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Seit dem „Zoll-Crash“ im April 2025 haben viele europäische Aktienindizes neue Rekorde markiert. Nicht so die Luxusgüterbranche. Auch deren Primus Hermès ist weit unterhalb seiner Hochs unterwegs und droht aktuell sogar, weiter abzurutschen. Wo liegt das Problem?
Heute in einer Woche steht die 2025er-Bilanz von Hermès International an. Allzu viel Wachstum erwartet man im Rückblick auf 2025 und beim Blick nach vorne zwar nicht. Vor allem nicht, seit LVMH Ende Januar in seiner Bilanz durchscheinen ließ, dass man 2026 dort, beim Branchenkollegen, wieder ein eher schwieriges Umfeld erwartet. Aber:
Dass im letzten Jahr wenig voranging, hatte man ja längst unübersehbar in die Hermès-Aktie eingepreist. Und dass 2026 zumindest aus aktueller Sicht keine massive Belebung der Konsumneigung bringen wird, weiß man auch seitens der Anleger. Aber dass der Umstand, dass sich Hermès im Kreis der großen Luxusgüterkonzerne seit Jahren am besten schlägt, nicht als Stütze wirkt – ist das nicht überraschend?
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Expertenmeinung: Nein, grundsätzlich ist auch das nachvollziehbar, denn die Bewertung der Aktie ist hoch. Und höher als die von LVMH, Kering oder Richemont. Mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis, das selbst in dem Fall, dass die aktuelle Analystenschätzung für den 2026er-Gewinn pro Aktie zutrifft und der Gewinn damit gegenüber 2025 um die zehn Prozent steigt, bei 45 läge, ist der „Branchenprimus-Aufschlag“ immer noch da. Nicht mehr so extrem wie in den Vorjahren. Aber groß genug, um bremsend zu wirken. Die Marktteilnehmer wollen erst einmal die Zahlen und den Ausblick sehen und dann entscheiden. Und dagegen ist nichts einzuwenden.

Doch aus Sicht der Bullen ist das trotzdem eine unerfreuliche Ausgangslage, denn die Hermès-Aktie hängt mit einem Bein über dem charttechnischen Abgrund. Der Kurs ist aktuell in der Unterstützungszone 1.997 zu 2.051 Euro angekommen. Ein Ausbruch nach unten würde aus rein charttechnischer Sicht den Weg zunächst an die bei momentan 1.945 Euro verlaufende 1.000-Tage-Linie und darunter dann an die Auffanglinie bei 1.888 Euro freigeben. Wäre es einen Gedanken wert, einen Ausbruch nach unten und damit eine Bestätigung der übergeordneten Abwärtstendenz mit einem Short-Trade zu verfolgen?
Da die Hermès-Zahlen nur noch eine Woche entfernt sind, wäre das ziemlich riskant. Denn auch wenn die Bewertung grundsätzlich noch eher teuer ist: Solange Hermès der Branchenprimus bleibt, wäre eine gegenüber den Branchenkollegen höhere Bewertung damit durchaus zu rechtfertigen, was hieße: Es bräuchte nur einiger zuversichtlich stimmender Zahlen und Aussagen in dieser anstehenden Bilanz und ein möglicher Ausbruch nach unten würde als Bärenfalle enden. Natürlich könnte man, wenn der Bericht enttäuscht, auch richtig liegen, wenn man im Fall eines Bruchs der Zone 1.997/2.051 Euro die Short-Karte zieht. Aber das wäre eben nichts anderes als eine Wette … und da man so etwas an der Börse bleiben lassen sollte, würde es sich unbedingt anbieten, zunächst die Zahlen abzuwarten!
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