Meldungen über Einsparungen bei Personalkosten führen oft zu Kursgewinnen, weil Anleger dadurch eine bessere Gewinnperspektive erwarten. Aber bei der VW-Aktie blieben Käufe aus, nachdem der Konzern gestern mehrere Tarifverträge kündigte. Wie muss man das einordnen?
Man darf vermuten, dass man diese gekündigten Tarifverträge, darunter auch den Manteltarifvertrag, als Zeichen dafür sieht, wie groß die Not beim VW-Konzern ist. Wenn man in Wolfsburg alle Register zieht und dabei auch vor „heiligen Kühen“ nicht Halt macht, kommt zudem nicht der Eindruck auf, als wären die Probleme in ein paar Quartalen vom Tisch zu bekommen. Im Gegenteil mag sich manch ein Anleger womöglich sogar gefragt haben, ob das überhaupt gelingen wird.
Dass die Skepsis hier auffällig groß ist, sehen wir schon am kurzfristigen Chartbild. Die Aktie hatte sich als Reaktion auf das avisierte, große Maßnahmenpaket und die Zustimmung des Aufsichtsrats Anfang September mit einem kräftigen Kurssprung aus der den Juli und August bestimmenden Handelsspanne nach oben gelöst, blieb dann aber am unteren Ende der vorherigen, zwischen Mitte März und Mitte Juni geltenden Trading-Range hängen. Es folgte ein erneuter Abwärtsimpuls, der den Kurs der Vorzugsaktie dorthin zurückschickte, wo er herkam: nahe an das bisherige Jahres-Verlaufstief, markiert am 1. Juli bei 69,20 Euro. Von der kurzzeitig aufkeimenden Hoffnung blieb also absolut nichts übrig. Und jetzt?

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Expertenmeinung: Solange völlig offen ist, welche konkreten Maßnahmen in den kommenden Monaten anstehen und ab wann sich ermessen ließe, ob und wie deutlich sich dadurch zumindest die operative Gewinnmarge wieder erholt, bewegt man sich als Marktteilnehmer in einem Terrain aus offenen Fragen, sprich: Man beurteilt Lage und Ausblick entweder gar nicht oder subjektiv. Und man sollte dabei im Hinterkopf haben: Das geht allen anderen genauso. Das bedeutet:
Als einzige Richtschnur hätte man, über unmittelbare Reaktionen auf neue Informationen hinaus (die nicht kurzlebig sein müssen, aber immer könnten), vor allem das Chartbild. Hier sieht man: Was tun die anderen? Etabliert sich hier ein neuer Trend oder nicht? Daher sind die charttechnischen Ankerpunkte, die alle sehen können, jetzt besonders wichtig. Und da sticht derzeit, kein Wunder nach diesem Abstieg, vor allem eine Widerstandszone hervor, die man getrost als bleischweren, charttechnischen Deckel ansehen könnte. Ein Blick auf das langfristige Chartbild auf Monatsbasis zeigt, worum es da geht:

Die markanten Tiefpunkte der Jahre 2011, 2015, 2020 und 2024 wurden im Zuge des Abstiegs der Aktie unterboten. Dabei scheiterte im Zuge der ersten Erleichterung über die angestrebten Restrukturierungsmaßnahmen der Versuch, diese zwischen 78,86 und 86,40 Euro liegende, jetzt als Widerstand fungierende Zone wieder zu überbieten. Das Tief der Eurokrise und das Tief des Corona-Crashs als Widerstand … das hätte sich wohl vor einem Jahr kaum jemand vorstellen können. Jetzt aber ist das der Fall … und es unterstreicht, als wie schwerwiegend man am Aktienmarkt die Probleme des VW-Konzerns einstuft. Solange die Vorzugsaktie diese Hürde zwischen 78,86 und 86,40 Euro nicht zurückerobert hat, bleibt sie aus charttechnischer Sicht bärisch.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.09.2026 um 21:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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