Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach fast einem Jahrzehnt anhaltender Schwäche zeigt der deutsche Pharmakonzern wieder deutliche Lebenszeichen. Über viele Jahre dominierte ein Abwärtstrend das Chartbild, doch im Bereich zwischen 25 und 30 EUR gelang zuletzt eine entscheidende Stabilisierung. Der Bruch des Widerstands bei 30 EUR Ende November markierte einen möglichen Wendepunkt.
Im Dezember folgte eine ausgeprägte Powerkerze, die spürbar neues Kaufinteresse auslöste und Anschlusskäufe begünstigte. Seither befindet sich die Bayer-Aktie in einem dynamischen Aufwärtslauf. Für langjährige Anleger dürfte diese Entwicklung zumindest als Entlastung wahrgenommen werden. Der Trend wirkt aktuell bullisch und bleibt vorerst intakt.
Expertenmeinung: Der Ausbruch über die 30-EUR-Marke war ein zentrales charttechnisches Signal. Nach der steilen Bewegung sind kurzfristige Konsolidierungen oder kleinere Rücksetzer jederzeit möglich und würden den Aufwärtstrend zunächst nicht infrage stellen.
Der Kursverlauf der letzten Wochen etablierte sich oberhalb der 20-Tage-Linie. Dieser gleitende Durchschnitt kann als Orientierung für eine „gesunde“ Aufwärtsbewegung dienen. Solange sich die Kurse darüber halten, bleibt das Bild überwiegend positiv. Gleichzeitig ist zu ergänzen, dass sich die Kurse inzwischen recht weit von der 50-Tage-Linie entfernt haben, was auf eine kurzfristige Überhitzung hindeuten kann.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.01.2026 um 7:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen der Bayer Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.01.2026 um 22:19 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Seit Anfang Dezember nimmt die Bayer-Aktie eine Charthürde nach der anderen – und das gestern sogar gegen den Markttrend. Jahrelang stieg der DAX, aber Bayer blieb zurück. Jetzt hängt die Aktie den Index ab. Aber wie stabil ist der Boden, auf dem diese Rallye abläuft?
Sogar auf Wochenbasis ist Bayer markttechnisch überkauft. Kein Wunder, immerhin hat die Aktie des Pharma-Riesen seit Anfang Dezember fast 37 Prozent zugelegt. Aber die Dynamik ist weiterhin beeindruckend hoch. Und die Bullen werden regelmäßig belohnt, indem sie eine Widerstandslinie nach der anderen überwinden:
Nachdem mit dem Anstieg über die Widerstandszone 30,22/31,03 Euro eine breit angelegte Bodenbildungs-Formation vollendet wurde, gelang zügig der Ausbruch über die seit über zehn Jahren den Kurs nach unten führende, langfristige Abwärtstrendlinie. Jetzt schaffte die Aktie sogar einen „Gap Close“, indem die Widerstandslinie bei 39,56 Euro überboten wurde, die das obere Ende der markanten Abwärts-Kurslücke vom Herbst 2023 markiert. Damit hätte Bayer jetzt die Widerstandszone bei 43,90 zu 46,70 Euro als nächstes Kursziel.
Aber ob diese Hausse einfach so weitergeht, ist offen genug, um hier Vorsicht walten zu lassen. Denn die Luft ist dünn … und das nicht allein aufgrund des prozentual immensen Anstiegs. Drei Aspekte sollte man da im Auge behalten:
Expertenmeinung: Zunächst einmal ist weniger der überkaufte Status auf chart- und markttechnischer Ebene ein mögliches Risiko, sondern der Umstand, dass die Aktie das aus der Aufwärtswende-Formation abzuleitende, rechnerische Kursziel jetzt beinahe erreicht hätte. Hierzu gilt die Distanz zwischen dem tiefsten Punkt der Bodenbildung (18,37 Euro) und dem höchsten Punkt der Nackenlinie (31,03 Euro), abgetragen über die Nackenlinie, als Kursziel. Das wären 12,66 Euro über 31,03 Euro = 43,69 Euro. Da wird die Luft dünn.
