Viele hatten vor einem Jahr gedacht, mit den neuen Plänen der Bundesregierung und der veränderten Gesamtsituation würden Aktien aus dem Verteidigungssektor wie die RENK Group rasante Umsatz- und Gewinnanstiege zeigen. Doch mit „rasant“ wird es bislang nichts.

Ein Musterbeispiel für charttechnische Präzisionsarbeit gibt die RENK Group-Aktie zwar nicht gerade ab, das wird beim Blick auf das Chartbild umgehend deutlich. Aber wir sehen hier nichtsdestotrotz eine Handelsspanne mit einer in beiden Fällen breiten, aus mehreren Umkehrpunkten bestehenden Widerstands- und Supportzone. Und mit der Reaktion auf die am Donnerstag präsentierte 2025er-Bilanz und den Ausblick auf das laufende Jahr ist der Kurs in die untere Zone dieser Spanne gerutscht. Die Frage ist:
Wird er auch aus ihr nach unten herausrutschen oder gelingt es, diesen Unterstützungsbereich zwischen 47,16 und 54,02 Euro zu verteidigen? Das wird darauf ankommen, ob man sich zeitnah am Markt damit abfinden könnte, dass die Bäume hier zwar wachsen, aber nicht, wie vor einem Jahr noch vermutet, rasant in den Himmel. Denn der Ausblick des Herstellers von vor allem im Verteidigungssektor eingesetzten Getrieben und Antriebssystemen ist zwar gut. Aber er ist nicht wirklich dynamisch.
Konkret berichtete RENK für 2025 einen um knapp 20 Prozent gestiegenen Umsatz und einen etwas überproportional um 21,7 Prozent gestiegenen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT). Im Großen und Ganzen war das erwartet worden, auch, dass der Auftragseingang mit 1,57 Milliarden Euro ein gutes Stück über dem bei 1,37 Milliarden gelegenen Umsatz hereinkommen würde. Würde das Wachstum in diesem Tempo weitergehen oder sich sogar beschleunigen, wäre die Hausse des Vorjahres zumindest im Nachhinein durch Fakten unterfüttert. Aber so ganz konnte RENKs Ausblick da nicht überzeugen:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur RENK Group Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Die RENK Group sieht für 2026 einen Umsatz von „über 1,5 Milliarden“. Bleibe es bei den 1,5 Milliarden, wäre das nur ein Anstieg um zehn Prozent. Und das um Sonderfaktoren bereinigte EBIT soll nach 230 Millionen Euro im Jahr 2025 zwischen 255 und 285 Millionen liegen. Also ein Plus zwischen gut 10 bis zu 24 Prozent. Die bisherige, durchschnittliche Analystenprognose für das 2026er-EBIT liegt bei 265 Millionen, also leicht unter der Mitte dieser avisierten Spanne. Das ist gut genug, um nicht enttäuscht zu sein. Aber nur, wenn das obere Ende der avisierten Spanne erreicht würde, wäre das genug, um auf dem derzeitigen Kursniveau neue Begeisterung auszulösen. Und ob es so kommt, weiß man jetzt eben noch nicht.
Man ist auf dem Weg, aber man rennt nicht. Damit hätte man derzeit keine tauglichen Argumente, um bei RENK jetzt, nachdem die Übertreibungsphase vom Herbst korrigiert wurde, über die Short-Seite nachzudenken. Aber hier einzusteigen wäre zumindest so lange hoch riskant, bis erkennbar würde, dass genug Käufer nicht nur genauso denken wie man selbst, sondern auch handeln. Charttechnisch wäre die Aktie wieder bullisch, wenn sie aus dieser aktuellen Handelsspanne nach oben ausbrechen würde. Dazu müsste sie über 70,66 Euro schließen. Aber dann wäre die – aktuell angemessene – Bewertung schon wieder eher teuer, daher:
Innerhalb ihrer aktuellen, breiten Handelsspanne zwischen 47,16 und 70,66 Euro ist die Aktie hochvolatil und tendenziell unberechenbar. Außerhalb der Range wäre sie aber auf der Unterseite bereits zu günstig, um viel Potenzial für die Short-Seit zu erwarten, auf der Oberseite dann aber teuer genug, um auch nicht allzu viel Luft nach oben zu haben. Fazit: Derzeit müsste man hier eher nicht dabei sein.
Quellen:
Ergebnisse des Geschäftsjahres 2025, 05.03.2026:
https://ir.renk.com/de/news-releases/news-release-details/geschaeftsjahr-2025-renk-group-ag-erreicht-jahresziele-mit-neuen
--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen





