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Siemens Energy Aktie Prognose Siemens Energy: Was man jetzt besser nicht übersehen sollte

News: Aktuelle Analyse der Siemens Energy Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Siemens Energy Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.01.2026 um 18:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Dezember war von einer Seitwärts-Konsolidierung geprägt, aber mit dem Startschuss ins neue Börsenjahr nahm Siemens Energy umgehend wieder Fahrt auf und erreichte neue Rekorde. Aber das als wegweisend für das Gesamtjahr anzusehen, wäre womöglich gewagt.

Weil institutionelle Investoren wie Fonds und Pensionskassen zu Beginn eines neuen Quartals und vor allem zu Beginn des ersten Quartals ihre Portfolio-Ausrichtung überprüfen und ggf. anpassen, können in der ersten Hälfte des Januars Weichen für neue Trends gestellt werden.

Was 2025 zurückblieb, erhält eine neue Chance. Was überzogen gestiegen ist, könnte zum Nebenschauplatz werden. Bei den ganz großen Highflyern gibt es indes, nicht nur bei den Geldverwaltern, die Tendenz, diese Trends einfach fortzuführen, nach dem Motto: Was läuft, läuft auch weiter. Die Frage ist dann aber: wie lange?

Und diese Frage kann und sollte man sich bei Siemens Energy durchaus stellen. Denn es ist zwar richtig, dass der Energiesektor-Ausrüster im Rahmen seines Kapitalmarkttages am 21. November eine überzeugende Strategie und erfreuliche Umsatz- und Margenziele vorlegte. Aber wer wartet sechs Wochen, um darauf zu reagieren? Wer daraufhin kaufen wollte, hat gekauft. Und steigende Kursziele, wie sie kurz vor Weihnachten von Jefferies (134 Euro) und JPMorgan (160 Euro) kamen, basieren nicht auf neuen Zahlen … die Bilanz des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2025/2026 kommt erst am 11. Februar.

Mit dem zu Jahresbeginn gelungenen Ausbruch aus der Konsolidierungszone nach oben würde die Aktie also erst einmal nur teurer, nicht lukrativer, denn dem charttechnisch bullischen Signal fehlt der fundamentale Unterbau. Und die Bewertung ist auf diesem Kursniveau ambitioniert: Man käme hier momentan auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 35 für das Geschäftsjahr 2025/2026, wobei die Basis der Berechnung eine geschätzte Steigerung des Gewinns pro Aktie um 110 Prozent zum Vorjahr ist.

Expertenmeinung: Zwar wäre ein KGV von 35 bei derart hohen, prozentualen Gewinnsteigerungen sogar noch eher günstig … aber nur, wenn man erwarten dürfte, dass der Gewinn auch 2026/2027 und danach in einer ähnlichen Größenordnung zulegt. Siemens Energy ist aber kein Hightech-Unternehmen in einem noch jungen, sich gerade erst entfaltenden Markt. Dieser Gewinnsprung wird u.a. durch das deutsche Infrastrukturprogramm und den massiven Bedarf an zusätzlicher Energieleistung durch wegen KI wie Pilze aus dem Boden schießenden Rechenzentren unterstellt. Das befeuert jetzt das Geschäft. Aber wird sich dieser Anschub auch weiter steigen?

Damit das KGV auf weniger ambitionierte Levels herunterkommt, müsste Siemens Energy nämlich in den Folgejahren noch mehr Gewinnwachstum generieren … sich auf dem dann höheren Niveau zu halten, würde nicht reichen. Und ob das gelingt, ist zumindest offen, denn dazu müssten diese derzeitigen, wachstumstreibenden Sondereffekte vorhalten, sich noch einmal intensivieren oder weitere hinzukommen.

Und auch das Unternehmen selbst greift ja, trotz überzeugender Wachstumsziele, nicht nach den Sternen. Was am Kapitalmarkttag verkündet wurde, war stark, war aber in Teilen des Markts sogar stärker erwartet worden … nicht umsonst sackte die Aktie am Tag der neuen Ziele bis knapp über 100 Euro durch. Jetzt notiert sie, ohne neue Nachrichten, gut 25 Prozent höher. Da mit engen Stop Loss Long zu arbeiten und in stärkere Aufwärtsimpulse hinein auch immer mal wieder ein klein wenig Kasse zu machen, wäre da allemal einen Gedanken wert!

