Ende letzter Woche erreichte Elmos Semiconductor mit 179,20 Euro einen Verlaufsrekord. Mit einem Anstieg von derzeit 73 Prozent gehört diese Aktie zu den bisherigen Top-Performern im laufenden Jahr. Aber die Sprossen dieser Hausse-Leiter sind nicht unbedingt robust.
Viele Unternehmen im Halbleitersektor haben es momentan nicht leicht. Dass da ausgerechnet eines, das sich auf die wehklagende Automobilbranche spezialisiert hat, solide wächst, ist beeindruckend und ein Argument für Elmos Semiconductor. Das Unternehmen fokussiert sich auf spezielle, relativ einfache integrierte Schaltungen im Fahrzeugsektor, sogenannte ASICS. Die sukzessiv mehr nachgefragt werden: Der Umsatz von Elmos Semiconductor legt, nur kurz in der Corona-Phase unterbrochen, seit vielen Jahren kontinuierlich zu. Das soll auch 2026 so bleiben:
Elmos avisierte Ende Februar einen Umsatzanstieg um die elf Prozent im laufenden Jahr, zugleich peilt man einen Anstieg der EBIT-Gewinnmarge von 21,8 auf etwa 24 Prozent an. Im Saldo würde das erneut einen soliden Anstieg beim Gewinn pro Aktie ermöglichen. Die Analysten trauen Elmos da im Schnitt 6,75 Euro nach 5,88 Euro im Vorjahr zu. Das Wachstum ist also grundsätzlich ein stabiles Fundament für den Aufwärtstrend der Aktie. Aber der, für sich genommen, ist auch nicht das Problem. Es ist seine Intensität.
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Expertenmeinung: Dieser beeindruckende Kursanstieg ist deutlich weitreichender als der erwartete Anstieg des Gewinns pro Aktie, sprich die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) wurde zuletzt höher/teurer. Das kann unter bestimmten Umständen gerechtfertigt sein, so zum Beispiel, wenn die Aktie zuvor unterbewertet war oder man fest davon ausgehen darf, dass sich die Dynamik des Anstiegs beim Gewinn pro Aktie intensivieren wird. Ist das so?
Teuer war Elmos zu Beginn der Rallye in der Tat nicht. Aber aktuell kommt das KGV auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten auf 25. Das ist für einen Halbleiterhersteller eher teuer, zumal Elmos mit seinen ASICS kein Teil des KI-Hypes ist, sondern im Schwerpunkt für eine Branche fertigt, die derzeit zu kämpfen hat: die Autobauer.
Als Argument für den jüngsten, Ende März begonnenen Abschnitt der Hausse, die den Kurs aus seiner Konsolidierungszone zwischen 128 und 154,60 Euro nach oben hinaustrug, dienen zwei Aspekte. Zum einen das Gerücht, dass Elmos Semiconductor über Vermittlung der US-Investmentbank Morgan Stanley nach einem Käufer suchen würde. Zum anderen die Ankündigung eines umfassenden, gut drei Prozent des Grundkapitals ausmachenden Aktienrückkaufs. Doch Ersteres ist unbestätigt, Zweites soll erst Ende Mai beginnen. Und beides wäre bereits in den Kurs „eingearbeitet“.
Für noch höhere Kurse bräuchte es neue Argumente. Aber selbst ein starkes, erstes Quartal (die Zahlen dazu stehen offiziell am 5. Mai an) müsste wirklich überzeugen, um angesichts dieser bereits eher stattlichen Bewertung imstande zu sein, erneute Rekorde beim Aktienkurs zu befeuern. Zumal Elmos die Kurszielspanne der Analysten, die derzeit zwischen 135 und 180 Euro liegt, schon fast ausgekostet hat.

Der Kurs hat sich sehr weit von seiner mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie, beide momentan bei etwa 103 Euro, entfernt. Und wir haben hier angesichts der Vorwegnahme möglicher, positiver Aspekte wie dem einer Übernahme und des Aktienrückkaufs keinen „Risikopuffer“ eingepreist. Daher wäre das Halten der Aktie sicherlich „drin“, aber nur, wenn man sich konsequent gegen immer mögliche, böse Überraschungen absichert, wofür sich als Anhalt für einen Stop Loss ein Level leicht unterhalb der nächstgelegenen, die 20-Tage-Linie einschließenden Supportzone 151/155 Euro anbieten würde.
Quellen:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ELG.DE/analyst-insights/
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