Am Freitagnachmittag kurz vor Ende des regulären Handels senkte der Volkswagen-Konzern seine 2026er-Gesamtjahresprognose … und das deutlich. Trotzdem ist es offen, wie heute auf diese neuen Zahlen reagiert wird, denn eigentlich hatte man es ja kommen sehen.
An einem Freitag um 17:17 Uhr, Minuten vor der Abrechnung von Aktien-Optionen an der Terminbörse, eine Ad-hoc-Meldung mit einer Prognosesenkung zu veröffentlichen, ist selbst höflich formuliert äußerst unschön, weil das so manchen am Terminmarkt positionierten Anleger erheblich in die Bredouille bringen konnte. Aber da der VW-Konzern in den letzten Monaten ohnehin nicht durch eine geschickte Hand bei der Öffentlichkeitsarbeit auffiel, dürfte dieser Aspekt, im Gegensatz zu den neuen Prognosen selbst, eine Fußnote bleiben.
VW sieht den Umsatz jetzt leicht unter Vorjahr, das ist aber in Bezug auf die Profitabilität das kleinste Problem, der Kern der Sache liegt in der Gewinnmarge. Die operative Umsatzrendite war 2025 auf nur noch 2,8 Prozent gefallen, da hatte der Konzern für 2026 eine deutliche Verbesserung auf 4,0 bis 5,5 Prozent avisiert. Hatte, denn jetzt sieht man in Wolfsburg nur noch eine Marge von bis zu einem Prozent … wobei man dieses „bis zu“ besser nicht überlesen sollte.
Begründet wird dieser Rückschlag mit einer großen Wertberichtigung bei der Tochter Porsche AG, mit Restrukturierungsaufwendungen, aber auch mit der weiterhin problematischen Marktlage, insbesondere im (man muss schon „ehemaligen“ schreiben) Wachstumsmarkt China. Ohne diese Faktoren würde man, so VW, bei der operativen Umsatzrendite auf vier Prozent kommen … was indes hieße: Auch ohne diese Aspekte wäre man am unteren Ende der eigenen Prognosespanne angekommen.
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Expertenmeinung: Jetzt steht die Frage im Raum: Wie reagieren die Anleger? Dass die Aktie bereits am Morgen des Freitags sukzessiv an Boden verlor, deutet bereits an, dass man ahnte, dass da am Freitag etwas kommen würde und dass es nichts Gutes sein würde. Aber da diese Ad-hoc-Meldung so knapp vor dem Handelsende eintrudelte und dann Minuten später die Abrechnung der Optionen das Bild verzerrt haben könnte, bleibt offen, ob viele sich sagen werden: „Das hätte schlimmer kommen können“ … oder aber erneut die Reißleine ziehen.
Im abendlichen, nachbörslichen Handel fielen die Verluste eher gering aus, je nach Handelsplattform ging die VW-Vorzugsaktie da zwischen 76,00 und 76,50 Euro ins Wochenende, also nicht wesentlich niedriger als der Schlusskurs des regulären Handels, der für die Aktie indes ein Minus von 5,58 Prozent bedeutete. Könnte es mit diesem Ruck nach unten also bereits getan sein?
Das wäre grundsätzlich möglich, aber da sollte man erst einmal abwarten, wie sich die Aktie im heutigen Handel schlägt. Sollte es gelingen, die am Freitag nur leicht unterbotene Supportzone 75,90 zu 78,36 Euro zu halten, wäre das Risiko eines erneuten, größeren Verkaufsschubes vermutlich zunächst gebannt, denn die „Bad News“ liegen ja jetzt erst einmal auf dem Tisch. Aber das Ausbleiben eines neuen, bärischen Signals auf kurzfristiger Ebene als Aufforderung zum Einstieg zu interpretieren, wäre hoch riskant, denn:

Zum einen sagt dieser neue Ausblick aus, dass man zumindest für 2026 so gut wie keinen Gewinn pro Aktie mehr erwarten kann, zum anderen gibt es keinerlei Hinweise darauf, wie man im VW-Vorstand die Perspektive für 2027 beurteilt. Es fehlen Andeutungen darüber, dass man dort im kommenden Jahr mit neuem Schwung rechnet. Und damit fehlt es auch an Argumenten dafür, dass man, wollte man jetzt in einen mittelfristig intakten Abwärtstrend hinein einsteigen, die Perspektive auf eine deutlich bessere Zukunft kaufen würde.
Quellenangaben:
adhoc-Meldung zur Anpassung der 2026er-Prognose, 18.09.2026, 17:17 Uhr: https://www.volkswagen-group.com/de/ad-hoc/volkswagen-ag-aktualisiert-die-prognose-fuer-das-geschaeftsjahr-2026-20701
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.09.2026 um 15:07 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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