Die Neun-Monats-Zahlen des Labor- und Medizintechnik-Spezialisten Sartorius wiesen bei Umsatz, Marge und operativem Gewinn Wachstum aus. Die Aktie reagierte positiv und lief zum Wochenschluss auf neue Jahreshochs. Aber so recht überzeugend wirkt das noch nicht.
Der Umsatz des „Life-Science-Konzerns“, wie sich Sartorius selbst einordnet, stieg in den ersten neun Monaten operativ um währungsbereinigte 8,1 Prozent, real blieben 4,9 Prozent Anstieg übrig. Die operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) stieg um ein halbes Prozent auf 30,2 Prozent; der operative Gewinn, gerechnet als EBITDA, legte um 6,9 Prozent zu. Das ist unstrittig gut, aber dieses Wachstum weist noch nicht die Dynamik auf, die es bräuchte, um die Aktie nachhaltig zurück ins Blickfeld der Anleger zu bringen.
Neben höherer Wachstumsdynamik wäre es hilfreich, wenn die Kursziele der Analysten einem potenziellen Käufer der Aktie ein wenig Motivation bieten könnten, aber die Experten sind da durchaus zurückhaltend. Zwar nahmen einige ihre Kursziele nach den Zahlen nach oben, aber mit dem neuen Ziel der RBC von 330 Euro ist da bereits das höchste genannt. Das durchschnittliche Kursziel liegt in etwa auf Höhe des Kurslevels, mit dem die Sartorius Vorzugsaktie ins Wochenende ging … und das hat auch seine Gründe.
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Expertenmeinung: Denn diese Aktie ist von der Bewertung her teuer. Das Kurs-/Gewinn-Verhältnis auf Basis der aktuellen, durchschnittlichen Analystenprognose für den 2026er-Gewinn liegt derzeit bei 53. Was opportun wäre, wenn der Gewinn pro Aktie aktuell um die 20 bis 30 Prozent zulegt und man davon ausgehen würde, dass das auch in den kommenden zwei Jahren so bleibt. Dem entgegen steht dieser Anstieg des operativen Neun-Monats-Gewinns von knapp sieben Prozent. Um hier zu der alten Dynamik zurückzugelangen, die diese Aktie in den Jahren 2019 bis 2021 zur Kursrakete machte, müsste das Wachstum deutlich stärker ausfallen.
Daher ist es nicht unbedingt verwunderlich, dass der Sartorius-Kurs zwar als Reaktion auf diese Bilanzzahlen einen wichtigen Widerstand überwand, das Ganze aber eher wie ein „Arbeitssieg“ aussah. Die Vorzugsaktie schaffte am Donnerstag und Freitag zusammengenommen ein Plus von 7,9 Prozent, das sie über die Widerstandslinie bei 272,70 Euro trug. Wie wir in unserem Chart auf Wochenbasis sehen, ist die Wende damit aber noch nicht vollendet. Um diese seit über zwei Jahren laufende Bodenbildung abzuschließen, müsste die Aktie über das 2025er-Hoch bei 292 Euro laufen. Erst darüber würde sich rein charttechnisch orientierten Tradern erst einmal kein Widerstand mehr entgegenstellen.

Dass die Aktie auch diese Widerstandslinie überwindet, ist zwar möglich. Aber mit Blick auf die wenig inspirierenden Wachstumsraten und die insgesamt recht zurückhaltenden Analysten sollte man das besser nicht als ausgemachte Sache ansehen. Die Richtung der Aktie passt derzeit aus Sicht bullischer Trader, könnte aber noch mehr Schwung und Rückhalt durch ein sich intensivierendes Wachstum des Unternehmensgewinns vertragen, um wirklich zu überzeugen.
Quellenangaben:
Ergebnisse der ersten drei Quartale 2026, 22.10.2026: https://www.sartorius.com/en/company-de/newsroom-de/corporate-news-de/2026-nine-month-results-sartorius-group-de-1886510#clickedSearchResult=search-result-1886510&clickedSearchResultOffset=362.54998779296875
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/SRT3.DE/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.10.2026 um 21:38 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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