Im Zuge der Halbleiter-Hausse seit Ende März schoss auch die Aktie des Spezialanlagen-Herstellers SUSS MicroTec durch die Decke. Doch dann brach die Fahnenstange, der Kurs kam deutlich zurück. Bärisch ist er aber noch nicht – und muss es auch nicht werden, wenn …
… die Bullen zeitnah frische Argumente bekommen, um hier wieder anzutreten. Diese Argumente könnten von SUSS MicroTec selbst in Form der Halbjahreszahlen kommen. Doch die stehen erst für den 6. August an. Ob die Trader so lange die Füße stillhalten und die Aktie in ihrer jetzigen Position zwischen Baum und Borke halten, ist zu bezweifeln, aber:
Es könnte schon reichen, wenn seitens der vielen, zuletzt so massiv gestiegenen und dann in eine scharfe Korrektur geratenen Halbleiter-Aktien starke Bilanzdaten kommen. Stark genug, dass man die Annahme, dass die Anlagen und Prozesslösungen, die SUSS MicroTec liefert, in den kommenden Jahren massive Nachfragesteigerungen sehen werden, auffrischt und idealerweise noch höhere Analysten-Prognosen für Umsatz und Gewinn einlaufen. Doch die Sache hat so ihre Risiken.
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Expertenmeinung: Es wäre zwar keine Überraschung, wenn viele der anstehenden Bilanzen von Chip-Herstellern und Zulieferern über den Prognosen liegen werden. Aber das ist bei extremen Hausse-Phasen gar nicht so sehr der Punkt. Entscheidend dafür, ob diese Halbleiter-Titel daraufhin in den Rallye-Modus zurückkehren, ist, ob die tatsächlichen Erwartungen der Trader ebenfalls übertroffen werden. Und die liegen in solchen Phasen, wenn ein bestimmter Sektor am Markt „gehypt“ wird, immer über den offiziellen Prognosen der Analysten. Da müsste man also einige sehr positive Überraschungen sehen, um die Masse der Halbleiter-Aktien als Zugpferd für SUSS MicroTec zu reaktivieren.
Zumal SUSS MicroTec selbst nach der Korrektur von der Bewertung her noch kein „Schnäppchen“ ist. Auf Basis der derzeitigen durchschnittlichen Annahme, dass 2026 ein Gewinn pro Aktie um zwei Euro erreicht wird, kommt man hier auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von etwa 42, das ist für einen Anlagenbauer ebenso eher teuer wie für eine Halbleiter-Aktie. Zwar gehen die Analysten davon aus, dass der KI-Boom die Nachfrage und mit ihr die Gewinnmargen von Halbleiter-Unternehmen ebenso wie von Zulieferern wie SUSS auf Jahre hinaus befeuern wird. Aber das sind Annahmen, die auch falsch sein können.
Daher wäre es, auch wenn die Aktie derzeit die Chance hätte, die Korrektur mit einem Doppeltief zu beenden, höchst gewagt, einfach die Hand aufzuhalten. Dieses Doppeltief kann vollendet werden … aber es muss nicht. Und sollte sich das Umfeld nicht wie von den Bullen benötigt entwickeln, wäre die charttechnische Alternative eine, die nur den Bären gefallen kann:

Sollte SUSS MicroTec das bisherige Korrekturtief bei 74,30 Euro brechen, würde die Korrektur damit faktisch wieder aufgenommen … und der nächste, markantere Unterstützungsbereich würde dann erst in der Region 55,50/58,50 Euro warten, wo die mittelfristige Aufwärtstrendlinie und die 200-Tage-Linie verlaufen. Dieses Abwärtsrisiko ist zu groß, um hier nach dem Motto „wird schon klappen“ einem Befreiungsschlag nach oben vorzugreifen.
Der wäre dann vollzogen, wenn die SUSS-Aktie Schlusskurse über 91 Euro abliefert und dadurch zugleich die 50-Tage-Linie überwindet. Das kann gelingen, wenn genug Halbleiter-Aktien überzeugen und wieder anziehen, aber auch dann bliebe ein Aufwärtsschwenk unter Vorbehalt, bis die Akteure auch die Zahlen von SUSS MicroTec am 6. August begutachtet und für bullisch befunden haben. Es sollte sich lohnen, diese Sache im Auge zu behalten.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.07.2026 um 22:21 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.




