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Nemetschek Aktie Prognose Nemetschek: Das war eine klare Ansage des bärischen Lagers!

News: Aktuelle Analyse der Nemetschek Aktie

von | |

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Nemetschek Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.01.2026 um 15:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Fast 50 % Kursverlust, gebrochene Unterstützungen, Aufwärtstrends und verunsicherte Anleger: Steht Nemetschek vor dem Abgrund?

Abverkauf gerechtfertigt?

Der Abgabedruck bei Nemetschek ist unerbittlich. Seit Monaten geht es nahezu unaufhörlich bergab. In Summe hat die Aktie fast die Hälfte an Wert verloren.

Nacheinander wurde zuerst die wichtigste Unterstützung bei 90 – 91 Euro, dann der mehrjährige Aufwärtstrend (hellgrün) und schlussendlich auch noch der Support bei 80 – 81 Euro unterschritten.

Es ist zwar nicht der erste scharfe Kursverfall bei Nemetschek, aber die Heftigkeit ist aus meiner Sicht dennoch überraschend.

Nach dem starken Kursanstieg hatten wohl viele Anleger zu hohe Erwartungen. Am Hoch lag das KGV bei über 70 – das ist selbst für ein Unternehmen mit einer sehr starken Historie und Stellung innerhalb der Branche anspruchsvoll.

Hinzu kommt die laufende Umstellung des Geschäfts von klassischen Lizenzverkäufen zu Abonnements/SaaS.
Das ist langfristig positiv, führt aber zwangsläufig zu Verschiebungen beim Umsatz und den Margen, die von Investoren nicht immer sofort honoriert oder verstanden werden.

Das kennen wir doch irgendwoher?

Tatsächlich konnte man ein ähnliches Phänomen auch bei der direkten Konkurrenz beobachten.
Als Autodesk 2016 auf Abos umstellte, kam die Aktie zuerst ebenfalls unter Druck. Und als das Unternehmen 2022 von mehrjährigen Rabatten Abstand nahm, brach der Kurs deutlich ein.

An der Börse wurde nicht verstanden, dass Umsatz und Cashflow kurzfristig unter Druck kommen, wenn das Unternehmen keine rabattierten mehrjährigen Verträge mehr verkauft.
Wenn man keine Rabatte mehr gewährt und die Kunden an Bord bleiben, steigt dadurch aber langfristig die Profitabilität.

An der Börse werden teilweise selbst einfache Zusammenhänge nicht verstanden. Die sinkenden Kurse mehren die Furcht und die Mehrheit zieht die Reißleine. So geschieht das regelmäßig.

Historische Einstiegschance?

Die Gewinner sind die Geduldigen. Wer bei den zahlreichen Kursstürzen von Nemetschek die Ruhe bewahrt hat, wurde am Ende jedes Mal mit einem neuen Allzeithoch belohnt.

Vielleicht wird das auch dieses Mal wieder der Fall sein. Die Prognosen und die Geschäftszahlen sprechen jedenfalls dafür.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte der Umsatz um 22,9 % auf 866 Mio. Euro gesteigert werden.
Das Lizenzgeschäft war um 44,5 % auf 41,4 Mio. Euro rückläufig und kurz vor der faktischen Auflösung. Im Gegenzug kletterten die wiederkehrenden Umsätze um 31,7 % auf 798,3 Mio. Euro.

Die jährlichen wiederkehrenden Einnahmen (ARR) konnten um 21,9 % auf 1,08 Mrd. Euro gesteigert werden.

Gleichzeitig hat sich die Profitabilität verbessert. Die EBIT-Marge konnte von 22,8 auf 24,3 % gesteigert werden.
Das EBIT verbesserte sich um 31 % auf 210,2 Mio. Euro und der Gewinn um 23,23 % von 1,07 auf 1,32 Euro je Aktie.

Im dritten Quartal hat die Wachstumsdynamik zwar nachgelassen, der Gewinn konnte jedoch um 40,7 % auf 0,48 Euro je Aktie gesteigert werden.

Ausblick und Bewertung

Den Konsensschätzungen zufolge dürfte der Gewinn im Geschäftsjahr 2025 um 24 % auf 1,88 Euro je Aktie steigen.
Nemetschek kommt demnach auf ein KGVe von 41,4.

Sollte das Ergebnis 2026 wie erwartet um 24 % auf 2,33 Euro steigen, würde das KGV auf 33,4 fallen.

