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Redcare Pharmacy Aktie Prognose Redcare Pharmacy: Selling on good news – welche Marken müssten jetzt halten?

News: Aktuelle Analyse der Redcare Pharmacy Aktie

In diesem Artikel
Redcare Pharmacy
ISIN: NL0012044747
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Ticker: RDC -,-- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
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Erwartung: Neutral
Zur Redcare Pharmacy Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Die Online-Apotheke Redcare Pharmacy setzte ihr Wachstum im 3. Quartal fort. Der Umsatz übertraf die Prognose, die Marge legte deutlich zu. Doch die Aktie gab als Reaktion auf die Ergebnisse nach. Hatte man mehr erwartet – oder war es einfach nur „Selling on good news“?

Dass manche Marktteilnehmer grundsätzlich erwarten, dass die durchschnittlichen Prognosen der Analysten übertroffen werden, ist bekannt. Aber in diesem Fall hätte auch diese Klientel eigentlich nicht viel an diesem Zahlenwerk von Redcare Pharmacy mäkeln können:

Der Umsatz legte um 18 Prozent auf 847 Millionen Euro zu, im Schnitt hatten die Experten zuvor mit 839 Millionen gerechnet. Dabei gelingt weiterhin, worauf man lange gehofft hatte: Der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zieht, nach holprigem Start, im Kielwasser des E-Rezepts weiter stark an und macht in Sachen Umsatzanstieg die „Pace“. Der Bereich der nicht rezeptpflichtigen Waren (Non-Rx) stieg nur um 9,0 Prozent, der Rx-Umsatz, also der mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, aber um starke 31 Prozent.

Zugleich gelang es, die operative Gewinnmarge deutlich zu steigern, hier wurden 3,4 Prozent nach 1,0 Prozent im Vorjahr gemeldet, was auch daran lag, dass die Vertriebskosten langsam sinken. Zwar blieb unter dem Strich, nach Steuern, immer noch ein Minus, konkret in Höhe von 6,0 Millionen Euro. Aber zum einen war das immerhin weniger als im Vorjahreszeitraum (-10,1 Millionen), zum anderen könnte man dieses Nachsteuer-Minus in Relation zum Umsatz durchaus bereits als das Erreichen der Nulllinie ansehen … und mehr dürfte man am Markt wohl kaum erwartet haben.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Redcare Pharmacy Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Der Weg in die richtige Richtung wird also fortgesetzt. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde zwar „nur“ bestätigt, aber sie wurde bereits im Juni und dann ein zweites Mal im September nach oben genommen, das kann also auch kein Problem für die Marktteilnehmer gewesen sein. Was bliebe, wären schlicht Gewinnmitnahmen. Und dass es dieser Aspekt gewesen sein könnte, der die Aktie am Donnerstag drückte, wäre mit Blick auf das Chartbild auch plausibel.

Denn die Aktie hatte seit Mitte September in der Spitze um 58 Prozent zugelegt. Und nach den überzeugenden Halbjahreszahlen und der zweimal angehobenen Prognose konnte man sich gestern durchaus sagen: Jetzt liegt erst einmal alles auf dem Tisch, weitere Nachrichten kommen vermutlich in den nächsten Wochen nicht – warum also nicht mal ein paar Gewinne mitnehmen? Zwar liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten höher, bei gut 90 Euro … aber das muss ja nicht in einem Rutsch erreicht werden (bzw. muss ohnehin nicht zwingend erreicht werden), daher ist der Umstand, dass am Donnerstag mehr Verkäufer als Käufer am Markt waren, nicht unbedingt überraschend. Jetzt muss sich indes zeigen, ob aus einem Rücksetzer mehr wird und ob sich die Sache womöglich zu einer Korrektur auswächst.

Denn dass der Kurs noch ein Stück weiter nachgibt, wäre keineswegs bereits eine Übertreibung nach unten, so stark war das Gewinnwachstum auch wieder nicht, dass es eine echte Korrektur unwahrscheinlich machen könnte. Und aus charttechnischer Sicht wären weitere Abgaben durchaus denkbar, sofern die Supportzone, die jetzt bereits im Fokus steht, nicht halten sollte.

Sie sehen im Chart, dass die Redcare-Aktie gerade erst im Verlauf dieses Monats eine formvollendete Aufwärtswende abgeschlossen hatte. Das Problem: Die Nackenlinienzone dieser Bodenbildung war noch nahe, die findet sich zwischen 71,10 und 73,70 Euro. Auf das obere Ende dieser Zone hatte die Aktie am Donnerstag bereits aufgesetzt. Diese Zone sollte halten, damit der Weg nach oben nicht auf einmal wieder steinig wird. Aber auch wenn die Gewinnmitnahmen noch weitergehen sollten:

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 29.10.2026, Kurs 74,30 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 29.10.2026, Kurs 74,30 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

In der aktuellen Gemengelage böte diese Aktie weder mit Blick auf die Bilanzzahlen noch in Bezug auf die Charttechnik ein lukratives Ziel für das bärische Lager. Das wäre erst zu erwarten, wenn die mittelfristige Unterstützungszone im Bereich 56/58 Euro, bestehend aus der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie, fallen sollte. Und dass es dazu kommt, zeichnet sich, zumindest aktuell, nicht ab.

Quellenangaben:
Ergebnisse des 3. Quartals, 29.10.2026: https://www.redcare-pharmacy.com/de/newsroom/press-releases/strong-q3-with-revenue-increasing-18-driven-by-rx-and-adjusted-ebitda-margin-up-1-0pp-yoy-to-3-4-
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RDC.DE/analyst-insights/

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.10.2026 um 20:13 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

 

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Vorherige Analysen der Redcare Pharmacy Aktie

29.09.2026
08:16 Uhr

Redcare Pharmacy: Ist das Eis jetzt endlich gebrochen? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.09.2026 um 21:50 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Redcare Pharmacy-Aktie ist einer mittelfristig relevanten Aufwärts-Trendwende gestern einen guten Schritt nähergekommen. Und die Nachricht, die das kräftige Plus von 12,73 Prozent am Montag ausgelöst hatte, hätte durchaus das Potenzial, nachhaltig zu wirken.

Die Meldung las sich auf den ersten Blick gar nicht so spektakulär: Die Online-Apotheke hob am Montag die Prognose für das 2026er-Umsatzwachstum von bisher 15 bis 17 auf jetzt 16 bis 18 Prozent an, das Ziel für die um Sonderfaktoren bereinigte, operative Gewinnmarge blieb mit 2,5 bis 3,0 Prozent unverändert. „Peanuts“? Dass die Aktie daraufhin steil ging, lässt schon vermuten, dass das schon bedeutsamer war als eine Randnotiz. Zumal dem Unternehmen wohl kaum eine solche Meldung wert gewesen wäre.

Der entscheidende Faktor war, dass diese erneute Prognose-Anhebung (zuvor wurde der Umsatzausblick Mitte Juni angehoben) auf der Entwicklung des sogenannten Rx-Geschäfts basierte. Rx ist das Kürzel für verschreibungspflichtige Medikamente (alles andere wird, man kann es sich denken, mit „Non-Rx“ bezeichnet). Dieser Bereich ist vor allem für den wichtigen deutschen Markt die entscheidende Wachstumsquelle. Seit das E-Rezept existiert, können Kunden solche rezeptpflichtigen Medikamente deutlich einfacher bei Online-Apotheken kaufen. Das Problem war aber:

Expertenmeinung: Zunächst schien es, als würde dabei weit weniger herauskommen als erhofft, aber so langsam zieht die Sache eben an. Konkret sieht Redcare Pharmacy den Umsatz im Rx-Sektor jetzt bei 730 bis 760 Millionen Euro, bislang wurden 680 bis 720 Millionen angepeilt. Diese neue Prognose avisiert ein Umsatzwachstum zum Vorjahr von 45 bis 51 Prozent … und trägt die Botschaft in sich: Es geht voran.

Jetzt muss sich erweisen, ob das reicht, um die Skepsis der Marktteilnehmer zu beenden. Denn da war man bislang äußerst zurückhaltend, was sich nicht zuletzt darin manifestiert, dass die Aktie weit unterhalb des aktuellen, durchschnittlichen Analysten-Kursziels von 87,50 Euro blieb. Sieben der zehn die Aktie einstufenden Experten bewerteten sie mit „Übergewichten“ oder „Kaufen“. Doch die bereits im vergangenen Herbst begonnene Bodenbildung blieb trotzdem unvollendet. Bis jetzt?

