Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

Zalando Aktie Prognose Zalando: -12,08 Prozent … Gefahr oder Chance?

News: Aktuelle Analyse der Zalando Aktie

von | |

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Zalando Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 06.11.2025 um 22:37 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Zalandos gestern präsentierte Bilanz des 3. Quartals war grundsätzlich solide, aber keine Offenbarung. Das schwierige Konsumumfeld schlug sich deutlich in den Zahlen nieder. Die Aktie stieg um immerhin 6,58 Prozent, aber ob das reicht, um eine Aufwärtswende zu starten?

Der Umsatz wächst sehr konstant weiter. Mit 3,02 Milliarden Euro lag der Online-Händler 27 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, allerdings spielte die Übernahme von About You mit hinein. Das Problem war, dass sich das nicht in vergleichbar höheren Gewinnen niederschlug. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) kam auf 96,3 Millionen Euro nach 93 Millionen im Sommerquartal 2024. Die markant geringere Steigerungsrate gegenüber dem Umsatz lag an einer unerfreulich deutlich gesunkenen Gewinnmarge, die von 3,9 Prozent im Vorjahresquartal auf 3,2 Prozent zurückkam.

Der Nettogewinn sank auf 14,8 Millionen Euro, ein Jahr davor waren es noch 44 Millionen Euro gewesen. Der Gewinn pro Aktie lag bei 0,06 Euro nach 0,17 Euro im Vorjahreszeitraum. Natürlich war das nicht gut. Man könnte einzig hervorheben, dass der steigende Umsatz eine gute Basis bietet, um in konsumfreundlicheren Zeiten durchzustarten. Aber noch sind die nicht in Sicht.

Doch irgendetwas Positives müssen die Akteure, die die Aktie um immerhin 6,58 Prozent höher zogen und sie damit am Donnerstag auf Platz 2 der DAX-Gewinnerliste hievten, ja gesehen haben, um zuzugreifen. Oder?

Expertenmeinung: Das muss nicht sein. Der Kursanstieg muss nicht auf versteckten, bullischen Aspekten in der Bilanz basieren. Eher wahrscheinlich ist, dass das bärische Lager nichts zu sehen bekam, das einen Bruch des im Vorfeld angesteuerten, bisherigen Jahrestiefs gerechtfertigt hätte und daher leer verkaufte Aktien eindeckte. Um Short-Positionen zu schließen, muss man die zuvor geliehenen und am Markt zum Zweck des Drückens des Kurses verkauften Aktien zurückkaufen. Das erzeugt also Kaufdruck.

Darüber hinaus war dieser vorherige Abstieg ein Signal dafür, dass keinerlei überzogene Erwartungen eingepreist waren. Dieses Szenario, dass viele in Erwartung von positiven Überraschungen vor anstehenden Bilanzzahlen einsteigen, kann man hier, der Chart macht das sehr deutlich, nun wirklich nicht entdecken. Fazit:

Zalando Aktie: Chart vom 06.11.2025, Kurs 24,14 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 06.11.2025, Kurs 24,14 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Man hat wenig erwartet und wenig bekommen. Das hat ein paar bärische Trader dazu gebracht, ihre Position zu schließen oder zu verkleinern und vielleicht einige angesichts der damit erst einmal gelungenen Verteidigung der Supportzone 22,52/22,98 Euro zu spekulativen Käufen veranlasst. Aber Zalandos Zahlen bergen nicht genug Argumente für eine tragfähige Aufwärtswende … die ohnehin erst in trockenen Tüchern wäre, wenn die Aktie die bei 29,40 Euro verlaufende 200-Tage-Linie überboten hat.

Die Bilanz war nicht schlecht genug, um auf diesem Kursniveau Short zu sein. Aber eben auch noch nicht gut genug, um mit einem Turnaround rechnen zu können. Mittelfristig wäre Zalando damit auf diesem Niveau erst einmal neutral.

Quellenangaben: Ergebnisse des 3. Quartals, 06.11.2025:
https://corporate.zalando.com/de/finanzen/zalando-ergebnis-q3-2025

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Zalando-Aktie hat sich aktuell in einer Widerstandszone festgefahren. Je länger der Kurs dort festsitzt, desto schwieriger wird es, ihn darüber hinaus zu bekommen. Was das bullische Lager dazu dringend bräuchte, wären „good news“. Die könnten kommen – müssen aber nicht.

