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Hermes Aktie Prognose Hermès: Der Branchenprimus wird gerade zu Bärenfutter

News: Aktuelle Analyse der Hermes Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Hermes Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.02.2026 um 22:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Hermès-Aktie befindet sich seit August in einer Bodenbildung. Es gab mehrere Versuche, eine Aufwärtswende zu generieren, bislang wurden aber alle abgefangen. Die 2025er-Bilanz des Donnerstags hätte eine weitere Chance sein können. Doch die ließen die Bullen liegen.

Dabei war das, was der französische Luxusgüterkonzern am vergangenen Donnerstag für das abgelaufene Jahr melden konnte, durchaus ordentlich. Man blieb im Vergleich zur Konkurrenz der Primus, indem es gelang, den Umsatz im vierten Quartal um 9,8 Prozent zu steigern, wobei davon nach Berücksichtigung der Währungsproblematik nur noch gut drei Prozent übrigblieben. Aber immerhin, es war mehr als im Vorfeld von den Analysten im Schnitt prognostiziert wurde.

Das half, den Umsatz im Gesamtjahr um 8,9 Prozent, wechselkursbereinigt um 5,5 Prozent zu steigern. Der Anstieg lag damit zwar deutlich unter dem, der 2024 erreicht werden konnte, aber die 16,0 Milliarden Euro, die da zusammen kamen, lagen leicht über den Prognosen. Zwar kam die Netto-Gewinnmarge von 30,3 Prozent im Jahr 2025 auf 28,3 Prozent im vergangenen Jahr zurück. Aber durch den gesteigerten Umsatz gelang es, beim Nettogewinn mit 4,52 Milliarden Euro nur leicht unter dem Vorjahr zu bleiben.

Expertenmeinung: Insgesamt gesehen waren die Ergebnisse also solide und keineswegs eine Enttäuschung. Da wirkt es überraschend, dass diese in den vergangenen zwölf Monaten so massiv gedrückte Aktie (das Rekordhoch wurde am 14.2.2025 bei 2.957 Euro erreicht) daraufhin nicht ernsthafte Anstalten machte, um aus dieser Bodenbildungs-Kursspanne nach oben hinauszukommen.

Hermès Aktie: Chart vom 13.02.2026, Kurs 2.147,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hermès Aktie: Chart vom 13.02.2026, Kurs 2.147,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS

Stattdessen wurde das als unmittelbare Reaktion auf die Bilanz am Donnerstag erreichte Plus von 2,5 Prozent mit einem Rücksetzer am Freitag um 1,6 Prozent umgehend großenteils egalisiert. Die obere Begrenzung der Trading-Range bei 2.300 Euro blieb außer Reichweite. Es war die bei derzeit 2.196 Euro verlaufende 200-Tage-Linie, die als Widerstand fungierte und funktionierte, an ihr kamen die Käufer nicht vorbei. Wo lag das Problem?

Zwei Aspekte dürften die Anleger beunruhigt haben. Einen konkreten Ausblick bekam man nicht, das ist indes in dieser Branche aufgrund des wankelmütigen Konsumentenverhaltens auch nicht üblich. Es wurde nur, wie meist, allgemeine Zuversicht kundgetan. Man musste also nach anderen Indizien suchen, die andeuten könnten, was man da in nächster Zeit in Sachen Umsatz- und Gewinnwachstum erwarten könnte. Und da gab es Hinweise, einmal in Bezug auf die Dividende, zum zweiten in Bezug auf die Preispolitik.

Denn Hermès will für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 18 Euro ausschütten. Für 2024, als man nur unwesentlich mehr verdient hatte, gab es noch 26 Euro. Und im Schnitt hatten die Analysten mit einer Dividende von knapp 20 Euro gerechnet. Es scheint, als würde Hermès deutlich vorsichtiger werden. Darüber hinaus hatte Hermès, das war also schon bekannt, zu Jahresbeginn die Preise vor allem beliebter Produkte wie der Jane Birkin-Handtasche relativ deutlich um sechs bis acht Prozent angehoben, was man in dem derzeitigen Konsumumfeld durchaus als gewagt einordnen könnte. Und so blieb die Skepsis erhalten … und die Aktie in ihrer vorbestehenden Handelsspanne.

