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Redcare Pharmacy Aktie Prognose Redcare Pharmacy: Wenn eine Aktie niemand haben will …

News: Aktuelle Analyse der Redcare Pharmacy Aktie

In diesem Artikel
Redcare Pharmacy
ISIN: NL0012044747
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Ticker: RDC -,-- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
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Zur Redcare Pharmacy Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Der Redcare Pharmacy-Chart wirkt wie ein Trauerspiel. Seit der Kurs Anfang des Monats aus der vorherigen Handelsspanne herausfiel, scheinen sich die Käufer komplett zurückgezogen zu haben. Doch gerade bei Chartbildern wie diesem sollte man eine Aktie im Auge behalten.

Der Chart zeigt eine Aktie, die einen massiven Abstieg hinter sich hatte, bevor sie Ende März auf einmal nach oben drehte und erheblich Boden gutmachte. Das sah gut aus … bis die Sache im Juli dann schiefging. Hätte sich im Juli eine deutliche Eintrübung der Hoffnungen und/oder Fakten ergeben, die den Kurs im Vorfeld so deutlich höher gezogen hatten, wäre der aktuelle Abwärtstrend nachvollziehbar und man könnte die Aktie in die Kategorie „Wiedervorlage irgendwann“ einordnen. Aber ganz so war es hier nicht.

Dass die Aktie der Online-Apotheke aktuell so trübe daherkommt, basiert nicht darauf, dass Redcare Pharmacy beim entscheidenden Faktor, auf den die Anleger hier schauen, enttäuscht hätte: Die Halbjahresergebnisse belegten, dass man weiter auf dem Weg ist, nach einem operativen Gewinn endlich auch netto schwarze Zahlen zu schreiben. Dass dieser Weg deutlich länger ist als noch in den Jahren während und unmittelbar nach Corona gedacht, weiß man längst. Dass die Konkurrenz in diesem Sektor stärker wird, ist ebenfalls nicht neu. Denn das war der Grund, weshalb die Redcare Pharmacy-Aktie bis Ende März derart weit nach unten durchgereicht wurde.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Redcare Pharmacy Aktie finden Sie hier.

Und die Ende Juli vorgelegten Halbjahreszahlen waren solide, zudem wurde die Gesamtjahresprognose angehoben. Das Problem war aber, dass eine eingangs positive Reaktion auf dieses Zahlenwerk auf Gewinnmitnahmen traf … und das genau an dem Punkt, an dem es um ein bullisches Signal gegangen wäre. Der Blick auf den Chart zeigt:

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 11.09.2026, Kurs 52,35 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 11.09.2026, Kurs 52,35 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Der Kurs war am Tag der Bilanzvorlage, dem 29.7., an die Widerstandszone 71,26/73,26 Euro herangelaufen und dort abgeprallt. Anfang Juli war die Aktie dort schon einmal hängen geblieben, doch da konnte man das auf die starken Gewinne im Vorfeld und den dadurch überkauften Zustand des Kurses zurückführen. Bei diesem zweiten Versuch wirkte es, als hätten zu viele Anleger entschieden, dass ihnen die Ergebnisse zu mager waren. Auf die Gewinnmitnahmen des Bilanztages folgten Anschlussverkäufe … und schon sah das Chartbild nach Toppbildung aus.

Seither gibt es keine neuen Fakten vom Unternehmen, aber die Aktie ist trotzdem aus einer Art Eigendynamik heraus weiter abgerutscht. Mittlerweile ist die Distanz zum durchschnittlichen Kursziel der Analysten (aktuell bei 87,50 Euro) immens … aber die Käufer bleiben dennoch weg. Warum?

Weil es bei Aktien oft ähnlich zugeht wie bei einem Lokal, von dem man hört, dass es interessant sein soll. Wenn man dann hineinschaut und der Laden ist leer, wiegt dieser Eindruck schwerer als eine Empfehlung, dass man dort gut essen könne … und ähnlich ist es vermutlich hier: Wer das Chartbild sieht, schaut in Sachen Rahmendaten gar nicht erst genauer hin. Aber so etwas birgt grundsätzlich auch Chancen. Denn wenn eine Aktie derart flügellahm daherkommt, die Zahlen aber eigentlich höhere Kurse unterstützen könnten, braucht es hier nur eines, um den Kurs wiederzubeleben:

Einen initialen, positiven Impuls, sprich ein bullisches Signal im Chartbild. Ein solches Signal wäre als erster Schritt, der die Chance auf einen Ausbruch über den Bereich 71,26/73,26 Euro wiederbeleben würde, ein Anstieg über den Kreuzwiderstand bei 60 Euro. Und gerade bei Aktien, die anscheinend niemand haben will, ist oft bereits so viel Negatives eingepreist, dass ein kräftiger Anstieg, wie er dafür nötig wäre, schnell und abrupt entstehen könnte, sodass es lohnen dürfte, die Aktie im Auge zu behalten.