Nemetschek Aktie: Chart vom 20.01.2026, Kurs: 77,55 EUR - Kürzel: NEM | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 20.01.2026, Kurs: 77,55 EUR – Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Der freie Cashflow von Nemetschek liegt jedoch systematisch über dem gemeldeten Gewinn und soll im Geschäftsjahr bei 3,02 Euro je Aktie liegen. Das würde einem P/FCF von 25,8 entsprechen.
In den letzten fünf Jahren lag der P/FCF durchschnittlich bei 41,7 und am absoluten Tief bei 27.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 06.01.2026 um 16:26 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im November verteidigte die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek eine wichtige, mittelfristige Aufwärtstrendlinie. Doch das war noch nicht die Entscheidung: Jetzt hat der Kurs erneut auf dieser Linie aufgesetzt. Damit heißt es erneut: Sekt oder Selters!

Unser Chart auf Wochenbasis zeigt das übergeordnete Bild, mit dem wir es bei Nemetschek zu tun haben. Die Aktie gehörte im sehr bullischen, von großen Hoffnungen und großem Leichtsinn dominierten Börsenjahr 2021 zu den großen Gewinnern. Und Nemetschek war eine der eher wenigen Aktien, die 2021 „in“ waren und 2025 ihr damaliges Hoch relativ deutlich überbieten konnten. Im August wendete sich das Blatt jedoch. Es begann eine scharfe Korrektur, die den Kurs im November an die im Herbst 2022 etablierte, mittelfristige Aufwärtstrendlinie drückte. Die hielt, aber:

Nemetschek Aktie: Chart vom 06.01.2026, Kurs 91,05 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 06.01.2026, Kurs 91,05 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Effektiv nach oben absetzen konnte sich die Aktie nicht. Aktuell testet der Kurs diese Linie erneut, die, um die Sache noch bedeutsamer zu machen, aktuell bei knapp 89 Euro mit dem „Zoll-Crash“-Tief vom April 2025 bei 88,90 eine Kreuzunterstützung bildet. Das November-Tief lag, da die Trendlinie da noch auf niedrigerem Niveau unterwegs war, bei 87,20 Euro. Das wäre dann eine Art „Sprungtuch“ für die Bullen, wenn die Linie nicht halten sollte. Aber darunter wäre der Weg grundsätzlich frei in den Bereich 74,54 bis 75,32 Euro. Eine für bärische Trader lukrative Größenordnung.

Aber auch auf der Oberseite gäbe es charttechnisch interessantes Potenzial. Würde es gelingen, diese Aufwärtstrendlinie erneut zu verteidigen und das Zwischenhoch bei 96,80 Euro zu überwinden, wäre damit ein kleines Doppeltief entstanden und die Trendlinie wäre damit perfekt verteidigt … was den Weg aus rein charttechnischer Sicht an das nächste Kursziel im Bereich 109,50 bis 113,10 Euro freigeben würde. Wer wird das Rennen machen?

Expertenmeinung: Rein von den Fundamentals her ist das völlig offen, denn es gibt gute Argumente für beide Lager. Die Bullen könnten argumentieren, dass Nemetschek über Jahre hinweg stetig den Umsatz und, von einer „Delle“ 2020 abgesehen, auch den Gewinn gesteigert hat. Man könnte ins Feld führen, dass die Aktie gerade auf Höhe des niedrigsten aller Analysten-Kursziele (90 Euro) und damit weit unter dem Kursziel-Schnitt von momentan 121 Euro notiert. Aber all das würde nur zählen, wenn diese Linie dem zweiten Test standhält und der Kurs klar nach oben dreht.

Das Bären-Lager hätte die weiterhin mit einem 2025er-KGV von 40 teure Bewertung als Argument im Rücken. Und die Verteilung der Analysten-Einschätzungen, denn auch, wenn das Kursziel im Schnitt klar über dem Aktienkurs liegt, empfehlen dennoch aktuell nur 10 von 18 die Aktie regelmäßig überwachenden Experten den Kauf. Argumente, die die Aktie aber wohl nur drücken, wenn die Bären die „Kärrner-Arbeit“ erledigt, sprich Aufwärtstrendlinie und November-Verlaufstief durchbrochen hätten. Also, was tun?

Die sinnvollste Vorgehensweise ergibt sich fast zwangsläufig aus Vorstehendem: Abwarten, welcher Seite es gelingt, charttechnische Fakten zu schaffen. Rein aus charttechnischer Sicht würde Nemetschek bei Schlusskursen über 96,80 Euro ein bullisches, unter 87,20 Euro ein bärisches Signal auslösen. Einen solchen Ausbruch zu traden, wäre eine Überlegung wert, dem vorzugreifen, aber nicht.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.11.2025 um 22:29 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nemetschek vermeldet Wachstum, beim Umsatz, beim Gewinn, bei der Marge. Doch die Aktie hat den gesamten, zeitweise 48 Prozent ausmachenden Jahresgewinn wieder abgegeben und liegt jetzt gegenüber Ende 2024 im Minus. Ist die Korrektur nicht langsam überzogen?