Bevor die Hermès-Aktie nicht aus ihrer Bodenbildungs-Spanne und über die letzten Zwischenhochs hinaus gelaufen ist und sich zumindest ein, zwei Tage darüber halten konnte, wäre hier weiterhin kein bullisches Chartbild gegeben. Zwar wäre es in der aktuellen Gemengelage eher überraschend, wenn der Kurs im Gegenzug aus dieser Handelsspanne nach unten herausfallen würde. Aber eine günstige Basis, um einzusteigen, ergab sich aus dieser müden Reaktion auf die 2025er-Zahlen nicht.

Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 12.02.2026:
https://assets-finance.hermes.com/s3fs-public/node/pdf_file/2026-02/1770842738/hermes_20260212_pr_2025fullyearresults_va.pdf?VersionId=b_gXeCpcnuB3ftYcPgTb8IVxf8wfnw0k

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.02.2026 um 22:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Seit dem „Zoll-Crash“ im April 2025 haben viele europäische Aktienindizes neue Rekorde markiert. Nicht so die Luxusgüterbranche. Auch deren Primus Hermès ist weit unterhalb seiner Hochs unterwegs und droht aktuell sogar, weiter abzurutschen. Wo liegt das Problem?

Heute in einer Woche steht die 2025er-Bilanz von Hermès International an. Allzu viel Wachstum erwartet man im Rückblick auf 2025 und beim Blick nach vorne zwar nicht. Vor allem nicht, seit LVMH Ende Januar in seiner Bilanz durchscheinen ließ, dass man 2026 dort, beim Branchenkollegen, wieder ein eher schwieriges Umfeld erwartet. Aber:

Dass im letzten Jahr wenig voranging, hatte man ja längst unübersehbar in die Hermès-Aktie eingepreist. Und dass 2026 zumindest aus aktueller Sicht keine massive Belebung der Konsumneigung bringen wird, weiß man auch seitens der Anleger. Aber dass der Umstand, dass sich Hermès im Kreis der großen Luxusgüterkonzerne seit Jahren am besten schlägt, nicht als Stütze wirkt – ist das nicht überraschend?

Expertenmeinung: Nein, grundsätzlich ist auch das nachvollziehbar, denn die Bewertung der Aktie ist hoch. Und höher als die von LVMH, Kering oder Richemont. Mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis, das selbst in dem Fall, dass die aktuelle Analystenschätzung für den 2026er-Gewinn pro Aktie zutrifft und der Gewinn damit gegenüber 2025 um die zehn Prozent steigt, bei 45 läge, ist der „Branchenprimus-Aufschlag“ immer noch da. Nicht mehr so extrem wie in den Vorjahren. Aber groß genug, um bremsend zu wirken. Die Marktteilnehmer wollen erst einmal die Zahlen und den Ausblick sehen und dann entscheiden. Und dagegen ist nichts einzuwenden.

Hermès Aktie: Chart vom 04.02.2026, Kurs 2.035,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hermès Aktie: Chart vom 04.02.2026, Kurs 2.035,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS

Doch aus Sicht der Bullen ist das trotzdem eine unerfreuliche Ausgangslage, denn die Hermès-Aktie hängt mit einem Bein über dem charttechnischen Abgrund. Der Kurs ist aktuell in der Unterstützungszone 1.997 zu 2.051 Euro angekommen. Ein Ausbruch nach unten würde aus rein charttechnischer Sicht den Weg zunächst an die bei momentan 1.945 Euro verlaufende 1.000-Tage-Linie und darunter dann an die Auffanglinie bei 1.888 Euro freigeben. Wäre es einen Gedanken wert, einen Ausbruch nach unten und damit eine Bestätigung der übergeordneten Abwärtstendenz mit einem Short-Trade zu verfolgen?

Da die Hermès-Zahlen nur noch eine Woche entfernt sind, wäre das ziemlich riskant. Denn auch wenn die Bewertung grundsätzlich noch eher teuer ist: Solange Hermès der Branchenprimus bleibt, wäre eine gegenüber den Branchenkollegen höhere Bewertung damit durchaus zu rechtfertigen, was hieße: Es bräuchte nur einiger zuversichtlich stimmender Zahlen und Aussagen in dieser anstehenden Bilanz und ein möglicher Ausbruch nach unten würde als Bärenfalle enden. Natürlich könnte man, wenn der Bericht enttäuscht, auch richtig liegen, wenn man im Fall eines Bruchs der Zone 1.997/2.051 Euro die Short-Karte zieht. Aber das wäre eben nichts anderes als eine Wette … und da man so etwas an der Börse bleiben lassen sollte, würde es sich unbedingt anbieten, zunächst die Zahlen abzuwarten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.12.2025 um 20:05 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Weihnachtszeit – Zeit, um sich auch mal etwas zu gönnen. Zum Beispiel vom französischen Luxusgüterkonzern Hermès. Eigentlich müsste diese durchaus gängige Denkweise der Aktie Rückenwind verleihen. Aber in diesem Jahr wirken die Anleger auffallend zögerlich.

Hermès war jahrelang im Kreis der drei „Großen“ der Branche. Neben Hermès gehören dazu LVMH und Kering, der unangefochtene Branchenprimus. Wo die anderen unter Druck gerieten, wuchs Hermès weiter. Dieser Vorteil verwandelte sich indes im Jahr 2025 in einen Nachteil, denn vergleicht man die Kursentwicklung dieser drei Aktien, stellt man fest: Hermès hat die rote Laterne. Was ging denn da schief?

An den Zahlen lag es nicht. Zwar rechnen die Analysten für das Jahr 2025 mit einem nur knapp behaupteten Gewinn pro Aktie. Aber dieser Stillstand folgt auf eine jahrelange Serie wie an der Schnur gezogen steigender Gewinne. Das Problem ist ein anderes: die Bewertung.

Denn es ist zwar ebenso sinnvoll wie folgerichtig, dass ein Anleger sich innerhalb einer Branche vorzugsweise das am besten laufende Unternehmen für seine Investments aussucht. Aber wenn das zu viele tun, bedeutet das: Der Branchenprimus steigt durch die höhere Nachfrage weit stärker als die Aktien der anderen Unternehmen – und dann steigt der Kurs oft auch deutlich schneller als der Gewinn. Das Ergebnis in diesem Fall: Hermès hatte eine markante Überbewertung erreicht, LVMH und Kering hingegen konnte man als eher günstig einordnen. Das führte zu einer Schere im Kursbild, die sich jetzt schließt. Der Effekt:

Expertenmeinung: Während Kering und LVMH seit dem Spätsommer wieder Boden gutmachen, läuft Hermès in einer Seitwärtsspanne. Die Frage ist: Reicht dieses „Verharren“ in Relation zu den Kursanstiegen der Branchenkollegen schon aus, um Hermès wieder attraktiv für den Einstieg zu machen?

Da sind nicht wenige Analysten noch skeptisch, nur die Hälfte der gut 20 Hermès regelmäßig überwachenden Experten rät derzeit zum Kauf, der Rest mehrheitlich nur dazu, die Aktie zu halten. Und die Skeptiker hätten durchaus Argumente:

Zum einen ist das Konsumumfeld weiterhin nicht ideal. Das sähe anders aus, wenn sich die positiven Signale, die man in China im dritten Quartal beim Umsatz registrierte, im entscheidenden, jetzt laufenden vierten Quartal verfestigen und sich auch entsprechend bei Marge und Gewinn niederschlagen würden. Diese Zahlen kommen aber erst in der ersten Februarhälfte.

Zum anderen ist Hermès durch das Wassertreten des Kurses seit Anfang August zwar nicht mehr so absurd teuer bewertet wie noch zu Beginn des Jahres, als der Kurs in der Spitze beinahe 3.000 Euro erreichte. Aber mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von knapp 50 auf Basis der durchschnittlichen 2025er-Gewinnschätzung der Analysten ist man da allemal noch sportlich unterwegs. „Billig“ ist die Aktie also noch lange nicht, das wäre also weiterhin noch kein Kaufargument.

Trotzdem dürfte es sich lohnen, die Aktie im Auge zu behalten, denn wenn Hermès seinen Status als Branchenprimus auch im laufenden Weihnachtsgeschäft bestätigen sollte, wäre ein Ausbruch aus der Bodenbildungs-Spanne jederzeit denkbar. Der Chart zeigt, was dafür gelingen müsste: Es gälte, die Widerstandszone 2.224 zu 2.268 Euro, die derzeit auch die 200-Tage-Linie einschließt, auf Schlusskursbasis zu überwinden. Was wie gesagt jederzeit gelingen könnte, aber nicht muss … einem solchen Befreiungsschlag vorzugreifen, wäre daher hoch riskant.

