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Die vergangene Handelswoche war für die VW-Vorzugsaktie eine zum Vergessen. Vom Wochenhoch am Montag bis zum Tief des Freitags ging es 12,7 Prozent abwärts. Und viele dürften sich fragen: Reicht das den Bären nicht langsam? Könnte die Aktie nicht hier drehen?
Das ist denkbar genug, um sich das Chartbild einmal genau anzusehen. Denn ja, hier, um 80 Euro, wäre theoretisch ein Punkt, an dem bärische Trader, die die Aktie leerverkauft haben, womöglich sagen könnten: Ziel erreicht, ich nehme den Gewinn mit. Käme es so, hieße das: Diese Short-Seller müssten die Aktien, die sie sich vorher geliehen und verkauft haben, zurückkaufen, um die Position zu schließen. Und das würde eine steigende Nachfrage bedeuten. Wenn es denn so käme.

Dafür spräche der Chart. Denn die Volkswagen-Vorzugsaktie hat mit dem Abstieg der vergangenen Woche eine markante Unterstützung erreicht. Hier, knapp unter 80 Euro, liegen die Tiefs vom Corona-Crash 2020 (79,35 Euro) und dem Herbst 2024 (78,86 Euro). Niedriger notierte der Kurs zuletzt im Jahr 2010. Warum also nicht seitens der Bären diesen Level als Ziel – statt als Etappe auf dem weiteren Weg nach unten – ansehen, die Gewinne mitnehmen und damit den Weg für eine Aufwärtswende freimachen?
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Expertenmeinung: Es gibt durchaus Aspekte, die dieses Szenario zumindest fraglich wirken lassen. Zum einen wäre da der Faktor der Dividende. Die Ausschüttung erfolgte am Freitag. Und da eine Dividende gemeinhin vom Kurs „abgeschlagen“ wird, d.h. die Aktie im Kurs in etwa um diese Auszahlung nachgibt, könnte man zwar einerseits argumentieren, dass nur diese 5,26 Euro betragende Dividende überhaupt dazu geführt hat, dass die VW-Aktie Tuchfühlung zu dieser wichtigen Supportlinie aufgenommen hat, sprich es ohne Dividenden charttechnisch jetzt gar nicht so eng geworden wäre.
Aber andererseits stellt sich die Frage, ob die im Vergleich zum Kurs hohe Dividende nicht womöglich viele in der Aktie ausharren ließ, um diese Ausschüttung mitzunehmen, so dass es durch Abgaben dieser Klientel in dieser neuen Woche zu noch mehr Verkaufsdruck und in dessen Folge zu einem Bruch dieser Supportzone um 80 Euro kommen könnte.
Dann könnte man ins Feld führen, dass das deutliche Minus außerhalb des Dividendenabschlags zwar von einer Gewinnwarnung herrührte, diese aber nicht von VW, sondern von BMW kam. Noch gibt es von VW keine aktuellen Zahlen … könnte da nicht die Hoffnung darauf, dass sich die Wolfsburger besser schlagen, stützend wirken? Könnte sie, wenn sie denn da wäre. Dass die Aktie mit dem BMW-Kurs mit durchsackte, deutet eher an, dass sich da viele sagen: Wenn schon BMW solche Probleme hat, wie soll es dann erst bei VW aussehen?
Als dritten Aspekt könnte man anführen, dass diese schwache Woche in die Abrechnung an der Terminbörse am Freitag einmündete. Das könnte den Kurs zusätzlich gedrückt haben, denn solche „Verfalltermine“ intensivieren Trends zum Stichtag oft und können bisweilen Basis einer Aufwärtswende werden … wenn es für die denn die nötigen Argumente gäbe.
Aber genau da wird es eben eng. Ob „Fremd-Gewinnwarnung“, charttechnischer Support, das Laufzeitende von Optionen am Terminmarkt oder Dividende – all das sind keine Aspekte, die die Bären dazu nötigen müssen, die VW-Aktie aus ihren Fängen zu entlassen. Ein Ausbruch nach unten wäre also keineswegs ausgeschlossen.
Und ein Schwenk nach oben? Der würde ja erst einmal nichts anderes bewirken, als dass die Vorzugsaktie die bis 114 Euro reichende Handelsspanne des bisherigen Jahres halten würde. Was für kurzfristige, risikofreudige Trader schon mal interessant wäre, nicht aber für jemanden, der hier mittel- oder langfristig engagiert sein möchte. Für ein echtes „Anlegen“ sollte hier deutlich mehr gelingen als das vorläufige Halten eines Supports. Wenn der denn überhaupt hält … das werden wir in den kommenden Tagen vermutlich bereits herausfinden.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.06.2026 um 23:10 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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