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Jahrelang widerstand die Luxusgüterbranche einem schwierigen Marktumfeld und wuchs immer weiter. 2024 wurde der Wind indes rauer, nur Hermès legte gegen den schwächelnden Trend weiter zu. Seit Anfang 2025 fällt aber auch der Ex-Branchenprimus … wie lange noch?
Wenn man sich die Aktien der drei großen Luxuskonzerne Frankreichs, Hermès, LVMH und Kering, seit Jahresbeginn ansieht, laufen alle in etwa gleich schlecht, die Verluste bewegen sich in einer Range zwischen grob 21 und 26 Prozent. Der Branchenprimus-Bonus, den Hermès gegenüber den beiden Konkurrenten jahrelang genoss, ist also derzeit dahin. Und das ziemlich deutlich, denn:
Wenn wir uns die Aktie im Chart auf Wochenbasis ansehen, stellen wir fest: Nichts hält. Untere Wendezonen vergangener Jahre, die sich als Support und damit als Angriffspunkt für Käufe hätten anbieten können, werden sang- und klanglos gebrochen. Der Abwärtstrend ist weiter voll intakt, die Käufer sind offenbar komplett abgewandert. Aber kann das wirklich noch lange so weitergehen? Müsste die Aktie nicht langsam wieder so günstig bewertet sein, dass man sie, zumindest mit einem mittelfristigen Zeithorizont, einfach mal auf Verdacht einsammeln könnte?

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Expertenmeinung: Die Analysten sehen das offenbar so, zumindest die Mehrheit. Von den 22 als aktuell anzusehenden Einschätzungen lauten 14 auf „Kauf“. Und das durchschnittliche Kursziel von momentan knapp 2.063 Euro liegt sehr deutlich über dem derzeitigen Niveau der Aktie, die nicht weit über dem niedrigsten aller Kursziele von 1.500 Euro notiert. Aber!
„Billig“ ist die Aktie immer noch nicht, was das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) angeht. Zwar rechnen die Experten im Schnitt mit einem leichten Anstieg von Umsatz und Gewinn im laufenden Jahr, aber trotzdem errechnet sich da noch ein KGV von 36. Was zwar im Verhältnis zu früheren Jahren ziemlich moderat wirkt, immerhin lagen die KGVs bei Hermès zwischen 2022 und 2025 zwischen 45 und 55. Aber das war auch äußerst teuer und nur gerechtfertigt, weil man sich sagte: Hermès ist in der Branche die beste Aktie, wenn überhaupt, muss man diese kaufen. Und den Aufschlag akzeptieren, den so ein Branchenprimus wegen des höheren Interesses der Anleger nun einmal oft hat.
Aber Hermès ist eben jetzt kein Primus mehr, denn das Wachstum ist hier mittlerweile genauso mickrig wie im Rest der Branche. Und da weist zwar Kering auch ein eher hohes KGV von 38 auf, weil man dort auf den Turnaround hofft, aber das KGV von LVMH beträgt nur 22. Und das ist durchaus angemessen, wenn die Erwartung in Bezug auf die prozentuale Steigerung des Gewinns je Aktie nur noch gering ist. Und nichts anderes erwartet man bei Hermès – nur ist die Aktie trotzdem noch deutlich teurer bewertet.

Daher ist der Gedanke – trotz des bereits erheblichen Kursabstiegs –, dass diese Aktie jetzt „billig“ genug wäre, um sie bedenkenlos auch in einem noch intakten Abwärtstrend kaufen zu können, äußerst riskant. Mittelfristig bullisch wäre Hermès erst, wenn der Kurs mit einem Anstieg über die Widerstandszone 2.000/2.051 Euro einen unter anderem die 200-Tage- und 1.000-Tage-Linie sowie die übergeordnete Abwärtstrendlinie beinhaltenden Kreuzwiderstand überboten hätte. Alles, was sich darunter abspielt, wäre instabil … und daher als Hinweis darauf, dass die Bären die Hermès-Aktie nicht mehr aktiv „beackern“, ungeeignet.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RMS.PA/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.05.2026 um 18:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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