Hermès Aktie: Chart vom 16.12.2025, Kurs 2.159,00 Euro, Kürzel: RMS | Online Broker LYNX
Hermès Aktie: Chart vom 16.12.2025, Kurs 2.159,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Primus in der Luxusgüterbranche lieferte mal wieder ab: Hermès überzeugte mit seinen Umsatzzahlen zum dritten Quartal … eigentlich. Aber wenn sehr viel erwartet wird, ist „gut“ oft nicht gut genug. Trotz guter Zahlen gelang es nicht, die Aktie ins Plus zu ziehen. Ein Problem?

Es kann eines werden. Denn der Chart zeigt, dass die Aktie im Vorfeld der am Mittwoch vorgelegten Ergebnisse über die seit Anfang August geltende Seitwärtsspanne zwischen 1.997 und 2.187 Euro hinauslief, dabei auch noch die Widerstandslinie bei 2.224 Euro überbot, am Mittwoch aber wieder an diese alte Range zurückfiel. „An“ heißt zwar nicht „in“, aber die Chance, sich nach oben zu lösen, ist jetzt erst einmal vertan. Wo lag das Problem?

Hermès Aktie: Chart vom 22.10.2025, Kurs 2.199,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hermès Aktie: Chart vom 22.10.2025, Kurs 2.199,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS

Hermès wartete, wie alle französischen Unternehmen, zum Ende des dritten Quartals nur mit der Umsatzentwicklung auf, zu Marge und Gewinn kommt erst etwas im Januar, dann für das zweite Halbjahr sowie das Gesamtjahr 2025. Aber die Umsatzentwicklung war, eigentlich, tadellos:

Es ging auf Basis konstanter Wechselkurse, d. h. wenn man so tut, als sei der Euro nicht – für europäische Unternehmen mit internationaler Ausrichtung ungünstig – gestiegen, um 9,6 Prozent aufwärts. Allerdings de facto nur um 4,8 Prozent, wenn man die Wechselkurse eben nicht anpasst, sondern so nimmt, wie sie nun einmal gelaufen sind. Was den Umsatzanstieg in Euro wegen der Schwäche anderer Währungen nun einmal reduziert. Man kam damit auf einen Umsatz von 3,88 Milliarden Euro im Sommerquartal. Und da lag der Haken: Die Analysten hatten im Schnitt 3,9 Milliarden prognostiziert. Und schon war man bei diesem „gut, aber nicht gut genug“. Und so ganz schief läge man damit auch nicht, denn:

Expertenmeinung: Die Aktie hat zwar ihre zuvor noch viel drastischere Bewertung durch den Abstieg seit Februar moderiert. Aber ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 51 für die durchschnittliche Gewinnschätzung der Analysten für 2025 ist immer noch äußerst happig. Und auch, wenn das durchschnittliche Kursziel der Experten höher liegt als der gestrige Schlusskurs: Mit derzeit 2.400 Euro liegt es eben nur moderat höher, knapp über der Zone, die der Hermès-Kurs überbieten müsste, um ein echtes, auch mittelfristig bullisches Signal abzuliefern.

Es geht um die Rückkehr in den alten, seit Sommer 2022 geltenden und Ende Juli gebrochenen Aufwärtstrend und die aktuell bei 2.357 Euro verlaufende 200-Tage-Linie. Da müsste die Aktie drüber, vorher wären die Bemühungen der Käuferseite letztlich nur Stückwerk. Das Problem:

Man hatte die Aktie ja bereits im Vorfeld eine Etage höher gesetzt, als Reaktion auf die am 15. Oktober gelieferten, überraschend gut ausgefallenen Ergebnisse des Branchenkollegen LVMH. Man hat also gute Zahlen vorweggenommen, so gesehen ist es nicht wirklich überraschend, dass man diese eigentlich winzige Verfehlung der Prognose negativ bewertete. Und da die Chance, das einfach vom Tisch zu wischen und die Aktie bullisch zu halten, jetzt erst einmal vergeben wurde, sollte man es sich besser zweimal überlegen, ob man es wagen will, diesen Ausbruch über die vorgenannten, mittelfristigen Widerstände vorwegzunehmen.