Nur vorgreifen sollte man einem solchen Szenario besser nicht, denn noch zeigt sich der Kurs kraftlos … und aus rein charttechnischer Sicht hat sich durch das Abrutschen unter den Support bei 53,66/55,80 Euro Spielraum bis hinunter auf 42 Euro aufgetan, der zwar nicht ausgelotet werden müsste … aber könnte!

Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RDC.DE/analyst-insights/

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.09.2026 um 10:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der Redcare Pharmacy Aktie

18.08.2026
08:20 Uhr

Redcare Pharmacy: Das sollte jetzt besser nicht schiefgehen — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.08.2026 um 22:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Weg aus der Verlustzone, nicht nur operativ, sondern auch unter dem Bilanz-Strich, ist zäh für die Online-Apotheke Redcare Pharmacy. Aber die Halbjahresbilanz zeigte: Man ist unterwegs. Was bis Mitte Juni auch für die Aktie galt, aber aktuell sieht der Chart brenzlig aus.

Nach der Corona-Phase hatten viele Marktteilnehmer geglaubt, dass bestimmte Sektoren, die von den Lockdowns profitierten, auch in den Jahren danach ein stetiges und rasantes Wachstum ausweisen würden, weil die Verbraucher sich an diese Services gewöhnt haben und sie daher nicht mehr missen wollen. Dazu gehörten auch die Online-Apotheken. Und ja, diese Grundidee hat sich als richtig erwiesen. Aber nicht die Erwartungen, die man in Bezug auf das Gewinnwachstum hatte.

Redcare Pharmacy, ehemals Shop Apotheke, wächst in Bezug auf den Umsatz seit Jahren kontinuierlich. Beim operativen Gewinn hingegen gab es, wenngleich auch da die Tendenz aufwärts weist, immer wieder Schwankungen. Und netto waren die Ergebnisse bislang immer mit einem Minus versehen. Was sich indes, wenn die Analysten Recht bekommen, im kommenden Jahr ändern soll.

Hintergrund dieses langen Weges ist, dass sich Redcare Pharmacy zum einen wachsender Konkurrenz ausgesetzt sieht und zum anderen die Expansion erst einmal Geld kostet, bevor sie Geld bringt – das gilt für Marketing ebenso wie für Personalkosten und die Logistik.

Aber grundsätzlich waren die Anleger ja auch bereit, positive Signale in Bezug auf die Gewinne zu honorieren. Der letzte, kräftige Aufwärtsschub der Aktie Mitte Juni basierte auf der da gemeldeten Anhebung der 2026er-Prognose. Aber jetzt stockt der Trend.

Die Halbjahresergebnisse brachten, nachdem bereits vorläufige Zahlen vorlagen und die Prognose angehoben worden war, keine neuen Impulse. Und bis zum Ergebnis des laufenden, dritten Quartals dauert es noch, diese Ergebnisse sind für den 29. Oktober vorgesehen.

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 17.08.2026, Kurs 64,55 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 17.08.2026, Kurs 64,55 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Es fehlt also kurzfristig an Argumenten, neu einzusteigen oder zuzukaufen. Eigentlich könnte man unterstellen, vor allem mit Blick auf die mehrheitlich bullischen Analysten und deren durchschnittliches Kursziel von aktuell 86 Euro, dass alleine das Ausbleiben neuer, positiver Nachrichten nicht imstande sein könnte, das Erreichte zunichtezumachen. Denn welche Argumente hätte man, den Rallye-Impuls, der auf Basis der Prognose-Anhebung Mitte Juni entstanden war, komplett abzuverkaufen?

