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Ströer Aktie Prognose Ströer: 6 % Dividende und Turnaround-Fantasie?

News: Aktuelle Analyse der Ströer Aktie

In diesem Artikel
Ströer
ISIN: DE0007493991
|
Ticker: SAX --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Ströer Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Der Kurs fällt und fällt. Aber warum eigentlich und ist das gerechtfertigt? Könnte Ströer ein Rekordergebnis einfahren?

Dominanter Marktführer

Ströer gehört zu den führenden europäischen Anbietern für Außen- und Online-Werbung. Bei Außenwerbung nimmt das Unternehmen mit einem Marktanteil von etwa 60 % eine dominierende Stellung ein.

Das Unternehmen positioniert sich selbst als digitales Multi-Channel-Medienhaus, das seinen Kunden umfassende, integrierte Marketinglösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Kommunikation und Vertrieb anbietet. Mit diesem Anspruch hat Ströer ein Geschäftsmodell etabliert, das klassische Plakatwerbung, digitale Außenwerbung sowie Online- und Dialogmarketing miteinander verbindet.

Das Kerngeschäft von Ströer ist die Außenwerbung (Out of Home, OOH), auf die rund die Hälfte der Umsätze und ein noch größerer Anteil des Gewinns entfällt.

Ströer vermarktet in Europa rund 300.000 Werbeflächen und verfügt in Deutschland über einen Marktanteil von rund 60 Prozent. Diese Dominanz basiert auf strukturellen Markteintrittsbarrieren: Genehmigungsverfahren, kommunale Auflagen und ein eng reguliertes Umfeld verhindern die schnelle Ausweitung von Werbeflächen.

In vielen Städten verfügt Ströer über ein Quasi-Monopol oder ist Teil eines stabilen Duopols mit JCDecaux. Diese Konstellation ermöglicht es dem Unternehmen, langfristig stabile Margen zu erwirtschaften und sich durch Größe und Effizienz als kostengünstigster Anbieter durchzusetzen.

Digitalisierung als Wachstumstreiber

Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich der digitalen Außenwerbung (DOOH). Während in Ländern wie Großbritannien bereits mehr als die Hälfte der Außenwerbeumsätze digital erzielt wird, liegt der Anteil in Deutschland bei weniger als einem Viertel.
In Zukunft dürfte sich der Trend in diese Richtung konsequent fortsetzen.

Ströer verfolgt in diesem Bereich eine ausgeklügelte Strategie. Digitale Screens werden gezielt dort installiert, wo sich durch mobile Bewegungsdaten eng definierte Zielgruppen erreichen lassen.
So können nicht nur nationale Werbekampagnen, sondern auch lokale Werbestrategien gezielt umgesetzt werden, die auch für kleine und mittelständische Unternehmen attraktiv sind.

Digitale Werbeträger steigern die Erträge pro Standort erheblich und eröffnen zusätzliche Ertragsquellen durch die Integration von Content. In diesem Bereich schlummert für Ströer noch erhebliches Potenzial.

Die zweite zentrale Säule des Konzerns ist die Division Digital & Dialog Media (DDM), die rund 40 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet. Herzstück ist das Nachrichten- und Serviceportal t-online, das Ströer 2015 von der Deutschen Telekom übernommen hat. Es gehört zu den reichweitenstärksten Online-Portalen Deutschlands und dient als Content-Plattform und selbstverständlich auch als Werbeplatz.

Daneben betreibt Ströer ein umfassendes Dialogmarketing-Geschäft, das Callcenter- und Direktvertriebsaktivitäten umfasst. Diese wurden in den vergangenen Jahren durch Zukäufe zum deutschen Marktführer ausgebaut und stärken die Bindung zu großen Werbekunden.

Der Rest des Geschäfts entfällt auf die dritte, deutlich kleinere Division DaaS & E-Commerce. Dazu zählt unter anderem Statista, ein führender Anbieter von Daten- und Informationsdiensten.

Beeindruckende Erfolgsbilanz

Damit ist Ströer gut aufgestellt und konnte den Umsatz in den letzten zehn Jahren massiv steigern – in Summe von 824 Mio. auf 2,05 Mrd. Euro.
Gleichzeitig hat sich die operative Marge von etwa 9 auf 14 % verbessert. Der Gewinn ist in dieser Zeit von 1,16 auf 2,34 Euro je Aktie gestiegen.