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 28.09.2026, Kurs 68,20 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 28.09.2026, Kurs 68,20 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Das könnte sich jetzt zeitnah herausstellen. Denn mit dem kräftigen Plus zum Wochenstart ist der Kurs wieder nahe an die Nackenlinien-Zone bei 71,50 bis 73,80 Euro herangelaufen, deren Überwinden eine Aufwärtswende vollenden würde. Sollte Redcare Pharmacy diesen Widerstandsbereich bezwingen, läge das nächste Kursziel aus charttechnischer Sicht um die 90 Euro. Ob, falls die Aktie es bis dorthin schaffen würde, dann noch mehr drin wäre, müssten die anstehenden Quartalszahlen und neue Einschätzungen der Analysten entscheiden, aber alleine ein Ausbruch über 71,50/73,80 Euro würde diese Aussage, die zwischen den Zeilen der gestrigen Ad-hoc-Meldung zu lesen war, reflektieren: Es geht, endlich, voran.

Quellenangaben:
Prognose-Anhebung, adhoc-Meldung vom 28.09.2026: https://ir.redcare-pharmacy.com/nachrichten/redcare-pharmacy-hebt-wegen-starkem-rx-momentum-in-deutschland-die-umsatzprognose-fuer-das-geschaeftsjahr-2026-erneut/750b3fed-5832-4e23-a440-68d9e25cce15
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RDC.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

14.09.2026
08:03 Uhr

Redcare Pharmacy: Wenn eine Aktie niemand haben will … — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.09.2026 um 10:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Redcare Pharmacy-Chart wirkt wie ein Trauerspiel. Seit der Kurs Anfang des Monats aus der vorherigen Handelsspanne herausfiel, scheinen sich die Käufer komplett zurückgezogen zu haben. Doch gerade bei Chartbildern wie diesem sollte man eine Aktie im Auge behalten.

Der Chart zeigt eine Aktie, die einen massiven Abstieg hinter sich hatte, bevor sie Ende März auf einmal nach oben drehte und erheblich Boden gutmachte. Das sah gut aus … bis die Sache im Juli dann schiefging. Hätte sich im Juli eine deutliche Eintrübung der Hoffnungen und/oder Fakten ergeben, die den Kurs im Vorfeld so deutlich höher gezogen hatten, wäre der aktuelle Abwärtstrend nachvollziehbar und man könnte die Aktie in die Kategorie „Wiedervorlage irgendwann“ einordnen. Aber ganz so war es hier nicht.

Dass die Aktie der Online-Apotheke aktuell so trübe daherkommt, basiert nicht darauf, dass Redcare Pharmacy beim entscheidenden Faktor, auf den die Anleger hier schauen, enttäuscht hätte: Die Halbjahresergebnisse belegten, dass man weiter auf dem Weg ist, nach einem operativen Gewinn endlich auch netto schwarze Zahlen zu schreiben. Dass dieser Weg deutlich länger ist als noch in den Jahren während und unmittelbar nach Corona gedacht, weiß man längst. Dass die Konkurrenz in diesem Sektor stärker wird, ist ebenfalls nicht neu. Denn das war der Grund, weshalb die Redcare Pharmacy-Aktie bis Ende März derart weit nach unten durchgereicht wurde.

Und die Ende Juli vorgelegten Halbjahreszahlen waren solide, zudem wurde die Gesamtjahresprognose angehoben. Das Problem war aber, dass eine eingangs positive Reaktion auf dieses Zahlenwerk auf Gewinnmitnahmen traf … und das genau an dem Punkt, an dem es um ein bullisches Signal gegangen wäre. Der Blick auf den Chart zeigt:

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 11.09.2026, Kurs 52,35 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 11.09.2026, Kurs 52,35 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Der Kurs war am Tag der Bilanzvorlage, dem 29.7., an die Widerstandszone 71,26/73,26 Euro herangelaufen und dort abgeprallt. Anfang Juli war die Aktie dort schon einmal hängen geblieben, doch da konnte man das auf die starken Gewinne im Vorfeld und den dadurch überkauften Zustand des Kurses zurückführen. Bei diesem zweiten Versuch wirkte es, als hätten zu viele Anleger entschieden, dass ihnen die Ergebnisse zu mager waren. Auf die Gewinnmitnahmen des Bilanztages folgten Anschlussverkäufe … und schon sah das Chartbild nach Toppbildung aus.