Quellenangaben: Quartalsmeldung 3. Quartal 2025, 22.10.2025:
https://assets-finance.hermes.com/s3fs-public/node/pdf_file/2025-10/1761060760/hermes_22102025_ca3t_fr.pdf?VersionId=I5F6IvnWrdyVPGDUcKvvzOac0ZygeNw9

Über den Autor

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Auch im Luxus-Sektor ist der Wind mittlerweile rauer geworden. Aber Hermès vermochte, sich bislang besser gegen den Wind zu stemmen als andere Unternehmen der Branche. Das gelang auch im 1. Halbjahr 2025. Die Aktie fiel … aber manchen ist gut eben nicht gut genug.

Richtig ist: Der Nettogewinn kam in den ersten zwei Quartalen dieses Jahres gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024 leicht zurück, von 2,37 auf 2,25 Milliarden Euro. Der Gewinn pro Aktie lag dadurch bei 21,39 Euro nach 22,58 im Vorjahreszeitraum. Da die Analysten derzeit im Schnitt mit einem minimal über 2024 liegenden Gewinn für das Gesamtjahr rechnen, ist das zumindest nicht ideal.

Aber Hermès wächst trotzdem … und die großen Konkurrenten Kering und LVMH tun es derzeit nicht. Hermès‘ Umsatz legte im ersten Halbjahr um gut sieben Prozent zu. Und auch, wenn die operative Gewinnmarge leicht von 42,0 auf 41,4 Prozent nachgab: Im Schnitt hatten die Analysten im Vorfeld mit nur 40,4 Prozent gerechnet. Dadurch konnte der Gewinn operativ, wenngleich nur leicht, von 3,15 auf 3,33 Milliarden Euro zulegen. Dass es unter dem Strich, beim Nettogewinn pro Aktie, leicht weniger wurde, das wirkt daher – passend zur Branche und den Problemen der Konkurrenz – wie ein „Luxusproblem“.

Expertenmeinung: Dass das trotzdem manchen Anlegern zu wenig war, mag daran liegen, dass Hermès aufgrund seiner Bewertung eigentlich positive Überraschungen braucht. Denn es ist ein nicht unwesentliches Risiko, dass die Aktie aufgrund ihrer starken Marktposition so sehr bevorzugt wurde, dass sie in Bezug auf das Kurs-/Gewinn-Verhältnis viel höher bewertet ist als Kering oder LVMH. Konkret liegt dieses KGV für die derzeitige 2025er-Analysten-Gewinnschätzung bei 54 … das ist brisant teuer. Vor allem, weil das Wachstum derzeit zwar noch vorhanden, für eine solche Bewertung aber zu gering ist.

Hermès Aktie: Chart vom 30.07.2025, Kurs 2.270,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Aber das wäre ja bei leicht höher ausgefallenen Nettogewinnen auch nicht anders gewesen. Daher ist es keineswegs ausgemachte Sache, dass das gestrige Minus von 4,54 Prozent der Beginn eines neuen, größeren Abwärtsimpulses wird. Zwar ist es ungünstig, dass die Aktie dadurch an der mittelfristigen Abwärtstrendlinie abgewiesen wurde und durch diesen Abschlag deutlicher unter der bis Dienstag noch umkämpften 200-Tage-Linie notiert. Aber die Aktie hat dadurch in eine solide wirkende Unterstützungszone zwischen 2.224 und 2.277 Euro zurückgesetzt, die noch durch die bis in den Sommer 2022 zurückreichende, übergeordnete Aufwärtstrendlinie verstärkt wird.

Grundsätzlich könnte zwar auch diese Unterstützungszone brechen. Aber da die Ergebnisse grundsätzlich Hermès‘ Rolle als Branchenprimus bestätigen, besteht eine taugliche Chance, dass dieser große Pluspunkt trotz der immer noch eher teuren Bewertung die kleine Enttäuschung eines leicht unter den Erwartungen liegenden Nettogewinns aufwiegen kann.

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Halbjahres 2025, 30.07.2025:
https://assets-finance.hermes.com/s3fs-public/node/pdf_file/2025-07/1753810479/hermes_20250730_cp_resultatspremiersemestre_vf.pdf?VersionId=oD.bEgO3VTgMcDrBkC8_71PjXWQYVDQP

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.