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Zalando Aktie Prognose Zalando: Das war wohl nichts

News: Aktuelle Analyse der Zalando Aktie

In diesem Artikel
Zalando
ISIN: DE000ZAL1111
|
Ticker: ZAL --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Zalando Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Ein Umsatzplus von 23,8 Prozent, ein Anstieg des um Sonderfaktoren bereinigten EBIT um 38,7 Prozent – das klingt nach dynamischem Wachstum. Aber ein anfänglicher Anstieg wurde abverkauft, Zalando landete gestern mit 1,73 Prozent im Minus. Wo war der Haken?

Die Aktie des Online-Händlers startete am Mittwochmorgen nach Vorlage der Ergebnisse des ersten Quartals mit einem Plus von knapp 5,4 Prozent, rutschte dann aber zeitweise bis zu 5,3 Prozent ins Minus, bevor man sich mit einem Abschlag von 1,73 Prozent ins Handelsende rettete. Stark anfangen, dann stark nachlassen, das ist an sich schon ein Punkt für die Bären.

Aber dass sich das in Reichweite der mittelfristigen Abwärtstrendlinie abspielte und die Aktie im Hoch an der 20-Tage-Linie abgewiesen wurde, macht noch einmal einen Punkt obendrauf. Damit bleibt Zalando in einem intakten Abwärtstrend. Und auch, wenn es gelang, die Aktie vom Tagestief zu lösen und damit die nächstgelegene Unterstützungslinie in Form des Ende März bei 19,59 Euro markierten Zwischentiefs zu halten:

Zalando Aktie: Chart vom 06.05.2026, Kurs 20,44 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 06.05.2026, Kurs 20,44 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 18,79 Euro liegt jetzt wieder näher als diese wichtige Abwärtstrendlinie … über der dann auch noch die im Chart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie warten würde. Damit dürfte es für das bärische Lager erst einmal keinen Grund geben, hier lockerzulassen. Aber was lief da denn schief? Die Zahlen lasen sich doch tadellos.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Zalando Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Auf den ersten Blick schon, auf den zweiten aber weniger. Das Stichwort: „pro forma“. Denn Zalando hatte ja Mitte vergangenen Jahres den kleineren Konkurrenten About You übernommen. Die Zahlen des jetzt berichteten Quartals schlossen About You also mit ein, die Vergleichszahlen aus dem ersten Quartal des Vorjahres aber nicht. Und wenn man diesen Sondereffekt herausrechnet und somit sogenannte „pro forma“-Veränderungen betrachtet, belief sich das Umsatzplus nicht mehr auf 23,8, sondern nur noch auf 3,4 Prozent. Und das machte klar: Wirklich dynamisch geht es dann eben doch nicht voran, zumal die Kosten für die Integration von About You dazu führten, dass netto ein Verlust von 87,6 Millionen Euro auflief.

Zwar sind diese Integrationskosten endlich, werden also bald als Klotz am Bein aus der Bilanz verschwinden. Der Schubeffekt beim Umsatz durch diese Integration aber auch. Zwar ist es grundsätzlich trotzdem eine gute Leistung, in einem problematischen Konsumumfeld wie derzeit überhaupt zu wachsen, wofür Zalando auch die positiven Effekte einer integrierten KI hervorhebt. Aber es war eben zu wenig, um die Trader davon zu überzeugen, dass nach dieser Bilanz ab sofort Long die richtige Seite wäre.

Zwar ist die Bewertung der Aktie auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 14 niedrig. Zugleich sind die Analysten hier optimistisch, 19 von 24 die Aktie regelmäßig beobachtenden Experten stufen sie als kaufenswert ein. Aber das sind ja sie nicht erst seit gestern … eine Aufwärtswende brachte das trotzdem nicht hervor. Solange die Marktteilnehmer hier keine echte Dynamik zu sehen bekommen, wird sich die Aktie mit einem Befreiungsschlag über Abwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie schwertun. 

