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SÜSS MicroTec Aktie Prognose SÜSS MicroTec: Das war eine ziemlich irrationale Achterbahnfahrt

News: Aktuelle Analyse der SÜSS MicroTec Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der SÜSS MicroTec Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.11.2025 um 16:46 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das Chartbild von SÜSS MicroTec ist zwar höchst originell, aber in dem ungewöhnlichen Kursverlauf der letzten Monate steckt viel Spekulation. Derzeit gleicht man ein negatives „Ist“ durch große Erwartungen an die Zukunft aus … die indes leider nie sicher vorhersagbar ist.

Der Kursverlauf der letzten Monate ist von Kurslücken geprägt, die nicht nur ungewöhnlich zahlreich, sondern auch ungewöhnlich groß ausfallen. Basis dieser abrupten Kursimpulse waren Zahlen bzw. Aussagen des Unternehmens. Im Juli enttäuschten Quartalszahlen die Anleger, man erkannte, dass 2025 kein so gutes Jahr werden würde, wie man das vom für die Chipindustrie fertigenden Anlagenbauer erwartet hatte. Doch einige ließen sich nicht entmutigen und kauften in die gedrückten Kurse hinein. Fast hätte die SÜSS-Aktie dadurch die Abwärtslücke vom Juli wieder geschlossen … aber dann kamen Ende Oktober Vorab-Zahlen zum dritten Quartal nebst gesenkter Gesamtjahresprognose.

Wieder war die Aktie am Boden. Und wieder zog sie an. Auslöser waren die am 6. November präsentierten endgültigen Quartalszahlen. Die kannte man zwar. Aber es kam ein Statement des SÜSS MicroTec-Chefs, das die Trader wieder in Wallung versetzte: Der CEO schrieb, dass man im 4. Quartal auf Basis konkreter Kundenanfragen jetzt mit einer sehr deutlichen Belebung des Auftragseingangs rechne. Und schon ging es mit der Achterbahn wieder aufwärts. Knapp unterhalb des Kreuzwiderstands aus Juni-Abwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie war dann allerdings erst einmal Schluss … bis gestern.

Denn am Montag war bei SÜSS MicroTec Kapitalmarkttag. Und den nutzte man, um weit in die Zukunft zu blicken, was ja in den letzten Jahren immer mehr in Mode gekommen ist, obwohl man auch und gerade in den Chefetagen von Unternehmen wissen sollte, dass die Zukunft immer auch das Unerwartete beinhaltet. Vor allem, wenn man – wie hier der Fall – fünf Jahre vorausblickt und für das Jahr 2030 Ziele formuliert. Die indes äußerst positiv daherkamen:

Expertenmeinung: Ausgehend von der 2025er-Umsatzprognose von 470 bis 510 Millionen Euro will SÜSS bis 2030 einen Umsatz zwischen 750 und 900 Millionen erreichen. Zugleich soll die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) von 11 bis 13 Prozent im laufenden Jahr deutlich auf 20 bis 22 Prozent zulegen.

SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 17.11.2025, Kurs 36,62 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Die Aktie machte am Montagmorgen einen Satz nach oben und war sofort über dem Kreuzwiderstand bei 35,30/35,90 Euro, an dem sie zuvor nicht vorbeigekommen war. Sogar das Oktober-Verlaufshoch bei 37,34 Euro wurde erreicht und intraday kurz überboten. Aber dann setzten Abgaben ein. Die waren zwar zu dünn, um das Plus allzu sehr zu verringern, am Ende standen immer noch stattliche +8,34 Prozent zu Buche. Aber sie zeigten, dass einige Marktteilnehmer diese ambitionierten Ziele als das einordneten, was sie nun einmal sind:

Als ambitionierte Ziele. Niemand könnte sicher absehen, wie sich die wirtschaftliche Lage insgesamt und bei SÜSS MicroTec im Besonderen im Jahr 2030 darstellt. Was man erreichen will und was man erreichen wird, ist schon zu oft zweierlei bei allen möglichen, auch sehr großen Konzernen gewesen, um diese Ziele als in Stein gemeißelte Blicke in die Zukunft ansehen zu dürfen. Und heute zu kaufen mit Blick auf etwas, das in fünf Jahren sein könnte, ist ohnehin eine eher verwegene Idee. Aktuell backt man bei SÜSS noch weit kleinere Brötchen. Und ob die so schnell verdaut werden, dass es gelingt, die Aktie auch noch über die nächsten Charthürden und mit Schlusskursen über dem Juni-Hoch bei 47,48 Euro sogar in einen mittelfristigen Befreiungsschlag zu tragen, ist zumindest fraglich.