Siemens Energy Aktie: Chart vom 05.01.2026, Kurs 127,55 Euro, Kürzel: ENR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Siemens Energy Aktie: Chart vom 05.01.2026, Kurs 127,55 Euro, Kürzel: ENR | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.11.2025 um 23:07 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Donnerstag traf ein Verlaufsrekord auf Abgaben, am Freitag sackte die Aktie kräftig durch. Auch hier, wie zuletzt oft gesehen, weil Gewinnphantasie mit realen Zielen des Unternehmens konfrontiert wurde. Aber noch ist Siemens Energy nicht bärisch. Es kommt auf drei Linien an.

Siemens Energy profitiert als Ausrüster von Unternehmen aus dem Energiesektor vom Bauboom und dem steigenden Energiebedarf durch den Ausbau der KI. Zugleich kann man darauf setzen, dass die Siemens-Tochter auch durch die deutlich höheren Infrastruktur-Investitionen, die die derzeitige Bundesregierung vornehmen will, einiges ins Auftragsbuch bekommt. Doch wie viel da an Wachstum drin ist, wie lange das vorhalten könnte, weiß man eben noch nicht. Auch Siemens Energy kann, was Aufträge und Gewinnmargen in ein, zwei oder mehr Jahren angeht, letzten Endes nur mutmaßen. Aber das hielt das Unternehmen, ebenso wie zuletzt eine Reihe anderer, nicht davon ab, mittelfristige Ziele zu formulieren. Und, wie zuletzt ebenfalls üblich, passierte das im Rahmen eines Kapitalmarkttags.

Für das seit 1. Oktober laufende Geschäftsjahr 2025/2026 sieht das Energietechnik-Unternehmen ein Umsatzwachstum im Bereich von 11 bis 13 Prozent und eine operative Gewinnmarge zwischen 9 und 11 Prozent. Der Umsatz hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar prozentual mehr zugelegt, dafür hatte die Marge nur bei 6 Prozent gelegen. Bis 2028 peilt man eine Umsatz-Wachstumsrate im niedrigen Zehner-Prozentbereich an, die Gewinnmarge soll deutlich weiter zulegen und eine Range von 14 bis 16 Prozent erreichen. Was nach den 6 Prozent 2024/2025 ambitioniert wirkt, aber man wird es ja sehen.

Expertenmeinung: Was man da zu sehen bekam, war aber eigentlich bekannt, denn mit diesen Zielen hatte Siemens Energy bereits im Rahmen der Bilanzzahlen vom 14. November aufgewartet. Nur eines war neu: Man werde bis 2028 eigene Aktien im Wert von bis zu 6 Milliarden Euro zurückkaufen, so das Unternehmen. Und das könnte der Grund für den Verlaufsrekord des Donnerstags bei 118,15 Euro gewesen sein – ebenso wie für den steilen Abriss auf 100,80 Euro zum Freitags-Handelsende. Denn diese Medaille hat zwei Seiten.

Einerseits bedeutet das „Einziehen“ von Aktien im Wert von 6 Milliarden Euro, dass sich der erwirtschaftete Gewinn auf weniger Aktien verteilt, der Gewinn pro Aktie also steigt. Daher ist die Reaktion, den Kurs auf solche Ankündigungen hin höher zu ziehen, fast reflexartig. Aber andererseits dürfte sich nach diesem ersten Impuls manch ein Marktteilnehmer gefragt haben, ob man da nicht ein bisschen zu großzügig mit noch nicht verdientem Geld plant. Denn der Gewinn nach Steuern lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 1,685 Milliarden Euro. Da muss also allerhand in Sachen Gewinnwachstum klappen, damit neben den Aktienrückkäufen auch noch genug für die Investitionen übrigbleibt, die das vom Konzern avisierte Wachstum in den nächsten Jahren begleiten müssten.