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals, 06.05.2026: https://corporate.zalando.com/de/finanzen/zalando-ergebnis-q1-2026
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ZAL.DE/analyst-insights/

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 06.05.2026 um 22:36 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der Zalando Aktie

17.04.2026

Zalando vor wichtiger Hürde – gelingt ein Befreiungsschlag? — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.04.2026 um 7:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Ein Blick auf den Chart der vergangenen Monate zeigt ein klares Bild. Die Verkäufer bestimmten über weite Strecken das Geschehen und sorgten für eine Serie tieferer Hochs und tieferer Tiefs. Die Zalando-Aktie bewegte sich konstant in einer intakten Abwärtsstruktur.

In den vergangenen Wochen konnte sich das Bild jedoch leicht verbessern. Ein höheres Tief wurde ausgebildet und signalisiert erste Stabilisierungstendenzen. Damit zeigen sich die Bullen erstmals wieder etwas aktiver. Dennoch fehlt bislang das entscheidende Signal in Form eines höheren Hochs, um den Trend in eine neutrale Phase zu überführen. Zusätzlich wirkt die 200-Tage-Linie als klarer Widerstand und begrenzt aktuell die Aufwärtsdynamik.

Expertenmeinung: Die aktuelle Situation bleibt spannend. Die Ausbildung eines höheren Tiefs liefert eine erste Grundlage für eine mögliche Trendwende. Entscheidend wird nun sein, ob es gelingt, die 200-Tage-Linie und das Pivot-Hoch von Mitte März zu überwinden und damit die bärische Trendphase hinter sich zu lassen.

Solange dieser Schritt ausbleibt, bleibt der Druck auf der Oberseite bestehen und Rücksetzer bleiben ein realistisches Szenario. Ein nachhaltiger Ausbruch könnte hingegen neue Käufer anziehen und die Dynamik weiter verbessern.

Aussicht: Neutral

Zalando Aktie: Chart vom 16.04.2026, Kurs: 23.30 EUR Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 16.04.2026, Kurs: 23.30 EUR Kürzel: ZAL | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

13.03.2026

Zalando: Reicht das für die Wende? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.03.2026 um 20:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das Konsumumfeld ist weiter schwierig. Dementsprechend hatten viele Anleger in Bezug auf Zalandos 2025er-Bilanz und den Ausblick auf das laufende Jahr wohl nicht allzu viel erwartet. Die bekamen indes eine positive Überraschung serviert. Aber reicht das für die Wende? Test

Nachdem der Umsatz des Online-Händlers vier lange Jahre auf der Stelle trat, legte er 2025 endlich wieder nennenswert zu. Zwar „nur“ um 16,8 Prozent, zugleich spielte da die Übernahme des kleineren Konkurrenten „About You“ mit hinein. Aber wenn man bedenkt, wie problematisch das Konsumumfeld in Mitteleuropa derzeit ist, war das keineswegs schlecht, zumal man damit zumindest ein wenig über der durchschnittlichen Analystenprognose lag.

Was den Gewinn anging, sah es noch etwas besser aus. Da stieg der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 15,6 Prozent auf 591 Millionen Euro. Die Prognose von 572 Millionen wurde damit recht komfortabel übertroffen.

Ein Aspekt dürfte die Marktteilnehmer dabei besonders beeindruckt haben: Zalando verwies als Basis für das erfolgreiche Jahr auf den effektiven Einsatz von KI in verschiedenen Bereichen, vom Marketing über die Content-Programmierung bis zur Logistik. Hier bringt KI also nicht nur theoretisch irgendwann Vorteile, sie sind bereits da und in der Bilanz erkennbar.

Entsprechend optimistisch zeigte sich Zalando für das laufende Jahr: Der Umsatz soll im Bereich von 12 bis 17 Prozent zulegen, das EBIT in der Spanne von 660 bis 740 Millionen Euro landen, was einer Steigerung zwischen 12 und 25 Prozent entsprechen würde.

Expertenmeinung: Das klingt solide. Aber es sind andererseits auch nicht gerade gewaltige Wachstumsraten, mit denen das Unternehmen da plant. Wäre das sich dadurch für die Aktie ergebene Potenzial nicht mit dem angesichts des schwächelnden Gesamtmarkts am Donnerstag durchaus beeindruckenden Kursanstieg von 9,5 Prozent schon ausgeschöpft?

