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ELMOS Aktie Prognose Elmos Semiconductor: Letzte Rallye vor den Zahlen?

News: Aktuelle Analyse der ELMOS Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der ELMOS Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.11.2025 um 22:49 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Quartalszahlen von Elmos Semiconductor waren tadellos. Die Reaktion löste die Aktie aus einer entscheidenden Supportzone, gab den Weg an und idealerweise über das bisherige Rekordhoch frei … falls die Trader jetzt nicht nachlassen, denn der Boden wird schwerer.

Eigentlich sollte man denken, dass ein Halbleiterunternehmen, dessen Schwerpunkt die Herstellung von speziellen Chips für die wackelnde Automobilindustrie ist, derzeit in schwerer See unterwegs wäre. Aber dass Elmos für das dritte Quartal schwächere Umsätze vorlegte, basierte nicht auf fehlenden Aufträgen, sondern auf der Verschiebung einiger Projekte, ausgelöst durch eine Software-Umstellung. Solange ein niedrigerer Umsatz und Gewinn mit temporären Faktoren erklärbar sind, pflegen die Anleger, das abzuhaken – vorausgesetzt, der Blick nach vorne hat Besseres zu bieten. Und das ist bei Elmos scheinbar der Fall:

Das Unternehmen hob die Free-Cashflow-Prognose für 2025 an und schrieb von einer erfreulichen Auftragsentwicklung. Was die Aufträge anging, wurde man da aber über das Wort „erfreulich“ hinaus nicht konkreter – das hätte womöglich geholfen, nach der ersten positiven Reaktion Anschlusskäufe zu generieren, die jetzt mit Blick auf den Chart dringend nötig wären.

Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 10.11.2025, Kurs 91,20 Euro, Kürzel: ELG | Online Broker LYNX
Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 10.11.2025, Kurs 91,20 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Denn es ist zwar grundsätzlich bullisch, dass die Aktie am Tag der Quartalsmeldung (4. November) stark zulegte und dadurch aus der seit September bremsenden Schiebezone 76 bis 86 Euro herauskam. Aber seit dieser ersten Reaktion wird die Sache zäh, wirklich voran geht es nicht, obgleich das bisherige, im Sommer bei 98,50 Euro markierte Verlaufshoch nahe ist. Ein Argument dafür, dass die Käufer jetzt seit Tagen auf Widerstand durch Verkaufsorders treffen, ist die Bewertung der Aktie.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 bis 17 ist die Aktie für eine Branche, die derzeit außerhalb des KI-Booms zu kämpfen hat und sich unsicheren Perspektiven gegenübersieht, nicht mehr billig. Das wäre sie, wüsste man sicher, dass sich das Wachstum 2026 dynamisch zurückmelden würde. Aber eben das ist völlig offen – und das Umfeld unberechenbar.

Zwar liegt das durchschnittliche Analysten-Kursziel momentan mit 99 Euro auf Höhe des bisherigen Rekordhochs. Aber es sind wenige Analysten, die Elmos ständig auf dem Schirm haben, sodass das mit Abstand höchste Kursziel von 120 Euro den Schnitt deutlich nach oben zieht; das zweithöchste liegt bei 102 Euro.

Das macht das Terrain für die Käuferseite schwerer. Zwar ist es möglich, dass die Bullen die momentan aufkommenden Verkaufsorders abarbeiten, aber es ist eben nur möglich. „Billig“ ist Elmos auf diesem Level nicht mehr, daher wäre der Gedanke, jetzt neu einzusteigen, schon etwas gewagt. Wer dabei ist, könnte investiert bleiben – aber nur, wenn man zu akzeptieren bereit ist, dass man erst im Fall von Schlusskursen unter 75 Euro ein Ausstiegssignal der Charttechnik bekäme und daher mit einem eher weiten Stoppkurs arbeiten müsste.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Elmos Semiconductor ist kein Chiphersteller wie die anderen, weil das Unternehmen eine sehr spezielle Klientel hat: die Autobauer. Trotzdem schwimmt die Aktie gerade auf der Hoffnungs-Welle der Halbleiteraktien mit und nähert sich einer immens wichtigen Widerstandszone.

Elmos Semiconductor ist Spezialist für integrierte Schaltungen, sogenannte ASICs, die vor allem in Kraftfahrzeugen eingesetzt werden. Dabei stellt Elmos selbst diese Chips gar nicht her, sondern konzipiert und entwickelt sie. Gebaut werden sie dann in Auftragsarbeit von anderen Unternehmen. Was aber an den Perspektiven nichts ändert, die – so könnte man angesichts der derzeit unter Druck stehenden Hauptklientel in Form der Autobauer denken – düster sein müssten, es aber nicht sind.

Elmos verbuchte 2021 bis 2023 massiv steigende Umsätze, 2024 konnten sie immerhin knapp gehalten werden. Auch der Gewinn pro Aktie zog in diesen Jahren erheblich an. 2025 rechnen die Analysten zwar mit einem „Durchhänger“, aber wenn man sich überlegt, mit welchen Absatz- und Margenproblemen die Automobilbranche zu kämpfen hat, ist die solide Nachfrage nach Elmos‘ Halbleiterlösungen beeindruckend und wegweisend zugleich.

Denn damit ließe sich mutmaßen, dass, wenn die Automobilbranche wieder Fahrt aufnimmt, hier erst recht etwas vorangeht. Dementsprechend zuversichtlich ist man seitens der Analysten, die bei Elmos für die kommenden Jahre wieder steigende Gewinne pro Aktie sehen. Und diese Zuversicht findet jetzt auch wieder ihren Niederschlag im Kurs:

Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 09.06.2025, Kurs 76,90 Euro, Kürzel: ELG | Online Broker LYNX
Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 09.06.2025, Kurs 76,90 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Der erste Rallye-Impuls begann zusammen mit dem Gesamtmarkt am 7. April und hielt bis Mitte Mai vor. Dann begann eine Korrektur, die aber an einer Linie auf Unterstützung traf, die andeutet, dass sich die Marktstimmung wieder in bullisches Terrain verlagert hat: an der 200-Tage-Linie. Über zwei Wochen wurde mit dieser Unterstützung gerungen, dann zog die Aktie dynamisch an. Seit vier Tagen ist hier wieder Schwung drin, am Montag gelang es dann auch, das vorherige Hoch vom Mai zu überwinden.

Jetzt geht es um die wichtige, bis in den Sommer 2024 zurückreichende Widerstandszone zwischen 81,70 und 83,20 Euro. Gelingt es, hier durchzubrechen, wäre der Weg aus rein charttechnischer Sicht bis an das 2024er-Hoch bei 92,90 und das Rekordhoch aus dem Jahr 2023 bei 93,90 Euro frei.

Würde die Aktie das alte Hoch erreichen, wäre die Bewertung auf Basis der 2025er-Schätzungen der Analysten zwar mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis um 18 nicht mehr allzu günstig. Aber sollte die Marktstimmung auch dort noch so optimistisch sein wie momentan, wäre das erst einmal kein zwingendes Hindernis für weiter steigende Kurse, zumal man ja darauf setzt, dass der Gewinn ab 2026 wieder anzieht.

Doch noch ist diese Hürde 81,70/83,20 Euro nicht genommen, noch ist auch offen, ob sich dieser Optimismus am Aktienmarkt vorhält, der sehr viel Positives einpreist, das kommen kann, aber nicht muss. Daher sollte man durchaus auch einen Blick nach unten richten: Sollte die Kreuzunterstützung aus dem Tief der jüngsten Korrektur, der April-Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie durch Schlusskurse klar unter 65,70 Euro fallen, wäre dieses aktuell bullische Szenario umgehend Makulatur.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Der Halbleiterhersteller Elmos Semiconductor legte am Dienstag Zahlen zum 1. Quartal vor, die nicht begeistern konnten: Es ging abwärts mit Umsatz und Gewinn – und das deutlicher als von den Analysten im Vorfeld geschätzt. Die Aktie hielt sich dafür aber gut … warum?

Um ein Minus kam die Elmos-Aktie am Dienstag zwar nicht herum, aber mit -3,55 Prozent blieb ein größerer Selloff aus. Was auf den ersten Blick wundert, denn ein Umsatzminus von 7,3 Prozent und ein aufgrund der gesunkenen EBIT-Marge (20,2 nach 24,7 Prozent im Vorjahresquartal) deutlicher, um 24,1 Prozent gesunkenes EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) sind ja nicht gerade „Peanuts“. Zumal man seitens der Experten im Vorfeld auf leicht bessere Zahlen gesetzt hatte.

Aber der Hersteller von sogenannten ASICs, speziellen Schaltungslösungen, die vor allem in der Automobilbranche benötigt werden, bestätigte dennoch seine im Februar vorgelegte Gesamtjahresprognose und bezeichnete die Quartalszahlen als „erwartungsgemäß“. Die Trader bekamen also den Eindruck, die Entwicklung laufe in geordneten Bahnen. Und da die Aktie ohnehin seit Jahresbeginn unter Druck stand, sahen nicht allzu viele einen Grund, deswegen auszusteigen. Daraus ergeben sich aber zwei Fragen:

Expertenmeinung: Zum einen, ob Elmos Semiconductor nicht durch die US-Zollpolitik Probleme bekommen könnte, die die jetzt aufrechterhaltene 2025er-Prognose am Ende doch noch über den Haufen werfen könnte. Immerhin betonte das Unternehmen im Zuge der Meldung, dass die „Visibilität weiterhin begrenzt und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unverändert herausfordernd“ seien.

Zum anderen, ob die relative Robustheit der Aktie nach der Quartalsbilanz auch dazu führen könnte, dass ein charttechnisch bullisches Signal gelingt. Denn wir sehen im Chart, dass der Kurs sich zwar seit dem Selloff-Ende am 7. April aufwärts orientiert, die für ein Kaufsignal entscheidenden Linien in Form der Januar-Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie aber weiterhin über dem derzeitigen Kursniveau liegen.

Aus aktueller Sicht müsste man hinsichtlich der ersten Frage zumindest hohe Risiken konstatieren, immerhin arbeitet Elmos vor allem für die derzeit ohnehin gebeutelte Automobilindustrie. Und würde es zu entsprechenden Abwärtskorrekturen des 2025er-Gewinnziels kommen, wäre auch die aktuell auf Basis der jetzt geltenden Schätzungen günstige Bewertung mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 10 bis 11 vom Tisch.

Daher wäre die Aktie in der jetzt geltenden Gemengelage erst dann interessant, wenn sich glaubhaft abzeichnet, dass die bestätigte 2025er-Prognose wirklich realistisch bleibt und wenn die Aktie mit einem Schlusskurs über der aktuell bei 67,40 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie auf charttechnischer Ebene bullisch wird.

Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 06.05.2025, Kurs 59,70 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 06.05.2025, Kurs 59,70 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals 2025, 06.05.2025.
elmos.com – Finanznachrichten – Prognose für 2025 bestätigt

https://www.elmos.com/ueber-elmos/investor/finanznachrichten/aktuelles/elmos-startet-erwartungsgemaess-in-das-neue-geschaeftsjahr-prognose-fuer-2025-bestaetigt.html

Über den Autor

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Am Donnerstag legte der Chiphersteller Elmos Semiconductor das Ergebnis 2024 und den Ausblick auf 2025 auf den Tisch. Die Reaktion war negativ … und das zum zweiten Mal, denn eigentlich kannte man die Daten seit dem 18. Februar. Heißt das, die Bären haben gewonnen?

Für den Moment hat das bärische Lager zumindest die besseren Karten. Was im ersten Moment nicht wundert, denn diese am 18. Februar vorgelegten und gestern dann offiziell bestätigten Zahlen weisen momentan kein Wachstum aus. Die 2024er-Ergebnisse waren zwar besser, als sie im Vorfeld von den meisten Analysten erwartet wurden. Aber nur 1,1 Prozent Umsatzanstieg und eine auf operativer Ebene von 26,2 auf 25,1 Prozent gesunkene Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT) waren eben kein Grund, um sofort zuzugreifen.

Das sah man so, als diese Daten am 18. Februar als vorläufige Zahlen kamen, und gestern nicht minder. Und das galt erst recht für den Ausblick. Elmos Semiconductor plant derzeit mit einem gegenüber 2024 gehaltenen Umsatz um die 580 Millionen Euro (+/- 30 Millionen) und einer operativen EBIT-Marge um 23 Prozent (+/- 3,0 Prozent), was hieße: kein steigender Gewinn in 2025 und, wenn es ungut läuft, sogar nachgebende Gewinne.

Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 20.03.2025, Kurs 66,50 Euro, Kürzel: ELG | Online Broker LYNX
Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 20.03.2025, Kurs 66,50 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS

Dementsprechend schwächlich kommt das Chartbild daher: Die Aktie war nach einem nur kurz währenden Aufwärtsschub zu Jahresbeginn in einen Abwärtstrendkanal eingeschwenkt. An dessen obere Begrenzung war der Kurs im Vorfeld der gestrigen Bilanz herangelaufen. Eine Linie, die aktuell fast auf gleicher Höhe mit der derzeit bei 70,70 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie liegt und so einen markanten Kreuzwiderstand bildet, an dem die Elmos-Aktie prompt nach unten abgewiesen wurde, was zeigt: Die Käufer machen sich rar.

Expertenmeinung: Sollte das bisherige Tief der Abwärtsbewegung bei 64,10 Euro unterboten werden, läge das nächste, dann durchaus zügig erreichbare Kursziel im Bereich von 60 Euro, wo sich derzeit die untere Begrenzung des Trendkanals und die alte, jetzt als Support fungierende, mittelfristige Abwärtstrendlinie aus dem Vorjahr schneiden. Trotzdem sollte man mit dem Gedanken, hier einen perfekten Short-Kandidaten vor sich zu haben, vorsichtig sein.

Denn Elmos Semiconductor ist kein Chiphersteller wie alle anderen. Das Unternehmen fertigt spezielle Schaltungen (ASICS), die fast durchweg in der Automobilindustrie Verwendung finden. Und wenn man bedenkt, unter welchem Druck diese Branche gerade steht, sind leicht gesteigerte Umsätze im Jahr 2024 und die Prognose, diese 2025 erneut zu halten, durchaus respektabel. Das alleine wäre zwar kein Grund, eine aktuell abwärtslaufende Aktie einzusammeln, aber:

Wenn man sich dazu noch die für die Branche ziemlich günstige Bewertung in Form eines Kurs-/Gewinn-Verhältnisses von 12 für die durchschnittliche 2025e-Gewinnerwartung der Analysten ansieht, wäre Elmos allemal eine Aktie, die man auf die Watchlist setzen könnte. Sie wäre umgehend als kaufenswert zu erwägen, wenn diese momentan bärische Dominanz vom Tisch kommt. Dafür müsste der Kurs dort nach oben hinaus, wo er gestern nach unten abgewiesen wurde:

Über den Abwärtstrendkanal und über die 200-Tage-Linie. 72 Euro auf Schlusskursbasis wären dafür nötig. Derzeit sieht es zwar nicht danach aus, aber hergeben würde es die Gesamtsituation aus aktueller Sicht durchaus, daher: Elmos wäre auf jeden Fall eine Aktie, die man zwar nicht direkt einsammeln, aber im Auge behalten sollte.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Der Halbleiterhersteller Elmos Semiconductor legte seine 2024er-Ergebnisse nebst Ausblick auf 2025 vor und die Aktie fiel um 4,68 Prozent. Damit könnte die Geschichte zu Ende erzählt sein, indem man folgert: Die Zahlen waren nicht gut genug. Aber ob das wirklich so stimmt …?