Nüchtern betrachtet könnte man so argumentieren, aber die Kurse werden nicht von einer unerbittlichen Logik gesteuert, sondern von externen Nachrichten, von Befürchtungen und Hoffnungen und, vor allem auf kurzfristiger Ebene, von rein chart- und markttechnischen Faktoren, die Basis der Entscheidungen kurzfristiger Trader sind. Und wenn man das weiß, weiß man auch:

Für einen Bruch der massiven Supportzone, die Redcare Pharmacy zwischen 53,66 und 60,44 Euro vorweisen kann, verstärkt durch mittelfristige Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie, wäre rein rational gesehen kein Grund vorhanden … was aber nicht bedeutet, dass es nicht trotzdem dazu kommen könnte.

Denn die Aktie „klebt“ einfach schon so lange am oberen Rand dieses Unterstützungsbereichs, ohne sich effektiv davon lösen zu können, dass die bärischen Trader längst auf dieses potenzielle Ziel aufmerksam geworden sind. Also muss die Aktie aus Sicht der Bullen zügig und vor allem diesmal effektiv von dieser Zone weg. Und genau das versuchte man zum Wochenstart auch, aber:

Wenngleich das Plus des Montags mit 5,82 Prozent allemal respektabel war, der Chart zeigt, dass das zwar ein Zeichen erster Gegenwehr am Rande der charttechnischen Klippe ist, aber noch nichts, das Erfolg haben muss. Bevor die Redcare-Aktie nicht mit Schlusskursen über 74 Euro aus ihrer Toppbildung ausgebrochen ist, indem die beiden letzten Zwischenhochs überwunden wurden, ist hier noch nichts gewonnen.

Und ein solcher Impuls dürfte kein Spaziergang werden, so dass, wer vor einem solchen Befreiungsschlag einen Long-Trade eingeht, schon eine gewisse Risikofreude mitbringen sollte.

Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/RDC.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

16.06.2026
08:14 Uhr

Redcare Pharmacy: Jetzt haben es die Bullen in der Hand! — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.06.2026 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Zu wenig Wachstum, zu hohe Kosten, zu viel Konkurrenz: Nachdem zu große Erwartungen von der Realität kassiert wurden, senkten die Anleger über der Redcare Pharmacy-Aktie den Daumen. Doch gestern kurz vor Handelsende kam eine Meldung, die aufhorchen ließ.

So langsam neigt sich das Quartal dem Ende zu, dementsprechend beginnt auch die „Saison“ der Gewinnwarnungen. Hier aber, bei der Online-Apotheke Redcare Pharmacy, war es keine Senkung, sondern eine Anhebung der Prognose, die am Montagnachmittag auf die Tische der Marktteilnehmer flatterte.

Im laufenden, zweiten Quartal lief es hinreichend gut, dass man es bereits vor dem Ende des Vierteljahres als machbar ansieht, die Gesamtjahresprognose anzuheben. Den Umsatzzuwachs sieht Redcare jetzt nach bislang 13 bis 15 bei 15 bis 17 Prozent. Und die EBITDA-Marge, also die Gewinnmarge des operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, erwartet das Unternehmen jetzt zwischen 2,5 und 3,0 Prozent. Bislang hatte man da „mindestens 2,5 Prozent“ angepeilt, 2025 wurden 2,0 Prozent erreicht.

Der gesteigerte Optimismus basiert zum einen auf sehr guten Gewinnmargen im sogenannten „Non-Rx“-Geschäft, d.h. mit rezeptfreien Produkten, zum anderen auf einem weiterhin starken Wachstum bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) in Deutschland, wo man im laufenden Quartal derzeit 57 Prozent Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbucht.

Gute Nachrichten … aber ist die Begeisterung derer, die daraufhin umgehend reagierten und die Aktie am Montag um satte 17,37 Prozent nach oben katapultierten, nicht überzogen?

Expertenmeinung: Die reinen Zahlen der angehobenen Prognose wirken klein. Aber wenn man mal die Mittelwerte nimmt, machen zwei Prozent mehr Umsatz viel aus, wenn zugleich die Marge steigt. Und deren Prognose-Anhebung ist zwar nominal klein, prozentual aber eine Menge wert. Denn wenn diese operative Marge jetzt bei 2,75 Prozent herauskommen sollte, nachdem man vorher 2,5 Prozent erreicht hätte, hieße das, dass von jedem Euro Umsatz zehn Prozent mehr als operativer Gewinn erreicht werden. Das ist also durchaus respektabel.