Auch die Argumentation, die diese Kaufwelle begleitet, ist – zumindest noch – eher fragil. So setzt man auf eine baldige, positive Veränderung der rechtlichen Lage in Bezug auf die Tausende von Schadenersatzklagen in den USA wegen des unseligen Monsanto-Erbes der glyphosathaltigen Unkrautvernichter. Kommt es wirklich zu einer Entwicklung, die dieses Damoklesschwert in Lauf auflöst, könnte der Bayer-Kurs durchaus noch ein gutes Stück höher laufen. Aber bislang trägt ihn eben nur die reine Hoffnung.
Das gilt letztlich auch für die aktuelle Aussage des Chefs der Bayer-Pharmasparte, dass er den Pharmabereich wieder auf Wachstumskurs sehe. Das klingt gut, man sollte aber nicht übersehen, dass er mitteilte, dass man die Pharmasparte „spätestens 2027“ wieder auf Wachstumskurs bringen werde und die operative Gewinnmarge „von 2028 an“ steigen wolle. Das ist ein eher weiter Blick in die Zukunft, um daraufhin jetzt, nach einer solchen Rallye, noch einsteigen zu wollen.
Und zuletzt hat die Aktie mit diesem beeindruckenden Kursanstieg das durchschnittliche Kursziel der Analysten von 35 Euro längst unter sich gelassen. Nur zwei von 19 die Aktie regelmäßig überwachenden Analysten haben mit 45 und 50 Euro ein Kursziel, das noch über dem derzeitigen Kurs liegt. Was auch insofern nachvollziehbar ist, als die vorgenannten Argumente eben beide noch in der Schwebe sind.
Fazit: Das ist ein Gipfelsturm, der diese Aktie mittlerweile so hoch getragen hat, dass die Luft dünn wird. Das ist beileibe kein Grund, um über Short-Trades nachzudenken, aber ein sehr guter, um auf eine konsequente Absicherung bestehender Long-Trades zu achten.
Quellenangaben: Aussagen zu den Margen-Zielen in der Pharmasparte, 14.01.2026: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/pharma/bayer-pharmasparte-soll-bis-2030-marge-von-30-prozent-erreichen-a-aa1927e8-bbcc-4ef9-bb89-730f375c7aaa
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.12.2025 um 18:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Die Bayer-Aktie könnte weit höher notieren. Sie tut es nicht, weil ein ewiges Damoklesschwert über der Aktie hängt: die unabsehbaren Kosten wegen US-Schadenersatzklagen in Bezug auf Monsanto-Unkrautvernichter. Doch da könnte sich jetzt Entscheidendes tun.
Der „Solicitor General“, das ist ein juristischer Beamter, der die US-Regierung vor Gericht vertritt, hat sich explizit dafür ausgesprochen, dass die von Bayer angestrengte Klage darüber, dass die Rechtsprechung einzelner US-Bundesstaaten über dem Bundesrecht stehen kann, vom obersten Bundesgericht, dem Supreme Court, angenommen und entschieden wird. Das ist für Bayer von immenser Bedeutung, denn:
Bei den Schadenersatzklagen wegen gesundheitlicher Schäden durch das von Monsanto (das von Bayer übernommene US-Unternehmen) produzierte Unkrautbekämpfungsmittel „Roundup“ bzw. das darin enthaltene Glyphosat geht es immer um die Frage, ob die auf dem Mittel angebrachten Warnhinweise unzureichend seien. Der Punkt ist: Bezogen auf US-Bundesrecht sind sie ausreichend. Und bei sachgemäßer Anwendung würde, so die allgemeine Sicht auch der Gerichte, kein Schaden durch Glyphosat entstehen können. Doch einzelne US-Bundesstaaten haben andere, deutlich strengere Vorgaben für Warnhinweise. Und nach deren Vorgaben war das, was auf „Roundup“ an Warnungen vermerkt war, eben nicht ausreichend – worauf die Schadenersatzklagen sich berufen. Das heißt:
Nimmt der Supreme Court Bayers Klage an, kann – vorausgesetzt, die Entscheidung fällt dann auch tatsächlich zugunsten des Klägers und Bundesrecht stünde damit in jedem Fall über dem Recht einzelner Bundesstaaten – dem größten Teil der Tausenden anhängigen Klagen wegen Glyphosat-Folgen der Boden entzogen werden und das Damoklesschwert über der Bayer-Aktie verschwinden. Das ist es, was die Aktie am Dienstag so erheblich ins Plus befördert hat, nur:
Expertenmeinung: Mit der Fürsprache durch den Solicitor General ist die Wahrscheinlichkeit deutlich gestiegen, dass der Supreme Court die Klage annimmt, sicher ist das aber trotzdem noch nicht. Und auch wenn der oberste US-Gerichtshof sich der Sache annimmt, ist nicht sicher, dass die Klage in Bayers Sinne entschieden wird. Was die Aktie gestern höher zog, ist also keine neue, faktisch positivere Lage, sondern nur die gestiegene Wahrscheinlichkeit hierfür. Womit die Frage im Raum steht: Wie weit kann das den Kurs höher tragen?