Die Entwicklung war jedoch unstetig und das Ergebnis war immer wieder größeren Schwankungen unterworfen.
Beispielsweise kam es 2018, 2020 und 2023 zu einem größeren Einbruch. Aus Sicht der Bullen kann man jedoch argumentieren, dass das Ergebnis im Anschluss daran jedes Mal wieder schnell gestiegen ist.

Die logische Reaktion darauf wäre, dass der Markt in Schwächephasen nicht sofort mit einem Abverkauf der Aktie reagiert – aber die Börse ist im kurzfristigen Bereich eben alles andere als logisch.

Der aktuelle Abverkauf ist aber nicht nur aus diesem Grund erstaunlich, sondern vor allem, weil es bei Ströer derzeit nicht wirklich schlecht läuft.
Im Gegensatz zu den Gewinneinbrüchen in den Jahren 2018, 2020 und 2023 ist das Geschäft von Ströer derzeit weitgehend stabil.

Im ersten Halbjahr konnte der Umsatz von 965 auf 980 Mio. Euro und das Konzernergebnis von 62,3 auf 64,3 Mio. Euro leicht gesteigert werden.
Für das gesamte Geschäftsjahr stellt das Unternehmen einen Umsatz und ein EBITDA auf dem Vorjahresniveau in Aussicht.

Erhebliche Unterschiede

Das steht in einem scharfen Gegensatz zur Kursentwicklung. Die Aktie befindet sich in einem regelrechten Sturzflug und hat mehr als die Hälfte an Wert verloren.
Bisher zeigen sich noch keine Zeichen einer Bodenbildung, doch langsam drängt sich die Frage auf, ob der Abverkauf nicht schon zu weit geführt hat.

Ströer erwartet schließlich keinen Gewinneinbruch und hat auch keine grundlegenden Probleme – der Gewinn dürfte dieses Jahr nur auf der Stelle treten. Der Großteil der Prognostiker erwartet sogar ein steigendes Ergebnis je Aktie.

Gehen wir jedoch konservativerweise davon aus, dass der Gewinn wie auch im Vorjahr bei 2,34 Euro je Aktie liegen wird. In diesem Szenario kommt Ströer lediglich auf ein KGVe von 15,8.
Damit ist Ströer derzeit so niedrig bewertet wie selten vor. Zuletzt lag das KGV am Tief von 2022 auf einem ähnlichen Niveau.

Dazu könnte auch der Ausstieg einer Vielzahl von Dividenden-Investoren nach der Ausschüttung im Juni beigetragen haben – einigen Anlegern dürfte die Wartezeit bis zum nächsten Jahr zu lange sein.
Für geduldige Anleger könnte sich das als Gelegenheit erweisen. Sollte Ströer im kommenden Jahr wieder 2,30 Euro je Aktie ausschütten, entspräche das einer Dividendenrendite von 6,21 %.

Ströer Aktie: Chart vom 29.09.2025, Kurs: 37,05 EUR - Kürzel: SAX | Online Broker LYNX
Ströer Aktie: Chart vom 29.09.2025, Kurs: 37,05 EUR – Kürzel: SAX | Quelle: TWS

Gelingt jetzt eine Bodenbildung nahe der Unterstützungszone bei 34,50 – 36,50 Euro, könnte das eine Erholung in Richtung 40 Euro einleiten.
Über 41,50 Euro käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 44 – 45 Euro und 49 – 50 Euro.

Fällt die Aktie hingegen unter 34,50 Euro, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.

Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Mehr als 13.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Stabilität in stürmischen Zeiten. Bei LYNX selbstverständlich.

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Vorherige Analysen der Ströer Aktie

24.09.2025

Ströer: Diese Supportzone kann halten. Aber sie muss es nicht. — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Ströer-Aktie hat bislang ein sehr schwaches zweites Halbjahr gezeigt. Dass der Werbe-Spezialist letzte Woche die 2025er-Prognose senkte, macht das zwar nicht besser. Aber viele haben das womöglich eskomptiert … und die Aktie hat eine markante Supportzone erreicht.

