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Zu Beginn des Handels am Montag lag die Rheinmetall-Aktie zwar kräftig im Plus, aber dieser initiale Anstieg traf auf massive Abgaben. Dabei könnte man denken, dass eine militärische Eskalation wie im Iran Rüstungstitel deutlich befeuern müsste. Warum kam es nicht so?
Dass es eine unmittelbare Korrelation zwischen einer negativen geopolitischen Entwicklung und Rüstungsaktien gibt, ist zwar mittelfristig durchaus richtig. Aber es kommt sehr darauf an, wie sich diese Eskalation darstellt. Im Fall dieses Angriffs auf den Iran, dessen Gegenschläge und den Kurssprung beim Ölpreis kam zwar der konkrete Zeitpunkt überraschend. Dass die Sache aber genauso ausgehen würde, war weithin erwartet bzw. befürchtet worden.
Daher hatten die Ereignisse des Wochenendes keine vergleichbare Folge wie z. B. der Angriff Russlands auf die Ukraine Ende Januar 2022. Mit dem hatte man nicht allgemein gerechnet. Dementsprechend machte die Rheinmetall-Aktie damals einen gewaltigen Satz nach oben und baute diesen Kursanstieg in den darauffolgenden Wochen weiter aus. Heute sieht die Lage anders aus.
Wobei nicht nur das Überraschungselement fehlt, sondern auch die unmittelbare Verbindung dieser Entwicklung mit dem Wachstumspotenzial des Konzerns, denn:
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Expertenmeinung: Auf Basis bisheriger Fakten seitens des Unternehmens rechnet man dort trotz deutlich gestiegenen Auftragseingangs mit einem hinter diesen Wachstumsraten zurückbleibenden Umsatzzuwachs. Erstens, weil sich diese Aufträge über Jahre ziehen, zweitens, weil man die Produktionskapazität nicht einfach in Windeseile und nach Belieben hochfahren kann, auch das braucht seine Zeit. Daher wäre es nicht realistisch, zu erwarten, dass diese Intensivierung der geopolitischen Spannungen eine unmittelbare Veränderung bei Umsatz, Marge und Gewinn für das laufende Jahr auslösen würde. Mehr dazu wird von Rheinmetall vermutlich im Rahmen eines Ausblicks auf 2026 kommen, den man zusammen mit der 2025er-Bilanz am 11. März erwarten darf.

So gesehen sah man am Markt keinen unmittelbaren Grund, hier jetzt massiver zuzugreifen. Der Blick auf den Chart zeigt dabei, dass bereits im Juni 2025, als die ersten Attacken Israels und der USA auf den Iran liefen, keine größere, positive Reaktion der Rheinmetall-Aktie zu erkennen war. Die „reflexartigen“ Käufe zum Handelsstart wurden daher abverkauft, der Kurs geriet in den Strudel des allgemeinen Abverkaufs im DAX … und ein bullisches Signal im Chartbild, das zu Handelsbeginn noch greifbar wirkte, blieb aus.
Würde es gelingen, die bereits in der vergangenen Woche angegangene, aber nicht überbotene 200-Tage-Linie auf Schlusskursbasis klar zu überwinden, würde das den Weg nach oben wieder freigeben. Aber an eben dieser momentan bei 1.740 Euro verlaufenden Linie drehte die Aktie am Montag erst einmal nach unten ab. Ein aktiv bärisches Signal wäre zwar erst gegeben, wenn die Aktie die massive Supportzone bei 1.481 zu 1.500 Euro durchschlagen würde. Aber solange die Bullen diese 200-Tage-Linie nicht als Barriere aus dem Weg räumen können, ist die Chance eines Befreiungsschlags wacklig genug, um diesem besser nicht vorzugreifen.
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