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Salzgitter überbot gestern eine charttechnische Widerstandslinie, von der man vor ein, zwei Jahren nicht einmal hätte träumen können. Da der Kursanstieg die Reaktion auf die vorläufigen 2025er-Zahlen war, könnte man meinen, der Ausbruch stünde auf soliden Füßen. Ist das so?
Die am Dienstagmorgen vorgelegten, noch ungeprüften Ergebnisse des Jahres 2025 lasen sich nicht gerade wie ein Grund, um diese Aktie umgehend einzusammeln. Der Umsatz fiel von zehn auf neun Milliarden Euro. Der operative Gewinn auf EBITDA-Basis fiel von 445 auf 376 Millionen Euro. Nur der Gewinn vor Steuern, das EBT, der fiel beeindruckend weniger schwach aus als seitens des Konzerns selbst noch im November geschätzt. Hier stand „nur“ ein Verlust von 28 Millionen zu Buche. Im Jahr 2024 lag das EBT noch bei -296 Millionen Euro. Salzgitter selbst hatte im Herbst eine Range von -50 bis -100 Millionen Euro avisiert.
Das klang gut. Und auch der Ausblick war einigermaßen erfreulich: Der Umsatz soll wieder in den Bereich von 9,5 Milliarden Euro steigen, das EBITDA von den für 2025 berichteten 378 Millionen auf 500 bis 600 Millionen Euro zulegen, beim Vorsteuergewinn (EBT) soll wieder ein Plus, konkret zwischen 75 und 175 Millionen, erzielt werden. Am Ende reichte das für ein solides Plus, das dazu führte, dass die Salzgitter-Aktie die Nackenlinien-Zone einer sich seit 2011 (!) hinziehenden Bodenbildung bei 48,76 zu 52,48 Euro überwand. Alles klar, freie Bahn nach oben? Wer genauer hinschaut, könnte da skeptisch sein, denn:
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Expertenmeinung: Die Sache lief am Dienstag keineswegs so klar ab, wie man das angesichts der aktuellen grünen Kerze im Chart auf Monatsbasis denken würde.

Wenn Sie sich den Chart auf Tagesbasis ansehen, erkennen Sie:

Die Aktie hatte im Handelsverlauf auch mal im Minus notiert. Und das nicht nur ein bisschen, sondern sie lag am Tagestief ganze 8,8 Prozent hinten und wäre, hätte die Aktie da geschlossen, an dieser vorgenannten, so entscheidenden Widerstandszone im Chart abgeprallt. Und dass einige die Sache angesichts des zeitweiligen Minus offenbar deutlich weniger positiv werteten, hat Gründe.
Denn dass das EBT deutlich weniger im Minus landete als im Vorfeld von allen Seiten vermutet, basierte auf einem markanten, bei 150 Millionen liegenden positiven Beitrag durch die knapp 30-prozentige Beteiligung von Salzgitter am Kupferkonzern Aurubis. Dort gingen Gewinn und Kurs durch die Decke, getragen von der Hausse beim Kupferpreis. Das aber bedeutet: Für den Moment bietet das Rückenwind, aber das muss nicht so bleiben. Zwar lagen auch die 378 Millionen im operativen Geschäft besser als der Analysten-Konsens, der 334 Millionen Euro gesehen hatte. Aber ob das reicht, um die Aufwärtsbewegung der Aktie fortzusetzen und die Vollendung dieser riesigen Bodenbildung dadurch zu zementieren?
Das durchschnittliche Kursziel der Analysten lag im Vorfeld der Bilanzdaten bei 48,23 Euro. Nur vier von neun die Aktie regelmäßig einschätzenden Analysten plädierten zuletzt dafür, hier einzusteigen. Jetzt notiert der Kurs ein gutes Stück höher … und das auf dem Unterbau von Gewinnen einer Beteiligung, die auf hoch volatilen Rohstoffpreisen fußt. Das ist wacklig genug, um bei dieser markttechnisch bereits überkauften Aktie zumindest eine Absicherung bestehender Positionen unter der im Tageschart zu sehenden Supportzone 42,20/43,70 Euro anzustreben und sich Zukäufe oder sogar den Neueinstieg genau zu überlegen.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzung: https://finance.yahoo.com/quote/SZG.DE/analyst-insights/
Vorläufiges Ergebnis 2025 und Ausblick 2026, 10.02.2026: https://www.salzgitter-ag.com/fileadmin/footage/MEDIA/presse/szag_ad_hoc/pdf/2026/20260210_Salzgitter_AG_Insiderinformation_gemaess_Artikel_17_MAR_DE.pdf
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