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Anfang 2025 herrschte bei Broadcom Skepsis, im April Panik und am Ende bekamen wir ein neues Allzeithoch. Der entscheidende Erfolgsfaktor lag nicht im Timing, sondern im Durchhalten.
Die Mehrheit liegt immer falsch
Wer hätte Anfang 2025 gedacht, dass der S&P 500 am Ende des Jahres etwa 1.000 Punkte höher stehen würde?
Und wer hätte mitten im April-Crash für das Jahresende einen Kurs von fast 7.000 prognostiziert? Die Antwort ist: So gut wie niemand.
Zu Beginn des Kalenderjahres herrschte an den globalen Finanzmärkten eine vorsichtige Grundstimmung vor, die von den Nachwirkungen der straffen Geldpolitik und einer allgemeinen konjunkturellen Unsicherheit geprägt war.
Die Konsenserwartungen für den S&P 500 bewegten sich in einem moderaten Rahmen, wobei kaum ein namhafter Experte einen Anstieg von rund tausend Indexpunkten innerhalb von nur zwölf Monaten vorhergesagt hat.
Heute sieht es übrigens umgekehrt aus. Die meisten Banken und Researchhäuser sind bullisch und nennen mehrheitlich Kursziele bei 7.500 – 8.000 Punkten. Diese Vorhersagen sind genauso wenig Wert wie die im Vorjahr.
Eine Lektion, die Anleger nie vergessen sollten
Wie schnell sich das Narrativ ändern kann, hat der Kurseinbruch im April 2025 gezeigt. Mit steigenden Kursen hat zu diesem Zeitpunkt niemand mehr gerechnet.
Doch anschließend kam es zu einer sagenhaften Rallye, die allerdings nur von einem kleinen Teil der Aktien getragen wurde.
Ein Großteil des US-Marktes befindet sich bis heute im Niemandsland. Nahezu die Hälfte aller Aktien notiert unter dem SMA200.
Selten war der Markt derartig zerrissen. Doch das geschieht nicht ohne jegliche Logik, denn auch der größte Teil der Gewinnsteigerung des S&P 500 ist auf wenige Unternehmen zurückzuführen.
Nvidia überstrahlt derzeit alle anderen Unternehmen, doch dabei wird vergessen, dass Unternehmen wie beispielsweise Alphabet oder Broadcom Gewinnsprünge von 32 und 40 % hingelegt haben.
Wenn diese Schwergewichte – Broadcom gehört inzwischen zu den zehn wertvollsten Unternehmen im S&P 500 – derartige Gewinnsprünge hinlegen, dann bewegt das den gesamten Index.
Broadcom als Paradebeispiel
Und in vielen Fällen dürfte das Ende der Fahnenstange längst nicht erreicht sein. Broadcom dürfte den Gewinn auch in diesem Jahr wieder erheblich steigern.
Daher hatte ich mich schon vielfach positiv zum Unternehmen geäußert – bereits vor Jahren und lange vor dem Hype um KI-Aktien.
Zuletzt bei einem Kurs von 179,45 USD: Broadcom: Rekorde auf ganzer Linie
Seitdem hat sich der Kurs in etwa verdoppelt und Broadcom hat einen Gewinnsprung um 40 % auf 6,82 USD je Aktie erzielt.

Im laufenden Geschäftsjahr soll das Ergebnis um weitere 47 % auf 10,00 USD je Aktie steigen.
In Anbetracht der Auftragslage und der zunehmenden Wachstumsdynamik sowie Profitabilität erscheint das plausibel.
Broadcom kommt demnach auf eine forward P/E von 34,4. Das ist auf den ersten Blick nicht gerade wenig. Aber in Anbetracht der zentralen Stellung des Unternehmens in der Halbleiterbranche und dem enormen Wachstum ist das zu rechtfertigen.
Das gilt umso mehr, wenn die Dynamik noch einige Jahre anhält, wovon derzeit auszugehen ist.
Buy & Hold brilliert – wie fast immer
Die großen Gewinner dieses turbulenten Jahres sind, wie fast in jedem Jahr der Börsengeschichte, die Anleger, die eine konsequente Buy-and-Hold-Strategie verfolgt haben.
Das gilt für Broadcom ebenso wie für die Käufer von ETFs.
Man muss dazu in der Lage sein, die kurzfristigen Schwankungen des Marktes zu ignorieren und sich auf die Fundamentaldaten und die langfristige Entwicklung konzentrieren.
Während Market-Timer statistisch viel schlechter abschneiden, profitierten die geduldigen Anleger von der vollen Erholungsbewegung. Wer während des April-Crashs ausgestiegen war, hatte in den meisten Fällen nicht den Mut oder die Schnelligkeit, rechtzeitig vor der großen Rallye wieder einzusteigen.
Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche. Ich war in Broadcom investiert, als die Aktie im letzten Jahr auf 138 USD abgestürzt ist und bin es heute bei einem Kurs von 343 USD noch immer.
Volatilität aushalten zu können, ist der Preis, den man zahlen muss.
Die Eigenschaft, die alles entscheidet
Langfristig gesehen ist die Börse ein Mechanismus, der Vermögen von den Ungeduldigen zu den Geduldigen transferiert.
Buy & Hold basiert auf der Erkenntnis, dass Indizes wie der S&P 500 und der MSCI World selbstheilende Systeme sind, in denen schwache Unternehmen kontinuierlich durch wachstumsstarke Nachfolger ersetzt werden.
Die großen Indizes sind aus meiner Sicht eine Wette auf den menschlichen Fortschritt und die Innovationskraft der führenden Volkswirtschaften.
Anleger, die das verstanden haben, betrachten Volatilität nicht als Risiko, sondern als notwendigen Preis für überdurchschnittliche Renditen.
Im Idealfall erkennt man Volatilität sogar als Gelegenheit und ergreift sie.
Das Jahr 2025 hat eindrucksvoll bewiesen, dass selbst ein zweistelliger Kurseinbruch innerhalb eines Jahres nur eine Episode in einem übergeordneten Aufwärtstrend ist. Die Disziplin, trotz negativer Schlagzeilen investiert zu bleiben, ist die wichtigste Eigenschaft für den langfristigen Anlageerfolg.
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