Kaum eine Aktie scheint so extrem zwischen Panik und Euphorie zu schwanken wie Pandora. Ist das die optimale Aktie für Trader – oder vielleicht auch für Investoren?
Die Zahlen sprechen für sich
Pandora ist ein dänischer Schmuckhersteller und hat sich seit der Gründung im Jahr 1982 von einem lokalen Einzelhändler zu einem weltweit aktiven Schmuckhersteller mit vertikal integriertem Geschäftsmodell entwickelt.
Pandora entwirft den Schmuck also selbst, produziert Teile davon und übernimmt auch das Marketing und den Vertrieb bis hin zum Endkunden.
Die Produkte von Pandora konzentrieren sich stark auf Charms, Armbänder, Anhänger, Halsketten, Ringe und Ohrringe. Das Herzstück war und ist das Charm-Armband („Moments“) mit individuellen Anhängern, die der Kunde selbst arrangieren kann.
Dieses Konzept scheint aufzugehen. In den letzten fünf Geschäftsjahren konnte der Umsatz von 19,01 auf 31,68 Mrd. DKK gesteigert werden.
Gleichzeitig wurde die Zahl der ausstehenden Aktien von 97 auf 81 Millionen Stück reduziert. Obendrein hat sich die Profitabilität verbessert. In Summe hat das dazu geführt, dass sich der Gewinn von 29,62 auf 64,60 DKK mehr als verdoppelt hat.
Habe ich ein Déjà-vu?
Mit Pandora verbindet mich inzwischen eine langjährige Geschichte. Zum ersten Mal bin ich auf das Unternehmen aufmerksam geworden, als ich Ende 2019 an einer Niederlassung des Unternehmens vorbeigeschlendert bin.
Mit einer gewissen Verwunderung beobachtete ich die Schlange vor einer Pandora-Niederlassung, während es in der Einkaufsstraße ansonsten eher gemächlich zuging.
Natürlich habe ich mich damals sofort gefragt, ob das Unternehmen börsennotiert ist. Die Freude war umso größer, da der Kurs in den Monaten zuvor von etwa 135 auf 36 Euro eingebrochen war.
Da die geschäftliche Entwicklung aus meiner Sicht besser war, als es der Kursverlauf vermuten ließ, habe ich am 16.12.2019 einen Artikel mit dem Titel „Pandora: Kurspotenzial und 6% Dividende“ veröffentlicht. Anschließend kletterte der Kurs von 36 auf 126 Euro.
Doch im Jahr 2022 kam es zu einem erneuten Absturz. Der Kurs sackte bis auf knapp unter 50 Euro ab.
Mein Hinweis darauf, dass es sich um eine erneute Gelegenheit handeln könnte, kam zwar etwas zu früh – aber was spielt das schon für eine Rolle? Der Kurs kletterte anschließend auf 189 Euro.
Alle Jahre wieder
Warum erzähle ich Ihnen das alles? Weil bei Pandora scheinbar alle paar Jahre ein ähnliches Muster zu beobachten ist. Das Geschäft läuft mal besser – und mal schlechter und wann immer es schlechter läuft, gibt der Aktienkurs deutlich nach.
Anschließend stellt sich dann heraus, dass die Welt doch nicht untergegangen ist und der Kurs geht wieder durch die Decke. Dass die Börse zu Übertreibungen neigt, ist nicht neu, aber bei Pandora sind die Kursausschläge außergewöhnlich hoch.
Aktuell scheint wieder etwas Ähnliches zu geschehen. Die US-Zollpolitik wird als Gefahr für das Geschäft von Pandora wahrgenommen. Daher hat die Aktie in den zurückliegenden Monaten mehr als die Hälfte an Wert verloren.
Man sollte meinen, dass das Geschäft miserabel läuft, doch das ist nicht der Fall. Im Geschäftsjahr 2025 dürfte das Ergebnis um 6 % auf 68,40 DKK je Aktie steigen.
Pandora kommt demnach auf ein KGVe von 9,7. Damit sind wir nicht mehr weit von dem Bewertungsniveau entfernt, das an den Tiefs von 2020 und 2022 erreicht wurde. Damals lag das KGV bei 6,8 und 7,2.
Man sollte sich aber auch bewusst sein, dass die Bewertung nicht zwingend wieder auf dieses Niveau sinken muss.
Den Konsensschätzungen zufolge soll das Ergebnis im Geschäftsjahr 2026 um 4 % auf 71,35 DKK je Aktie steigen. Im Gegenzug würde das KGV auf 9,3 sinken.

Der Chart bezieht sich auf die Notierung der Aktie in Euro und den Ticker 3P7. Kunden von LYNX-Broker können die Aktie selbstverständlich auch direkt an der Heimatbörse Kopenhagen in dänischen Kronen handeln, Ticker PNDORA.
Pandora ist zu den langfristigen Aufwärtstrends zurückgekehrt. Darüber hinaus reihen sich die Unterstützungen und relevanten Umkehrpunkte zwischen 89 und 75 Euro regelrecht auf.
Es wäre naheliegend, dass in diesem Bereich ein Bodenbildungsversuch erfolgen könnte, den man als Anleger wohl abwarten sollte.
Kommt es dann zu ersten positiven Signalen, wie beispielsweise einer Rückkehr über 89 oder 94 Euro, könnte das eine Erholung in Richtung 100 oder 112 Euro einleiten. Darüber würde sich das Chartbild spürbar aufhellen.
--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen

