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Elmos Semiconductor legte am Dienstag vorläufige Ergebnisse für das Jahr 2025 vor und gab zugleich bereits einen Ausblick auf 2026. Die Anleger quittierten das Zahlenwerk mit einem neuen Verlaufsrekord. Wodurch die Frage aufkommt, was man jetzt mit der Aktie tun könnte.
Eines steht außer Zweifel: Das, was Elmos Semiconductor im Jahr 2025 zuwege gebracht hat, ist aller Ehren wert. Zwar wirkt der Anstieg der Umsätze mit +0,3 Prozent (bereinigt um Wechselkurseffekte wären es +2,5 Prozent gewesen) winzig. Aber im Vorfeld hatten die Analysten damit gerechnet, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr sinken würde. Schließlich ist Elmos ein Spezialist für ASICs, d. h. für integrierte Chips mit speziellen Funktionen, die man vornehmlich an die Automobilindustrie liefert. An eine Branche also, die 2025 rückläufige Verkaufszahlen sah. Da ist ein Umsatzplus allemal beeindruckend.
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel zum Vorjahr trotzdem, konkret um 12,8 Prozent auf 127 Millionen Euro, die EBIT-Gewinnmarge sank von 25,1 auf 21,8 Prozent. Beides nicht erfreulich, aber beide Kennzahlen lagen im Rahmen der unternehmenseigenen Prognose und leicht über der durchschnittlichen Schätzung der Analysten. Auch der Gewinn pro Aktie lag mit 5,88 Euro leicht unter den 5,95 Euro des Vorjahres, aber höher als vermutet. Nicht gut, aber besser als befürchtet – das ergibt in der Lesart der Börse einen Pluspunkt.
Der wurde vom Markt auch in Bezug auf den Ausblick vergeben. Der Umsatz soll laut aktueller Faktenlage um elf Prozent zulegen, die EBIT-Marge von den jetzt erreichten 21,8 wieder auf 24 Prozent, plus/minus zwei Prozentpunkte, zulegen. Was wiederum mehr wäre, als man seitens der Experten bislang erwartet hatte. Aber nicht viel mehr. Und da setzt die Frage an:
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Expertenmeinung: Ist das neue Rekordhoch denn von diesen Zahlen wirklich unterfüttert? Und auch, wenn es so ist: Wie viel Luft nach oben bleibt jetzt noch auf Basis dieses Ausblicks?
Eine Fragestellung, deren Antwort letztlich dafür entscheidend ist, ob man dabeibleibt, weil noch einiges nach oben gehen könnte oder doch lieber „Kasse macht“, weil das Hoch auf Sicht einiger Monate womöglich sehr nahe ist. Und dieser Aspekt entscheidet zugleich darüber, ob man noch zugreifen möchte oder nicht. Denn wer jetzt kauft, will ja eine realistische Chance haben, dass die Aktie in nächster Zeit weiter zulegt und damit Gewinn einbringt.
Die Antwort in Bezug auf die Frage nach dem verbleibenden Spielraum nach oben ist keine, die man in Stein meißeln könnte. Denn auch, wenn Elmos jetzt auf diesem Kursniveau eher hoch bewertet ist: Sollte es gelingen, das Wachstum in einer überzeugenden Größenordnung zu verstetigen, kann die Frage nach der Bewertung lange genug in den Hintergrund treten, um trotz einer „eigentlich“ teuren Aktie noch Kurspotenzial zu ermöglichen. Wichtig ist nur, dass man sich darüber im Klaren ist, dass die Sprossen der Leiter nach einem Anstieg wie diesem automatisch dünner werden.
Die eher wenigen Analysten, die Elmos regelmäßig einschätzen, hatten im Vorfeld dieser Vorab-Bilanz Kursziele zwischen 90 und 145 Euro vergeben. Spannend wird sein zu sehen, ob da jetzt einer von ihnen im Licht dieser Zahlen deutlich höher geht, aber dass die Aktie gestern drei Euro unter dem höchsten aller aktuellen Kursziele schloss, deutet schon an: Hier jetzt einzusteigen, wäre nicht ganz ungefährlich. Und wie steht es mit Gewinnmitnahmen?
Bis zur mittelfristigen Aufwärtstrendlinie wäre der Weg derzeit weit, die verläuft momentan bei 96 Euro. Die nächstgelegene, potenzielle Linie, an der das bullische Lager im Fall eines Rücksetzers dagegenhalten könnte, wäre die bei derzeit 121 Euro verlaufende 20-Tage-Linie. Da einen Stoppkurs darunter zu legen, erscheint sinnvoll. Eine Möglichkeit, die sich bei diesem Chartbild anbieten würde, wäre daher:
Bei bestehenden Positionen einen kleinen Teil verkaufen, einen weiteren Teil mit einem Stop-Loss zwei, drei Euro unter der 20-Tage-Linie absichern (und diesen mit dem Anstieg der Linie regelmäßig nach oben anpassen) und das Gros der Position einem mittelfristigen Zeithorizont entsprechend unter dieser bei 96 Euro laufenden Trendlinie absichern. Zukäufe oder ein Neueinstieg wären beide aus heutiger Sicht im Fall einer Korrektur interessant, den neuen Hochs hinterherzulaufen, erscheint hingegen gewagt.
Quellenangaben: Vorläufiges Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 24.02.2026:
Elmos (Pressemitteilung): Elmos – erneuter Umsatzrekord in 2025 … starker Ausblick für 2026.
Analysten-Einschätzungen: finance.yahoo.com/quote/ELG.DE/analyst-insights/
Aussicht: neutral

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