Die Antwort: Das kommt darauf an. Konkret darauf, ob genug Anleger bereit sind, Zalandos Optimismus trotz der derzeitigen geopolitischen Lage, die sich über die so deutlich gestiegenen Energiepreise natürlich auf Kaufbereitschaft und Kaufvermögen der Kunden auswirkt, zu teilen. Denn sollten sich Benzin- und Dieselpreise über zwei Euro festsetzen, dürfte die jetzige Planung des Unternehmens wohl ziemlich bald wackeln. Kommt die Sache im Gegenteil zu einem baldigen Ende, könnte Zalando nicht zuletzt mit dem schon effektiven Einsatz von KI die Vorteile auf seiner Seite haben.

Wäre Letzteres der Fall, könnte die Aktie grundsätzlich noch einiges an Boden gutmachen, alleine, weil man hier nach jahrelang überzogenen Erwartungen und der darauffolgenden Eisdusche durch eine deutlich weniger bullische Realität ungewöhnlich misstrauisch war. Was dazu führte, dass Zalando zuletzt mit einem im historischen Vergleich niedrigen Kurs-/Gewinn-Verhältnis unterwegs war. Sollte sich das jetzt erreichte und für 2026 geplante Wachstum verstetigen, wäre mehr drin. Aber dazu müsste erst einmal der Bann des von der 200-Tage-Linie „geführten“ Abwärtstrends gebrochen werden, denn:

Zalando Aktie: Chart vom 12.03.2026, Kurs 22,02 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 12.03.2026, Kurs 22,02 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Kurssprung hin oder her, vor wenigen Tagen hatte die Zalando-Aktie noch auf dem tiefsten Level seit zwei Jahren notiert. Viel gewonnen ist da also aus mittelfristiger Sicht noch nicht. Zugleich sehen wir im Chart seit Anfang 2025 sukzessiv tiefer liegende Zwischenhochs. Dies in Verbindung mit der letztlich offenen Frage, ob die (von Zalando auch explizit als bei der Planung nicht mit einbezogen genannte) Entwicklung in Nahost den Optimisten die Petersilie verhageln wird oder nicht, sollte dazu anhalten, hier auf charttechnische Kaufsignale zu warten. Ein Schlusskurs über der aktuell bei 24,95 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie wäre dafür die Mindestanforderung.

Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 12.03.2026:
https://corporate.zalando.com/de/investor-relations/zalando-jahresergebnis-25

Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/ZAL.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

24.02.2026

Zalando: Wäre das Worst-Case-Szenario hier schon eingepreist? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.02.2026 um 18:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Anfang Februar sackte Zalando durch, nachdem ein Analyst gewarnt hatte, dass Internet-Medien wie TikTok dem Unternehmen erheblich Marktanteile kosten könnten. Aber das wäre, wenn es so käme, jetzt eingepreist und, wenn man sich den Chart ansieht, noch einiges an „Krise“ mehr.

Richtig ist: Noch weiß man nicht, wie das so wichtige vierte Quartal beim Online-Händler Zalando gelaufen ist. Man weiß nicht, wie sich das Jahr 2026 bislang anlässt und ebenso wenig, womit Zalando für das Gesamtjahr plant. All das wird, sofern keine Vorab-Zahlen kommen, erst am 12. März vorgelegt. Und Unsicherheit ist, gerade bei einem Unternehmen, das durch ein in Europa weiterhin von Zurückhaltung geprägtes Konsumumfeld navigieren muss, nicht gerade ein Kurstreiber, aber:

Wir sehen im Chart, dass die Käuferseite hier nicht erst seit Anfang Februar, als ein Analyst von Morgan Stanley seine obengenannten Bedenken äußerte, kein Bein mehr auf den Boden bekommt. Schon seit gut einem Jahr liegen die Zwischenhochs tiefer, die Zwischentiefs ebenso: ein perfekter Abwärtstrend. Aber eben einer ohne fundamentalen Unterbau, solange man nicht weiß, ob die Aktie damit angesichts dessen, was Zalando für 2026 erwartet, immer noch zu teuer oder längst überzogen gedrückt ist.