Quellenangaben: Aussagen des Kapitalmarkttages vom 17.11.2025:
https://www.suss.com/de/investor-relations/pressemitteilungen/corporate/suss-stellt-auf-dem-capital-markets-day-ambitionierte-plane-fur-weiteres-umsatzwachstum-und-eine-nachhaltige-margensteigerung-vor/1104724916

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 06.11.2025 um 22:37 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ende Oktober meldete SÜSS MicroTec ein schwaches 3. Quartal und senkte die Margen-Prognose für das Gesamtjahr. Die Aktie brach ein. Gestern kamen endgültige Zahlen – und ein positiver Ausblick für das 4. Quartal. Die Aktie stieg. Was denn nun, Daumen hoch oder runter?

Man fragt sich, ob die gestern im Zuge der endgültigen Ergebnisse getätigten Statements wirklich nur gut eine Woche vorher, als der Hersteller von Anlagen und Prozesslösungen für den Halbleiterbereich vorläufige Ergebnisse vorstellte, nicht absehbar waren. Denn wenn dem doch so war, hätte man den Abgabedruck, der am 28. Oktober auf die Vorabzahlen folgte, deutlich mindern können. Klar ist: Momentan läuft es nicht, wie man sich das vorstellt.

SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 06.11.2025, Kurs 30,10 Euro, Kürzel: SMHN | Online Broker LYNX
SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 06.11.2025, Kurs 30,10 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS

Der CEO nannte das 3. Quartal „insgesamt nicht zufriedenstellend“. SÜSS MicroTec erzielte im Sommerquartal einen Umsatz von 118 Millionen Euro, das waren 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zum Gewinn machte das Unternehmen zwar keine konkreten Angaben, aber den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte man sich ausrechnen, weil SÜSS die EBIT-Marge nannte. Die war bereits Ende Oktober gemeldet worden und lag bei 10,5 Prozent. Klar unter der durchschnittlichen Analysten-Prognose, die bis Ende Oktober galt. Und noch klarer unter den 16,9 Prozent, die im 3. Quartal 2024 erzielt wurden. Daraus errechnete sich ein EBIT von 12,39 Millionen Euro nach 17,32 Millionen im Jahr zuvor. Nicht gut.

SÜSS MicroTec senkte daraufhin die Gesamtjahresprognose in Bezug auf die EBIT-Marge von zuvor 13 bis 15 auf 11 bis 13 Prozent. Die Anleger zogen die Reißleine, die Aktie brach um gut 27 Prozent ein. Gestern stieg sie nach den testierten Zahlen um 12,9 Prozent. Was war jetzt anders als Ende Oktober?

Expertenmeinung: Im Endeffekt nur ein Satz, der in der Quartalsmeldung zu finden war. Der CEO schrieb, dass man im 4. Quartal auf Basis konkreter Kundenanfragen jetzt mit einer sehr deutlichen Belebung des Auftragseingangs rechne. Das brachte einen Kurssprung der Aktie hervor. Aber der Chart zeigt, dass der Kurs noch weit davon entfernt ist, die Abwärtslücke zu schließen, die durch die Prognosesenkung am Abend des 27. Oktober aufgerissen wurde. Was noch nicht ist, kann noch werden, könnte man zwar sagen. Aber kann man dem Braten trauen?

Man sollte ihn zumindest äußerst vorsichtig beäugen. Denn in diesem vierten Quartal bleibt es bei nennenswerter Kostenbelastung durch einen neuen Standort in Taiwan. Zudem verschieben sich einige Projekte ins Jahr 2026. Effekte steigender Aufträge würde man also nicht vor dem ersten Quartal sehen. Und bis SÜSS darüber berichtet, ist es Frühjahr 2026. Zumal: Der CEO schrieb von steigenden Kundenanfragen und nicht davon, dass da jetzt bereits ein kräftiger Schub besiegelter, neuer Aufträge auf dem Tisch läge.