Dass die Aktie nach dem gestrigen Kurssprung aber noch viel mehr Luft nach oben hätte, würde die Anhebung der Ziele rein von ihrer Größenordnung nicht hergeben … eigentlich. Nur geht es da jetzt weniger darum, eine höhere Gewinnerwartung 1:1 einzupreisen, sondern um die Frage, ob diese „good news“ imstande sein könnten, den sich in diesem Abwärtstrend, der im November 2024 bei 171 Euro seinen Anfang nahm, niederschlagenden Pessimismus in Zuversicht umzukehren.

Die Analysten beurteilen die Aktie derzeit deutlich positiver als die Trader. Sechs der neun aktiven Einstufungen lauten auf „Kaufen“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 74 Euro. Richtig ist zwar, dass die Hausse, die diese Aktie ab 2020 erlebt hatte, auf der Erwartung basierte, dass die Online-Apotheke weit schneller tiefschwarze Zahlen erreichen würde als es jetzt der Fall ist …aber immerhin rechnen die Experten derzeit damit, dass Redcare Pharmacy 2027 endlich auch auf Nettobasis einen Gewinn ausweisen wird … und, dass dieser Weg in die schwarzen Zahlen sehr kontinuierlich weitergeht. Diesen Glauben und/oder die nötige Geduld haben, der Chart zeigt es, viele Akteure verloren. Es könnte gelingen, diese Meinungen als Folge dieser Prognose-Anhebung zu drehen, aber:

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 15.06.2026, Kurs 57,30 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 15.06.2026, Kurs 57,30 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Dazu braucht es ein Signal im Chartbild. Denn so groß der Sprung am Montag auch war, er hat die Aktie nur in, aber noch nicht über den Kreuzwiderstand geführt, auf den es für ein markantes, charttechnisches Kaufsignal ankommt: den durch die 200-Tage-Linie verstärkten Widerstandsbereich 55,80 zu 60,33 Euro. Sollte diese Zone bezwungen werden, kann ein solches, bullisches Signal zusätzlich als Motivation dienen, die Aktie wieder optimistischer zu betrachten. Die kommenden Tage werden zeigen, ob es gelingt, diesen kleinen Meilenstein zu setzen!

Quellenangaben: Meldung zur Anpassung der 2026er-Prognose, 15.06.2026: https://ir.redcare-pharmacy.com/nachrichten/redcare-pharmacy-beschleunigt-das-wachstum-steigert-die-profitabilitaet-und-erhoeht-die-prognose-fuer-das-geschaeftsjahr/d9e33e2e-8a15-4d9d-9f28-b5229edc533c

Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RDC.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

27.05.2026
08:38 Uhr

Redcare Pharmacy: Zeit für die nächste Runde? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.05.2026 um 18:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass Online-Apotheken wie Redcare Pharmacy (ehem. Shop Apotheke) grundsätzlich viel Potenzial haben, ist unstrittig. Das muss aber nicht automatisch bedeuten, dass die Aktie gut läuft. Zweimal wurden große Aufwärtsimpulse hier schon abverkauft. Kommt bald der Dritte?

Sollten die Analysten richtig liegen, würde Redcare Pharmacy 2028 erstmals auch auf Nettobasis schwarze Zahlen erreichen. Das wäre nahe genug, dass so mancher Anleger bei einer so deutlich gefallenen Aktie vorkaufen würde … normalerweise. Doch in diesem Fall hatte man das schon mehrfach getan. 2020 dachte man, dass sich Online-Apotheken schnell durchsetzen würden, nachdem viele Neukunden durch die Corona-Phase deren Vorzüge entdecken und dabeibleiben würden. Das war zwar auch so. Nur die Schlussfolgerung, dass das dazu führen würde, dass Redcare Pharmacy deshalb auch sehr schnell stark steigende Gewinne erzielen würde, war ein Irrtum.

Das Unternehmen investierte immense Summen in den Ausbau seiner Kapazitäten und ins Marketing. Dadurch wuchs der Umsatz konstant, der Nettogewinn ließ indes auf sich warten. Die gesamte Hausse wurde, wie der Chart auf Wochenbasis zeigt, wieder abverkauft. 2023, als man auf eine starke Belebung durch das Ende der Hochinflation setzte, zog die Aktie erneut an. Doch Sie sehen es: Man ist erneut wieder dort, wo die Kaufwelle begann. Die Margen mochten nicht deutlich genug steigen, zugleich kam immer mehr Konkurrenz auf. Direkte Mitbewerber, zudem die Drogeriemarktkette „dm“ und Amazon, bremsen das Wachstum.  

