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Der Donnerstag endete für Elmos Semiconductor mit einem neuen Schlussrekord … nur einen Tag nach kräftigen Gewinnmitnahmen, die wirkten, als könnten sie das Ende der Hausse einläuten. Warum hat man sich umentschieden? Und sind die Bullen zurück, um zu bleiben?
Am Mittwoch hatte die Elmos-Aktie am Tagestief über sechs Prozent hinten gelegen, schloss aber immerhin über dem Tagestief und verteidigte die nächstgelegene Supportlinie in Form des Dezember-Hochs. Dass der Kurs umgehend am Folgetag das Tageshoch des Vortags erreichte, sprich jeden Cent an Abgaben komplett egalisierte und damit auf Rekordhoch schloss, ist fraglos bullisch und kann grundsätzlich die Basis für noch höhere Notierungen sein. Aber endlos weit dürfte diese ohnehin schon beeindruckende Hausse wohl nicht mehr führen, denn:

Der Auslöser der gestrigen Käufe, der sehr viele Chiphersteller nach oben zog, waren starke Ergebnisse nebst einem sehr ermutigenden Ausblick des taiwanesischen Auftrags-Chipherstellers TSMC. Man sagte sich: Wenn TSMC steigendes Auftragsvolumen bei starken Margen sieht, müsste die gesamte Chipbranche boomen. Was indes zum einen nicht zwingend wäre. Solche Verallgemeinerungen sind ebenso üblich wie gewagt. Und was zum anderen nicht automatisch für Elmos Semiconductor gelten müsste, denn die agieren in einer ganz besonderen Nische.
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Expertenmeinung: Elmos stellt sogenannte ASICs her (application-specific integrated circuits). Das sind Chips, die speziell für eine ganz bestimmte Anwendung konstruiert werden und nur für diese einsetzbar sind. Hierbei hat sich Elmos Semiconductor vor allem auf die Automobilindustrie fokussiert … auf eine Branche also, die zuletzt sinkende Verkaufszahlen und Margendruck sah, der gerne auf Zulieferer abgewälzt wird. Wie also kann eine solche Aktie gerade ein Rekordhoch markieren?
Das liegt nicht nur an der allgemeinen Chip-Euphorie, bei der auch eine Aktie, die eigentlich nicht zum Kern des Booms gehört, mitgezogen werden kann, sondern auch daran, dass sich Elmos beeindruckend gut gegen die Flaute-Phase der Kundschaft stemmte. Der 2023 erreichte, bis dahin höchste Umsatz der Firmengeschichte konnte 2024 und voraussichtlich 2025 gehalten werden. Für 2025 sehen die Analysten zwar einen gedrückten Gewinn, der soll aber, wenn die Experten Recht behalten, im neuen Jahr schon wieder dynamisch anziehen. Woraus die Anleger folgern: Wenn die Automobilkonzerne erst einmal wieder mehr verkaufen, wird der Gewinn bei Elmos so richtig Fahrt aufnehmen. Womit sie richtig liegen könnten … aber nicht müssen.
Entscheidend ist nicht, was Analysten vermuten, sondern was das Unternehmen selbst zu berichten hat, was die Perspektive angeht. Aber das könnte sich bis zum März, wenn die 2025er-Gesamtjahresbilanz erwartet wird, hinziehen. Könnte die Aktie bis dahin nicht einfach immer weiter steigen? Das könnte sie, aber da jetzt bereits das durchschnittliche Analysten-Kursziel erreicht ist und die Bewertung der Aktie nur dann eher günstig wäre, wenn man wirklich mit einem Anstieg von 20 Prozent beim Gewinn pro Aktie in diesem Jahr kalkulieren könnte, ist das keineswegs zwingend.
Genau das könnte auch der Anlass für die Gewinnmitnahmen des Mittwochs gewesen sein. Dass die so erfolgreich gekontert wurden, mag die Bullen erst einmal zurückbringen, aber ob sie auch mittelfristig weiter den Trend kontrollieren, ist nach diesem immensen Anstieg seit dem vergangenen Frühjahr und der zumindest jetzt nicht mehr billig wirkenden Bewertung offen. Offen genug, um hier für einen Einstieg oder Zukauf eher auf eine Korrektur zu warten und bestehende Positionen mit Stoppkursen abzusichern.
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