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Symrise Aktie Prognose Symrise: Das war zu wenig für einen Befreiungsschlag – und jetzt?

News: Aktuelle Analyse der Symrise Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Symrise Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.02.2026 um 15:56 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Rekordergebnisse, starke Kundenbasis, weltweite Marktposition – und dennoch steht die Aktie unter Druck. Bringt Goldman jetzt die Wende?

Im letzten Artikel bin ich ausführlich auf das Thema Börsenpsychologie eingegangen und darauf, wie wenig die kurzfristige Kursentwicklung mit der Realität auf Unternehmensebene zu tun hat (Was macht erfolgreiche Investoren wirklich aus?).

Symrise ist ebenfalls ein Paradebeispiel dafür. Die Aktie ist in Ungnade gefallen und hat zeitweise etwa die Hälfte an Wert verloren. Das drängt die Vermutung auf, dass das mit dem Geschäft den Bach heruntergeht – doch das ist nicht der Fall.

Symrise hat 2024 einen deutlichen Gewinnanstieg verzeichnet und ein Rekordergebnis eingefahren. Nach allem, was wir bisher wissen, wurde 2025 ein weiterer Rekord erzielt und 2026 könnte bereits der nächste folgen.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf schauen Sie sich jetzt die Kursentwicklung an:

Symrise Aktie: Chart vom 10.02.2026, Kurs: 75,00 EUR - Kürzel: SY1 | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 10.02.2026, Kurs: 75,00 EUR – Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Gelingt jetzt ein nachhaltiger Anstieg über 75 Euro, würde das eine Erholung in Richtung 80 oder 84 Euro ermöglichen. Darüber wäre der Weg bis 88 – 90 Euro frei.

Fällt die Aktie jedoch unter 72,75 Euro zurück, müssen erneute Kursverluste bis 70 oder 65 Euro eingeplant werden.

30.000 Produkte und ein klarer Fokus

Symrise gehört zur ersten Liga der globalen Duft- und Geschmacksstoffindustrie. Das Unternehmen aus Holzminden entwickelt und produziert Aromen, Duftstoffe und kosmetische Inhaltsstoffe für nahezu alle Bereiche des täglichen Konsums. Wer trinkt, isst, sich wäscht oder Parfum trägt, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Symrise in Berührung, ohne es zu wissen.

Die Produktpalette ist beeindruckend breit. Mehr als 30.000 Produkte entstehen überwiegend auf Basis natürlicher Rohstoffe wie Vanille, Zitrusfrüchten, Blüten und pflanzlichen Extrakten. Diese Vielfalt ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage eines Geschäftsmodells, das stark auf langfristige Kundenbeziehungen und maßgeschneiderte Lösungen setzt.

Symrise beliefert Parfüm- und Kosmetikkonzerne ebenso wie Hersteller von Getränken, Nahrungsmitteln und Tierfutter. Auch die pharmazeutische Industrie, Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln sowie Anbieter von Baby- und Spezialnahrung zählen zum Kundenkreis.

Auf der Abnehmerseite finden sich nahezu alle großen Namen der Konsumgüterindustrie wie Henkel, Beiersdorf, Procter & Gamble, Unilever, Nestlé, Coca-Cola oder PepsiCo.

Vier Konzerne, 65 % Marktanteil

Der weltweite Markt für Duft- und Geschmacksstoffe wird im Wesentlichen von vier Konzernen kontrolliert: Givaudan, International Flavors & Fragrances, DSM-Firmenich und Symrise. Zusammen vereinen sie rund 65 Prozent Marktanteil. Symrise ist in den meisten Teilmärkten die Nummer drei und kommt insgesamt auf etwa 11 Prozent.
Der Markt ist demnach größtenteils durch ein Oligopol geprägt, was eine gewisse Preissetzungsmacht und hohe Eintrittsbarrieren mit sich bringt.

Die Fusion von DSM und Firmenich sowie die Übernahmen von International Flavors & Fragrances zeigen, dass in der Branche auch milliardenschwere Transaktionen keine Seltenheit sind.

Vor diesem Hintergrund stellt sich zwangsläufig die Frage, ob Symrise selbst ein Übernahmekandidat sein könnte. Theoretisch ja. Der naheliegendste Käufer wäre der Marktführer Givaudan, auch wenn es derzeit keinerlei konkrete Hinweise oder Gerüchte gibt. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 10 Milliarden Euro wäre Symrise zudem groß genug für strategische Käufer, aber auch klein genug, um für Private-Equity-Investoren interessant zu sein.