Aber es wäre eher überraschend, wenn die nächste, womöglich prozentual erneut weitreichende Welle an Hoffnungskäufen nicht käme. Die Frage ist weniger, ob sie kommt, sondern wann und von welchem Kursniveau aus.

Expertenmeinung: Ganz grundsätzlich hätte die Aktie derzeit ein Niveau, von dem aus man sich eine solche, neue Aufwärtsbewegung vorstellen könnte. Der aus den Jahrestiefs 2019 und 2022 zusammengesetzte Unterstützungsbereich zwischen 28,30/36,51 Euro war Ende März getestet worden und hielt. Zugleich sind die Analysten deutlich weniger pessimistisch für die Redcare-Aktie, als es die Anleger zu sein scheinen: Zum Ausstieg rät da derzeit niemand, sechs Analysten sehen die Aktie als kaufenswert an, drei raten zu „Halten“. Aktuell rangiert Redcare nahe am niedrigsten aller aktuellen Kursziele (40 Euro). Das durchschnittliche Kursziel findet sich momentan bei gut 74 Euro und damit weit über dem letzten Kurs.

Aber diese Diskrepanz zwischen einigermaßen optimistischen Analysten und dem Kursverlauf, der davon nichts widerspiegelt, ist ja nicht seit gestern vorhanden. Trotzdem verharrt die Redcare-Aktie im Abwärtstrend. Daran hat der Umstand, dass sie sich nach dem Test der Supportzone aus dieser nach oben hinaus retten konnte, noch nichts geändert. Wer sich da also in der Erwartung, die nächste Aufwärtsbewegung stünde vor der Tür, zu früh aus der Deckung wagt, könnte leicht auf Sand gebaut haben. Besser wäre es, charttechnische Signale für eine mögliche Aufwärtswende abzuwarten. Wobei sich dafür die gleitenden Durchschnitte förmlich aufdrängen.

Redcare Pharmacy Aktie: Tages-Chart vom 26.05.2026, Kurs 43,44 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Tages-Chart vom 26.05.2026, Kurs 43,44 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis (oben), dass der Kurs auffällig präzise von der 100-Tage-Linie nach unten geführt wird. Was andeutet: Diese Linie muss überwunden werden, um der Aktie die Tür nach oben zu öffnen. Um hindurch zu gehen, müsste aber aus charttechnischer Sicht noch mehr gelingen. Letzten Endes ist die 100-Tage-Linie nur der Ausgangspunkt einer breiteren Widerstandszone, die sich zusätzlich aus horizontalen, zwischen November und Januar entstandenen unteren Wendemarken zwischen 55,80/60,15 Euro, der Ende 2024 etablierten Abwärtstrendlinie (im Wochenchart unten) und der 200-Tage-Linie bei derzeit 63,40 Euro zusammensetzt. Würde diese Zone überboten, wäre die Redcare Pharmacy-Aktie auf charttechnischer Ebene bullisch. Alles, was sich darunter abspielt, hätte nur den Status eines „Vielleicht“, auf dessen Basis man eher nicht aktiv werden sollte.

Redcare Pharmacy Aktie: Wochen-Chart vom 26.05.2026, Kurs 43,44 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Wochen-Chart vom 26.05.2026, Kurs 43,44 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RDC.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

31.03.2026
08:38 Uhr

Redcare Pharmacy: +7,78% am Montag – Kommt jetzt die Wende? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.03.2026 um 22:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Für Redcare Pharmacy ist es ein längerer und steinigerer Weg hin zum Nettogewinn, als sich das viele Anleger vor ein paar Jahren gedacht hatten. Entsprechend klar weist der Trend der Aktie bislang abwärts. Aber der Kurssprung des Montags lässt aufhorchen. Tut sich da etwas?