Elmos Semiconductor ist nicht gerade ein Chiphersteller wie alle anderen. Das Unternehmen fertigt spezielle Schaltungen (ASICS), die fast durchweg in der Automobilindustrie Verwendung finden. Da die gerade mit Absatzproblemen zu kämpfen hat, könnte man denken, dass auch Elmos‘ Umsatz unter Druck steht. Tut er aber nicht, er legte 2024 zum Vorjahr um 1,1 Prozent zu. Sicher, 1,1 Prozent klingt nach knapp über gar nichts, aber wenn man sich ansieht, wie drastisch es bei den „normalen“ Halbleiterunternehmen außerhalb des KI-Bereichs abwärts ging, ist ein gut behaupteter Umsatz schon ein Wort.

Hinzu kam ein über den Prognosen liegender Gewinn pro Aktie: Bereinigt um Sondereffekte kam Elmos auf 5,95 Euro. 2023 waren es 5,79 Euro, die durchschnittliche Analystenprognose lag bei 5,59 Euro. Dass es etwas mehr wurde statt wie von den Analysten erwartet etwas weniger, basierte auf einer soliden operativen Marge von 25,1 Prozent auf EBIT-Basis. Das passte also alles. Aber wieso fiel die Aktie dann? Und das auch noch zeitweise heftig, das Tagestief lag mit -9,2 Prozent noch ein gutes Stück unter dem Schlusskurs.

Das lag angeblich am Ausblick. Für 2025 rechnet Elmos Semiconductor mit einem in etwa gleichbleibenden Umsatz um 580 Millionen Euro +/- 30 Millionen und einer EBIT-Marge von 23 Prozent +/- drei Prozent. Was heißt: Der Gewinn pro Aktie wird tendenziell sinken, solange man nicht am oberen Ende beider Prognose-Spannen landet.

Expertenmeinung: Natürlich ist das nicht gerade ein Grund zur Begeisterung, aber ein Beinbruch ist es eben auch nicht. Was sich auch daran zeigt, dass Akteure am Tagestief zu der Ansicht gelangten, dass es lohnt, die Aktie auf dem gedrückten Niveau einzusammeln, obwohl sie durch die Abschläge an der gerade wieder von unten erreichten 200-Tage-Linie abgewiesen wurde und durch die Oktober-Aufwärtstrendlinie gefallen war.

Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 18.02.2025, Kurs 69,20 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 18.02.2025, Kurs 69,20 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS

Wer da einstieg, dürfte sich die Bewertung und die Kursziele angesehen haben. Mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 12 auf Basis des 2024er-Gewinns könnte Elmos allemal ein gutes Stück weniger verdienen und wäre trotzdem noch nicht teuer bewertet. Und die Kursziele der sechs Analysten, die die Aktie regelmäßig im Auge haben, liegen zwischen 75 und 110 Euro, der Schnitt bei 88 Euro: weit über dem derzeitigen Kurs. Wenn man sich dann noch überlegt, wie robust sich Elmos präsentiert, obgleich seine Hauptkunden in der Automobilindustrie gerade wenig Spaß haben, kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass der aktuelle Kurslevel kein Verkaufs-, sondern eher ein Einstiegsniveau wäre.

Auf soliderem Boden stünde man mit einer Long-Position aber erst dann, wenn das Chartbild belegt, dass auch andere das so sehen, sprich die Bullen wieder antreten und etwas „reißen“, indem sie mit Schlusskursen über 75 Euro klar über den Kreuzwiderstand zwischen 71,50 und 73,70 Euro hinauskommen, an dem die Aktie am Dienstag erst einmal abgedreht hat.

Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2024, 18.02.2025: https://www.elmos.com/ueber-elmos/investor/finanznachrichten/aktuelles/elmos-erfolgreicher-abschluss-des-jubilaeumsjahres-2024.html

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