Wahrscheinlicher erscheint allerdings ein anderer Weg. Symrise könnte sich zukünftig stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren und Geschäftsbereiche veräußern.

Upgrade, Ausblick und Bewertung

Im Januar wurde bekannt, dass Symrise einen Verkauf des Terpen-Geschäfts beschlossen hat und sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit potenziellen Käufern befindet.
Da der Verkaufspreis unter dem bilanzierten Wert liegen dürfte, wurden jedoch Abschreibungen notwendig.

Dadurch hat Symrise zuletzt die Erwartungen verfehlt. Mit dem operativen Geschäft haben die Abschreibungen jedoch wenig zu tun, dabei handelt es sich um einen rein buchhalterischen Akt.

Der Verkaufserlös dürfte vor allem für Aktienrückkäufe genutzt werden. Symrise hat kürzlich Buybacks mit einem Volumen von 400 Mio. Euro beschlossen.

Den Konsensschätzungen zufolge dürfte Symrise 2025 dennoch ein Rekordergebnis von 3,62 Euro je Aktie erzielen, nach 3,42 Euro je Aktie im Vorjahr.
Symrise kommt demnach auf ein KGVe (2025) von 20,8.

Wird das Ergebnis im Geschäftsjahr 2026 wie erwartet auf 3,85 Euro je Aktie steigen, würde das KGV dadurch auf 19,5 sinken.
Im langfristigen Durchschnitt lag das KGV von Symrise bei 29,4.

Doch das ist nicht der Grund für den heutigen Kursanstieg, denn der dürfte von Goldman Sachs ausgelöst worden sein. Das Geldhaus sieht eine mögliche Trendwende im europäischen Chemiesektor und hat mehrere Titel neu bewertet.
Im Zuge dessen wurde Symrise von neutral auf buy gestuft und das Kursziel von 70 auf 83 Euro erhöht.

Der Konzern gilt als defensiver Qualitätswert, könnte aber zusätzlich von einer zyklischen Belebung der Nachfrage profitieren. Auffällig ist die klare Differenzierung innerhalb des Sektors. Während Symrise aufgewertet wird, erhält der Marktführer Givaudan eine Verkaufsempfehlung.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.12.2025 um 20:05 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Mit einem Minus von 32,9 Prozent wurde die Symrise-Aktie im Jahr 2025 die schwächste Aktie im DAX. Und wer sich das genauer ansieht, kommt um die Frage nicht herum: warum? Mit Blick auf 2026 könnte das eine interessante Aktie werden.

Richtig ist zwar, dass der Geschmacks- und Aromastoffe-Hersteller ursprünglich höhere Umsatz- und Margenziele hatte als das, womit die Experten jetzt für das Gesamtjahr 2025 rechnen. Aber wo gab es das nicht? Trotzdem finden sich im DAX Aktien, die zwar ihre Prognosen senken mussten, letztlich aber weitaus besser abschnitten als Symrise.

Richtig ist auch, dass Symrise zu der Gruppe der notorisch zu teuer bewerteten DAX-Aktien gehörte. Aber da muss man die Vergangenheitsform unterstreichen, denn für die durchschnittliche 2025er-Gewinnschätzung der Analysten steht jetzt noch ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 19 zu Buche, während es in den Vorjahren zwischen 30 und 40 pendelte.

Was nicht nur daran liegt, dass die Aktie im Jahresverlauf deutlich unter die Räder kam, sondern auch an dem Umstand, dass man trotz niedrigerer Prognosen mit einem knapp gehaltenen Umsatz und einem marginal höheren Gewinn pro Aktie gegenüber dem Vorjahr rechnet.

Expertenmeinung: Und diese Aktie hat die rote Laterne im DAX erwischt? Erstaunlich und ein möglicher Grund, sich Symrise auf die Watchlist zu setzen. Dabei fällt auf: Nicht nur Symrise ist von der Bewertung her spürbar billiger geworden, das gilt auch für sonst teure Aktien wie Beiersdorf oder Henkel. Wieso sind diese Aktien, die sonst über die Jahre – als „defensiv“ eingeordnet – in viele Depots gewandert sind, auf einmal derart aus der Mode?