Zalando Aktie: Chart vom 14.10.2025, Kurs 26,92 Euro, Kürzel: ZAL | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 14.10.2025, Kurs 26,92 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Es fällt auf, dass Analysten bei Aktien, die lange Zeit Überflieger waren und dann drastisch in die Knie gehen, tendenziell bullisch bleiben und dafür einfach vom Honorieren guter Ergebnisse auf große Erwartungen umzuschalten scheinen. Das ist auch bei Zalando so. Würde es nach dem Gros der Analysten gehen, würde die Aktie weit höher notieren. 18 von 24 Analysten sehen Zalando als Kauf an, das durchschnittliche Kursziel liegt momentan bei 36,80 Euro. Wobei auffällt, dass die Range der Ziele auffällig groß ist: Das niedrigste Kursziel findet sich bei 23, das höchste bei 52 Euro.

Es kommt eben darauf an, aus welchem Blickwinkel der Analyst die Aktie einschätzt: Geht man vom „Ist“ aus, wäre der momentane Kurs durchaus nicht zu billig. Geht man indes davon aus, dass der Online-Händler in den kommenden zwei, drei Jahren deutlich mehr verdienen wird, dann ist das aktuelle Kursniveau in der Tat eines, bei dem man zugreifen müsste. Das Problem ist, dass die Unbekannte in dieser Gleichung die Zukunft ist:

[symbo_link]

Expertenmeinung: Wird Zalando denn wirklich deutlich mehr verdienen, in einem Umfeld, in dem die Konsumneigung in der Kernregion DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) mehr als mau ist und momentan wenig dafür spricht, dass sich das in Kürze dramatisch bessern wird? Dass die Aktie recht deutlich unterhalb des durchschnittlichen Experten-Ziels festhängt, zeigt: Momentan sind da viele Marktteilnehmer eher skeptisch.

Was es braucht, sind überzeugende Quartalsergebnisse. Wenn die passen, würde bei vielen die Skepsis weichen, dann wäre die Chance da, sich aus der Widerstandszone um 27/28 Euro nach oben abzusetzen und mit einem Anstieg über die 200-Tage-Linie bei derzeit 29,90 Euro einen echten Befreiungsschlag zu vollziehen.

Offiziell stehen die Ergebnisse erst am 6. November an. In früheren Jahren meldete Zalando vorläufige Zahlen – aber tendenziell nur, wenn diese deutlich von den Markterwartungen bzw. den eigenen Zielen abwichen. Es könnte also grundsätzlich auch vorher – und dann, wie bei Vorab-Zahlen üblich, ohne Vorwarnung – etwas kommen. Aber wenn nicht, könnte sich die Sache hier eben noch für die nächsten Wochen zäh gestalten. Im Hinterkopf sollte bleiben: Ohne neue Bilanzzahlen wäre jeder Ausbruch ein vorläufiger. Wer nicht raten, sondern auf Faktenbasis entscheiden will, wie er hier vorgeht, wartet daher besser die Ergebnisse ab.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Große Erwartungen schaukelten die Zalando-Aktie zwischen September und Februar weit nach oben, jetzt schaukelt sie sich wieder abwärts. Daraus entsteht das Bild eines großen Topps, zu dessen Vollendung nicht mehr viel fehlt. Können die Bullen das noch drehen?

Man fragt sich, was diesen Sinneswandel der Anleger ausgelöst hat. Im Herbst bis hinein in den Februar sah die Aktie des Online-Händlers dynamische Aufwärtsimpulse, höhere Tiefs und höhere Hochs. Jetzt ist es umgekehrt. Und das, obwohl Zalando von dem Damoklesschwert der US-Zölle wenig bis gar nicht betroffen ist und die Konsumneigung in Europa zwar mager ist, aber nicht magerer, als man es noch Anfang des Jahres hätte erwarten können, als die Aktie an der 40 Euro-Marke kratzte.

Hinzu kommt, dass die meisten Analysten die Aktie weit höher einordnen. Die nach den Ergebnissen des ersten Quartals vergebenen Kursziele bewegen sich zwischen 37 und 50 Euro. Und die Analysten dürften bei der Einschätzung zweifellos die Risiken, die das wacklige Konsumumfeld aktuell bedeutet, gegen die mittelfristigen Perspektiven des Unternehmens aufgewogen haben, die sich durch die Übernahme des Konkurrenten About You eher noch verbessert haben.

Indes, ein Kursziel tanzt da aus der Reihe … und das wurde gestern, als Zalando mit -4,36 Prozent zum Tagesverlierer im DAX wurde und eine wichtige Unterstützung brach, bestätigt:

Expertenmeinung: Bernstein Research bestätigte am Donnerstag sein Kursziel für Zalando bei 23 Euro und beließ die Einstufung bei „Underperform“, sprich man geht davon aus, dass die Aktie schlechter als der Gesamtmarkt laufen wird. Aber warum sollte es für die Zukunft, die gerade im Bereich des Konsums nie wirklich klar abzuschätzen ist, nicht unterschiedliche Ansichten geben? Die meisten Analysten sind bullisch … wäre Zalando derzeit wie bis zum Februar von bullischen Tradern dominiert, würde man diese eine, abweichende Meinung mit einem Achselzucken abtun.

Dass sie ihre Wirkung tat deutet an, dass jetzt Short-Seller das Geschehen kontrollieren und die Stetigkeit der Abwärtsbewegung – insbesondere seit Anfang des Monats – dazu führt, dass die Käufer sich nicht trauen, sich gegen das Abwärts-Momentum zu stemmen. Zumal der Kurs mit dem gestrigen Bruch der Unterstützungszone bei 27,38 zu 27,95 Euro eine Schulter-Kopf-Schulter-Abwärtsende (SKS-Formation) vollendet hat.

Zalando Aktie: Chart vom 19.06.2025, Kurs 26,53 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 19.06.2025, Kurs 26,53 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Aber in diesem Fall ließe sich einwenden: Nach der Unterstützung ist vor der Unterstützung. Bereits zwischen 24,58 und 25,79 Euro wartet die nächste Supportzone, zudem ist die Aktie aktuell markttechnisch überverkauft. Ebenso, wie man es Anfang des Jahres auf der Oberseite übertrieben hatte, wirkt jetzt der Abstieg langsam überzogen.

Und wenn man bedenkt, dass heute die Abrechnung der Optionen am Terminmarkt erfolgt, könnte das den Verkaufsdruck zuletzt noch intensiviert haben, so dass, vielleicht, so mancher Leerverkäufer kommende Woche in der vorgenannten Auffangzone darüber nachdenkt, seine leer verkauften Aktien zurückzukaufen.

Aber das ist nur eine Möglichkeit, mehr nicht. Bevor Zalando die Nackenlinienzone dieser SKS-Formation nicht mit Schlusskursen klar über 28 Euro zurückerobert hat, sollte man sich den Griff ins fallende Messer lieber zweimal überlegen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Online-Versandhändler tut sich an der Börse aktuell nach wie vor schwer, mit den positiven Vorgaben des DAX Schritt zu halten. Seit Jahresbeginn kommt die Zalando-Aktie nicht so recht vom Fleck, und kurzfristige Rallyes werden von scharfen Abverkäufen gekontert.

In den letzten Wochen hat sich die Volatilität etwas abgeschwächt, doch der Trend bleibt vorläufig neutral. Auch die 50-Tage-Linie bewegt sich momentan lediglich seitwärts und zeigt eine trendlose, neutrale Phase an. Seit April hat sich im Chart ein Dreieck gebildet, das darauf wartet, aufgelöst zu werden.

Expertenmeinung: Aktuell werden die Kurse innerhalb der erwähnten Formation eingekeilt. Es scheint sich aus technischer Sicht einiges an Energie aufzubauen, die möglicherweise im Laufe dieser Woche entladen werden könnte. Ein Ausbruch aus dem Dreieck dürfte für einen stärkeren Impuls in die entsprechende Richtung sorgen.

Lediglich die Richtung ist unklar, und so müssen Anleger geduldig auf den Ausbruch warten. Die Tatsache, dass sich die Kurse nach wie vor oberhalb der 200-Tage-Linie halten können, verschafft zumindest den Bullen leicht bessere Karten. Dennoch bleibe ich vorerst bei einer neutralen Bewertung.

Aussicht: NEUTRAL

Zalando Aktie: Chart vom 30.05.2025, Kurs: 31.51 EUR Kürzel: ZAL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 30.05.2025, Kurs: 31.51 EUR Kürzel: ZAL | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am 6. Mai hatte Zalando Quartalszahlen gemeldet, die zunächst einen Kurssprung auslösten, dann aber in Verkäufe übergingen. Die Aktie landete im Minus … und seither kamen keine neuen Nachrichten. Gestern jedoch wachte die Aktie auf einmal auf. Was steckt dahinter?

Die Ergebnisse des ersten Quartals waren durchaus ansehnlich, vor allem die solide gestiegene operative Marge erfreute die Analysten. Diese reagierten und vergaben zahlreich bullische Kursziele. Die Spanne reichte von 37 bis 50 Euro, alle stuften die Aktie des Online-Händlers als kaufenswert ein. Doch nach anfänglichem Plus kam es zu einem abwärts weisenden Intraday-Reversal mit Anschluss-Verkäufen am Folgetag. Ein bullischer Rohrkrepierer also, der zwar genau auf der im Chart dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie auf Käufe traf, doch die Gegenbewegung fiel, vor allem mit Blick auf den derweil steigenden Gesamtmarkt, ziemlich blutleer aus und mündete erneut in Abgabedruck. Aber …

… diese 200-Tage-Linie konnte dabei, wenngleich mit einigem Ringen, auf Schlusskursbasis erneut einigermaßen gehalten werden. Von dort aus startete die Aktie dann am Dienstag durch und beendete den Tag mit gut fünf Prozent Anstieg als Top-Gewinner im DAX. Ohne neue Nachrichten, was darauf hindeutet, dass es eben diese 200-Tage-Linie ist, die die Käufe motiviert hat: Man sieht sie, nachdem sie in diesem Jahr insgesamt bereits dreimal im Feuer stand und jedes Mal einigermaßen hielt, als Sprungbrett für eine Rallye an. Aber kann das was werden? Ist die Verteidigung einer, wenngleich wichtigen, Supportlinie genug für einen nennenswerten Aufwärtsimpuls?

Expertenmeinung: Das muss nicht, kann aber genug sein, vorausgesetzt, man könnte noch irgendetwas anderes als unterstützendes Argument ins Feld führen. Kann man das?

Das kann man, indem man auf die grundsätzlich ja ermutigenden Quartalszahlen und die bullischen Analysten verweist. Dass man darauf zuvor nicht reagiert hat, wäre zwar ein Argument, um sich zu fragen, warum man es jetzt tun sollte. Aber ein sich aufbauendes, bullisches Momentum und eine verteidigte Supportlinie können solche Fragen leicht in den Hintergrund drängen, zumal wir aktuell am Gesamtmarkt eine Aufwärtsbewegung erleben, die auf reinen Hoffnungen basiert.

Wieso sollte die mit jedem Tag gestiegener Kurse wachsende Erwartung, dass Geopolitik, Zollstreit und vorsichtige Verbraucher im Fall einer Beendigung des Zoll-Händels umgehend blühenden Konsumlandschaften weichen, ausgerechnet an Zalando als einem Profiteur einer solchen Entwicklung vorbeigehen? Zwar ist das alles Wunschdenken. Aber ein etablierter Aufwärtstrend verschiebt die Beweislast am Aktienmarkt gemeinhin ins Lager der Skeptiker … und Hoffnungen kann man eben schlecht widerlegen. Also:

Ja, diese Aufwärtsbewegung kann weitergehen, auch wenn sie eigentlich „nur“ auf charttechnischer Ebene losgetreten wurde. Aber nur, wenn es gelingt, jetzt Anschlusskäufe zu generieren, die dazu führen, dass der Start auf dem Sprungbrett in Form der 200-Tage-Linie auch genug Energie freisetzt, um die nächsten Charthürden zu überwinden.

Zalando Aktie: Chart vom 27.05.2025, Kurs 32,58 Euro, Kürzel: ZAL | Online Broker LYNX
Zalando Aktie: Chart vom 27.05.2025, Kurs 32,58 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS

Zalando müsste zunächst über die Widerstandszone 33,38 zu 34,20 Euro und dann über die aktuell bei 35 Euro verlaufende Februar-Abwärtstrendlinie hinaus. Passiert das, könnte Zalando rein von Hoffnung und Charttechnik angetrieben auch weiterlaufen. Aber man muss dann dennoch bedenken: Für Langstrecken braucht es dann als Schmieröl für den Bullen-Motor auch noch ein paar handfeste, positive Fakten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.