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Laut der am Dienstag vorgelegten, vorläufigen Ergebnisse hat Sartorius 2025 die eigenen Ziele erreicht und avisiert für 2026 moderates, weiteres Wachstum. Gut, aber kein Grund, einzusteigen, schien es, als die Aktie daraufhin abrutschte. Aber dann kam der Turnaround.
Wer bei dieser 2025er-Bilanz auf eine Gewinndynamik hoffte, wie man sie bei Sartorius sowie der gesamten Medizintechnik-Branche bis 2022 erlebt hatte, wurde mit dem, was das Unternehmen am Dienstagmorgen als vorläufige Zahlen auf den Tisch legte, natürlich enttäuscht. Aber realistisch gesehen hätte das auch niemand ernsthaft erhoffen können, auch nicht in Bezug auf den Ausblick auf das Jahr 2026. Das, was Sartorius da präsentierte, lag „nur“ im Rahmen der eigenen Prognose ebenso wie im Bereich der Analystenschätzungen.
Der Umsatz stieg de facto um 4,7 Prozent, um Währungsnachteile bereinigt wurden daraus 7,6 Prozent. Sartorius selbst hatte um die sieben Prozent Anstieg angepeilt, das passte also. Der operative Gewinn, gerechnet vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), stieg um 11,2 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Damit wurde die Zielmarke des Analysten-Konsens genau getroffen. Die um Sonderfaktoren bereinigte EBITDA-Gewinnmarge wurde von 28,0 Prozent im Vorjahr auf 29,7 Prozent verbessert. Damit kam man leicht über das eigene Ziel und die Analysten-Durchschnittsprognose. Nur der Nettogewinn kam leicht unter der Prognose der Analysten herein. Dort wurden im Schnitt 4,83 Euro Gewinn pro Aktie gesehen, es wurden 4,79 Euro.
Was den Blick voraus angeht, kalkuliert der Medizintechnik-Spezialist für 2026 mit einem Umsatzanstieg von vier bis acht Prozent (ohne den Zukauf der Mattek Corp.). Was die EBITDA-Gewinnmarge angeht, will man sich erneut leicht auf etwas über 30 Prozent verbessern.
Das ist alles andere als rasant, was das Wachstum 2025 angeht, ebenso in Bezug auf das, was für 2026 ins Auge gefasst wird. Aber das konnte niemanden überraschen. Ein gutes Argument dafür, die Aktie auf diese Zahlen hin zu verkaufen, war das also nicht. Trotzdem passierte zunächst genau das. Warum?
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Expertenmeinung: Ein Argument könnte gewesen sein, dass Sartorius zwar betonte, dass sich die Nachfrage in allen Geschäftsbereichen verbessert hat, aber eine weiterhin auffällige Zurückhaltung bei den Investitionen seitens der Kunden zu beobachten war. Was bedeutet, dass eine Flut an Großaufträgen, wie man sie vor allem nach der Corona-Lockdown-Phase sah, so schnell nicht wiederkommen könnte.
Ein weiterer Punkt, den man hier auch nach dem immensen Abstieg der Aktie von ihrem 2021 bei 631,60 Euro markierten Rekordhoch anbringen könnte, ist die Bewertung: Die Sartorius Vorzugsaktie war damals, 2021, mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von bis zu 125 absurd überbewertet, aber sie ist heute trotz des erheblich tieferen Kursniveaus mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von derzeit um die 40 für die durchschnittliche 2026er-Gewinnschätzung der Analysten immer noch nicht „billig“. Ein solches KGV um 40 wäre fair, wenn man für die kommenden zwei, drei Jahre ein jährliches Wachstum beim Unternehmensgewinn von um die 20 Prozent erwarten könnte. Wer da am Dienstagmorgen ausstieg, zweifelt daran. Aber der Chart zeigt: Andere sahen das unübersehbar positiver.

Die Aktie drehte knapp über der wichtigen 200-Tage-Linie und der August-Aufwärtstrendlinie nach oben und entwickelte bis zum Handelsende eine beeindruckende Dynamik. Damit ist zwar noch kein erneutes, kurzfristig bullisches Signal entstanden, aber der Aufwärtstrend der vergangenen Monate hielt den Verkäufen der Skeptiker stand. Das ist schon mal gut.
Um nach dieser erfolgreichen Defensiv-Aktion mit gelungenem Ausfall den Weg für weitere Kursgewinne freizubekommen, müsste die Aktie das letzte Zwischenhoch bei 267,70 Euro überbieten, dann wäre das nächste Kursziel schon das 2025er-Verlaufshoch bei 292. Dass das kurzfristig erreicht wird, ist alles andere als eine ausgemachte Sache, auch nach diesem beeindruckenden Aufwärts-Turnaround nicht. Aber dass da einige am Markt unterwegs sind, die den Willen haben, genau das zu schaffen, wurde gestern klar erkennbar.
Quellenangaben: Vorläufiges Ergebnis des Geschäftsjahres 2025:
https://www.sartorius.com/en/company-de/newsroom-de/corporate-news-de/vorlaeufige-geschaeftszahlen-geschaeftsjahr-2025-sartorius-ag-1793938#clickedSearchResult=search-result-1793938&clickedSearchResultOffset=271
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