Zum einen dürfte das die psychologische Sogwirkung der den DAX im vergangenen Jahr ziehenden Aktien bewirkt haben. Der Entschluss zu deutlich höheren Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung seitens des Bundes hat sonst eher „graue Mäuse“ wie Rheinmetall, Siemens Energy und Heidelberg Materials zu Stars gemacht. Und weil die, grundsätzlich, ja auch in robusten Branchenumfeldern unterwegs sind, mag so mancher hier eingestiegen sein … und das Geld dafür durch Umschichtungen generiert haben, die die „grauen Mäuse“ trafen, die, wie Symrise, auch in dieser neuen Gemengelage noch grau sind.

Zum anderen schaut man auf das schwache Konsumumfeld – in Europa, in Asien und mit Abstrichen auch in den USA – und sagt sich: Was mit dem Verbraucher enger zusammenhängt, muss man jetzt nicht haben. Da Symrises Produkte großenteils an Nahrungsmittel- oder Kosmetikunternehmen gehen, die wiederum eng am Konsum hängen, landet die Aktie da schnell mit im Topf.

Aber dadurch haben wir hier eine Aktie, die in einem grundsätzlich robusten Geschäftsumfeld mit einer günstigen Bewertung daherkommt. Solange das alte Jahr lief, Symrise ein klarer Verlierer war und der Abwärtstrend intakt blieb, war die Motivation, sich als Investor gegen den Strom zu stemmen, gering. Aber jetzt, da die institutionellen Investoren wie üblich zu Beginn eines neuen Börsenjahres ihre Portfolio-Ausrichtung überprüfen, kann eine solche Aktie schnell in das Blickfeld dieser großen Adressen geraten. Aber ein Faktor mahnt zur Vorsicht:

Noch ist hier keine charttechnische Wende oder auch nur eine Bodenbildung zu erkennen. Das Dezember- und zugleich Jahrestief bei 64,70 Euro kann, muss aber nicht als effektiver Support funktionieren, daher: Bislang würde, wer hier einsteigen wollte, gegen den Trend agieren, sogar auf kurzfristiger Ebene. Und da das immer ein nicht eingrenzbares Wagnis ist, wäre die aus aktueller Sicht die wohl sinnvollste Lösung, Symrise zwar jetzt engmaschig zu beobachten, den Einstieg aber erst zu erwägen, wenn das Chartbild dafür entsprechende Argumente liefert.

Symrise Aktie: Chart vom 30.12.2025, Kurs 68,88 Euro, Kürzel: SY1 | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 30.12.2025, Kurs 68,88 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.10.2025 um 22:03 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Duftstoff- und Aromen-Hersteller Symrise senkte am Dienstag im Rahmen der Vorlage der Umsatzzahlen des dritten Quartals seine Prognose für das Umsatzwachstum. Als Folge gab die Aktie um 4,53 Prozent nach. Was indes, genau betrachtet, ein wenig überzogen wirkt.

Natürlich ist es nicht gut, wenn Symrise den Ausblick für das Umsatzwachstum im laufenden Jahr von zuvor 3,0 bis 5,0 auf 2,3 bis 3,3 Prozent zurücknimmt. Vor allem, weil das bereits die zweite Senkung des Umsatzziels ist. Aber auch, wenn Symrise nur nach Ende von Halbjahren konkrete Angaben zu Margen und Gewinnen macht:

Man bestätigte die Prognose für die operative Gewinnmarge, die sieht man dort weiterhin bei rund 21,5 Prozent, 2024 hatte die bei 20,7 Prozent gelegen. Sprich: Symrise wächst, nur eben langsamer als gedacht. Und da stellt sich dann durchaus die Frage: War dieses Minus des Dienstags als Reaktion auf diese Zahlen gerechtfertigt oder womöglich überzogen?

Expertenmeinung: Dazu muss man zunächst festhalten: Es wäre etwas anderes gewesen, wenn das Unternehmen nicht die Umsatzprognose, sondern die Margenprognose gesenkt hätte. Denn die Marge ist der „Hebel“, der zwischen Umsatz und Gewinn wirkt. So würde beispielsweise eine Senkung des Margenziels von zehn auf acht Prozent zur Folge haben, dass von einem Euro Umsatz nicht mehr zehn, sondern nur noch acht Cent hängenbleiben, man also mit 20 Prozent weniger Gewinn rechnen muss. Aber die Margenprognose blieb hier ja unangetastet, nur der Umsatzanstieg fällt jetzt etwas geringer aus. Das beeinflusst also den zu erwartenden Gewinn nur mäßig.

