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Die Chemiebranche wandert weiter durch ein Tal der Tränen. Es gibt immer mal wieder Lichtblicke, die Aufwärtsimpulse bei Chemie-Titeln wie BASF auslösen. Derzeit wird das Chartbild der Aktie jedoch von einer Toppbildung dominiert. Noch halten die Bullen stand.
Die Nachfrage im wichtigen Markt China ist seit Jahren flau, dafür nimmt der Druck durch Importe zu. Die US-Einfuhrzölle sind auch nicht gerade hilfreich, hohe Energiepreise sind bei dieser so energieintensiven Branche hoch problematisch. Dass die Aktien aus dem deutschen Chemiesektor trotzdem gut in das Jahr 2026 starteten, lag unter anderem daran, dass man in Brüssel Umweltauflagen abmildert bzw. abmildern will. Aber ob das reicht, um Konzerne wie BASF bei dem ansonsten weiter strammen Gegenwind wieder voranzubringen?
Die Analysten erwarten, dass der Gewinn pro Aktie in diesem Jahr deutlich zulegt … zumindest prozentual. Denn auch wenn die im Schnitt erwarteten etwa 2,70 Euro Gewinn pro Aktie gegenüber den 1,82 Euro des Vorjahres wie ein großer Schritt wirken: Es ist keiner. In den vier Jahren vor Corona lag dieser Gewinn zwischen 4,42 und 9,17 Euro. Da wieder heranzukommen, wirkt wie ein weiter Weg. Und dass das so ist, deutete eine Meldung an, die am Mittwoch im „Handelsblatt“ veröffentlicht wurde:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur BASF Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: BASF, das seit Jahren von einem Restrukturierungs- und Sparprogramm zum nächsten marschiert, will ein weiteres auflegen, mit dem man die Kosten im Kerngeschäft um bis zu 20 Prozent senken will, ein großer Teil der Einsparungen soll aus dem Bereich Personal kommen. Normalerweise nehmen die Anleger solche Ankündigungen positiv auf. Immerhin hieße das eine höhere Rentabilität und, wenn sich das Auftragsbuch wieder schneller füllt, einen Hebel beim Anstieg des Gewinns. Diesmal aber wurde verkauft.
Was daran liegen dürfte, dass man gehofft hatte, BASF sei da mittlerweile „durch“ und in einer Situation, in der man die Belebung des Umfelds relativ entspannt abwarten könnte. Hinzu kommt die Sorge, dass man womöglich vorerst nicht mit positiven Überraschungen in Bezug auf Umsatz und Gewinn rechnen darf. Die man indes nach den „Hoffnungskäufen“ im ersten Quartal schon sehen müsste, um diese zu rechtfertigen. Denn mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von derzeit knapp 19 auf Basis der 2026er-Gewinnprognose ist die Aktie normal bewertet, also nicht mehr günstig. Vor allem nicht, wenn die Erholung des Unternehmensgewinns eher schleppend verlaufen sollte … oder, im unerfreulichsten Fall, ausbleibt.
So ganz sicher ist man sich daher nicht, was man mit dieser Aktie konkret anfangen soll. Das zeigt das recht „zerklüftet“ wirkende Chartbild, das sieht man aber auch an den Meinungen und Kurszielen der Analysten. Hier haben wir zwar zehn „Kaufen“-Ratings, aber auch sechs Einstufungen mit „Halten“ und, vor allem, fünf Analysten, die zum Ausstieg raten. Entsprechend weit liegen die Kursziele auseinander: Das niedrigste findet sich bei 36, das höchste bei 65 Euro. Die Aktie liegt in etwa in der Mitte, dort, wo auch das durchschnittliche Kursziel zu finden ist. Und was jetzt?

Wenn man eine Aktie handeln möchte, bei der sich nicht nur Für und Wider die Klinke in die Hand geben, sondern man das im Chartbild auch sieht, wäre, solange das so bleibt, eine rein charttechnisch orientierte Vorgehensweise sinnvoll. Und damit stünde man bei BASF nicht allein, wie der Chart zeigt, denn:
Auf die negative Reaktion auf das erneute Sparprogramm hin kam es gestern zu Gegenwehr – und das genau im Bereich der Nackenlinie einer in den letzten Wochen entstandenen Toppbildung bei 50,48 zu 50,77 Euro. Sollte diese Zone auf Schlusskursbasis brechen und das Topp damit vollendet werden, wäre die Aktie nicht automatisch ein gefundenes Fressen für die Bären, dazu lägen zu viele potenzielle Supportmarken nahe darunter. Zugleich wären die negativen Argumente derzeit nicht stark genug, um einen größeren Abverkauf zu unterstützen. Aber „Long“ wäre dann vorerst nicht mehr erste Wahl, da würde man eher neutral bleiben und auf neue, klarere Vorlagen warten, wie es mit BASF und der Chemiebranche an sich weitergeht.
Quellenangaben: Bericht des Handelsblatts zu weiteren Kostensenkungen bei BASF, 20.05.2026:
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/chemieindustrie-basf-will-kosten-im-kerngeschaeft-bis-zu-20-prozent-druecken/100226383.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/BAS.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.05.2026 um 18:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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