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Die Stärke des US-Dollars zu Beginn des Iran-Kriegs war eine fast reflexhafte Flucht in einen vermeintlich „sicheren Hafen“. Doch die Euro/US-Dollar-Relation bildete schnell einen Boden, der in eine Aufwärtswende mündete. Aber kann sich der Euro wirklich wieder durchsetzen?
Die Frage ist, was die Akteure am Devisenmarkt motiviert hat, wieder vermehrt beim Euro zuzugreifen. Ist es die Einschätzung, dass die Krise in Nahost in absehbarer Zeit vorbei sein wird, so dass auch der „Krisenbonus“, den der US-Dollar gemeinhin genießt, obsolet würde? Oder vermutet man, dass die US-Wirtschaft durch diese Entwicklungen mehr geschwächt wurde als die der Eurozone, so dass es eher die Erwartung sinkender Zinsen und eines Rückgangs der Investitionen in den USA ist, die zu Abgaben beim US-Dollar, Käufen beim Euro und damit zu einem Anstieg der Euro/US-Dollar-Relation geführt hat?
Beides hätte so seine Haken. Was die Nahost-Krise angeht, gibt es zwar seitens des Weißen Hauses täglich neue Beteuerungen, dass man unmittelbar vor dem Ziel stehe. Aber die kommen schon seit Wochen. Bevor man nicht wirklich eine tragfähig wirkende Einigung seitens der Kontrahenten sieht, müsste man dieser Hoffnung eher misstrauen. Und eigentlich sind die Trader am Devisenmarkt erfahrungsgemäß eher vorsichtig und bauen selten Luftschlösser.
Und auch, wenn man davon ausgehen könnte, dass die US-Wirtschaft durch diese Entwicklung eigentlich erheblichen Schaden nehmen müsste: Bislang zeigt die Mehrzahl der für März eingelaufenen Konjunkturdaten das nicht an. Die Inflation lag zwar höher, lief aber bislang nicht aus dem Ruder. Die Arbeitsmarktdaten waren eher eine positive Überraschung. Die Konjunkturindizes der regionalen US-Notenbanken zeigen keine auffällige Schwäche. Und die Industrieproduktion, am Donnerstag für den März gemeldet, fiel zwar, dafür war sie aber im Februar gemäß einer gestrigen Aufwärtsrevision umso stärker gestiegen. Was hieße:
Den aktuellen Kurs und Chart des Währungspaars EUR.USD und historische Wechselkurse finden Sie hier.
Expertenmeinung: Wirklich handfeste Argumente dafür, dass der Euro jetzt wieder zum Lieblingskind der Devisentrader wird, haben wir noch nicht. Und auch, wenn das Chartbild eine solide Bodenbildung innerhalb der Unterstützungszone 1,1392 zu 1,1469 US-Dollar pro Euro und die Rückeroberung der im Chart dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie zeigt, gilt:

Nach dem Widerstand ist vor dem Widerstand. Denn dadurch ist Euro/US-Dollar von unten an eine breite und massiv wirkende Widerstandszone zwischen 1,1761 und 1,1927 US-Dollar herangelaufen, die sich aus den Zwischenhochs seit Beginn des zweiten Halbjahrs 2025 zusammensetzt. Auffällig ist, dass der Anstieg am unteren Ende dieser Zone offenbar auf Widerstand trifft, denn da ging es seit Dienstag erst einmal nicht weiter. Damit ist die Sache ebenso offen wie spannend.
Erst wenn Euro/US-Dollar diese Zone als Widerstand herausnehmen sollte, ließe sich von einem Befreiungsschlag sprechen. Und auch nur dann von einem, dem man über den Weg trauen kann, wenn ihn Argumente für den Euro begleiten, die man bislang bestenfalls als „Vermutung“ einstufen darf, nämlich eine klar nach unten abdriftende US-Wirtschaft und/oder eine glaubwürdige Beruhigung der Lage in Nahost.
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