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In den letzten fünf Wochen hat Elmos Semiconductor vom Rekordhoch aus in der Spitze gut 22 Prozent korrigiert. Das scheint einigen auszureichen. Gestern gehörte die Aktie zu den Top-Gewinnern im TecDAX. Doch noch ist Elmos nicht wieder bullisch – was muss dazu gelingen?
Rein vom Chartbild her ist diese Frage recht einfach zu beantworten. Wir sehen im Chart, dass die Aktie des Herstellers von ASICS, d.h. von sogenannten anwendungsspezifischen, integrierten Schaltungen, ein Topp vollendet hat, dessen Nackenlinie bei 169 Euro verläuft.

Solange dieser Bereich nicht zurückerobert wurde, bliebe es bei einer kurzfristig bärischen Tendenz mit nächstem Kursziel 153,00/154,60 Euro, wo Zwischenhochs aus dem März Unterstützung bieten könnten. Aber eine Rückkehr über die Nackenlinie des Topps würde die Aktie erst einmal nur in eine neutrale Beurteilung bringen. Um ein neues, bullisches Signal zu generieren, müsste mehr passieren.
Dazu müsste die Elmos-Aktie zusätzlich wieder über die 20-Tage- und die 50-Tage-Linie laufen, die die Hausse im Vorfeld wie Leitstrahlen geführt hatten … und darüber hinaus die kurzfristige Abwärtstrendlinie überbieten. Die liegt aktuell bei 183 Euro – ginge der Kurs da auf Schlusskurbasis klar drüber, hätten die Bullen eine Ausdehnung der Korrektur abgebogen und aus rein charttechnischer Sicht wieder Luft nach oben, idealerweise an und ggf. sogar über den bisherigen Verlaufsrekord bei 206 Euro. Aber wäre ein solcher Befreiungsschlag auch stabil?
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur ELMOS Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Um eine nachhaltige Wiederbelebung des Aufwärtstrends zu erreichen, reicht die Charttechnik normalerweise nicht aus. Sie kann den ersten Impuls liefern, aber wenn diejenigen, die rein charttechnisch vorgehen, daraufhin reagiert haben, müssten andere Argumente die Bewegung stützen: die Umsatz- und Gewinnperspektive – sei es für das Unternehmen selbst oder zumindest für die Branche – und/oder bullische Analysten-Kursziele. Und da wird die Sache schon weniger einfach.
Denn die Elmos-Aktie ist zwar mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 22 auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten weit weniger teuer als andere Halbleiteraktien. Aber es ist eben auch „keine wie die anderen“. Hier geht es nicht um die Hoffnung auf explodierende Umsätze und Margen durch KI, sondern um ASICS, anwendungsspezifische, integrierte Schaltungen, die Elmos Semiconductor vor allem für die Automobilindustrie fertigt. Dass es bei Elmos vorangeht, obwohl die Automobilindustrie kriselt, ist aller Ehren wert und eine gute Basis für deutlich anziehende Unternehmensgewinne, sollte es bei Elmos‘ Kundschaft mal wieder zu goldenen Zeiten kommen. Aber die Motivation, hier auf diesem Kursniveau noch massiv zuzugreifen, könnte durch die fehlende „KI-Phantasie“ durchaus gedämpft werden, daher:
Wenn Elmos Semiconductor diese aktuelle, kurzfristige Abwärtstrendlinie als Widerstand herausnimmt, wäre die Aktie vom Chartbild her wieder bullisch. Man sollte aber im Hinterkopf haben, dass die Kursphantasie hier womöglich nicht dieselbe wäre wie bei den „echten“ Chip-Aktien mit KI-Bezug. Auf der anderen Seite kann das aber das Abwärtsrisiko mindern, wenn diese KI-Phantasie wieder einen Dämpfer bekäme. Elmos ist es wert, im Auge behalten zu werden … aber man sollte dann eher auf rein charttechnischer Ebene agieren und einem in dieser Hinsicht noch ausstehenden Befreiungsschlag besser nicht vorgreifen.
Quellenangaben: Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/ELG.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.06.2026 um 22:42 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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