Am deutschen Aktienmarkt stieg in der zweiten Januar-Hälfte die Volatilität, die Hausse präsentiert sich zusehends wackliger. Siemens Energy wirkt da wie ein Fels in der Brandung, erst letzte Woche wurden neue Rekorde erzielt. Die Frage ist, ob der Fels wirklich massiv ist.

Die Bilanzdaten des ersten Quartals des bei Siemens Energy immer am 1. Oktober beginnenden, laufenden Geschäftsjahres stehen am 11. Februar, also Mitte kommender Woche, an. Man erwartet herausragende Ergebnisse nebst eines motivierenden Ausblicks; der Kursverlauf der Aktie, die sich zuletzt sogar gegen einen wackligen Gesamtmarkt auf neue Rekorde schob, macht das sehr klar. Klar ist aber auch:
Erst dann wird man wissen, ob die großen Erwartungen gerechtfertigt sind, die in den Kurs eingepreist wurden, seit die letzten Quartalszahlen bzw. das Ergebnis des Geschäftsjahres 2024/2025 am 13. November vorgelegt wurden. Und wenn man sich einmal ansieht, wo die Aktie an dem Tag, an dem die bislang aktuellsten Bilanzdaten vorgelegt wurden, notierte, sollte man dem vorhandenen Grundoptimismus eine solide Prise an Vorsicht beimengen, denn:
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Expertenmeinung: An diesem 13. November endete Siemens Energy als Verlierer, die Aktie sackte vom Vortagsschluss bei 107,35 Euro auf 101,05 Euro durch. Das Argument war, dass die da vorgelegten Ergebnisse sowie der Ausblick auf das jetzt laufende, neue Geschäftsjahr bereits im Kurs vorweggenommen, sprich eingepreist seien. Mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von derzeit knapp 40 auf Basis der momentanen, durchschnittlichen Gewinnschätzung der Analysten für das laufende Geschäftsjahr könnte man das für einen Energieversorger-Ausrüster noch mehr unterschreiben als im November. Denn seither hat die Aktie über 40 Prozent zugelegt.
Zwar folgten der 2024/2025er-Bilanz ein paar volatile Tage, aber schon Ende November gingen die Käufe wieder los. Schlussfolgerung: Wenn man die Aktie auf Basis dessen, was im November für das Jahr 2025/2026 vom Unternehmen avisiert wurde, für ein wenig teuer hielt und einige deswegen Gewinne mitnahmen … was ist seither passiert, das einen derart höheren Kurs rechtfertigt, ohne dass man bislang wüsste, wie sich das Geschäft seit dem 1. Oktober 2025 entwickelt hat?
Gute Frage. Zumindest haben zahlreiche Analysten ihre Kursziele seither immer höher geschraubt. Kaum erreichte die Aktie das Kursziel, wurde es bei manchen Bankhäusern flugs angehoben. Wobei man zwar vorbringen könnte, dass die Perspektive für Umsatz- und Margen-Anstieg bei Siemens Energy sukzessive steigen könnte, weil der mögliche Energiebedarf durch die Entwicklung und Nutzung von KI immer höher angesetzt werden muss. Aber wissen kann man es nicht. Nicht, bevor der Konzern am 11. Februar neue Zahlen vorlegt.
Zumal man bei einigen Kurszielen durchaus die Stirn runzeln könnte. Das höchste Kursziel lautet aktuell auf satte 200 Euro. Würde dieser Kurs erreicht, hieße das, dass Siemens Energy auf Basis der derzeitigen Konsens-Gewinnschätzung für das laufende Jahr ein KGV von 53 erreichen würde. Nur mal als Vergleich: Nvidia hat (auf Basis der gemeldeten, nicht der prognostizierten Gewinne) momentan ein KGV von 47!
Da ist also mittlerweile sehr viel an großen Erwartungen eingepreist, die sich erfüllen könnten, aber keineswegs müssen. Hier jetzt erst neu einzusteigen, erscheint daher hoch riskant. Und wer bereits engagiert ist, sollte auf keinen Fall ohne Stoppkurs agieren … für den man, je nach Aggressivität und Größe der Position, entweder mit der aktuell bei knapp 134 Euro verlaufenden 20-Tage-Linie einen gezielt engen oder aber mit der April-Aufwärtstrendlinie bei momentan 116 Euro einen etwas mittelfristiger ausgerichteten Anhalt finden würde.
Quellenangaben: Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/ENR.DE/analyst-insights/
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