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Als Aktionär der deutschen Reederei Hapag Lloyd hatte man in den vergangenen knapp drei Jahren wenig Grund zur Freude. Aber am Montag machte der Kurs einen kräftigen Satz nach oben. Der Auslöser ist nachvollziehbar, aber kann dieser Befreiungsschlag nachhaltig sein?
Als Hapag Lloyd Anfang Februar vorläufige Ergebnisse zum Jahr 2025 vorlegte, zog die Aktie an. Denn dass der Druck auf die Frachtraten im Vorjahr dazu führte, dass der Gewinn trotz gestiegenem Umsatz nachgab, war erwartet worden. Einige kauften da nach dem Motto: „Es hätte ja noch schlimmer kommen können.“

Dann aber sackte die Aktie Mitte Februar durch, weil man mitteilte, man werde die israelische Reederei ZIM übernehmen. Was strategisch zwar sinnvoll wirkte, aber der Kaufpreis ist immens, man fürchtet, dass es lange dauern wird, bis sich diese Ausgabe rentieren wird. Aber immerhin: Es gelang, die wichtige charttechnische Unterstützungszone zwischen 108,30 und 111,10 Euro zu verteidigen und die Hapag-Lloyd-Aktie dadurch in ihrer seit Ende August geltenden Trading-Spanne zwischen 108,30 und 131,10 Euro zu halten … aus der der Kurs am Montag nach oben ausbrach. Was allerdings keine Überraschung war, denn:
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Expertenmeinung: Mit dem Beginn der militärischen Aktionen am Wochenende umgehen die Frachtschiffe jetzt die wichtige Straße von Hormus, um nicht zum Ziel von Angriffen zu werden. Alternativen zu dieser für den internationalen Warenfluss – nicht nur in Bezug auf Öl und Gas – immens wichtigen Route sind aber deutlich länger, das treibt die Frachtraten in die Höhe und verheißt Reedereien wie Hapag Lloyd höhere Gewinnmargen. Hinzu kommt, dass dadurch für die Aufrechterhaltung der Lieferketten mehr Schiffe benötigt werden, was eine höhere Kapazitätsauslastung erwarten lässt … die zuletzt auch ein markantes Problem größerer Reedereien war.
Auf diese Erwartung hin wurde am Montag gekauft. Die Frage ist aber: Wie nachhaltig kann diese Entwicklung sein? Die Antwort: Das ist absolut nicht einschätzbar. Weder ist sicher abzusehen, ob diese Hormus-Route womöglich komplett gesperrt wird und wenn ja, wie lange das anhalten würde, noch, ob die kriegerischen Handlungen an sich in einigen Tagen oder Wochen wieder vom Tisch sind oder sich die Sache über Monate hinzieht.
Daher ist dieser Ausbruch der Aktie aus ihrer vorherigen Handelsspanne eine Art „Wette“, die man mit entsprechender Vorsicht genießen sollte. Die Hapag-Lloyd-Aktie könnte, je nachdem, was die kommenden Wochen bringen, durchaus noch weiter zulegen, könnte aber auch sang- und klanglos wieder in die alte Range zurückfallen. Wer darüber nachdenkt, sich hier zu engagieren, sollte das im Hinterkopf haben und unbedingt überlegen, eine Long-Position mit einem Stoppkurs zwei, drei Prozent unter der oberen Begrenzungszone der vorherigen Spanne abzusichern.
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