Das ist nicht sicher vorhersagbar, aber letzten Endes muss man das auch nicht in der Glaskugel sehen können, denn in der Causa Bayer ist das untenstehende Chartbild da eine äußerst taugliche Entscheidungshilfe:
Die Aktie hatte bereits in der vergangenen Woche einen Satz nach oben gemacht, als gemeldet wurde, dass die Phase-III-Studie des überarbeiteten Schlaganfall-Präventions-Medikaments Asundexian erfolgreich lief und die US-Aufsichtsbehörde FDA dem Mittel den sogenannten „Fast-Track-Status“ verliehen hat, was aussagt, dass eine beschleunigte Prüfung für die Zulassung möglich ist. Da Asundexian ein milliardenschweres Umsatzpotenzial hat, war das eine sehr gute Nachricht. Die aktuelle Meldung ist also bereits die zweite „good news“ in kurzer Zeit … mit dem entsprechenden Niederschlag im Chartbild.
Denn was vergangene Woche noch nicht gelang, ist mit dem Kurssprung des Dienstags gelungen: Die Bayer-Aktie hat die immens bedeutsame Widerstandszone zwischen 29,29 und 31,03 Euro überwunden. Das nächste Kursziel wäre das markante Zwischenhoch vom Januar 2024 bei 36,09 Euro, darüber käme das untere Ende der Abwärts-Kurslücke vom November 2023 bei 37,94 Euro. Ob der Kurs so weit läuft, wird sich zeigen. Wichtig ist nur:
Mit diesem charttechnischen Befreiungsschlag ist dem bärischen Lager der Boden entzogen. Und das grundsätzlich bullische Chartbild bleibt erhalten, solange Bayer nicht wieder unter den jetzt als Support dienenden Bereich 29,29 zu 31,03 Euro fallen würde.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.11.2025 um 20:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Seit Anfang 2024 läuft bei der Bayer-Aktie eine Bodenbildung: Viel breiter und langgezogener geht es kaum. Die Struktur dieser potenziellen Wendeformation wurde indes bislang nicht vollendet. Jetzt wäre die Chance dafür da … aber bisher ist es eben nur eine Chance.
Unser Chartbild zeigt die Bayer-Aktie auf Wochenbasis, denn würde man die detailliertere Tagesbasis wählen, würde man nicht genug erkennen können, so lange „arbeitet“ die Aktie schon an dieser Bodenbildung als Basis einer Aufwärtswende.