Wäre die Aktie am Jahreshoch in Relation zum erwarteten Gewinn nicht ungewöhnlich teuer gewesen, könnte man bereits jetzt behaupten, dass der Kurs derart günstig geworden ist, dass man zumindest mit einem mittel- bis langfristigen Zeithorizont gelassen zugreifen könnte. Aber die Aktie war eben ungewöhnlich teuer.

Am im August erzielten Rekordhoch bei 138,50 Euro lag das Kurs-/Gewinn-Verhältnis auf Basis des seitens der Analysten im Schnitt bei 1,89 Euro pro Aktie für 2025 erwarteten Gewinns bei extremen 73. Jetzt notiert die Aktie deutlich niedriger, somit ist klar: Die Bewertung ist kräftig zurückgekommen. Und auf einen Level zurückgekommen, bei dem man das Wort „teuer“ durch „langsam interessant“ ersetzen könnte.

Jetzt sehen wir hier ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 46. Gelingt es dem Entwickler von Bau- und Architektur-Software, die Erwartungen der Analysten zu erfüllen und 2026 sowie 2027 den Gewinn pro Aktie um jeweils 20 bis 25 Prozent zu steigern, wäre dieser Bewegungslevel fair. Aber bevor man jetzt eilig eine Kauforder abgibt, sollte man zwei Haken bedenken:

Expertenmeinung: Zum einen kann man unmöglich sicher prognostizieren, wo der Gewinn eines Unternehmens in einem oder zwei Jahren liegen wird. Das ist schon in ruhigem, weltwirtschaftlichem Fahrwasser kaum drin, aktuell aber erst recht nicht. Diese den derzeitigen Bewertungslevel stützenden Prognosen könnten also auch zu hoch angesiedelt sein.

Zum anderen hieße eine faire Bewertung ja, dass, wer jetzt zugreift, darauf hoffen muss, dass sie sich wieder in die Regionen „hoch“ bis „zu hoch“ bewegt. Denn nur dann wären Kurssteigerungen drin, sofern sich die Gewinnerwartungen nicht kurzfristig erhöhen. Was aber zumindest fraglich ist, weil Nemetschek trotz der guten Ergebnisse des dritten Quartals die 2025er-Gesamtjahresprognose nicht angehoben hatte. Was manchem Trader offenbar nicht schmeckte.

Daher mag die Aktie jetzt zwar langsam auf einem Bewertungsniveau liegen, das es interessant machen könnte, sie „abzufischen“. Das heißt aber nicht, dass sie nicht zunächst noch weiter abrutschen kann, denn der Trend ist eben bislang klar abwärtsgerichtet, technisch orientierte Trader sind hier auf der Short-Seite und könnten weiter Druck machen. Aber, immerhin, eine mittelfristig bedeutsame Unterstützung wäre jetzt erreicht, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt:

Nemetschek Aktie: Chart vom 19.11.2025, Kurs 88,35 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 19.11.2025, Kurs 88,35 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Die im Herbst 2022 etablierte Aufwärtstrendlinie, die momentan um 86,50 Euro verläuft. Das ist zwar nahe, so dass man sich sagen könnte: Wegen der paar Prozent Restrisiko riskiere ich doch nicht, das Tief zu verpassen. Aber das gälte eben nur, wenn der Kurs spätestens an dieser Linie auch dynamisch nach oben dreht.

Und bei einer Aktie, der gerade erst das bisherige, markante Jahres-Verlaufstief, beim Zoll-Crash im April bei 88,90 Euro ausgebildet, durchbrochen hat, sollte man sich nicht darauf verlassen, dass die Anleger am nächsten Support dann schon zugreifen werden. Besser wäre abzuwarten, ob es gelingt, Widerstände zu überwinden, bei denen man annehmen könnte, dass sie vom bärischen Lage aktiv verteidigt werden. Das wäre im Fall Nemetschek dieses alte Jahres-Verlaufstief und das Zwischentief vom vergangenen Herbst bei 88,90/90,50 Euro. Ginge de Aktie da wieder deutlich drüber, wäre ein Trade mit einem engen Stop Loss etwas unter dem bis dahin generierten Tief zumindest für risikofreudige Akteure einen Gedanken wert.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.11.2025 um 23:19 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Entwickler von Bau- und Architektursoftware Nemetschek legte am Dienstag das Ergebnis des 3. Quartals vor. Es war ein Quartal mit solidem Wachstum, das nahtlos an ein gutes erstes Halbjahr anschloss. Trotzdem sackte die Aktie nach anfänglichen Gewinnen durch. Warum?

