Die Aktie des Online-Modehändlers Zalando gehörte vor zwei Monaten noch zu den Aktien mit der bis dahin schwächsten Jahresperformance im DAX. Jetzt steht sie in Bezug auf die kurzfristige Aufwärtsdynamik an der Spitze. Damit rückt die kurzfristige Kursentwicklung in den Fokus.
Um es vorwegzunehmen: Es ist eine Wette auf die Zukunft. Man setzt darauf, dass der Umsatz kontinuierlich weiter zulegt und die Gewinnmarge sukzessive steigt. Wobei man da die Rückendeckung der Analysten hätte: Von den aktuell 23 die Aktie einstufenden Experten sind 18 bullisch, die restlichen fünf werten mit „Halten“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 35,36 Euro, das höchste sogar bei sagenhaften 53 Euro. Aber auch Analysten können schiefliegen. Immerhin hatten die meisten den dramatischen Druck auf den Unternehmensgewinn, der 2022 einsetzte, nicht vorhergesehen und waren dem Abstieg der Aktie mit ihren Kurszielen hinterhergelaufen.
Trotzdem wirkt die Sache gut unterfüttert, wenn man sich das Hier und Jetzt ansieht, zumindest auf Basis dessen, was man in Sachen Bilanzdaten bislang weiß. Die Übernahme des kleineren Konkurrenten AboutYou scheint sich positiv auszuwirken, die Margen legen langsam, aber recht kontinuierlich zu und für das Gesamtjahr 2026 war man nach dem ersten Quartal guter Dinge. Allerdings sollte man eines nicht übersehen:
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Expertenmeinung: Nachdem die insgesamt erfreulichen Zahlen zum ersten Quartal am 6. Mai auf den Tisch kamen, drehte die Aktie nach zunächst positivem Start ins Minus. Im weiteren Verlauf wurde das bisherige Jahrestief aus dem März getestet. Das hielt, danach wurde dann sogar ein Doppeltief vollendet, das dem aktuellen Kursanstieg charttechnisch Rückhalt bietet. Aber neue Fakten über diejenigen hinaus, von denen man im Mai noch keineswegs begeistert zu sein schien, gibt es bislang nicht, was bedeutet:

Man wettet darauf, dass das Wachstum bei Zalando so zügig und konstant weitergeht, dass dieser laufende Kursanstieg sein solides Fundament nachgereicht bekommt. Und ja, das ist grundsätzlich riskant.
Das Ergebnis des zweiten Quartals bzw. des ersten Halbjahres wird am 4. August erwartet, also in zwei Wochen. Wobei es möglich ist, dass das Unternehmen vorab Zahlen vorlegt; sicher sein kann man sich dessen aber nie. Diese Ergebnisse und der Ausblick müssen diese Kursrallye rechtfertigen, ansonsten könnten viele, nicht zuletzt aufgrund der starken, kurzfristig aufgelaufenen Gewinne, umgehend die Reißleine ziehen.
Dass die Analysten für Zalando in den kommenden Jahren sukzessiv steigende Gewinne pro Aktie sehen, für 2029 eine Verdopplung des für 2026 geschätzten Gewinns pro Aktie prognostizieren und die Bewertung dann mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von knapp zehn nahezu spottbillig wäre, mag manche bullisch ausgerichtete Marktteilnehmer zwar in ihrer Sichtweise bestätigen. Doch Zalando operiert im Konsumsektor. Das ist ein hochvolatiles Geschäft, in dem man die Entwicklung bestenfalls einige Monate vorhersehen kann, aber nicht auf Jahre hinaus. Daher sollte man hier auf der Hut sein. Die anstehenden Bilanzzahlen können die laufende Rallye bestätigen, müssen es aber nicht.
Hinzu kommt, dass die Aktie aktuell markttechnisch überkauft ist und die Widerstandszone 27,38 zu 28,35 Euro noch nicht klar überboten hat. Hier sollte man besser nicht ohne konsequente Absicherung nach unten unterwegs sein. Derzeit würde das bullische Chartbild dann vom Tisch gewischt, wenn der Kurs die Nackenlinie des Doppeltiefs sowie die nachgelagerte 200-Tage-Linie mit Schlusskursen unter 23,43 Euro brechen würde. Gelingt es, diese aktuell leicht überbotene Zone 27,38 zu 28,35 Euro mit Schlusskursen über 29 Euro klar unter sich zu lassen, wäre es zu überlegen, den Stoppkurs unter diesen dann als Unterstützung dienenden Bereich nachzuziehen.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ZAL.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.07.2026 um 21:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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