Bei manchen Aktien ignorieren die Anleger teure Bewertungen und skeptische Analysten. Andere Aktien werden trotz entsprechender fundamentaler Kennzahlen und positiver Experten-Meinungen weniger beachtet – so wie aktuell Heidelberg Materials.
Die Aktie des Baustoff-Konzerns Heidelberg Materials gehörte zu den großen Gewinnern des Jahres 2025. Aber Anfang dieses Jahres endete die Hausse abrupt. Hintergrund war unter anderem die Sorge, dass die Margen unter Druck geraten könnten, weil das Unternehmen gezielt in umweltfreundliche Baustoffe investiert hatte und die EU die Klimavorgaben so lockern könnte, dass man in der Baubranche weiter die problematischeren, aber deutlich billigeren Varianten nutzen könnte.
Ob sich dieser Aspekt mittelfristig tatsächlich negativ auswirken wird, ist aber offen. Ein anderer Aspekt ist klarer: Der Aktienkurs war einem realistisch erwartbaren Wachstum von Umsatz und Gewinn davongelaufen. Als die Aktie im Januar bei 241,80 Euro ihr bisheriges Hoch markierte, war die Bewertung bereits ambitioniert im Verhältnis zu den damaligen Wachstumserwartungen.
Aktuell hat sich dieses Verhältnis verändert. Mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von ca. 12,5 auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten liegt die Bewertung inzwischen auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Nach der bereits deutlichen Korrektur liegt der Kurs zudem unter dem momentanen, durchschnittlichen Analysten-Kursziel von 215 Euro. Hinzu kommt: Drei Viertel der diese Aktie aktuell einstufenden Experten haben ein „Kaufen“-Rating vergeben. Aber Sie sehen es im Chart:

Expertenmeinung: Während diese Aktie im Vorjahr lief wie geschnitten Brot, will sie jetzt, so weit unter dem Rekordhoch, kaum jemand haben. Zumindest sind die Käufer dünn genug gesät, um nicht verhindern zu können, dass Heidelberg Materials gerade über eine charttechnische Klippe zu rutschen droht. Die Unterstützungszone 159,70 bis 163,75 Euro wird seit Ende Juli nonstop belagert. Am 31. Juli war der Kurs schon einmal kurz unter diese Zone gelaufen, es gelang aber, die Aktie noch vor dem Abrutschen zu retten. Aber lösen konnte sich die Aktie von dieser Zone nicht. Das war eine Steilvorlage für das bärische Lager, zumal:
Dass die Mitte März begonnene Gegenreaktion auf den ersten, scharfen Korrekturimpuls mehrfach schon ein gutes Stück unter der 200-Tage-Linie abgewiesen wurde und die Aktie seit Wochen unübersehbar an der 20-Tage-Linie entlang nach unten geführt wird, zeigt, dass der Verkaufsdruck weiterhin hoch ist. Und jetzt hatten die Bären die Chance, ein charttechnisch relevantes Signal auszulösen, indem die belagerte Unterstützungszone durchschlagen wird.
Das wurde am Dienstag versucht … und die Zone wurde unterschritten. Die nächste Kurszielzone aus charttechnischer Sicht wartet jetzt im Bereich 130,00 bis 133,90 Euro, das waren die Tiefs der Monate Februar und April 2025.
Aber wie kann es angehen, dass eine Aktie derart „ungeliebt“ ist, dass die Käufer-Seite sie jetzt, über 35 Prozent unter dem Hoch und weit unter dem Konsens-Kursziel der Analysten, nicht einsammelt und den Bären dadurch Einhalt gebietet?
Weil der Trend oft weitaus mehr Einfluss auf die Entscheidungen von Marktteilnehmern hat als fundamentale Daten. Und dieser Trend weist gerade abwärts. Daher gilt: Grundsätzlich lässt sich die Heidelberg Materials-Aktie zwar in einer Region zwischen 130 und 160 Euro charttechnisch beobachten. Eine belastbare Beurteilung der weiteren Kursentwicklung ist auf Basis des aktuellen Chartbilds jedoch nicht möglich.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/HEI.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.08.2026 um 20:42 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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