Der Umsatz legte um 15,8 Prozent zu. Der operative Gewinn, gerechnet als EBITDA, stieg um 24,9 Prozent, die EBITDA-Gewinnmarge von 30,1 auf 32,5 Prozent. Und das alles nominal, also ohne das Herausrechnen von Wechselkurseffekten. Das wirkte alles absolut erfreulich. Und die Aktie stieg anfangs ja auch, am Tageshoch standen da +4,6 Prozent zu Buche. Doch dann musste irgendetwas andere Akteure hinreichend irritiert haben, um in diesen Anstieg hinein zu verkaufen. Denn das Tagestief lag bei -5,8 Prozent, am Ende schloss der Kurs im regulären Handel mit einem Abschlag von 1,7 Prozent.

Nemetschek Aktie: Chart vom 04.11.2025, Kurs 98,30 Euro, Kürzel: NEM | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 04.11.2025, Kurs 98,30 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Ein Grund für die Verkäufe in den anfänglichen Anstieg hinein könnte gewesen sein, dass Nemetschek die Gesamtjahresprognose trotz übertroffener Analysten-Erwartungen nicht anhob. Immerhin gelang mit diesen Zahlen ein Gewinn pro Aktie von 0,48 Euro, die Prognose hatte bei 0,46 Euro gelegen. Ein wenig mehr hatte man da als Ausblick für das Gesamtjahr vermutlich erwartet. Aber das größere Problem dürfte sich hinter diesem Gewinn pro Aktie verborgen haben: dessen Höhe bzw. das, was Nemetschek bislang als Gewinn pro Aktie nach drei Quartalen vorweisen kann.

Expertenmeinung: Dieser Neun-Monats-Gewinn beläuft sich auf 1,32 Euro, für das Gesamtjahr erwarten die Analysten im Schnitt 1,89 Euro. Und das ist in Relation zum aktuellen Aktienkurs nicht gerade viel bzw. der Kurs im Licht dieser Gewinnerwartung teuer. So kommt man auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 52. Das ist, wenn das Unternehmen den Gewinn pro Aktie in den kommenden Jahren wie von den Experten im Schnitt erwartet um 20 Prozent steigert, eher teuer.

Zwar ließe sich argumentieren, dass das auch niemanden gestört hat, als die Nemetschek-Aktie im August bei 138,50 Euro ein Rekordhoch markierte. Aber es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass zu hohe Bewertungen die Anleger in keiner Weise interessieren, solange der Trend einer Aktie aufwärts weist. Erst wenn man sich mit fallenden Kursen und ggf. Verlusten konfrontiert sieht, tauchen solche Aspekte im Bewusstsein auf … dann aber hartnäckig.

Und dass genug Anleger die Aktie als „noch nicht auskorrigiert“ einstufen, zeigte sich am Dienstag darin, dass der anfängliche Anstieg in einem Intraday-Turnaround nach unten endete. Dass die Aktie dabei auch noch ziemlich genau am Kreuzwiderstand aus der 20-Tage-Linie und dem Zwischentief des Septembers abdrehte, deutet zusätzlich an, dass hier bärische Trader aktiv sind und die Aktie derzeit noch im Griff haben. Die Fortsetzung der Korrektur an die Supportzone 88,90/91,20 Euro wäre damit denkbar. Dort wäre Nemetschek von der Bewertung her dann nicht mehr überzogen unterwegs, aber auch noch nicht „billig“, daher:

Auch dort sollte man lieber abwarten, ob der Kurs Unterstützung findet, statt allzu zuversichtlich ins fallende Messer zu greifen, denn solche Abwärtsschwenks nach eigentlich guten Quartalsergebnissen sind für das bullische Lager „Wirkungstreffer“, die durchaus auch längere Zeit abschrecken können.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nemetschek zeigt Wachstum. Und das in einer Größenordnung, die nicht zu einem Abwärtstrend passt – eigentlich. Aber die Aktie hat einen Haken in Bezug auf ihre Bewertung, daher sollte man hier genauer hinschauen, bevor man eine Entscheidung trifft.

Nemetschek Aktie: Chart vom 29.09.2025, Kurs 109,30 Euro, Kürzel: NEM | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 29.09.2025, Kurs 109,30 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

2021 gehörte die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek zu denen, von denen viele dachten: Die muss man haben, die steigt immer. Das stimmte bis Dezember 2021, dann ging es bergab – und wie: Vom damaligen Hoch bei 115,90 Euro bis auf ein Tief von 42,78 Euro im November 2022. Der Grund: Die Aktie war drastisch überbewertet gewesen. Das interessierte keinen, als der Aufwärtstrend noch intakt war. Aber als er erst einmal gebrochen war, störten sich auf einmal alle daran. Und es scheint, als würde sich die Geschichte, wieder einmal, wiederholen, denn:

Als die Nemetschek-Aktie im August das bisherige Rekordhoch von 138,50 Euro erreichte, war sie ebenfalls von der Bewertung her heiß gelaufen. Derzeit schätzen die Analysten im Schnitt, dass das Unternehmen in diesem Jahr 1,89 Euro pro Aktie Gewinn erzielen wird. Am Hoch lag das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) damit bei gut 73. Das wäre hinnehmbar, wenn es um ein rasant wachsendes Unternehmen geht, das pro Jahr zwischen 30 und 40 Prozent mehr Gewinn erzielt bzw. auch weiter erzielen dürfte. Doch genau da war der Haken, denn:

Den Anstieg des Gewinns pro Aktie sehen die Experten für das laufende Jahr sowie für 2026 und 2027 gegenüber dem Vorjahr jeweils bei 20 bis 25 Prozent. Nimmt man die Faustregel, dass das KGV in etwa beim Doppelten dieses durchschnittlichen Gewinnanstiegs liegen darf bzw. sollte, käme man auf eine „Wohlfühlzone“ des KGV von 40 bis 50.

Am Hoch war die Aktie also drastisch überbewertet. Zumal man zwar durch Zukäufe einigermaßen zügig wächst, aber eben nicht gerade rasant. Und im Zuge der bislang aktuellsten Bilanzdaten zum Ende des ersten Halbjahres wurde die Gesamtjahresprognose bestätigt, aus aktueller Sicht sieht man also weiterhin die bisher geschätzten 1,89 Euro. Was auch dazu führte, dass die Analysten-Kursziele mehrheitlich nicht mit der Hausse der Aktie mitzogen. Das höchste Ziel liegt zwar bei 161 Euro, der Schnitt aber „nur“ bei gut 124. Was indes mehr wäre als der aktuelle Kurs, also, warum zaudern die Käufer?

Expertenmeinung: Auch im Zuge der dramatischen Korrektur auf günstige Bewertungen im Jahr 2022 hielten viele Analysten zunächst stur an ihren extrem hohen Kurszielen fest. Das mag einige vorsichtig stimmen, zumal man damals, Ende 2022, dann bei einem KGV von 34 landete, was allemal eines war, bei dem man den Daumen heben konnte. Aktuell liegen wir aber immer noch bei 57. Da bleibt der Daumen unten.

Das heißt nicht, dass Nemetschek nicht drehen könnte, bevor die Bewertung niedriger ist, zumal eine positive Überraschung in Sachen Gewinn und Gewinnperspektive (die Zahlen zum dritten Quartal werden am 5.11. erwartet) das Bild entsprechend positiv verändern könnte. Aber sich darauf zu verlassen, wäre riskant, denn Stand hier und heute ist: Die Aktie ist immer noch teurer, als sie normalerweise sein sollte. Und derzeit sehen wir eben nur eine bärische Tendenz mit Ansätzen einer Stabilisierung, nicht aber einen Aufwärtstrend, der eine zu hohe Bewertung bei vielen Anlegern in den Hintergrund drängen könnte, daher:

Die Aktie ist eine, auf die man allemal ein Auge werfen könnte. Aber noch ist sie nicht in einer Position, in der sich ein sofortiger Einstieg aufdrängen würde. Entweder wir sehen Anfang November oder ggf. im Zuge von vorläufigen Ergebnissen eine höher als bislang erwartete Perspektive beim Unternehmensgewinn. Oder die Aktie generiert durch einen Rebreak über die aktuell bei 115,30 Euro verlaufende 200-Tage-Linie ein bullisches Signal im Chartbild. Dann wäre der Einstieg interessant. Oder, alternativ, wenn sie weiter abrutscht und dann in der Region zwischen 90 und 100 Euro eine günstige Bewertung als Einstiegs-Argument vorweisen könnte. Noch ist weder noch der Fall, daher: besser noch zuschauen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.