Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Die Ankündigung der jemenitischen Huthi-Rebellen, die Meerenge von Bab al-Mandab für saudi-arabische Schiffe zu blockieren, könnte die Lage in Bezug auf die Ölversorgung massiv verschärfen. Aber kommt es wirklich so? Brent Crude Oil preist diese Lage bereits ein.
Das Problem ist, dass die Nachrichtenlage unklar ist. Die einen behaupten dieses, andere schreiben jenes … und selbst, wenn sich klar einordnen ließe, was aktuell tatsächlich Fakt ist, wüsste man nicht, wie sich diese Gemengelage morgen und übermorgen entwickeln wird. Können die Huthis diese südliche Passage aus dem Roten Meer bei Bab al-Mandab wirklich effektiv blockieren? Würde das wirklich nur saudi-arabische Schiffe bzw. saudi-arabisches Öl betreffen? Und wie sieht es dann parallel dazu mit der Straße von Hormus, dem „Ausgang“ aus dem Persischen Golf, aus?
Wären beide Passagen blockiert, würde es in Bezug auf die Angebotssituation für Rohöl schnell kritisch. Vor allem asiatische Länder würden dann Probleme bekommen. Und die Kurse der Ölsorten könnten deutlich anziehen, womöglich sogar über das bisherige Jahreshoch hinaus. Sie könnten … wenn es zum Schlimmsten kommen würde. Aber genau das weiß man ja nicht.
Zumal dann auch völlig offen ist, was die USA in einem solchen Fall tun könnten und wollen. Würde dieser laufende Konflikt dann auch auf den Jemen übergreifen und das Risiko eines Flächenbrands steigen? Könnte es gelingen, die Lage am Verhandlungstisch zu entschärfen? In einer Situation, in der alle Beteiligten unberechenbar agieren und reagieren, ist das realistisch in keiner Weise einschätzbar. Aber getradet wird eben trotzdem.
Expertenmeinung: Und bei Brent Crude Oil weist die Richtung nach oben. So markant, dass Charthürden, die den Anstieg allemal hätten aufhalten können, mittlerweile überboten sind. Brent Crude war zunächst am Kreuzwiderstand aus 50-Tage- (blau) und 100-Tage-Linie (violett) hängengeblieben. Mit der Ankündigung der Huthis in Bezug auf die Passage aus dem Roten Meer wurde diese Charthürde aber jetzt mit Schwung überboten.

Damit wäre der Weg aus rein charttechnischer Sicht frei bis in die Region zwischen 99 und 108 US-Dollar pro Barrel, die im hier abgebildeten, jetzt als nächstliegender Verfalltermin laufenden Future mit Liefertermin Oktober die bisherigen Hochs des Jahres vereint. Zwar könnte man behaupten, dass man hier gerade ein Worst-Case-Szenario einpreist, das so keineswegs kommen müsste, nur:
Es ist immer schwierig, argumentativ zu unterfüttern, dass eine mögliche, negative Entwicklung nicht kommt bzw. auch im Fall einer zeitweiligen Beruhigung wirklich endgültig vom Tisch wäre. Man weiß es eben nicht … und in solchen Fällen klammern sich sehr viele Trader an das, was sie greifen können: den Trend. Der weist aktuell klar aufwärts, so dass die Short-Seite derzeit bei Brent Crude Oil ein äußerst riskantes Pflaster darstellen würde!
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.07.2026 um 22:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Mit einem Margin Konto können Sie zum Beispiel mit Hebel handeln und Ihre Trading-Strategien durch Leerverkäufe oder den Einsatz von Optionen und Futures diversifizieren.
Entdecken Sie jetzt die umfangreichen Handelsmöglichkeiten, die Ihnen dieser Kontotyp bietet: Margin Konto




