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Zwischen Sommer 2022 und Anfang 2025 hat sich der Kurs der Hermès-Aktie verdreifacht. Doch seit gut einem Jahr ist der Wurm drin … und das nicht zu knapp. Denn nach einer extrem schwachen Woche ist die Aktie jetzt auf dem Weg, sich im Kurs zu halbieren. Was ist da los?
Die Antwort ist eigentlich einfach: Der Iran-Krieg und der ihn begleitende massive Anstieg der Energiepreise drücken auf die Stimmung ebenso wie auf den Geldbeutel der Verbraucher. Zwar könnte man sich fragen, warum dabei ausgerechnet ein Anbieter von hochpreisigen Luxusartikeln wie Hermès so unter Druck gerät. Schließlich ist die typische Klientel des Unternehmens vermögend, so dass diese eine solche Verteuerung der Lebenshaltungskosten ebenso wegstecken könnte wie die Verunsicherung über die kommende weltwirtschaftliche Entwicklung. Und diese Frage ist berechtigt. Zumal die anderen französischen Vertreter der Luxusbranche, Kering und LVMH, zwar ebenso abwärts tendieren, aber weit weniger drastisch als Hermès.
Aber Hermès hat aus Anlegersicht den „Makel“, ziemlich teuer bewertet zu sein. Das Kurs-/Gewinn-Verhältnis liegt zwar weit unter dem Level, das vor einem Jahr erreicht wurde. Jetzt sehen wir hier auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten ein KGV von knapp 40. Aber relativ hoch ist das immer noch. Und ein hohes KGV wäre nur dann berechtigt, wenn das Wachstum stark und konstant ist. Und das steht jetzt infrage, denn:
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Expertenmeinung: Der Spruch „Luxus läuft immer“, der sich in der Corona-Phase noch bestätigt hatte, gilt derzeit so nicht mehr. Das Nonstop-Wachstum früherer Jahre ist Druck auf Umsatz und Marge gewichen. Hermès steht zwar in der Branche immer noch als Primus da. Aber das Wachstumstempo ist deutlich geringer geworden. Und dass sich höhere Energiekosten auf Herstellung und Transport niederschlagen und das auf die Margen drückt … zumal man die Preise nach den jüngsten Anhebungen nicht gleich nochmal hochschrauben kann, ohne zu riskieren, dass auch vermögende Kunden äußerst unerfreut reagieren … ist aktuell eben ein greifbares Risiko.
Momentan kalkulieren die Experten beim Gewinn pro Aktie im Schnitt mit einem Anstieg von gut sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Müsste man diese Erwartung mit Blick auf die derzeitige Gesamtsituation nach unten korrigieren, würde aus einem ohnehin schon für diese Wachstumsrate zu hohen KGV ein noch weit mehr überzogenes KGV. Das dürfte ein Aspekt sein, der aktuell zu diesem heftigen Abgabedruck führt. Der andere findet sich in der Charttechnik an sich:

Sie sehen in unserem Chart auf Wochenbasis, dass die Hermès-Aktie lange Zeit in einer Seitwärtsspanne gefangen war. Mit Ausbruch des Iran-Krieges wurde diese nach unten verlassen. Bei der Gelegenheit brach auch die 200-Wochen- bzw. 1.000-Tage-Linie. Ein Versuch, die Linie zurückzuerobern, scheiterte in der vorvergangenen Woche. Dadurch fiel auch die Unterstützung aus dem Jahr 2024 bei 1.888 Euro. Das war ein markant bärisches Signal, das, nicht zuletzt durch die erhöhte Unruhe im Zuge der am Freitag absolvierten Abrechnung am Terminmarkt, zu einem Selloff führte, der den Hermès-Kurs am Donnerstag und Freitag insgesamt um gut zehn Prozent nach unten beförderte.
Aktuell ist dadurch die Unterstützungszone 1.641 zu 1.678 Euro, die auf zwei Wendepunkte aus den Jahren 2021 und 2023 zurückgeht, erreicht. Diese Zone könnte halten. Aber in diesem derzeitigen Gesamtmarkt-Umfeld, in dem die Verunsicherung täglich weiter zunimmt, sollte man sich besser hüten, das als wahrscheinlich genug vorauszusetzen, um hier in fallende Kurse und damit gegen den Trend einzusteigen. Fazit: Beobachten, aber mehr noch nicht!
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/RMS.PA/analyst-insights/
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