Seither gibt es keine neuen Fakten vom Unternehmen, aber die Aktie ist trotzdem aus einer Art Eigendynamik heraus weiter abgerutscht. Mittlerweile ist die Distanz zum durchschnittlichen Kursziel der Analysten (aktuell bei 87,50 Euro) immens … aber die Käufer bleiben dennoch weg. Warum?

Weil es bei Aktien oft ähnlich zugeht wie bei einem Lokal, von dem man hört, dass es interessant sein soll. Wenn man dann hineinschaut und der Laden ist leer, wiegt dieser Eindruck schwerer als eine Empfehlung, dass man dort gut essen könne … und ähnlich ist es vermutlich hier: Wer das Chartbild sieht, schaut in Sachen Rahmendaten gar nicht erst genauer hin. Aber so etwas birgt grundsätzlich auch Chancen. Denn wenn eine Aktie derart flügellahm daherkommt, die Zahlen aber eigentlich höhere Kurse unterstützen könnten, braucht es hier nur eines, um den Kurs wiederzubeleben:

Einen initialen, positiven Impuls, sprich ein bullisches Signal im Chartbild. Ein solches Signal wäre als erster Schritt, der die Chance auf einen Ausbruch über den Bereich 71,26/73,26 Euro wiederbeleben würde, ein Anstieg über den Kreuzwiderstand bei 60 Euro. Und gerade bei Aktien, die anscheinend niemand haben will, ist oft bereits so viel Negatives eingepreist, dass ein kräftiger Anstieg, wie er dafür nötig wäre, schnell und abrupt entstehen könnte, sodass es lohnen dürfte, die Aktie im Auge zu behalten.

Nur vorgreifen sollte man einem solchen Szenario besser nicht, denn noch zeigt sich der Kurs kraftlos … und aus rein charttechnischer Sicht hat sich durch das Abrutschen unter den Support bei 53,66/55,80 Euro Spielraum bis hinunter auf 42 Euro aufgetan, der zwar nicht ausgelotet werden müsste … aber könnte!

Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RDC.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

18.08.2026
08:20 Uhr

Redcare Pharmacy: Das sollte jetzt besser nicht schiefgehen — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.08.2026 um 22:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Weg aus der Verlustzone, nicht nur operativ, sondern auch unter dem Bilanz-Strich, ist zäh für die Online-Apotheke Redcare Pharmacy. Aber die Halbjahresbilanz zeigte: Man ist unterwegs. Was bis Mitte Juni auch für die Aktie galt, aber aktuell sieht der Chart brenzlig aus.

Nach der Corona-Phase hatten viele Marktteilnehmer geglaubt, dass bestimmte Sektoren, die von den Lockdowns profitierten, auch in den Jahren danach ein stetiges und rasantes Wachstum ausweisen würden, weil die Verbraucher sich an diese Services gewöhnt haben und sie daher nicht mehr missen wollen. Dazu gehörten auch die Online-Apotheken. Und ja, diese Grundidee hat sich als richtig erwiesen. Aber nicht die Erwartungen, die man in Bezug auf das Gewinnwachstum hatte.

Redcare Pharmacy, ehemals Shop Apotheke, wächst in Bezug auf den Umsatz seit Jahren kontinuierlich. Beim operativen Gewinn hingegen gab es, wenngleich auch da die Tendenz aufwärts weist, immer wieder Schwankungen. Und netto waren die Ergebnisse bislang immer mit einem Minus versehen. Was sich indes, wenn die Analysten Recht bekommen, im kommenden Jahr ändern soll.

Hintergrund dieses langen Weges ist, dass sich Redcare Pharmacy zum einen wachsender Konkurrenz ausgesetzt sieht und zum anderen die Expansion erst einmal Geld kostet, bevor sie Geld bringt – das gilt für Marketing ebenso wie für Personalkosten und die Logistik.

Aber grundsätzlich waren die Anleger ja auch bereit, positive Signale in Bezug auf die Gewinne zu honorieren. Der letzte, kräftige Aufwärtsschub der Aktie Mitte Juni basierte auf der da gemeldeten Anhebung der 2026er-Prognose. Aber jetzt stockt der Trend.

Die Halbjahresergebnisse brachten, nachdem bereits vorläufige Zahlen vorlagen und die Prognose angehoben worden war, keine neuen Impulse. Und bis zum Ergebnis des laufenden, dritten Quartals dauert es noch, diese Ergebnisse sind für den 29. Oktober vorgesehen.

