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Ein neues Jahrestief auf Basis von Gerüchten und vagen Vermutungen, eine verblüffend niedrige Bewertung und durchweg bullische Analysten: Bei der Aktie der Deutschen Telekom fragt man sich, wie lange der Kurs noch fallen soll. Könnte der Spuk bald enden?
Die T-Aktie war stark ins Jahr gestartet. Doch Ende Februar drehte der Trend: Das Jahres-Plus ging bis Ende April verloren. Es folgte eine Gegenbewegung, die indes auffallend präzise an der 200-Tage-Linie gestoppt wurde. Dann kam der zweite Abwärtsimpuls, der jetzt dazu führte, dass die markante Supportlinie bei 26 Euro mit Schwung durchbrochen wurde.

Das Chartbild ist damit perfekt bärisch. Allerdings zeigt ein Blick auf das längerfristige Bild auf Wochenbasis, dass eine weitere Unterstützung nahe wäre. Eine, die noch deutlich massiver wäre als die gerade gebrochene 26-Euro-Linie. Es geht um die im Frühjahr 2020 etablierte Aufwärtstrendlinie sowie um die Hochs aus dem Frühjahr 2023 und von Anfang 2024 im Bereich 23,13 bis 23,40 Euro. Angesichts des bereits langen Abstiegs könnte diese Zone grundsätzlich halten … es sei denn, das bärische Lager hätte Fakten im Rücken, mit denen man die Käufer auf Distanz halten könnte. Gibt es die?

Nein, im Gegenteil, die positiven Fakten stehen aufseiten der derzeit auf dem Rückzug befindlichen Bullen. Die Deutsche Telekom wächst weiter, die Bewertung ist mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von derzeit um die 12 untypisch niedrig. Und die Analysten bewerten die Aktie derzeit durch die Bank mit „Kaufen“. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit knapp 38 Euro dramatisch über dem derzeitigen Kurs … und der wiederum notiert weit unter dem niedrigsten aller Analysten-Kursziele von 33 Euro. Wie kann es sein, dass diese Aktie dann einfach trotzdem immer weiter abrutscht?
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Expertenmeinung: Weil die Bären einen Trumpf in Händen halten, der Fakten oft problemlos aussticht: Gerüchte. Es geht dabei um eine Fusion des Konzerns mit seiner US-Mobilfunktochter T-Mobile US. Man raunt, dass die Telekom mit der Tochter zusammengehen will, um eine stärkere Marktposition zu erlangen, weil man davon ausgeht, dass Elon Musks SpaceX ins Mobilfunkgeschäft einsteigen will. Um da nicht untergepflügt zu werden, gehe man in der Telekom-Zentrale davon aus, dass man dem mit einem „gemeinsam sind wir stark“ begegnen könne und/oder müsse. Und das ist schlecht?
Es wird offenbar bezweifelt, dass dabei nennenswerte Synergieeffekte entstehen, so dass die Sache mehr kosten als einbringen könnte, zumindest, was die Unternehmensgewinne angeht. Und die US-Investoren – das ist ein gutes Argument – würden über einen Zusammenschluss, der dadurch deutlich weniger Wachstumsdynamik hätte als die in den USA notierte T-Mobile US, nicht begeistert sein.
Aber offiziell ist da bislang noch nichts. Außerdem wäre die T-Aktie jetzt schon so niedrig bewertet, dass sie auch mit Fusionskosten und einem gewissen Bremseffekt noch nicht zu teuer wäre. Das müssten die Anleger doch eigentlich auch so sehen … oder?
Vielleicht tun viele das auch. Aber das Chartbild dominiert meist die Wahrnehmung. Das tagelange Tändeln über dieser Unterstützung bei 26 Euro, das Ausbleiben einer Gegenbewegung und jetzt den Durchbruch nach unten: Sich so etwas entgegenzustellen, wäre charttechnisch nicht unterfüttert. Aber es sollte sich lohnen, diese nächste Supportzone im Bereich 23,13 bis 23,40 Euro im Auge zu behalten. Ewig wird eine Aktie mit diesen grundsätzlich positiven Rahmendaten nicht nach unten durchgereicht. Und sobald sich abzeichnet, dass ein Boden entstanden ist und in eine charttechnisch als bullisches Signal taugende Aufwärtswende mündet, hätte man hier eine Aktie, die durchaus zu den Gewinnern des 2. Halbjahres zählen könnte. Nur dem im Vertrauen darauf vorzugreifen, dass Fakten schon in Kürze doch schwerer wiegen als Gerüchte, das sollte man besser nicht erwägen.
Quellenangaben: Handelsblatt-Bericht zum Thema T-Mobile US-Fusion, 29.06.2026: https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/fusion-telekom-forciert-plaene-fuer-mega-holding-elon-musk-als-treiber/100236142.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/DTE.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.06.2026 um 23:10 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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