Dass sich daraufhin einige dachten, dass dieser Kurssprung des Donnerstags vielleicht eine gute Gelegenheit wäre, um immense Gewinne durch den Verkauf der Aktie wirklich sicher zu haben, wäre nachvollziehbar. Und die Vehemenz der Abgaben am Freitag deutet an, dass viele womöglich schon seit einiger Zeit über den Verkauf nachdachten und nur auf ein Signal der Aktie warteten, um das auch umzusetzen. Kurzfristig war der Verlauf des Donnerstags ein solches Signal, das daher am Freitag zu einem kräftigen Minus von 10,08 Prozent führte. Aber erst jetzt kommt die Aktie in eine Zone, in der es um die mittelfristige Ausrichtung geht.

Siemens Energy Aktie: Chart vom 21.11.2025, Kurs 100,80 Euro, Kürzel: ENR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Siemens Energy Aktie: Chart vom 21.11.2025, Kurs 100,80 Euro, Kürzel: ENR | Quelle: TWS

Drei Supportlinien sind es, auf die es jetzt ankommt, sie liegen bei 100, 94,40 und 82 Euro. Sollte Siemens Energy durch Letztere rutschen, wäre damit auch die 200-Tage-Linie gebrochen und ein mittelfristig relevantes Verkaufssignal generiert, das die Aktie umgehend ins „Bärenland“ verfrachten würde. Aber könnte es wirklich dazu kommen?

Momentan wirkt das zwar eher unwahrscheinlich, immerhin ist die Mehrzahl der Analysten derzeit noch positiv gestimmt, zudem liegt die Aktie jetzt unterhalb des Durchschnitts-Kursziels von 112,60 Euro. Aber dieser Abverkauf nach der Ankündigung der immens voluminösen Rückkauf-Pläne ist zumindest ein Warnsignal dahingehend, dass jetzt, nachdem die Ziele auf dem Tisch liegen und damit erst einmal nichts Neues zu erwarten wäre, auf der Oberseite ein Deckel drauf ist, der so leicht nicht zu heben wäre. Daher: Noch ist diese Aktie keine für die Short-Seite, aber für einen Einstieg drängt sich dieses Chartbild definitiv auch nicht auf!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.11.2025 um 22:14 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Mit 114,25 Euro schloss Siemens Energy knapp über dem bisherigen, Anfang des Monats bei 113,95 Euro erzielten Verlaufsrekord. Das Verlaufshoch des Montags lag mit 114,80 Euro nur marginal höher. Aber kann man das schon als „Ausbruch nach oben“ ansehen?

Am Donnerstagabend vergangener Woche kam Siemens Energy überraschend mit einer Ad-hoc-Meldung an, in der man die mittelfristige Prognose mit Blick auf das Geschäftsjahr 2028 anhob. Die Ergebnismarge soll dann nicht wie bisher angepeilt bei 10 bis 12, sondern bei 14 bis 16 Prozent liegen. Das jährliche Umsatzwachstum sieht man bis 2028 jetzt nicht mehr im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen, sondern im niedrigen zweistelligen Bereich.

Warum das nicht warten konnte, bis am Freitagmorgen die Bilanzzahlen für das Gesamtgeschäftsjahr 2024/2025 kamen, erschließt sich nicht wirklich. Aber allzu sehr verändert hat sich die Reaktion der Marktteilnehmer auf Zahlenwerk und Ausblick dadurch wohl eher nicht.

Dieses Ergebnis 2024/2025 entsprach den unternehmenseigenen Prognosen, lag an deren oberem Ende, war damit aber keine positive Überraschung. Umsatz +15,2 Prozent auf 39,1 Milliarden Euro, Marge bei sechs Prozent nach einem Prozent im Jahr 2023/2024, der Gewinn nach Steuern kam auf 1,68 Milliarden nach 1,33 Milliarden im Vorjahr. Trotzdem schwankte die Aktie am Berichtstag erheblich.

Siemens Energy Aktie: Chart vom 17.11.2025, Kurs 114,25 Euro, Kürzel: ENR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Siemens Energy Aktie: Chart vom 17.11.2025, Kurs 114,25 Euro, Kürzel: ENR | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Der Chart zeigt, dass der Siemens Energy-Kurs am Tag vor der Bilanz – dem Donnerstag – deutlich in die Knie gegangen war. Das basierte auf der Reaktion auf das Zahlenwerk des Mutterkonzerns Siemens, das vom Markt negativ aufgenommen wurde. Dass Siemens Energy dabei mit nach unten gezogen wurde, war dieses typische Phänomen der „Sippenhaft“, das man am Aktienmarkt oft auch in Bezug auf Aktien einer Branche sieht. Als Siemens Energys eigene Zahlen einen Tag später kamen, stellte man fest, dass die Vortagesverkäufe keine Grundlage hatten, und kaufte die Aktie zurück, aber:

Es fällt auf, dass dieser Freitag keineswegs in ruhigen Bahnen verlief. Der Kurs startete zwar mit einer großen Aufwärtskurslücke, wodurch der Verlust des Vortages mit einem Schlag mehr als kompensiert wurde. Aber im Handelsverlauf kam es zu kräftigen Abgaben; zeitweise war das zum Freitagsstart bei 11,33 Prozent gelegene Plus auf 3,9 Prozent zusammengeschrumpft, bevor erneut Käufe einsetzten und die Aktie mit +9,35 Prozent ins Wochenende ging. Am Montag folgten dann Anschlusskäufe, die der Aktie einen Anstieg um 3,39 Prozent und das eingangs erwähnte, neue Verlaufshoch einbrachten. Ein neues Hoch hätten wir also. Aber ist das bereits eine taugliche Basis für einen neuen, größeren Aufwärtsimpuls?

Dass zeitweilige, kräftige Gewinnmitnahmen am Freitag, dem Bilanztag, großenteils wieder aufgekauft wurden, könnte man als Beweis dafür sehen, dass die Bullen hier nichts anbrennen lassen. Was irritiert, ist, dass sie überhaupt löschen mussten.

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt momentan bei 111 Euro. Da sind wir jetzt also schon leicht darüber hinaus. Billig bewertet ist die Aktie auch nicht, man setzt auf zukünftig deutlich steigende Aufträge mit ebenso steigenden Margen durch Infrastruktur- und KI-Projekte – und hätte jetzt noch die höher angesiedelten Ziele als Argument. Aber all das sind eben Vorgriffe auf eine letzten Endes ungewisse Zukunft … und das dürfte die motiviert haben, hier Kasse zu machen, die am Freitag auf der Verkäuferseite standen.

Der Kurs ist noch nicht so klar und weit über das vorherige Hoch hinaus, dass man den Ausbruch als überzeugend und die Verkäuferseite als vom Platz gefegt ansehen könnte. Man sollte daher hier immer auch nach unten schauen. Die April-Aufwärtstrendlinie wurde durch diesen Abgabedruck am vergangenen Donnerstag getestet – und hielt. Sollte diese bei momentan 102 Euro verlaufende Linie jedoch mit Schlusskursen unter 100 Euro signifikant brechen, wäre das ein erhebliches Warnsignal!

Quellenangaben: Ergebnis Geschäftsjahr 2024/2025:
https://www.siemens-energy.com/de/de/home/pressemitteilungen/siemens-energy-erfuellt-alle-zielvorgaben-und-erhoeht-mittelfris.html

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die von Siemens Energy am Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen waren herausragend. Trotzdem schaffte die Aktie am Ende nur ein Plus von 1,04 Prozent. Diese eher magere Reaktion und vor allem das, was zuvor im Handelsverlauf passierte, sollte vorsichtig stimmen.

Normalerweise ist es eine schlechte Idee, einlaufende Bilanzdaten mit den Analystenprognosen statt mit den Zahlen des Vorjahreszeitraums zu vergleichen. Aber die Zahlen des Energieversorger-Ausrüsters waren vor einem Jahr noch äußerst schlecht und die Ausgangslage eine andere. Jetzt haben wir die großen Erwartungen, die sich aus dem massiv steigenden Energiebedarf des KI-Booms und den anziehenden Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben in Europa ableiten. Die Frage muss also, wenn es um die Perspektive des Kurses geht, aktuell lauten: Wurden diese Erwartungen erfüllt?

Nein, sie wurden übertroffen, nicht überall, aber da, wo es darauf ankommt. So stieg der Umsatz „nur“ um 13,5 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro, das lag in etwa im Rahmen der Prognosen. Was auch für den operativen Gewinn von 497 Millionen Euro galt. Nichts, das so nicht erwartet worden wäre … aber wichtig ist ja nicht das, was war, sondern das, was kommt. Und da konnte Siemens Energy beeindrucken:

Der Auftragseingang im dritten Geschäftsjahresquartal (Geschäftsjahresende 30. September) lag mit 16,6 Milliarden Euro weit über der ohnehin optimistischen Prognose von im Schnitt 14,1 Milliarden. Das waren fast 65 Prozent mehr im Auftragseingang als vor einem Jahr. Und besonders erfreulich war, dass die spanische Windkraft-Tochter Siemens Gamesa, die in den Jahren zuvor zum Groschengrab geworden war, erheblich zu diesem immensen Auftragseingang beitrug. Damit präsentierte sich Siemens Energy mit einem Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz (book-to-bill-ratio) von 1,7 – ein beeindruckend hoher Wert. Aber:

Expertenmeinung: Wo war der gewaltige Kurssprung als Reaktion auf diese hervorragenden Ergebnisse? Er blieb aus, im Gegenteil, zeitweise lag die Aktie im gestrigen Handel bis zu 5,1 Prozent im Minus. Und weit im Plus lag sie nie.

Siemens Energy Aktie: Chart vom 06.08.2025, Kurs 98,66 Euro, Kürzel: ENR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Siemens Energy Aktie: Chart vom 06.08.2025, Kurs 98,66 Euro, Kürzel: ENR | Quelle: TWS

Und das darf letzten Endes nicht überraschen, denn wenn eine Aktie dermaßen „gehypt“ wird wie diese, muss man fürchten, dass die Käufer hier nicht realistisches Wachstum erhoffen, sondern gewaltige, positive Überraschungen. Da ist bisweilen nicht einmal „sehr gut“ gut genug. Auch die Mitteilung, dass man angesichts dieser Ergebnisse damit rechnet, am oberen Ende des ohnehin bereits angehobenen Gesamtjahres-Ausblicks zu landen, konnte daran nichts ändern. Hinzu kommt, dass das höchste aller Analysten-Kursziele auch jetzt, nach den Zahlen, bei 108 Euro liegt, während der Kurs zuletzt seinen Verlaufsrekord bei 104,85 Euro sah. Und das durchschnittliche Ziel? Das liegt mit 80 Euro ein gutes Stück tiefer.

Daher dürften gestern einige den Eindruck gewonnen haben, dass jetzt, nachdem die guten Nachrichten auf den Tisch liegen und erst einmal keine neuen Kaufargumente auftauchen könnten, ein ganz guter Moment sei, um auch mal Kasse zu machen. Zwar gelang es, die aktuell wichtige, ehemalige Hausse-Begrenzungslinie bei derzeit 92,60 Euro, die seit Juni als Support fungiert, blitzsauber zu verteidigen. Aber das wirkte doch ein wenig wie Rettungskäufe der Bullen, daher:

Dass ein Kurssprung ausblieb und stattdessen Gewinnmitnahmen aufkamen, mahnt zur Vorsicht. Sollte diese gestern verteidigte Linie und die darunter wartenden Unterstützungslinien bei 89,52 und 87,20 Euro fallen, sollte sich, wer aggressiv auf der Long-Seite agiert, ernsthaft überlegen, die Reißleine zu ziehen.

