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Während die Kfz-Hersteller derzeit durch ein Tal der Tränen marschieren, sieht es bei den Nutzfahrzeug-Herstellern deutlich besser aus. Das bestätigte sich scheinbar am gestrigen Abend: Daimler Truck hob die Gesamtjahresprognose an. Ein Matchball für die Bullen?
Das muss sich heute erst noch herausstellen. Denn obwohl die Aktie jetzt die Chance hätte, eine immens wichtige Widerstandszone zu überwinden, fiel die Reaktion im abendlichen, nachbörslichen Handel ziemlich moderat aus. Die Aktie legte zwar zu, notierte aber gegen 21 Uhr nur gut ein Prozent über dem regulären Schlusskurs von 44,04 Euro. Warum?
Weil Daimler Truck einerseits die Gesamtjahresprognose anhob, was sich gut las … zugleich aber vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal präsentierte, die sich weniger gut machten.
Im zweiten Quartal kam der Umsatz auf 11,42 Milliarden Euro, der vom Konzern mitgelieferte Analystenkonsens lag mit 11,55 Milliarden Euro höher. Die um Sonderfaktoren bereinigte Umsatzrendite lag bei 6,8 Prozent, der Konsens der Analysten lag bei 7,2 Prozent. Auch beim bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag das Ergebnis mit 838 Millionen Euro unter der durchschnittlichen Prognose von 878 Millionen Euro.
Das war nicht gerade erfreulich. Da stellt sich die Frage, wie man nach einem schlechter als von den Analysten erwarteten Quartal die Gesamtjahresprognose über die bisherigen Schätzungen der Experten anheben kann?
Expertenmeinung: Die Anhebung basierte laut Daimler Truck auf aktualisierten US-Zollregelungen und der Erwartung höherer Absatzzahlen bei Trucks North America. Dort sieht der Konzern jetzt Verkäufe zwischen 170.000 und 180.000 Einheiten (nach 160.000 bis 170.000) und eine deutlich höhere Umsatzrendite von neun bis elf Prozent nach bislang sechs bis acht Prozent.
Dadurch wurde die erwartete Absatzzahl für den Gesamtkonzern ebenso um 10.000 auf jetzt 340.000 bis 370.000 Fahrzeuge angepasst. Bei der Umsatzrendite sieht Daimler Truck sieben bis neun Prozent nach zuvor sechs bis acht Prozent. Der Umsatz selbst soll jetzt zwischen 43 und 47 Milliarden Euro liegen (bisher 42 bis 46 Milliarden Euro). Nur die Prognose des um Sonderfaktoren bereinigten EBIT sah eine deutlichere Aufwärtskorrektur. Hier liegt das neue Ziel bei 3,6 bis 4,1 Milliarden Euro nach bisher 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro.
Damit wurde deutlich, dass sich nicht der Gesamtmarkt beziehungsweise die Nachfrage deutlich aufgehellt haben, sondern nur die für den Absatz in den USA relevanten Umstände. Und ob das die Marktteilnehmer dazu bringt, die Aktie neu zu bewerten und zuzugreifen, ist zumindest offen genug, um erst einmal abzuwarten, was jetzt mit dem Kurs an dieser aktuell angesteuerten, bedeutsamen Widerstandszone passiert.
Sie sehen die Situation im hier abgebildeten Chart auf Wochenbasis. Der Kurs versucht sich aktuell ein weiteres Mal an der massiven Widerstandszone zwischen 44,78 und 45,33 Euro. Bereits seit dem Frühjahr 2025 war diese Zone immer wieder Endstation für Aufwärtsbewegungen. Würde es gelingen, diesen Widerstand herauszunehmen, wäre der Weg an das bisherige Verlaufshoch der Aktie aus charttechnischer Sicht frei. Der Haken:

Das Rekordhoch liegt bei 47,63 Euro und damit nicht viel höher. Und die Analysten trauen der Aktie derzeit nicht viel mehr zu, denn das durchschnittliche Kursziel liegt bei 48,47 Euro und damit nur moderat über diesem Allzeithoch.
Würden genug Analysten auf diese am Mittwochabend angehobene Prognose mit nennenswert höheren Kurszielen reagieren und die Aktie die erste Hürde zwischen 44,78 und 45,33 Euro nehmen, könnte sie zwar auch das Rekordhoch und das durchschnittliche Expertenkursziel anpeilen. Aber man sollte zumindest genau abwägen, ob einem diese Prognoseanhebung auf Basis sich aufhellender Rahmenbedingungen nur für den US-Markt ausreicht, um hier auf der Long-Seite ins Geschehen einzugreifen … immerhin bleibt der Malus eines nicht gerade umwerfenden zweiten Quartals.
Quellenangaben: Prognoseanpassung 2026, 22.07.2026: https://www.daimlertruck.com/investoren/kapitalmarktmeldungen/ad-hoc-mitteilungen Analysteneinschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/DTG.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.07.2026 um 22:03 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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