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 17.08.2026, Kurs 64,55 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 17.08.2026, Kurs 64,55 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Es fehlt also kurzfristig an Argumenten, neu einzusteigen oder zuzukaufen. Eigentlich könnte man unterstellen, vor allem mit Blick auf die mehrheitlich bullischen Analysten und deren durchschnittliches Kursziel von aktuell 86 Euro, dass alleine das Ausbleiben neuer, positiver Nachrichten nicht imstande sein könnte, das Erreichte zunichtezumachen. Denn welche Argumente hätte man, den Rallye-Impuls, der auf Basis der Prognose-Anhebung Mitte Juni entstanden war, komplett abzuverkaufen?

Nüchtern betrachtet könnte man so argumentieren, aber die Kurse werden nicht von einer unerbittlichen Logik gesteuert, sondern von externen Nachrichten, von Befürchtungen und Hoffnungen und, vor allem auf kurzfristiger Ebene, von rein chart- und markttechnischen Faktoren, die Basis der Entscheidungen kurzfristiger Trader sind. Und wenn man das weiß, weiß man auch:

Für einen Bruch der massiven Supportzone, die Redcare Pharmacy zwischen 53,66 und 60,44 Euro vorweisen kann, verstärkt durch mittelfristige Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie, wäre rein rational gesehen kein Grund vorhanden … was aber nicht bedeutet, dass es nicht trotzdem dazu kommen könnte.

Denn die Aktie „klebt“ einfach schon so lange am oberen Rand dieses Unterstützungsbereichs, ohne sich effektiv davon lösen zu können, dass die bärischen Trader längst auf dieses potenzielle Ziel aufmerksam geworden sind. Also muss die Aktie aus Sicht der Bullen zügig und vor allem diesmal effektiv von dieser Zone weg. Und genau das versuchte man zum Wochenstart auch, aber:

Wenngleich das Plus des Montags mit 5,82 Prozent allemal respektabel war, der Chart zeigt, dass das zwar ein Zeichen erster Gegenwehr am Rande der charttechnischen Klippe ist, aber noch nichts, das Erfolg haben muss. Bevor die Redcare-Aktie nicht mit Schlusskursen über 74 Euro aus ihrer Toppbildung ausgebrochen ist, indem die beiden letzten Zwischenhochs überwunden wurden, ist hier noch nichts gewonnen.

Und ein solcher Impuls dürfte kein Spaziergang werden, so dass, wer vor einem solchen Befreiungsschlag einen Long-Trade eingeht, schon eine gewisse Risikofreude mitbringen sollte.

Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/RDC.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

16.06.2026
08:14 Uhr

Redcare Pharmacy: Jetzt haben es die Bullen in der Hand! — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.06.2026 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Zu wenig Wachstum, zu hohe Kosten, zu viel Konkurrenz: Nachdem zu große Erwartungen von der Realität kassiert wurden, senkten die Anleger über der Redcare Pharmacy-Aktie den Daumen. Doch gestern kurz vor Handelsende kam eine Meldung, die aufhorchen ließ.

So langsam neigt sich das Quartal dem Ende zu, dementsprechend beginnt auch die „Saison“ der Gewinnwarnungen. Hier aber, bei der Online-Apotheke Redcare Pharmacy, war es keine Senkung, sondern eine Anhebung der Prognose, die am Montagnachmittag auf die Tische der Marktteilnehmer flatterte.

Im laufenden, zweiten Quartal lief es hinreichend gut, dass man es bereits vor dem Ende des Vierteljahres als machbar ansieht, die Gesamtjahresprognose anzuheben. Den Umsatzzuwachs sieht Redcare jetzt nach bislang 13 bis 15 bei 15 bis 17 Prozent. Und die EBITDA-Marge, also die Gewinnmarge des operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, erwartet das Unternehmen jetzt zwischen 2,5 und 3,0 Prozent. Bislang hatte man da „mindestens 2,5 Prozent“ angepeilt, 2025 wurden 2,0 Prozent erreicht.

Der gesteigerte Optimismus basiert zum einen auf sehr guten Gewinnmargen im sogenannten „Non-Rx“-Geschäft, d.h. mit rezeptfreien Produkten, zum anderen auf einem weiterhin starken Wachstum bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) in Deutschland, wo man im laufenden Quartal derzeit 57 Prozent Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbucht.