Quellenangaben: Ergebnis des 3. Geschäftsjahresquartals, 06.08.2025:
https://www.siemens-energy.com/de/de/home/pressemitteilungen/siemens-energy-naehert-sich-mit-starkem-quartal-dem-oberen-ende-.html

Über den Autor

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Am kommenden Mittwoch stehen die Quartalsergebnisse von Siemens Energy im Terminplan. Man erwartet hervorragende Zahlen und einen noch besseren Ausblick. Aber selbst, wenn diese Erwartungen erfüllt würden, hätte man sich schon sehr weit aus dem Fenster gelehnt!

Man hatte Respekt vor der „magischen“ Marke von 100 Euro, das war nicht zu übersehen. Anfang Juli war man ihr mit einem Verlaufshoch von 99,10 Euro schon sehr nahegekommen, doch statt sie mit Schwung zu überwinden, schob sich die Aktie erst einmal seitwärts – bis zum Mittwoch. Der Auslöser, warum man sich dann doch auf einmal traute:

Siemens Energy Aktie: Chart vom 31.07.2025, Kurs 102,00 Euro, Kürzel: ENR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Siemens Energy Aktie: Chart vom 31.07.2025, Kurs 102,00 Euro, Kürzel: ENR | Quelle: TWS

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hob die Dividendenbeschränkung für das Unternehmen vorzeitig und damit bereits für das laufende Geschäftsjahr auf. Die galt, weil der Bund Garantien für Kredite des Unternehmens übernommen hatte, welche aber von Siemens Energy im Juni vorzeitig abgelöst worden waren. Was heißt: Die Unternehmens-Dividendenpolitik, zwischen 40 und 60 Prozent des Nettogewinns an die Aktionäre auszuschütten, greift wieder. Und das rechtfertigt grundsätzlich höhere Kurse. Eigentlich.

Doch gilt das auch für eine Aktie, die weit über dem Normalen bewertet ist, weil die Anleger hier immense Gewinnsteigerungen eingepreist haben, die erst noch Realität werden müssten?

Expertenmeinung: Wenn Siemens Energy in dieser Hinsicht „liefert“, indem der Auftragseingang weiterhin rasant zunimmt und die Gewinnmargen steigen, so dass die hohen Erwartungen der Analysten und Anleger unterfüttert werden, ließe sich das bejahen. Aber noch steht eine solche Bestätigung ja aus. Die letzten Zahlen waren die zum zweiten Geschäftsjahresquartal (Geschäftsjahresende ist hier immer der 30.9.). Und die kamen am 8. Mai. Seither ist der Aktienkurs um in der Spitze 43 Prozent gestiegen. Und mit ihm die Bewertung:

Auf Basis der durchschnittlichen Gewinnprognose für das am 30.9. endende Geschäftsjahr 2024/2025 läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis jetzt bei knapp 70. Das ist für einen Energieversorgungs-Ausrüster mehr als üppig. Sogar für die mehrheitlich grundsätzlich bullischen Analysten, denn der Kurs liegt mittlerweile meilenweit über deren Durchschnitts-Kursziel von 80 Euro.

Als Argument für dieses extrem hohe KGV werden die steigenden Ausgaben für Infrastruktur nicht nur in Deutschland und die Notwendigkeit eines rasanten Ausbaus der Energieversorgung aufgrund des hohen Energiebedarfs der wegen des KI-Ausbaus entstehenden Rechenzentren angeführt. Aber dafür wäre Siemens Energy ja nicht der einzige Anbieter. Und all das befindet sich in der Rubrik „voraussichtlich“.

Dieses Kursniveau wäre nur zu halten … und im Idealfall auszubauen … wenn die kommende Woche erwarteten Ergebnisse des dritten Geschäftsjahresquartals so stark ausfallen, dass sie die aktuelle Erwartung unterfüttern, dass sich der Gewinn pro Aktie im Geschäftsjahr 2025/2026 mindestens verdoppelt. Wenn da aber auch nur das kleinste Haar in der Suppe schwimmt, sollte man sich nicht wundern, wenn die Aktie die jetzt überbotene „magische“ 100-Euro-Marke sang- und klanglos wieder unterschreitet. Achten Sie also unbedingt auf die Reaktion nach den anstehenden Quartalszahlen, die dürfte für die kommenden Wochen wegweisend werden.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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