Die eigentliche Bodenbildung setzte im Februar 2024 ein. Wir sehen eine Seitwärts-Range, deren obere Begrenzung ein bereits vorhandener Widerstand war: das Herbst-Tief 2023. Diese Seitwärts-Spanne wurde nach unten verlassen, aber nachdem sich unterhalb dieser alten Kursspanne zwischen 24,96 und 31,03 Euro zwischen Herbst 2024 und Sommer 2025 ein Doppeltief ausgebildet hatte, gelang es, die Bayer-Aktie in diese vorherige Schiebezone zurück zu heben. Dort lief sie seither seitwärts. Volatil zwar, aber ohne Ansätze von „Ausbruchswillen“ zu zeigen. Das hat sich am Montag schlagartig geändert:
Die Aktie startete mit einer Aufwärts-Kurslücke in die Woche und klopfte zügig an die Nackenlinien-Zone der großen Bodenbildung bei 29,29 zu 31,03 Euro. Gelingt es, diesen Widerstandsbereich zu bezwingen, wäre das ein immens bullisches Signal, das es ermöglichen würde, Stoppkurse auf der Long-Seite umgehend nahe unter diese dann als Unterstützung dienende Zone nachzuziehen oder über neue Long-Trades nachzudenken, die ebenso eng abzusichern wären. Aber all das bräuchte, nicht zuletzt wegen des fortbestehenden Damoklesschwerts der Schadenersatzklagen wegen PCB und Glyphosat in den USA, einen soliden Begleitschutz auf der Nachrichtenseite. Gibt es den?
Expertenmeinung: Das ist die Frage. Richtig ist, dass Bayer am Sonntag meldete, dass es nach einer Überarbeitung des Schlaganfall-Präventions-Medikaments Asundexian nach vor zwei Jahren noch enttäuschenden Testergebnissen gelang, den Wirkstoff diesmal erfolgreich durch die Phase III-Studie zu bringen. Und die US-Aufsichtsbehörde FDA hat dem Mittel jetzt den sogenannten „Fast Track-Status“ verliehen, was bedeutet, dass eine beschleunigte Prüfung für die Zulassung möglich ist. Das sind grundsätzlich gute Nachrichten.
Ende letzter Woche hatte die Aktie auf die Zulassung eines Lungenkrebs-Medikaments zwar nicht reagiert, aber das lag daran, dass es sich um einen für ein eher spezifisches Feld einsetzbares Medikament handelte, während Asundexian, das bei einer Zulassung die Nachfolge des Bayer-Medikaments Xarelto antreten würde, sogenannten „Blockbuster-Status“ hat, d.h. dass hier Umsätze in Milliardenhöhe möglich wären.
Doch reicht das alleine, um die Aktie in eine nachhaltige Trendwende zu tragen? Das ist eben noch die Frage, die die Anleger, trotz des beeindruckenden Kursgewinns von 10,9 Prozent, noch nicht beantwortet haben, denn der Kurs schloss damit zwar in, aber nicht über der entscheidenden Widerstandszone. Was zur Vorsicht mahnt, ist die Reaktion der Analysten auf diese neuen Informationen. Denn einige hoben ihre Kursziele zwar an, andere bestätigten sie.
Aber diese am Montag neu vergebenen/bestätigten Kursziele lagen bis auf Goldman Sachs, die 34,50 Euro sehen und „Kaufen“ empfehlen, alle zwischen 25 und 30 Euro und hatten die Einstufung „Halten“. Nur ein Analyst sah die Aktie also über dieser Nackenlinien-Zone der großen, bislang nur potenziellen Trendwende.
Sollten sich genug Anleger dieser Skepsis anschließen, könnte das, was man jetzt an die Startlinie gebracht hat, scheitern, daher sollte man der Sache eher nicht vorgreifen und im Fall eines Ausbruchs über 29,29/31,03 Euro mit gezielt engen Stoppkursen arbeiten.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Nach den vorläufigen Quartalszahlen, die am 1. August kamen, stieg die Bayer-Aktie. Als am 6. August das gesamte Zahlenwerk folgte, brach sie ein. Aber seither geht es in kleinen Schritten wieder nach oben. Und das ist es, worauf es einem Trader jetzt ankommen muss.
Eigentlich ist die Bayer-Aktie ungewöhnlich billig bewertet, zugleich hat der Konzern eine immense Substanz. Und die Bestrebungen, den Pharma-Riesen schlagkräftiger zu machen, wirken durchdacht und scheinen erste Erfolge zu zeitigen. Aber immer, wenn das Wort „eigentlich“ auftaucht, folgt ihm ein „aber“, so auch hier.