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 30.03.2026, Kurs 33,26 Euro, Kürzel: RDC | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 30.03.2026, Kurs 33,26 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

+7,78 Prozent in einem wackligen Gesamtmarkt, Tagessieger unter den MDAX-Aktien: Das wirkt, als habe es endlich positive Nachrichten bei der Online-Apotheke gegeben. Aber davon war nichts zu sehen. Weiterhin bleibt es beim trüben, Anfang des Monats gelieferten Ausblick, der für 2026 einen langsameren Umsatzanstieg und eine unter den vorherigen Erwartungen der Analysten liegende, operative Marge auswies. Aber wenn von dieser Seite nichts Neues kam, was kann den Kurs zu Wochenbeginn so relativ deutlich nach oben gebracht haben?

Redcare Pharmacy Aktie: Wochenchart vom 30.03.2026, Kurs 33,26 Euro, Kürzel: RDC | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Wochenchart vom 30.03.2026, Kurs 33,26 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Wenn man sich die Aktie in ihrer gesamten Kurshistorie ansieht, die wir neben dem Tageschart in einer zweiten Grafik auf Wochenbasis zeigen, findet sich ein Hinweis. Denn das gestrige Tagestief bei 30,20 Euro war nicht nur der tiefste Stand seit September 2019, sondern war auch sehr nahe am ersten Börsenkurs der Aktie überhaupt, der am 13.10.2016 bei 30,05 Euro gelegen hatte. Wäre es möglich, dass einige da zugegriffen hatten, weil man jetzt sagen könnte: Hier, auf diesem Kursniveau, fängt die Aktie quasi wieder von vorne an also: Auf ein Neues?

Expertenmeinung: Mir sind schon seltsamere Argumente untergekommen, aber so richtig griffig wirkt dieser Gedanke nicht. Zumindest nicht genug, um daraus die Basis einer Aufwärtswende zimmern zu wollen. Eher denkbar wäre, dass Leerverkäufer, sprich Akteure, die auf der bärischen Seite stehen, Richtung Quartalsende und an einem solchen markanten Kurslevel ihre hier ja beachtliche „Ernte“ einfahren wollten, was, wenn zugleich kaum Verkaufsdruck da ist, schnell zu einem deutlich steigenden Kurs führen kann. Aber Bären, die Gewinne mitnehmen, werden dadurch nicht zugleich bullisch, sie machen eben nur Kasse.

Richtig ist, dass die bisherigen Tiefs in der Kurshistorie zwischen 24,00 und 36,50 Euro eine Unterstützungszone bilden und der Redcare-Kurs jetzt in dieser Zone erst einmal einen starken Tag hatte. Richtig ist auch, dass jetzt einiges an „Krise“ eingepreist ist, was das verbleibende Potenzial auf der Unterseite grundsätzlich eindämmen könnte. Aber nicht richtig wäre, daraus zu folgern, dass der Weg nach unten damit blockiert wäre und eine Trendwende zwingend kommen muss.

Denn Redcare Pharmacy hat nun einmal das Problem, dass man es nicht geschafft hatte, im Online-Handel schnell genug eine marktdominante Stellung zu erreichen, um jedwede Konkurrenz auf Distanz zu halten. Andere Anbieter sind da und haben die Chance, aufzuholen. Man sieht sich jetzt nicht mehr einem Rennen gegen die Zeit, sondern gegen etablierte Konkurrenten ausgesetzt. Und da die Analysten im Schnitt mittlerweile erst für 2027 mit dem Erreichen eines Nettogewinns rechnen, kann man hier nicht unterstellen, dass ein Kursniveau um 30 Euro „billig“ wäre.

Hinzu kommt, das zeigt der Chart auf Tagesbasis, dass die Aktie trotz des beeindruckenden, prozentualen Anstiegs vom Montag nicht einmal aus der Handelsspanne der Vorwoche herausgekommen ist. Da müsste einiges mehr kommen, um hier erste Ansätze einer Wende ausmachen zu wollen. Und auch, wenn die sich in Kürze einstellen sollten: Solange positive Signale im Chartbild nicht vor vergleichbar guten Nachrichten in Sachen Umsatz und Gewinn begleitet werden, bliebe eine Long-Positionierung in der Redcare Pharmacy-Aktie hochspekulativ.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

05.03.2026
08:37 Uhr

Redcare Pharmacy: Der „Rückbau“ großer Erwartungen — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.03.2026 um 19:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Zuge der Corona-Phase kam es bei der Redcare Pharmacy-Aktie zu einer starken Hausse, die indes am Ende komplett abverkauft wurde. 2023/2024 versuchten es die Bullen erneut … jetzt ist auch dieser Anstieg nahezu dahin. Grund: Man hatte erneut zu viel erwartet.