Doch der Verdacht, dass hier so langsam viel, wenn nicht alles eines „Worst-Case-Szenarios“ eingepreist wurde, drängt sich nicht nur auf, wenn man sich den Chart betrachtet:

Zalando Aktie: Chart vom 23.02.2026, Kurs 20,17 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 23.02.2026, Kurs 20,17 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Im Chartbild sehen wir, dass die Aktie an das untere Ende eines seit Anfang des zweiten Halbjahres 2025 den Trend dominierenden Abwärtstrendkanals gedrückt wurde. Ein Ausbruch nach unten ist natürlich grundsätzlich trotzdem möglich, aber ginge es nach den Analysten, wäre man jetzt schon dabei, nach unten zu überziehen, denn:

Die Spanne, die sich aus den Kurszielen der 24 die Aktie regelmäßig einschätzenden Experten ergibt, liegt zwischen 23 und 53 Euro. Das heißt: Derzeit notiert die Aktie sogar unterhalb des niedrigsten aller Kursziele. Der Kursziel-Schnitt liegt momentan bei 36,75 Euro … und ganze 19 dieser 24 Analysten haben für Zalando die Einschätzung „Übergewichten“ oder „Kaufen“ ausgegeben.

Heißt das, dass die Luft nach unten dünn ist? In Unkenntnis des 2026er-Ausblicks des Unternehmens müsste man konstatieren: ja. Aber das bedeutet nicht, dass eine bereits überzogen gedrückte Aktie stehenden Fußes nach oben drehen und nicht noch weiter fallen könnte. Schließlich sind die deutlich optimistischeren Ansichten der Experten für niemanden ein Geheimnis und das bärische Lager drückt den Kurs trotzdem stur weiter. Aber:

Wirklich erfahrene und zugleich risikofreudige Trader dürften hier angesichts des Umstands, dass der Kurs am Montag die untere Begrenzung des Abwärtstrendkanals touchierte und hielt, vermutlich genauer hinschauen. Da mit einem Stop Loss knapp unterhalb des Trendkanals hoch spekulativ eine kleine Position zu riskieren, wäre für solche risikobereiten Trader womöglich ein spannender Gedanke. Wer indes weder Trader noch gezielt risikobereit ist, sollte sich die Aktie erst einmal nur auf die eigene Beobachtungsliste setzen und abwarten, bis von Zalando auf obenstehende Fragen zu Rück- und Ausblick Antworten geliefert wurden.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ZAL.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

04.02.2026

Zalando: -12,08 Prozent … Gefahr oder Chance? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.02.2026 um 19:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Dienstag sackte die Zalando-Aktie um drastische 12,08 Prozent weg. Doch es kamen keine Nachrichten vom Unternehmen – was war da los? Die Ursache der Verkäufe war wohl eine Analystenmeinung … aber ist das, was da dargelegt wurde, denn wirklich ein Problem?

Ein Analyst bei der US-Investmentbank Morgan Stanley ist der Ansicht, dass die schnelle Ausbreitung der sozialen Netzwerke – und da besonders von TikTok – dazu führen könnte, dass klassischen Online-Händlern wie Zalando das Wasser abgegraben wird. Produkte, die User z. B. bei TikTok über die dortigen E-Commerce-Werbungen sehen, könnten dann auch über die dort werbenden Plattformen gekauft werden. Zumal der Analyst das Erlebnis des „Entdeckens“ von Produkten sukzessiv in Richtung dieser Netzwerke wandern sieht, sodass Plattformen wie die von Zalando weniger frequentiert werden könnten. Das klingt besorgniserregend, aber:

Überall findet sich hier das Wort „könnte“. Bislang meldet Zalando keine Probleme, die durch den Siegeszug von TikTok & Co. ausgelöst worden wären. Zwar stehen Ergebnisse zum wichtigen, vierten Quartal ebenso noch aus wie ein Ausblick auf das angelaufene Jahr; sofern keine vorläufigen Zahlen kommen, würde man darauf noch bis zum 26. Februar warten müssen, aber:

Expertenmeinung: Ein Kurseinbruch von gut zwölf Prozent, alleine auf ein „könnte“ hin, das wirkt überzogen. Ob diese Gefahr, die für Online-Händler vom anders strukturierten Konsumverhalten durch Plattformen wie TikTok ausgeht, real ist und wenn ja, von welcher Größenordnung bei Umsatz und Gewinn man da sprechen würde, ist völlig offen. Dass dieses Minus derart groß ausfiel, könnte daher durchaus einen anderen Grund gehabt haben, nämlich den, dass lange kaum jemand wusste, warum genau die Aktie so rasant in die Knie ging.

Denn wenn man eine im Depot befindliche Aktie deutlich abrutschen sieht und nicht unmittelbar erkennen kann, was da los ist, neigen viele zu dem Gedanken, dass da etwas im Busch ist, sprich dass andere längst etwas Negatives wissen, von dem man selbst noch nichts ahnt. Daher ist die Neigung auszusteigen oft gerade dann besonders groß, wenn der Grund für den Abgabedruck im Dunkeln liegt. Kann man daraus ableiten, dass dieses Minus a) zu groß ausfiel und deshalb b) zu einer Kaufgelegenheit geführt hat?

Richtig ist, dass das den Zalando-Kurs an eine Supportlinie geführt hat, die im Bereich 20,90/20,95 Euro verläuft und bis ins Jahr 2022 zurückgeht. Sie bildet zusammen mit dem 2022er-Jahrestief bei 19,18 Euro eine Unterstützungszone, die massiv wirkt. Dass diese Zone durchbrochen wird, ohne dass es weitere und dann handfestere Argumente gäbe, die den Verkauf nahelegen könnten, wäre deshalb zumindest eine Überraschung, aber:

Das wäre aus aktueller Sicht nur ein Argument, um zum einen nicht über Short-Trades nachzudenken und zum anderen dann, wenn man noch engagiert ist, eher einen Stoppkurs unter diesen Bereich 19,18 zu 20,95 Euro zu legen, statt noch direkt auszusteigen.

Zalando Aktie: Chart vom 03.02.2026, Kurs 21,48 Euro, Kürzel: ZAL | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 03.02.2026, Kurs 21,48 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Aber was die Frage nach einer Einstiegschance angeht, macht dieser Chart auf Wochenbasis klar: Zalando bewegt sich in einem intakten Abwärtstrend, dessen Trendlinie derzeit zusammen mit der 200-Tage-Linie im Bereich um 26 Euro einen deutlichen Widerstand darstellt. Solange die Aktie diese Zone nicht klar überwunden hat, wäre jedwedes Long-Engagement gegen den Trend gerichtet und damit eben per se mehr Gefahr als Chance!

Quellen:
„Handelsblatt“-Meldung zu einem Analystenkommentar von Morgan Stanley, 03.02.2026: https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/aktien/zalando-aktie-faellt-nach-warnung-vor-zunehmender-konkurrenz-auf-tiktok/100197084.html
Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/ZAL.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

07.11.2025

Zalando: Ob das reicht, um die Bären zu vertreiben? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 06.11.2025 um 22:37 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Zalandos gestern präsentierte Bilanz des 3. Quartals war grundsätzlich solide, aber keine Offenbarung. Das schwierige Konsumumfeld schlug sich deutlich in den Zahlen nieder. Die Aktie stieg um immerhin 6,58 Prozent, aber ob das reicht, um eine Aufwärtswende zu starten?

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

15.10.2025

Zalando: Eine zähe Geschichte — Ronald Gehrt

20.06.2025

Zalando: SKS-Formation vollendet – können die Bullen das drehen? — Ronald Gehrt

02.06.2025

Zalando: Jetzt könnte es spannend werden — Achim Mautz

28.05.2025

Zalando: Kann das was werden? — Ronald Gehrt

23.04.2025

Zalando: Entkommt die Aktie der Toppbildung? — Ronald Gehrt