Der Schweizer Aktienmarkt taucht selten in den Schlagzeilen auf, das führt dazu, dass manche Anleger den dortigen Leitindex SMI kaum im Blick haben. Was sich aber grundsätzlich lohnen würde, denn die bisherige Jahresperformance ist gut. Nur … könnte das auch so bleiben?
Wer die Nachrichtenlage verfolgt, weiß: Donald Trump hat die Schweiz auf dem Kieker. Die Schweiz bekam regelmäßig höhere Zölle verpasst als die EU. Und das ist für ein Land, das so sehr vom Export dominiert ist, natürlich ein Problem. Aber Probleme lassen sich lösen. Und es scheint, dass der Schweiz das gelungen ist, denn die aktuellen Eckdaten zur Schweizer Wirtschaft sehen beeindruckend aus:
In der Jahresrate kommt das Wachstum des Schweizer Bruttoinlandsprodukts auf 1,5 Prozent, die USA haben derzeit auch nicht mehr. Die Exporte haben im Mai, Juni und Juli überdurchschnittlich hohe Levels erreicht. Der Leitzins liegt weiterhin bei null Prozent … und die Inflationsrate bei beneidenswert niedrigen 0,4 Prozent. All das wird begleitet von einer Arbeitslosenrate von nur 3,0 Prozent. Dass es den Schweizer Unternehmen in diesem Umfeld nicht gerade schlecht gehen kann, ist nachvollziehbar. Und so kommt auch der SMI, der Swiss Market Index, der die 20 wichtigsten Aktien der Schweiz umfasst, derzeit daher: bullisch.
Expertenmeinung: Allerdings könnte er aktuell ein wenig Anschub vertragen. Auf mittelfristiger Ebene sehen wir einen Index, der zeigt, dass sich die Marktteilnehmer weder vom „Zoll-Schock“ im Frühjahr 2025 noch vom Angriff auf den Iran Ende Februar 2026 haben bange machen lassen. Der SMI erreichte im Vorfeld dieser beiden Ereignisse jeweils neue Rekordhochs, die, nach 2025 ebenso wie in diesem Jahr, noch höheren Kursen wichen. Was aber auffällt, ist, dass der SMI an der oberen Begrenzung eines vom 2025er-Tief ausgehenden Aufwärtstrendkanals in den vergangenen Wochen mehrfach angestoßen war.

Das bedeutet nicht zwingend, dass der Index vor einer größeren Korrektur stehen muss, auch die auf Wochenbasis überkaufte Markttechnik macht so etwas nicht zwingend. Aber im Auge behalten sollte man das im bullischen Lager trotzdem, denn dieses Anrennen an das obere Ende des Trendkanals hat auf Tagesbasis dazu geführt, dass sich hier jetzt ein Topp ausbilden könnte.
Wir sehen im Chart auf Tagesbasis, dass Ende Juli versucht wurde, das vorherige Rekordhoch von Anfang Juli zu überwinden. Damit kamen die Bullen nicht weit, es folgte ein Rücksetzer. Der fiel zwar klein aus, aber was eine hochgezogene Augenbraue wert ist, ist, was danach kam: Der Index konnte das Ende Juli erreichte Hoch nicht überwinden. Das dabei entstandene Verlaufshoch bei 14.669,6 Punkten in einem zweiten Anlauf zügig zu überwinden, wäre daher jetzt ein wichtiger Schritt, um das Aufwärts-Momentum zu erhalten.

Zwar würde hier erst dann wirklich etwas anbrennen, wenn das Februar-Hoch bei 14.064 Punkten fallen würde. Aber da der SMI einerseits in einem grundsätzlich soliden Umfeld läuft, andererseits mit einem Index-KGV um 24 aber nicht mehr billig ist, sollte das bullische Lager jetzt besser nicht lockerlassen, denn wenn eine Aufwärtsbewegung erst einmal für alle erkennbar feststeckt, pflegen den Bullen schnell die Käufer von der Fahne zu gehen.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.08.2026 um 23:10 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Vermögensaufbau ist mehr als reines Sparen und stellt einen strategischen Prozess dar, bei dem es darum geht, das vorhandene Kapital aktiv zu vermehren. Dabei kommt es vor allem auf die Strategie an, die von Anleger zu Anleger sehr unterschiedlich sein kann.
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