Die Online-Apotheke legte am Mittwochmorgen ihr Ergebnis des Jahres 2025 vor. Das da gemeldete, kräftige Wachstum von 24 Prozent beim Umsatz auf 2,9 Milliarden Euro und von 72 Prozent beim als EBITDA gerechneten, operativen Gewinn auf 57 Millionen war allerdings erwartet worden … das Ergebnis lag sogar leicht unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen.

Wachstum, aber ein bisschen weniger als gedacht. Das alleine wäre kein Grund für einen kapitalen Kursrutsch, wie ihn die Aktie als Reaktion auf das Zahlenwerk zeigte. Schon gar nicht, wenn der Kurs wie in diesem Fall ohnehin schon in den vergangenen Monaten deutlich abgerutscht ist, was indiziert, dass da eher wenige im Vorfeld der Bilanz in der Hoffnung auf eine positive Überraschung vorgekauft hatten. Aber das war ja auch nicht das einzige Problem, mit dem die Anleger konfrontiert wurden.

Der Blick nach vorne, sprich der Ausblick auf 2026, fiel ebenfalls magerer aus als erwartet. Und das nicht nur ein wenig. Im Schnitt waren die Analysten bislang von einem 2026er-Umsatz von 3,48 Milliarden Euro ausgegangen. Redcare Pharmacy plant indes mit einem Umsatzplus zwischen 13 und 15 Prozent. Damit käme man auf eine Range zwischen 3,28 und 3,34 Milliarden, das ist nicht unwesentlich weniger. Bei der um Sonderfaktoren bereinigten EBITDA-Gewinnmarge, die 2025 von 1,4 auf 2,0 gesteigert wurde, sieht Redcare im laufenden Jahr mindestens 2,5 Prozent, hier hatte man seitens der Experten 3,0 Prozent erwartet … und das bei einer zugleich höheren Umsatzprognose.

Richtig ist zwar, dass das Rx-Geschäft, d.h. der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, weiter dynamisch wächst, befeuert vor allem durch das E-Rezept in Deutschland. Aber das alleine konnte die Marktteilnehmer nicht begeistern, denn:

Expertenmeinung: Der Weg zu einem Nettogewinn bleibt angesichts der deutlich langsamer als gedachten Wachstumsraten steinig. 2020 dachte man noch, das alles würde weit schneller gehen und Redcare Pharmacy, die damals noch als Shop Apotheke firmierte, werde in wenigen Jahren tiefschwarze Zahlen erreichen. Heute weiß man, dass man die Erwartungen deutlich zu hoch gehängt hat. Und das gilt auch für diesen zweiten Anlauf der großen Hoffnungen, der zur Jahreswende 2022/2023 einsetzte, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt.

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 04.03.2026, Kurs 47,00 Euro, Kürzel: RDC | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 04.03.2026, Kurs 47,00 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

2025 lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei -28,5 Millionen. Nicht entscheidend weniger als 2024 (-39 Millionen). Und netto, unterm Strich, verringerte sich der Verlust der Online-Apotheke von -46,4 Millionen im Jahr 2024 auf -39,4 Millionen im Jahr 2025. Das sind nur „Trippelschritte“. Und das war es, was die Akteure dazu bewog, die Reißleine zu ziehen.

Ob es trotzdem 2026 gelingt, die schwarze Null beim Betriebsergebnis zu erreichen, wird von vielen Faktoren abhängen. Dem Gesamtumfeld, dem Kundenverhalten, der Frage, wie stark sich Konkurrenten etablieren, auch die Marketingkosten und die Höhe der Investitionen spielen eine jetzt noch nicht klar eingrenzbare Rolle. Aber der Chart zeigt sehr klar: Aus großen Erwartungen ist, ebenso, wie das 2021/2022 der Fall war, große Ernüchterung geworden. Es könnte allemal sein, dass diese Aktie am Ende des Jahres deutlich höher steht. Aber ins fallende Messer zu greifen und einfach mal darauf zu setzen, dass es so kommt, wäre eine blind getätigte Wette … und wie heißt es: Mit Geld spielt man nicht. Vorerst würde ich die Aktie meiden.

Quellen:
Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, Ausblick auf 2026, 04.03.2026:
https://www.redcare-pharmacy.com/de/newsroom/press-releases/fy-q4-2025

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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