Daher steht dieses „Auf“ nach dem vorherigen, drastischen „Ab“ auf hinreichend dünnen Beinchen, um bei SÜSS zunächst besser in der Beobachter-Rolle zu bleiben. Zumal der Kurs gestern vom Tageshoch ein Stück zurückkam und vorerst weiter unterhalb von allen wichtigen Charthürden notiert, die zu überwinden für einen Befreiungsschlag nötig wären.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.10.2025 um 22:03 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Juli gab es bei der Aktie des Anlagenbauers SÜSS MicroTec einen Crash, gestern gab es mit -27,39 Prozent schon den nächsten. Die Aktie landete in einer Unterstützungszone … könnte das eine Gelegenheit sein, hier billig einzusteigen?

Am Montagabend nach Handelsende legte der für die Halbleiterindustrie fertigende Anlagenbauer seine vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal vor. Schon die Überschrift machte klar: Das wird für die Aktie nicht gut ausgehen. Denn die Formulierung „deutlich unter Markterwartung“ machte klar: Hier lief etwas ganz und gar nicht so, wie sich das diejenigen gedacht hatten, die die SÜSS MicroTec-Aktie seit Anfang September von 24,00 auf in der Spitze 38,42 Euro und damit um bis zu 60 Prozent nach oben gekauft hatten.

Zwar kamen keine Aussagen zu Umsatz und Gewinn im dritten Quartal, aber zur Gewinnmarge. Die lag auf EBIT-Basis, d. h. vor Zinsen und Steuern, bei 10,5 Prozent und damit in der Tat deutlich niedriger als die 12,5 Prozent, die seitens der Analysten erwartet wurden. Das veranlasste den Vorstand, die Gesamtjahresprognose anzupassen. Zwar geht man unverändert von einem Jahresumsatz zwischen 470 und 510 Millionen Euro aus, senkte die Prognosespanne für die EBIT-Marge aber von bislang 13 bis 15 auf 11 bis 13 Prozent.

Grob könnte man daraus ableiten, dass der Gewinn am Ende irgendwo zwischen 20 und 30 Prozent niedriger liegen könnte als gedacht. Und in dieser Dimension hatte die Aktie dann ja auch als Reaktion auf diese Meldung am Dienstag verloren. Warum also nicht einfach zugreifen? Zumal der Kurs durch diesen Kurseinbruch an das obere Ende einer aus den beiden Tiefs vom April und September bei 24,00 zu 26,68 Euro gebildeten Unterstützungszone gerutscht ist. Diese Unterstützungszone könnte doch halten?

Expertenmeinung: Könnte sie. Aber das ist offen genug, um sich besser nicht darauf zu verlassen. Erstens, weil die SÜSS-Aktie auch nach dem Kurseinbruch von Ende Juli, als erstmals die 2025er-Prognose gesenkt werden musste, eine Zeit lang deutlich weiter verkauft wurde. Zweitens, weil eine erneute Prognosesenkung psychologisch noch heftiger wirkt als nur eine, sprich die erste. Und vor allem drittens sollte zur Vorsicht mahnen:

SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 29.10.2025, Kurs 26,30 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 29.10.2025, Kurs 26,30 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS

Die vorherige Kaufwelle hatte darauf basiert, dass man unterstellte, dass Investitionsgüter-Hersteller für den Halbleiterbereich durch den bereits zum x-ten Mal erneut ausgerufenen KI-Boom doch profitieren müssten. Aber bislang ist das bei SÜSS MicroTec (und nicht nur dort) nicht der Fall. Und die Aussage, dass man die Prognose senkt, weil sich aus Sicht des Vorstands auch im vierten Quartal keine substanzielle Verbesserung abzeichnet, und der Umstand, dass der Auftragseingang des dritten Quartals mit 70 Millionen Euro unerfreulich gering ausfiel, zeigen:

Dieses KI-Kaufargument lässt sich kurzfristig nicht mehr ausgraben. Daher ist die Chance, dass die Aktie an dieser Supportzone auf dem Absatz kehrtmacht und dann tatsächlich auch über diesem Bereich 24,00 zu 26,68 Euro bleibt, gering genug, um als Fazit zu formulieren: Lieber nicht in ein fallendes Messer greifen!

Quellenangaben: Vorläufiges Ergebnis des 3. Quartals, 27.10.2025
https://www.suss.com/de/investor-relations/ad-hoc-releases/vorlaufige-geschaftszahlen-von-suss-fur-das-dritte-quartal-2025-deutlich-unterhalb-der-markterwartung-prognose-fur-die-bruttomarge-und-die-ebit-marge-im-geschaftsjahr-2025-reduziert/743433816

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Süss Microtec überrascht mit einem Kurssprung von 12 % – doch ist das der Startschuss für eine neue Rallye oder ein Strohfeuer?

Ein Blick auf die Gewinner und Verlierer der großen Indizes ist immer lohnenswert.  Mit einem Plus von 12 % steht SUSS Microtec heute auf dem Siegertreppchen. Handelt es sich um ein Strohfeuer oder hat die Rallye gerade erst begonnen?

Geschäftsmodell

Süss Microtec (seit November 2024 offiziell SUSS Microtec) entwickelt und fertigt Anlagen sowie Prozesslösungen für Mikrostrukturanwendungen – ein Bereich, in dem SUSS über 75 Jahre Erfahrung verfügt.

Das Portfolio umfasst ein breites Spektrum an Produkten und Lösungen für die Bereiche Backend-Lithografie, Wafer-Bonding und Fotomaskenreinigung.

Ob Herstellung von Speicherchips, Kameras für Mobiltelefone oder Reifendrucksensoren – die Lösungen von SUSS werden innerhalb eines breiten Spektrums von Herstellungsprozessen für Alltags- oder Industrieanwendungen eingesetzt. Kunden aus der Halbleiterindustrie und verwandten Märkten wie Advanced Packaging, MEMS und LED-Anwendungen schätzen insbesondere unsere umfassende Erfahrung in der Waferprozessierung.
Dies macht SUSS zu einem zuverlässigen Partner für die Großserienproduktion und für die Forschung und Entwicklung.

Kernkompetenzen

Im Bereich Backend-Lithografie zählen Belacker und Entwickler zu den wichtigsten Systemen. Sie ermöglichen das präzise Auftragen und Entwickeln von Fotolacken auf Wafern, was die Basis für alle nachfolgenden Strukturierungsprozesse bildet.

Ergänzt wird das durch Tintenstrahldrucksysteme, die eine flexible, maskenlose Strukturierung erlauben und vor allem für Prototyping und Spezialanwendungen relevant sind.

Mask-Aligner stellen eine der Kernkompetenzen des Unternehmens dar. Sie dienen der exakten Ausrichtung und Belichtung von Wafern und Substraten und werden in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt – von MEMS über LEDs bis zu modernen Packaging-Technologien.

Kurssprung dank Rating

Auf eine Empfehlung von Oddo BHF folgte am Montag ein Aufschwung Süss-Microtec-Aktie.
Der Analyse von Oddo BHF zufolge seien „die Zeiten sinkender Gewinnerwartungen vorüber“.

Das ist zumindest der Wortlaut, der in den gängigen Börsenmedien zu finden ist – die Studie selbst liegt mir nicht vor.
Die Formulierung lässt einen gewissen Interpretationsspielraum zu.

Im ersten Moment hört es sich an, als würde von steigenden Gewinnen gesprochen. Womöglich ist aber auch nur gemeint, dass der Gewinn nicht noch stärker sinken soll, als ohnehin angenommen wird.
Denn derzeit wird für das laufende Geschäftsjahr ein Rückgang des Gewinns um 4 % und für 2026 sogar ein Minus von 15 % vorgesehen.

Sollte Oddo BHF jedoch steigende Gewinne erwarten, hebt man sich damit stark von den Konsensschätzungen ab.

Sind die guten Zeiten vorerst vorbei oder fangen sie gerade erst an?

Eine Sache dürfte jedoch klar sein. Sollten die Erwartungen (Konsensschätzungen) im nächsten Geschäftsjahr deutlich übertroffen werden oder der Gewinn sogar zulegen, ist mit steigenden Kursen zu rechnen.
Doch wie wahrscheinlich ist das?

Wie immer liefern die Quartalsberichte und Geschäftszahlen entsprechende Hinweise.
Im ersten Halbjahr konnte Süss Microtec den Umsatz von 192,8 auf 266,4 Mio. Euro erheblich steigern und das EBIT verbesserte sich von 30,1 auf 41,9 Mio. Euro.

Für das zweite Halbjahr zeigte man sich jedoch verhalten. „Nach zwei ausgesprochen starken Jahren beim Auftragseingang halten sich unsere Kunden aktuell angesichts der unsicheren Rahmenbedingungen und der Inbetriebnahme der gelieferten Anlagen mit Bestellungen zurück“, so Burkhardt Frick, CEO von SUSS. 

 „Wir gehen weiterhin davon aus, unser zu Jahresbeginn gestecktes Umsatzziel zu erreichen. Allerdings wird die aktuell schwächere Nachfrage möglicherweise bereits Ende des Jahres 2025 punktuell zur Unterauslastung von Produktionskapazitäten führen. Diese Entwicklung und ein absehbar weniger profitabler Produktmix lassen uns vorsichtiger auf die Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte schauen“, erläutert Dr. Cornelia Ballwießer, CFO von SUSS.

Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr stellt Süss Microtec daher einen Umsatz von 470 – 510 Mio. Euro und eine EBIT-Marge von 13 – 15 % in Aussicht.
Daraus ergibt sich ein gemischtes Bild.

Der Umsatz würde auf Jahressicht zwar um 5 – 15 % steigen, die Profitabilität wäre jedoch spürbar rückläufig. Im Vorjahr lag die EBIT-Marge noch bei 16,8 %.

Darüber hinaus erwartet Süss Microtec, dass das Geschäft in der zweiten Jahreshälfte schlechter ausfallen wird als in der ersten Jahreshälfte – sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn.
Damit wären die Zeiten des dynamischen Wachstums vorerst zu Ende.

Sollte es zu keiner nennenswerten Nachfragebelebung kommen, stehen die Chancen nicht schlecht, dass das Ergebnis nicht nur in diesem, sondern auch im kommenden Jahr sinken wird.

SÜSS Microtec Aktie: Chart vom 13.10.2025, Kurs: 37,08 EUR - Kürzel: SMHN | Online Broker LYNX
SÜSS Microtec Aktie: Chart vom 13.10.2025, Kurs: 37,08 EUR – Kürzel: SMHN | Online Broker LYNX

Vorerst sitzen die Bullen jedoch fest im Sattel. Gelingt der Ausbruch über 36 Euro, könnte das weitere Kursgewinne in Richtung 41 sowie 44 und 47,50 Euro nach sich ziehen.

Fällt die Aktie im Wochenverlauf jedoch wieder unter 36 Euro zurück, könnte sich der heutige Kurssprung als Strohfeuer herausstellen.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

SÜSS MicroTec hatte die Erwartung von Tradern und Analysten mit seinen Halbjahreszahlen enttäuscht. Das sorgte Ende Juli für einen drastischen Abverkauf von 20 Prozent an nur einem Tag. Doch die Aktie fiel noch deutlich weiter und wird damit zum Risiko … für die Bären.

Ja, die Wachstumsstory des auf die Halbleiterbranche spezialisierten Anlagenbauers hat eine Delle. Zwar soll der Umsatz steigen, aber die Gewinnmarge sinken, SÜSS MicroTec sieht bei der EBIT-Marge für das laufende Jahr eine (Ende Juli dorthin gesenkte) Spanne zwischen 13 und 15 Prozent. 2024 war dem Unternehmen da noch der Rekordwert von 16,8 Prozent gelungen. Da der Umsatz nicht in vergleichbarem Maß steigt, wie die Marge sinkt, muss für 2025 mit einem leicht niedrigeren Gewinn pro Aktie gerechnet werden. Derzeit liegen die Schätzungen der Analysten im Bereich von 2,60 bis 2,65 Euro pro Aktie. Aber:

Das wäre eben kein Gewinneinbruch, sondern genau wie formuliert ein nur leicht niedrigerer Gewinn; 2024 hatte der, abzüglich eines großen Sonderertrags, bei 2,72 Euro gelegen. Doch während die Gewinnerwartung nur leicht zurückgenommen wurde, erlebt die Aktie einen förmlichen Baisse-Taumel. Seit dem Schlusskurs am Vortag der Halbjahreszahlen ist die SÜSS-Aktie um fast 35 Prozent weggebrochen. Und so dynamisch die Bären hier auch unterwegs sind, diese aktuelle Gemengelage könnte für diejenigen Short-Seller, die nicht auf der Hut sind, ins Auge gehen.

Expertenmeinung: Denn wer hier aussteigen wollte, dürfte längst ausgestiegen sein. Die Aktie bezieht ihre Abwärtsdynamik jetzt vor allem von gezielten Leerverkäufen. Die aber in dem Moment so richtig problematisch werden, wenn eine Aktie nicht wie erhofft unter den Level fällt, zu dem man geliehene Aktien am Markt verkauft hat, die man dann zu tieferen Kursen zurückkaufen und damit einen Gewinn erzielen wollte … sondern steigt.

Und das könnte sie jetzt jederzeit. Aus rein fundamentaler Sicht, weil dieser Abstieg eine ohnehin eher günstig bewertete Aktie noch viel billiger gemacht hat. Aktuell hätten wir hier ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis um zehn, das ist für einen Anlagenbauer mit Spezialausrichtung auf die Chipbranche untypisch niedrig. Aus charttechnischer Sicht, weil die SÜSS-Aktie jetzt das bisherige Jahrestief erreicht hat. Im April markiert, als man panisch wurde und dachte, da geht nichts mehr in Richtung USA raus. Aus markttechnischer Sicht, weil die Aktie klar überverkauft ist.

Wer hier Aktien leer verkauft hat, könnte also a) mit dem Ergebnis zufrieden sein und b) auf den Gedanken kommen, dass es Zeit wäre, die Ernte einzufahren. Und genau das kann in einen sogenannten „Short Squeeze“ führen, eine Situation, in der die Bären ausgequetscht werden wie Zitronen. Grund:

Um ihre Positionen zu schließen und damit den Gewinn mitzunehmen, müssen die Leerverkäufer, sprich die Bären, ihre zuvor zum Zweck des Drückens der Aktie geliehenen und verkauften Aktien ja zurückkaufen (was man auch „Eindecken“ nennt). Und das in einem überverkauften Markt, in dem es schon so lange abwärts ging, dass das Aktien-Angebot außerhalb dieser Leerverkäufe sehr schnell zu klein würde, wenn zu viele zugleich diese Eindeckungen vornehmen wollen. Daher können ein paar Eindeckungen zu viel den Kurs schnell und weit nach oben treiben, was dann die verbleibenden Leerverkäufer nervös machen dürfte. Und falls die dann auch die Segel streichen wollen, würde der Kaufdruck nur noch höher … ein Short Squeeze wäre geboren.

SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 20.08.2025, Kurs 26,60 Euro, Kürzel: SMHN | Online Broker LYNX
SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 20.08.2025, Kurs 26,60 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS

Und dieses Risiko wäre nicht vom Tisch, wenn die Aktie das April-Tief bei 26,68 Euro, das gestern im Schlusskurs bereits leicht unterboten wurde, deutlicher unterschreitet. Denn das könnte zwar durch ausgelöste Stop-Loss-Verkaufsorders von immer noch ausharrenden Bullen einen schnellen Ruck nach unten auslösen. Aber genau das wäre ja das Angebot, auf das Leerverkäufer warten würden, um auch für größere Eindeckungen genug Aktien im Angebot zu haben. Das kann aber eben auch zu wenig sein. Und auch das Risiko sollte man, wäre man hier auf der Short-Seite dabei, sehen:

Da die Aktie jetzt so weit gefallen und so günstig bewertet ist, wäre es zumindest keine Überraschung, wenn einige „Shorties“ das Potenzial als ausgereizt einordnen und gezielt so viel mehr Aktien einsammeln, als sie müssten, um dadurch netto Long zu werden, sprich die Seiten in Richtung bullisch zu wechseln.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.