Über Bayer hängt seit vielen Jahren ein Damoklesschwert, das nicht verschwinden will: Die Schadenersatzklagen wegen gesundheitlicher Folgen glyphosathaltiger Unkrautvernichter, die Bayer als unseliges Erbe dem vor sieben Jahren übernommenen US-Unternehmen Monsanto zu verdanken hat. Mal urteilt ein US-Gericht zu Gunsten der Kläger, mal zu Gunsten von Bayer … es gibt keine klare Tendenz. Und noch gibt es auch keinen Weg, die unglaubliche Zahl von derzeit 61.000 anhängigen Klagen loszuwerden. Da es da bisweilen um Milliardensummen geht, kann Bayer so gut wirtschaften, wie es will: Wenn ein paar Klagen und/oder Berufungen zu Ungunsten des Konzerns ausfallen, könnte das, trotz bereits vorhandener, immenser Rückstellungen, alle Mühen in Sachen Gewinndynamik zunichtemachen.
Expertenmeinung: Diese Problematik verhindert seit Jahren eine erfolgreiche, charttechnische Aufwärtswende. Aber im Gegenzug läuft sie eben trotzdem noch. Dass die Aktie am 6. August als Reaktion auf das komplette Zahlenwerk zum zweiten Quartal bzw. zum ersten Halbjahr drastisch um zehn Prozent fiel, die Käufer aber sofort zurückkamen und diesen herben Verlust bis zum Freitag großenteils schon wieder aufholten, zeigt:
Solange nicht wirklich dramatisch negative, neue Nachrichten kämen, bleibt die Chance erhalten, dass die Bayer-Aktie doch noch die Kurve nach oben kriegt. Denn wir sehen in diesem Chart auf Wochenbasis, dass die Aktie dadurch genau am unteren Ende einer das Jahr 2024 großenteils bestimmenden Handelsspanne nach oben drehte. Damit wahrt man sich die Möglichkeit, eine Art umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Trendwendeformation zu vollenden.
Solange diese jetzt gehaltene Unterstützung im Bereich um 25 Euro nicht deutlich unterboten wird und dadurch aus charttechnischer Sicht der Weg in Richtung des bisherigen 2025er-Tiefs bei 18,38 Euro frei würde, ist hier für die Bären erst einmal wenig zu holen. Das heißt aber, der Chart macht es sehr klar, nicht automatisch, dass Bayer ein El Dorado für Long-Trades wäre. Erst wenn es gelänge, die Nackenlinien-Zone dieser weiterhin intakten, aber eben noch keineswegs vollendeten Trendwendeformation bei 30,22 und 31,03 Euro zu überwinden, hätte die Aktie erheblichen Spielraum auf der Oberseite.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bearish
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Es kommt nicht oft vor, dass das deutsche Gesundheitsunternehmen an der Börse für positive Entwicklungen sorgt. Doch seit April schien sich das Blatt zu wenden. Die Bayer-Aktie zeigte sich überraschend stabil und etablierte eine bullische Trendphase – geprägt durch eine klare Abfolge höherer Hochs und höherer Tiefs.
Im gestrigen Handel folgte jedoch ein deutlicher Rückschlag: Mit einem Minus von fast 10 % rutschte das Papier kräftig ab. Gleichzeitig stieg das Handelsvolumen spürbar – ein Hinweis darauf, dass viele Anleger ihre Positionen auflösten. Aus technischer Sicht ist der Aufwärtstrend damit vorerst beendet.
Expertenmeinung: Jetzt gilt es, den Bruch genau zu beobachten. Sollte die Aktie keinen schnellen Rebound schaffen, droht eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung. Anleger sollten das Papier vorerst eher kritisch beobachten – zumindest bis sich eine neue tragfähige Unterstützung etabliert.
Die Bären haben aktuell die Oberhand. Ein Test der 200-Tage-Linie, welche sich knapp oberhalb der Marke von 23 EUR befindet, scheint nun als nächstes mögliches Kursziel.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.