Am Donnerstag rutschte der DAX unter das 2025er-Herbst-Tief. Zugleich fiel die 20-Tage-Linie knapp unter die 200-Tage-Linie: ein bärischer Crossover. Zwei bärische Signale an einem Tag, das sieht finster aus. Aber die Bären sollten sich besser hüten, jetzt die Füße hochzulegen.
Erneut ein steigender Ölpreis. Und mit ihm die erodierende Hoffnung, dass der Iran-Krieg ähnlich schnell einer Art „Burgfriede“ weichen könnte wie im vergangenen Juni. Notenbanken, die vor einer anziehenden Inflation warnen. Und mit Blick auf die unvorhersehbaren Entwicklungen aus Richtung Washington eine Planungsunsicherheit, die Unternehmen wie Privathaushalte gleichermaßen erfasst: Allzu viel negativer kann die Gemengelage kaum sein.

Das schlug sich am Donnerstag beim DAX deutlich nieder. Der Index schloss unterhalb des November-Tiefs, das am 9. März noch hatte gehalten werden können und unterbot damit die breite Supportzone zwischen 22.943 und 23.381 Punkten. Zugleich kam es zu einem bärischen Crossover bei den gleitenden Durchschnitten, indem die 20-Tage-Linie die Linie der letzten 200 Börsentage nach unten kreuzte.

Und ein Querblick auf den DAX-Chart auf Monatsbasis zeigt: Die nächste, wirklich markante und sich damit als Support anbietende Wendemarke wäre das April-Tief 2025 bei 18.490 Zählern. Düstere Aussichten. Die aber kein „Muss“ sind, denn:
Expertenmeinung: Beide bärischen Signale sind bislang sehr knapp. Und wenn wir uns ansehen, dass das November-Tief am Ende als Bärenfalle endete, weil zwar das da relevante Zwischentief aus dem Juni kurz unterboten wurde, danach aber keine Anschlussverkäufe, sondern Käufe folgten, wird klar: Das Risiko, dass es diesmal ähnlich läuft, sollte man auf dem Schirm haben, zumal:
Die Gesamtsituation ist zwar hoch problematisch. Aber man kann beobachten, dass viele Akteure weiterhin bereit sind, auf jede noch so kleine, positiv wirkende Nachricht hin sofort zu kaufen oder ihre Short-Trades einzudecken.
Während sich das in einem stabilen Aufwärtstrend weitaus weniger markant zeigt, haben wir in Abwärtstrends grundsätzlich immer das erhöhte Risiko sehr scharfer Gegenbewegungen. Und man weiß nie, ob die am Ende „austrocknen“ und zu neuen Tiefs führen oder aus einer Gegenreaktion eine dynamische aufwärtswende wird. Denken wir da nur an den April des Vorjahres: Da gelang es dem US-Präsidenten, einen massiven Kurseinbruch an den Aktienmärkten durch Zurückrudern auf den Kopf zu stellen. Das würde zwar dieser Tage mit Blick auf den Nahen Osten deutlich schwieriger, ist aber dennoch ein Aspekt, den man berücksichtigen sollte.
Fazit: Im DAX derzeit Long zu sein, hätte auf charttechnischer Ebene ebenso wie in Bezug auf das Umfeld keine solide Basis. Aber wer konsequent und rein charttechnisch motiviert auf dieses doppelte bärische Signal des Donnerstags reagieren würde, hätte deswegen nicht automatisch einen sicheren Stand. Abwärtsbewegungen laufen deutlich emotionaler und damit volatiler ab als Aufwärtstrends, daher: Rechnen Sie jederzeit mit ggf. auch sehr scharfen, weitreichenden Gegenbewegungen und damit, dass aus jeder scheinbar kurzlebigen Eindeckungs-Rallye eine Aufwärtswende werden könnte!
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.03.2026 um 21:27 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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