Die Werbebranche ist äußerst konjunkturabhängig, das bekommt Ströer derzeit zu spüren. Nach einem enttäuschenden zweiten Quartal hielt man zwar zunächst an der Wachstumsprognose für das Gesamtjahr fest. Aber Ende vergangener Woche wurde die dann letztendlich doch noch kassiert.

Statt eines Umsatzzuwachses im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich und eines Anstiegs des EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) leicht über dem Umsatzwachstum rechnet man bei Ströer jetzt nur noch mit einem bei Umsatz und EBITDA gegenüber 2024 gehaltenen Ergebnis.

Aber das ist ja immerhin noch besser, als würden Umsatz und Gewinn sinken. Wollte man es positiv deuten, könnte man behaupten, dass die den Werbemarkt immer stark beeinflussenden Unsicherheiten in der Gesamtwirtschaft leicht noch deutlich mehr Druck hätten generieren können. Zudem ist die Aktie bereits deutlich gefallen, weil viele Anleger diesen Druck wohl vorausgesehen hatten und bereits ausgestiegen waren. Da könnten der Aktie doch womöglich langsam die Verkäufer ausgehen … oder?



Expertenmeinung: Das könnte man so sehen. Die Frage ist, ob genug andere Marktteilnehmer das ebenfalls tun und damit die Basis für eine Gegenbewegung nach oben erzeugen. Argumente dafür gäbe es durchaus.

So haben die Analysten zwar nach der Prognosesenkung zum Teil ihre Kursziele gesenkt, aber keiner von ihnen die Aktie mit „Verkaufen“ bewertet. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt immer noch deutlich über dem aktuellen Kurs, konkret derzeit bei gut 63 Euro. Zugleich ist die Aktie jetzt niedrig bewertet. Selbst wenn auch der Nettogewinn pro Aktie nicht über 2024 hinauskäme, läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis für 2025 je nachdem, welche Konsens-Schätzungen man heranzieht, zwischen 12 und 12,5. Das ist eigentlich sehr niedrig.

Chart vom 23.09.2025, Kurs 37,40 Euro, Kürzel: SAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Chart vom 23.09.2025, Kurs 37,40 Euro, Kürzel: SAX | Quelle: TWS

Außerdem hat die Ströer-Aktie eine sehr markante, charttechnische Unterstützungszone erreicht. Wir sehen im Chart auf Wochenbasis, dass der Kurs zwar das 2019er-Tief bei 40,30 Euro unterboten hat, die Tiefs der Jahre 2020 (bei 37,00 Euro) und 2022 (bei 34,44 Euro) würden aber noch Support bieten. Da die Aktie nach dem monatelangen Abstieg sogar auf Wochenbasis markttechnisch überverkauft ist und zugleich das untere Ende eines im Sommer 2024 etablierten Abwärtstrendkanals erreicht hat, kann der Gedanke, dass jetzt, da die „Bad News“ auf dem Tisch liegen, nicht mehr viel Luft nach unten ist, schon aufkommen.

Aber dieses niedrige Kurs-/Gewinn-Verhältnis ist nur dann wirklich billig, wenn das Wachstum im kommenden Jahr auch wieder einsetzt. Und das ist in dem derzeitigen Umfeld alles, nur nicht sicher, denn die von Ströer ins Feld geführten Unsicherheitsfaktoren werden derzeit eher mehr als weniger. Daher sollte man sich nicht zu sicher sein, dass diese Kreuzunterstützung aus den Tiefs der Jahre 2020 und 2022 und der unteren Begrenzungslinie des 2024er-Abwärtstrendkanals wirklich halten muss. Denn zumindest die Leerverkäufer, also die aktiv bärischen Trader, müssen keinesfalls einfach mit ihrem Druck aufhören, nur weil es dafür einige Argumente gäbe. Besser wäre es, abzuwarten, ob man als potenzieller Käufer nicht alleine auf weiter Flur steht, indem man erst über den Kauf nachdenkt, wenn die Aktie mit Schlusskursen über 41,50 Euro die ersten, unlängst unterbotenen Unterstützungen zurückerobern konnte.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.