Dass am Aktienmarkt bei Kaufwellen gerne mal erheblich übertrieben wird und Korrekturen dann entsprechend heftig ausfallen, ist nichts Neues. Aber bei SUSS MicroTec hat sich der Kurs seit dem Rekord vom Juni bereits halbiert – und die Käufer tauchen immer noch nicht auf.
Als Ende März plötzlich die Halbleiteraktien und die von Halbleiter-Zulieferern wie dem Spezialgeräte-Hersteller SUSS MicroTec durchstarteten, begann die Hausse hier bei 42,42 Euro. Kaum drei Monate später markierte die Aktie mit 118,40 ihr bisheriges Rekordhoch. Dass ein Kursanstieg um 179 Prozent in derart kurzer Zeit nach einer Korrektur schreit, ist nachvollziehbar. Aber die Grundidee, die hinter den Käufen stand, ist ja weiterhin gültig:
Der massive Ausbau der KI-Systeme und der dafür nötigen Rechenzentren erhöht die Nachfrage nach Halbleitern immens. Entsprechend von Vorteil ist das auch für Unternehmen wie SUSS MicroTec, wo man spezielle Anlagen und Lösungen für deren Herstellung anbietet. Und dass der Gedanke, dass auch bei solchen Zulieferern jetzt richtig etwas vorwärts geht, nicht aus der Luft gegriffen ist, konnte SUSS MicroTec gerade erst im August belegen, als man im Zuge der Halbjahreszahlen einen Rekord beim Auftragseingang ebenso wie beim Auftragsbestand meldete.
Da darf man sich schon wundern, dass sich der Aktienkurs seit dem Rekordhoch in derart kurzer Zeit mehr als halbiert hat und dadurch von den in der Spitze erreichten 179 Prozent der Hausse aktuell nur noch gut 31 Prozent übrig sind. Findet sich da irgendwo ein verstecktes Haar in der Suppe?
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Expertenmeinung: Am Rekordhoch wäre das die Bewertung gewesen, denn für das laufende Jahr sehen die Analysten den Gewinn unter dem des Vorjahres. Dadurch läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis sogar jetzt noch bei 35 und damit für eine Aktie aus dem Halbleitersektor überdurchschnittlich hoch. Doch dem ließe sich entgegnen, dass SUSS im laufenden Jahr neue Produkte einführt, die erst 2027 wirklich für nennenswerte Umsatzbeiträge sorgen werden. Und das volle Auftragsbuch kommt noch dazu, weshalb die Analysten die Aktie auch entsprechend positiv sehen … im Vergleich zum aktuellen Kurs sogar außerordentlich positiv.
Denn bei den Experten schätzt man, dass der 2027er-Gewinn pro Aktie weit über den der starken Jahre 2024 und 2025 hinaus steigen wird. Im Schnitt erwarten die Analysten, dass der Gewinn pro Aktie 2027 mehr als doppelt so hoch liegen könnte wie im laufenden Jahr … und aus deren Konsens-Prognose würde sich für 2027 ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von derzeit etwa 15 ergeben … das wäre immens niedrig. Entsprechend deutlich liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten über dem derzeitigen Kursniveau, nämlich bei 108 Euro … und alle acht die Aktie bewertenden Experten raten zum Kauf!
SUSS MicroTec wäre also, wenn man den mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit 2027 überwundenen Dämpfer beim Gewinn pro Aktie ausblendet, mit Blick auf die Bewertung, die Umsatz- und Gewinnperspektive und die Analystenmeinungen eigentlich ein idealer Long-Kandidat, auch dann, wenn man die extremen Erwartungen, die zu Beginn der Halbleiter-Hausse in die Größe und Dauer des Booms gesetzt wurden, auf ein realistischeres Maß zurückstutzt.
Hinzu kommt, dass sie aktuell auch noch markttechnisch überverkauft ist. Aber vom charttechnischen Bild her ist sie es ganz und gar nicht. Hier sehen wir einen absolut intakten Abwärtstrend, in dessen Verlauf seit Anfang des Monats neue, bärische Fakten geschaffen wurden, indem der Kurs zuerst an einem Widerstandsbereich abdrehte, dann die 200-Tage-Linie durchbrach und zuletzt auch noch die vor knapp einem Jahr etablierte Aufwärtstrendlinie durchschlug.

Solange es hier nicht gelingt, zumindest all den Boden, den die Aktie seit dem Oktober-Verlaufshoch (77,86 Euro) verloren hat, wieder wettzumachen, ist sie klar bärisch einzustufen. Und da man sich in solchen Situationen immer an diesen alten Börsenspruch „was billig scheint, kann leicht noch billiger werden“ erinnern sollte, hätte sie allemal einen Platz ganz oben in der Watchlist verdient, aber noch keinen im Depot selbst, denn der Chart zeigt klar: Die Trader sind, zumindest noch, mehrheitlich bärisch. Solange sich das nicht ändert, stünde man mit einem Long-Trade auf verlorenem Posten.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.10.2026 um 21:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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