angebracht sein. Denn in Bezug auf den Iran wurde viel verkündet, gedroht und versprochen, wirklich bewegt hat sich jedoch nichts. In Bezug auf die Ölpreise bleibt vorerst alles möglich. Und bis auf einige wenige Blue Chips hatte die Saison der Quartalsbilanzen bereits Anfang August ihr Ende gefunden. Jetzt aber, im September, könnte es heißen: Neuer Monat, neues Glück. Und was das Chartbild des DAX angeht, wäre die Basis für einen starken Start in den meteorologischen Herbst bereits geschaffen:
Der Monat war, wie wir im Chart auf Monatsbasis sehen, der vierte mit Kursgewinnen binnen fünf Monaten. Markttechnisch überkauft ist der DAX auf Monatsbasis trotzdem noch nicht, weil die noch im Februar überkaufte Lage durch den schwachen März bereinigt wurde.

Auf Tagesbasis sehen wir, dass der DAX am Freitag mit einem neuen Schlussrekord ins Wochenende ging. Nur knapp über dem vorherigen Hoch vom 12. August, aber mit einer guten „Vorgeschichte“. Denn wir sehen, dass der deutsche Leitindex den zur Monatsmitte vollzogenen Rücksetzer genau auf Höhe des alten Rekordhochs vom 6. Juli beendete, nach oben drehte und seither entlang der 20-Tage-Linie höher lief. Hinzu kommt, dass die markttechnischen Oszillatoren auch hier, im Tagesraster, noch nicht einmal in der Nähe der überkauften Levels notieren, wie wir hier beispielhaft am Stochastik-Oszillator sehen. Rein vom Chartbild her könnte man also konstatieren:

Expertenmeinung: Das ist schon fast ein Elfmeter für die Bullen. Indes, wenn man bei diesem Bild bleiben will, sollte man sich daran erinnern, dass man einen Elfmeter auch verschießen kann. Und solange es in den USA weiter eher chaotisch zugeht, was die politischen Rahmenbedingungen angeht, solange der Ölpreis hoch bleibt, sich in Sachen Iran nichts bewegt und das hiesige Wachstum mager bleibt, stehen die Chancen, dass der DAX ein neues Hoch erzielt und es dann auch verteidigt, eher schlecht … oder?
Nein, nicht nur die günstige charttechnische Basis würde einen Ausbruch für die bullische Seite nicht zu einem Himmelfahrtskommando werden lassen. Auch die Struktur innerhalb des Index hat sich jetzt so gewandelt, dass ein Ausbruch, der den DAX ein gutes Stück nach oben trägt, keineswegs unrealistisch wäre … wenngleich man das besser nicht mit „sicher“ gleichsetzen sollte, denn sicher ist an der Börse, was die Zukunft angeht, bekanntlich nichts.
Aber es ist schon interessant, dass sich im Kreis derjenigen Aktien, die aktuell auf kurzfristiger Zeitebene relative Stärke im Index zeigen, die ersten Autowerte tummeln und die Banken wieder mitmischen. Damit wäre eine Wachablösung bei den Zugpferden des DAX möglich, d. h. man wäre für neue, stabile Hochs nicht zwingend darauf angewiesen, dass die alten Favoriten wie Siemens Energy, Rheinmetall oder Infineon wieder rasant zulegen.
Der rote Teppich wäre also ausgerollt. Beschreiten müssten ihn die Käufer aber trotzdem erst einmal … und das in hinreichend großer Zahl und/oder mit genug Kapitalvolumen, um Verkaufsorders derer, die mit Verweis auf die ziemlich teure Bewertung des DAX und auf die mit neuen Hochs ja nicht rosiger werdenden Rahmenbedingungen in neue Hochs hinein eher aussteigen würden, effektiv abarbeiten zu können. Der Ausbruch muss dabei nicht im ersten Anlauf gelingen, aber spätestens, wenn der DAX die Linie, auf der er zuletzt gedreht hat, d. h. das Juli-Hoch bei 25.900 Punkten, unterschreiten sollte, wäre die Chance erst einmal wieder vom Tisch und einmal mehr bewiesen: Auch einen Elfmeter kann man verschießen.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.08.2026 um 23:08 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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