Symrise Aktie: Chart vom 29.10.2025, Kurs 76,68 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 29.10.2025, Kurs 76,68 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Hinzu kommt, dass der Rückgang der Umsatzwachstumsdynamik zwar recht deutlich ausfällt, immerhin hatte Symrise 2024 noch 5,7 Prozent beim Umsatz zugelegt. Aber auf die Verringerung des Wachstumstempos hatte die Aktie ja auch reagiert. Und zwar deutlich. Der im Chart eingezeichnete, im Oktober 2024 begonnene Abwärtstrend startete damals bei 125 Euro, derzeit notiert die Aktie fast 40 Prozent niedriger. Und das bei der Aussicht einer zwar nur kleinen Wachstumsrate beim Umsatz und einer nur etwas höheren operativen Marge. Aber dennoch heißt das ja, dass man Stand jetzt trotzdem noch von einem leicht über Vorjahr liegenden 2025er-Gewinn ausgehen könnte.

Das bedeutet: Die Bewertung ist jetzt deutlich günstiger als noch vor einem Jahr. In den vergangenen Jahren hatte Symrise Kurs-/Gewinn-Verhältnisse von 40 und zeitweise sogar 50 erreicht. Eine Bewertung, die ich an dieser Stelle des Öfteren als absurd hoch herausgestellt hatte. Jetzt jedoch reden wir auf Basis der durchschnittlichen 2025er-Gewinnschätzung der Analysten von einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von etwa 21. Und das ist, wenn nicht gerade billig, so doch wieder völlig angemessen. Was auch die Analysten so sehen: 13 von 18 Analysten stufen Symrise mit „Kaufen“ ein, das durchschnittliche Kursziel liegt um 103 Euro und damit meilenweit über dem jetzt erreichten Kurs. Also?

Also gehört diese Aktie auf die Watchlist. Den Rücksetzer unmittelbar auszunutzen ist indes ziemlich riskant, denn solange die offensichtliche Mehrheit derer, die hier aktuell mit der Aktie zugange sind, sie bärisch einordnet … immerhin haben wir hier einen intakten Abwärtstrend … helfen vorgenannte Argumente nicht, den Kurs zu drehen, sie werden ja auch bislang ignoriert. Aber sobald das Chartbild erste, bullische Signale abliefern sollte, wäre diese Aktie eine, die man sich genauer ansehen könnte.

Quellenangaben: Ergebnisse des 3. Quartals, 28.10.2025:
https://www.symrise.com/de/newsroom/artikel/symrise-berichtet-umsatz-fuer-das-dritte-quartal-2025

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass man besser nicht in ein fallendes Messer greifen sollte, hat sich bei der Symrise-Aktie gerade mal wieder bestätigt: Ein Erholungsversuch scheiterte, jetzt steuert die Aktie auf das Corona-Crash-Tief von 2020 zu. Aber das wird nicht ewig so weitergehen.

Dass die Börse eine höchst subjektive Angelegenheit ist, weiß man ja. Aber manchmal staunt man eben trotzdem. Während nicht gerade wenige Aktien von einem Rekord zum nächsten haussieren und dabei aberwitzig teure Bewertungen erreichen, wird eine andere Aktie, einst jahrelang viel zu teuer bewertet, langsam richtig günstig und fällt trotzdem weiter. Zumindest noch.

Es ist zwar richtig, dass es ernüchternd war, dass der Hersteller von Duft- und Aromastoffen Symrise Ende Juli seine Gesamtjahresprognose nach unten anpasste. Aber diese Anpassung war alles, nur nicht dramatisch. Das Umsatzwachstum wird nur leicht unter dem liegen, was das Unternehmen vorher avisiert hatte, dafür sieht man die operative Marge etwas höher. Unter dem Strich erwarten die Analysten netto trotzdem für 2025 einen Gewinn pro Aktie, der leicht über dem des Vorjahres liegt.

Und käme es so, läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis bei 21. Wenn die Experten richtig liegen und der Gewinn pro Aktie 2026 und 2027 jeweils um etwa zehn Prozent zulegen kann, wäre das eine tadellose Bewertung. Nicht gerade spottbillig, aber doch so, dass man dabei sein könnte. Zumal diese Aktie über Jahre hinweg viel zu teuer war, Kurs-/Gewinn-Verhältnisse von 30 bis zeitweise sogar über 50 auswies.

