Die Aktie von Micron Technology ist berüchtigt für ihre Schwankungen. Doch wer genauer hinsieht, könnte die Wahrheit erkennen.
Das unsichtbare Rückgrat der digitalen Welt
Über die Jahre hinweg habe ich mich unzählige Male positiv zu Micron geäußert. Meine eigene Auseinandersetzung mit dem Unternehmen reicht bis in das Jahr 2016 zurück.
Seitdem hat die Aktie viele Höhen und Tiefen erlebt. Der Kurs hat weitaus stärker geschwankt als das zugrundeliegende Geschäft, so wie das an der Börse eigentlich immer der Fall ist.
Wer hinter diese Schwankungen geblickt hat, hat immer dasselbe Unternehmen entdeckt:
Micron ist einer der weltweit führenden Hersteller von Speicherlösungen, insbesondere DRAM und NAND-Flash.
Micron entwickelt und produziert Speicherchips, die anschließend an Hersteller von Computern, Smartphones, Servern oder Industrieanwendungen verkauft werden. Der entscheidende Punkt ist:
Speicher ist kein Nischenprodukt, sondern ein universeller Bestandteil nahezu aller digitalen Systeme. Mit zunehmender Digitalisierung steigt daher zwingend auch die Nachfrage.
Besonders interessant ist die Marktstruktur im DRAM-Bereich. Hier handelt es sich faktisch um ein Oligopol in einer unverzichtbaren Schlüsseltechnologie. Neben Micron gibt es nur noch Samsung Electronics und SK Hynix als relevante Anbieter.
Wer frühere Artikel gelesen hat, weiß das seit Jahren.
Sie haben keine Wahl
Der Umsatz kletterte in dieser Zeit von 12,4 auf 37,4 Mrd. USD. Der Gewinn schwankte stark, aber die Tendenz zeigte klar zur Oberseite.
Der Speichermarkt war in der Vergangenheit stark konjunkturanfällig. Im Gegenzug verdienen die wenigen Anbieter in guten Phasen jedoch exorbitante Summen.
Aktuell befindet sich der Markt wieder in einer solchen Hochphase. Steigende Preise treffen auf eine wachsende Nachfrage. Die Produktionskapazitäten sind weitgehend ausgelastet. Das führt zu einem deutlichen Anstieg der Profitabilität.
Kunden haben keinerlei Ausweichmöglichkeiten. Wer Speicher benötigt, muss bei einem der drei Anbieter kaufen.
Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Nachfrage ist das Servergeschäft, das zu einem massiven Anstieg der Nachfrage geführt hat. Dadurch konnte Micron Preiserhöhungen durchsetzen, welche die Profitabilität und auch die anderen Geschäftsbereiche zusätzlich befeuern.
Gegenseitig verstärkende Kaskadeneffekte
Durch das Aufkommen von High Bandwidth Memory (HBM) wurden diese Effekte zusätzlich verstärkt.
HBM: Diese Technologie stellt einen bedeutenden Fortschritt gegenüber klassischen DRAM-Lösungen dar. Während herkömmliche Speicher wie GDDR6 auf parallele Datenübertragung setzen, nutzt HBM eine 3D-Stapelarchitektur. Mehrere Speicherchips werden übereinandergeschichtet und über sogenannte Through-Silicon Vias (TSV) verbunden. Das Ergebnis ist eine massiv erhöhte Bandbreite bei gleichzeitig geringerem Energieverbrauch.
HBM ist damit prädestiniert für Anwendungen, bei denen große Datenmengen extrem schnell verarbeitet werden müssen. Dazu zählen Hochleistungsrechner, KI-Modelle, autonome Systeme oder auch medizinische Bildgebung.
Der Bedarf für HBM steigt demnach exponentiell. Die Nachfrage ist so hoch, dass Micron sich gezwungen sah, Produktionslinien, die bisher für DDR genutzt wurden, für HBM umzurüsten.
Dadurch ist das weltweite Angebot von DDR-Arbeitsspeichern gesunken und der Preis weiter gestiegen.
Die Zahl des Tages: 681 Prozent
All diese Effekte verstärken sich gegenseitig und mit Blick auf die enormen Investitionspakete der Hyperscaler und vielen anderen Unternehmen wird die Nachfrage in den kommenden Jahren wohl nicht abbrechen.
Daher hatte ich in den letzten Artikeln auch nicht mit Superlativen gespart: „Micron Technology: Es hat begonnen“, „Micron: Sensationell“, „Micron zündet den Turbo“ und „Micron entfesselt: Das sprengt alle Erwartungen“.
Doch selbst hartgesottene Bullen dürften von den jüngsten Quartalszahlen überrascht worden sein.
Der Gewinn lag mit 12,20 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 9,20 USD. Mit einem Umsatz von 23,86 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 19,97 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das nahezu einer Verdreifachung der Umsätze und einem Anstieg des Gewinns um 681 %.
Vor diesem Paukenschlag wurde erwartet, dass Micron in diesem Jahr einen Gewinnsprung von 8,29 auf etwa 39 USD verzeichnen wird.
Inzwischen liegen die Konsensschätzungen bei etwa 58 USD je Aktie. Micron kommt demnach auf eine forward P/E von 7,7.
Wenn ich auf meine knapp 20 Jahre an der Börse zurückdenke, hat sich eine Sache immer wieder bestätigt:
Die großen Gewinne fahren langfristige Investoren ein, die Top-Unternehmen zu vernünftigen Bewertungen kaufen und dann jahrelang investiert bleiben.

Wir werden sehen, wohin die Reise von Micron gehen wird. Setzt sich die Rallye in den kommenden Monaten fort, oder ist das Ende der Fahnenstange erreicht? Sicher kann das niemand sagen.
Aber ist das überhaupt noch wichtig? Diejenigen, die 2016 bei 10 USD eingestiegen sind oder letztes Jahr noch bei 70 USD, können der Zukunft gelassen entgegenblicken.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse und den Mut und das notwendige Durchhaltevermögen, das notwendig ist, um Ihr Portfolio künftig mit Erfolgsgeschichten wie Micron zu bereichern.
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