Gute Nachrichten … aber ist die Begeisterung derer, die daraufhin umgehend reagierten und die Aktie am Montag um satte 17,37 Prozent nach oben katapultierten, nicht überzogen?

Expertenmeinung: Die reinen Zahlen der angehobenen Prognose wirken klein. Aber wenn man mal die Mittelwerte nimmt, machen zwei Prozent mehr Umsatz viel aus, wenn zugleich die Marge steigt. Und deren Prognose-Anhebung ist zwar nominal klein, prozentual aber eine Menge wert. Denn wenn diese operative Marge jetzt bei 2,75 Prozent herauskommen sollte, nachdem man vorher 2,5 Prozent erreicht hätte, hieße das, dass von jedem Euro Umsatz zehn Prozent mehr als operativer Gewinn erreicht werden. Das ist also durchaus respektabel.

Dass die Aktie nach dem gestrigen Kurssprung aber noch viel mehr Luft nach oben hätte, würde die Anhebung der Ziele rein von ihrer Größenordnung nicht hergeben … eigentlich. Nur geht es da jetzt weniger darum, eine höhere Gewinnerwartung 1:1 einzupreisen, sondern um die Frage, ob diese „good news“ imstande sein könnten, den sich in diesem Abwärtstrend, der im November 2024 bei 171 Euro seinen Anfang nahm, niederschlagenden Pessimismus in Zuversicht umzukehren.

Die Analysten beurteilen die Aktie derzeit deutlich positiver als die Trader. Sechs der neun aktiven Einstufungen lauten auf „Kaufen“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 74 Euro. Richtig ist zwar, dass die Hausse, die diese Aktie ab 2020 erlebt hatte, auf der Erwartung basierte, dass die Online-Apotheke weit schneller tiefschwarze Zahlen erreichen würde als es jetzt der Fall ist …aber immerhin rechnen die Experten derzeit damit, dass Redcare Pharmacy 2027 endlich auch auf Nettobasis einen Gewinn ausweisen wird … und, dass dieser Weg in die schwarzen Zahlen sehr kontinuierlich weitergeht. Diesen Glauben und/oder die nötige Geduld haben, der Chart zeigt es, viele Akteure verloren. Es könnte gelingen, diese Meinungen als Folge dieser Prognose-Anhebung zu drehen, aber:

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 15.06.2026, Kurs 57,30 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 15.06.2026, Kurs 57,30 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Dazu braucht es ein Signal im Chartbild. Denn so groß der Sprung am Montag auch war, er hat die Aktie nur in, aber noch nicht über den Kreuzwiderstand geführt, auf den es für ein markantes, charttechnisches Kaufsignal ankommt: den durch die 200-Tage-Linie verstärkten Widerstandsbereich 55,80 zu 60,33 Euro. Sollte diese Zone bezwungen werden, kann ein solches, bullisches Signal zusätzlich als Motivation dienen, die Aktie wieder optimistischer zu betrachten. Die kommenden Tage werden zeigen, ob es gelingt, diesen kleinen Meilenstein zu setzen!

Quellenangaben: Meldung zur Anpassung der 2026er-Prognose, 15.06.2026: https://ir.redcare-pharmacy.com/nachrichten/redcare-pharmacy-beschleunigt-das-wachstum-steigert-die-profitabilitaet-und-erhoeht-die-prognose-fuer-das-geschaeftsjahr/d9e33e2e-8a15-4d9d-9f28-b5229edc533c

Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RDC.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

27.05.2026
08:38 Uhr

Redcare Pharmacy: Zeit für die nächste Runde? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.05.2026 um 18:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass Online-Apotheken wie Redcare Pharmacy (ehem. Shop Apotheke) grundsätzlich viel Potenzial haben, ist unstrittig. Das muss aber nicht automatisch bedeuten, dass die Aktie gut läuft. Zweimal wurden große Aufwärtsimpulse hier schon abverkauft. Kommt bald der Dritte?

Sollten die Analysten richtig liegen, würde Redcare Pharmacy 2028 erstmals auch auf Nettobasis schwarze Zahlen erreichen. Das wäre nahe genug, dass so mancher Anleger bei einer so deutlich gefallenen Aktie vorkaufen würde … normalerweise. Doch in diesem Fall hatte man das schon mehrfach getan. 2020 dachte man, dass sich Online-Apotheken schnell durchsetzen würden, nachdem viele Neukunden durch die Corona-Phase deren Vorzüge entdecken und dabeibleiben würden. Das war zwar auch so. Nur die Schlussfolgerung, dass das dazu führen würde, dass Redcare Pharmacy deshalb auch sehr schnell stark steigende Gewinne erzielen würde, war ein Irrtum.