Aber jetzt, wo sie günstig ist, will sie scheinbar niemand haben. Und das, obwohl Symrise in einem Bereich agiert, der relativ robust gegenüber konjunkturellen Schwankungen ist und gerade solche eher soliden Aktien in diesem sukzessiv wackliger werdenden, gesamtwirtschaftlichen Umfeld interessant werden. Was geht da vor?

Expertenmeinung: Hier wird, zumindest momentan, einfach nur dem Trend gefolgt. Der weist, der Chart auf Wochenbasis zeigt es klar, abwärts. Nachdem die Gegenbewegung auf den Abverkauf von Ende Juli versandete, kamen die Verkäufer zurück, mit ihnen natürlich die Leerverkäufer, die Bären. Und für die dürfte mit dem in der vergangenen Woche gelungenen Bruch des bisherigen Jahrestiefs die Kasse geklingelt haben, denn am Freitag fand die Abrechnung der Optionen an der Terminbörse statt. Wer hier bei Optionen Long Put war oder Aktien leer verkauft hatte, konnte sich freuen.

Symrise Aktie: Chart vom 19.09.2025, Kurs 75,72 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 19.09.2025, Kurs 75,72 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Aber jetzt ist dieser Termin um … könnte das nicht dazu führen, dass diese Leerverkäufer ihre Positionen schließen, um den Gewinn zu kassieren? Käme es so, könnte die Symrise-Aktie wieder Fahrt aufnehmen, denn um Leerverkäufe zu neutralisieren, muss man die Aktie ja kaufen. Und ja, denkbar wäre es, weil nicht nur die Bewertung jetzt günstig ist, sondern auch das untere Ende des Abwärtstrendkanals erreicht wurde – und das bei sogar auf Wochenbasis überverkaufter Markttechnik. Und ja, es wäre auch deswegen denkbar, weil vielen Bären wohl ein Test des Corona-Crash-Tiefs (bei 71,20 Euro) absurd vorkommen könnte, immerhin dachte man da, dass „die Welt schließt“. Heute ist nur das Wachstum flau, aber der Gewinn pro Aktie deutlich höher als noch 2019 … und als 2020 sowieso. Und dann wäre da ja noch das durchschnittliche Kursziel der Analysten, das derzeit bei 107 Euro liegt. Aber!

Mit diesem erneuten Tief steht Symrise im Rahmen der DAX-Aktien auf Platz 2 der Performance-Liste … von unten. Nur Beiersdorf ist seit Ende 2024 stärker gefallen. Und nach der Terminmarkt-Abrechnung kommt der Quartalsultimo: Morgen in einer Woche endet das dritte Quartal. Und da die großen, institutionellen Investoren ihre Performance zu solchen Stichtagen gerne „optimieren“ (Window Dressing genannt), werden Verlierer wie Symrise da dann gerne so weit wie möglich reduziert. Es ist daher zwar möglich, dass die Aktie vorher dreht, aber es ist nicht besonders wahrscheinlich. Doch sobald das vierte Quartal beginnt, könnte es hier heißen: Neues Quartal, neues Glück.

Behalten Sie diese Aktie im Auge … aber greifen Sie trotzdem nicht ins fallende Messer, bevor die Charttechnik nichts Positives vermeldet, sollte man hier noch zuschauen!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Umsatz steigt, der Gewinn legt zu und die Aktie bricht ein. So gesehen am Mittwoch bei Symrise. Das passiert bisweilen bei massiv überbewerteten Aktien, bei denen zu viel erwartet wurde. Aber hier sieht es mittlerweile anders aus. Wer gestern zugriff, sah das auch so.

Der Duft- und Aromen-Hersteller Symrise meldete für das erste Halbjahr 2025 einen organischen (d.h. nicht um Wechselkurseffekte und Unternehmenszukäufe und -verkäufe bereinigten) Umsatzanstieg von 3,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 4,5 Prozent und damit leicht überproportional, geschuldet einer von 20,7 auf 21,7 Prozent gestiegenen EBITDA-Gewinnmarge. All das lag in etwa im Rahmen der Erwartungen der Analysten, aber:

Was angesichts des daraufhin folgenden Abverkaufs der Aktie sauer aufstieß, war, dass Symrise den Gesamtjahresausblick für das Umsatzwachstum von bislang 5–7 auf 3–5 Prozent senkte. Dafür wurde zwar die Prognose für die EBITDA-Marge von 21,0 auf 21,5 Prozent angehoben, aber das war für einige offenbar kein Ausgleich für das jetzt niedriger erwartete Umsatzwachstum. Trotzdem konnte man sich über das herbe Minus von 9,1 Prozent, mit dem diese Korrektur des Ausblicks am Mittwoch „bestraft“ wurde, nur wundern, denn:

Expertenmeinung: Die Aktie war ja im Vorfeld nicht von überzogenen Hoffnungen durch die Decke getrieben worden. Der Kurs bewegt sich seit Herbst letzten Jahres im Abwärtstrend. Eine Gegenbewegung endete im Juni, seither wurde ein neues Jahrestief erreicht. Und in diese Ausgangslage hinein kamen Ergebnisse, die alles, nur nicht dramatisch waren, und eine nur mäßig gesenkte Prognose in einem Umfeld, in dem andere Unternehmen ihre Ausblicke weit deutlicher senken.

Symrise Aktie: Tages-Chart vom 31.07.2025, Kurs 79,50 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Tages-Chart vom 31.07.2025, Kurs 79,50 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Hinzu kommt, dass die Analysten diese Zahlen zwar auch nicht grandios fanden und mehrere Experten ihre Kursziele herunternahmen. Aber die gesenkten Kursziele, die als Reaktion auf diese Daten ausgerufen wurden, lagen bei 110 bis 120 Euro und der Einstufung „Kaufen“. Nur ein einziger Analyst von Jefferies ging auf 90 Euro herunter und ordnete das mit „Verkaufen” ein … wobei die Aktie das ja gleich im Zuge der Reaktion auf die Halbjahresbilanz „erledigte“ und weit unter diese 90 Euro fiel.

Und damit auch noch nahe an das Corona-Crash-Tief vom März 2020. Das lag bei 71,20 Euro, das bisherige Wochen-Verlaufstief gestern bei 77,46 Euro. Nur dachte man damals, die Welt käme komplett zum Stillstand. Heute nicht, heute wächst Symrise. Damals, 2020, verdiente das Unternehmen 2,27 Euro pro Aktie im gesamten Jahr, jetzt wurden bereits in den ersten sechs Monaten 1,92 Euro pro Aktie erreicht. Was auch erklärt, warum die Analysten so relativ optimistisch sind und das durchschnittliche Kursziel mit derzeit 111 Euro derart weit über dem aktuellen Kurs liegt:

Symrise Aktie: Wochen-Chart vom 31.07.2025, Kurs 79,50 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Wochen-Chart vom 31.07.2025, Kurs 79,50 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Die Symrise-Aktie war viele Jahre lang außerordentlich teuer bewertet, das Kurs-/Gewinn-Verhältnis bewegte sich in einer für das Wachstum zu hohen Spanne zwischen 30 und knapp 50. Jetzt hingegen läge dieses KGV auf Basis der derzeitigen, durchschnittlichen 2025er-Gewinschätzung der Analysten nur noch bei 22 – die Überbewertung ist also tadellos abgebaut. Fazit:

Wer in die stark gefallenen Kurse gestern hinein einstieg, wusste also, warum. Das heißt aber nicht, dass die Aktie umgehend auf dem Absatz kehrtmachen muss. Hochspekulativ waren die gestrigen Käufe trotzdem. Immerhin dauert es bisweilen lange, bis die Anleger ihre Meinung ändern und kaufen, was sie zuvor nicht einmal schräg von der Seite her anschauen mochten.

Symrise müsste die 20-Tage-Linie, die momentan den Leitstrahl der Abwärtsbewegung stellt und die knapp darüber liegenden Tiefs der Monate März und April bei 88,56/89,10 Euro überbieten und damit zugleich das Abwärts-Gap vom Mittwoch schließen, um wieder Potenzial zu haben. Und auch das wäre dann vorerst nur kurzfristiger Natur, denn für eine mittelfristige Wende müsste die im letzten Herbst etablierte Abwärtstrendlinie sowie die davor wartende 200-Tage-Linie bezwungen sein. Und dafür bräuchte es Schlusskurse über 103 Euro. Aber die Chance dafür, die besteht durchaus. Daher: Symrise wäre ein guter Kandidat für die Watchlist!

Quellenangaben: Ergebnis 1. Halbjahr, 30.07.2025: https://www.symrise.com/de/newsroom/artikel/symrise-veroeffentlicht-ergebnisse-fuer-das-erste-halbjahr-2025/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.