Das Unternehmen investierte immense Summen in den Ausbau seiner Kapazitäten und ins Marketing. Dadurch wuchs der Umsatz konstant, der Nettogewinn ließ indes auf sich warten. Die gesamte Hausse wurde, wie der Chart auf Wochenbasis zeigt, wieder abverkauft. 2023, als man auf eine starke Belebung durch das Ende der Hochinflation setzte, zog die Aktie erneut an. Doch Sie sehen es: Man ist erneut wieder dort, wo die Kaufwelle begann. Die Margen mochten nicht deutlich genug steigen, zugleich kam immer mehr Konkurrenz auf. Direkte Mitbewerber, zudem die Drogeriemarktkette „dm“ und Amazon, bremsen das Wachstum.  

Aber es wäre eher überraschend, wenn die nächste, womöglich prozentual erneut weitreichende Welle an Hoffnungskäufen nicht käme. Die Frage ist weniger, ob sie kommt, sondern wann und von welchem Kursniveau aus.

Expertenmeinung: Ganz grundsätzlich hätte die Aktie derzeit ein Niveau, von dem aus man sich eine solche, neue Aufwärtsbewegung vorstellen könnte. Der aus den Jahrestiefs 2019 und 2022 zusammengesetzte Unterstützungsbereich zwischen 28,30/36,51 Euro war Ende März getestet worden und hielt. Zugleich sind die Analysten deutlich weniger pessimistisch für die Redcare-Aktie, als es die Anleger zu sein scheinen: Zum Ausstieg rät da derzeit niemand, sechs Analysten sehen die Aktie als kaufenswert an, drei raten zu „Halten“. Aktuell rangiert Redcare nahe am niedrigsten aller aktuellen Kursziele (40 Euro). Das durchschnittliche Kursziel findet sich momentan bei gut 74 Euro und damit weit über dem letzten Kurs.

Aber diese Diskrepanz zwischen einigermaßen optimistischen Analysten und dem Kursverlauf, der davon nichts widerspiegelt, ist ja nicht seit gestern vorhanden. Trotzdem verharrt die Redcare-Aktie im Abwärtstrend. Daran hat der Umstand, dass sie sich nach dem Test der Supportzone aus dieser nach oben hinaus retten konnte, noch nichts geändert. Wer sich da also in der Erwartung, die nächste Aufwärtsbewegung stünde vor der Tür, zu früh aus der Deckung wagt, könnte leicht auf Sand gebaut haben. Besser wäre es, charttechnische Signale für eine mögliche Aufwärtswende abzuwarten. Wobei sich dafür die gleitenden Durchschnitte förmlich aufdrängen.

Redcare Pharmacy Aktie: Tages-Chart vom 26.05.2026, Kurs 43,44 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Tages-Chart vom 26.05.2026, Kurs 43,44 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis (oben), dass der Kurs auffällig präzise von der 100-Tage-Linie nach unten geführt wird. Was andeutet: Diese Linie muss überwunden werden, um der Aktie die Tür nach oben zu öffnen. Um hindurch zu gehen, müsste aber aus charttechnischer Sicht noch mehr gelingen. Letzten Endes ist die 100-Tage-Linie nur der Ausgangspunkt einer breiteren Widerstandszone, die sich zusätzlich aus horizontalen, zwischen November und Januar entstandenen unteren Wendemarken zwischen 55,80/60,15 Euro, der Ende 2024 etablierten Abwärtstrendlinie (im Wochenchart unten) und der 200-Tage-Linie bei derzeit 63,40 Euro zusammensetzt. Würde diese Zone überboten, wäre die Redcare Pharmacy-Aktie auf charttechnischer Ebene bullisch. Alles, was sich darunter abspielt, hätte nur den Status eines „Vielleicht“, auf dessen Basis man eher nicht aktiv werden sollte.

Redcare Pharmacy Aktie: Wochen-Chart vom 26.05.2026, Kurs 43,44 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Wochen-Chart vom 26.05.2026, Kurs 43,44 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RDC.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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