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Die Aktie des Online-Fahrzeughändlers AUTO1 Group lief seit April stark nach oben. Diese Rallye basierte seit Mai nicht mehr auf neuen Zahlen, sondern auf großen Erwartungen. Eine wacklige Angelegenheit … aber gestern kamen die Zahlen, die die Bullen haben wollten.
Dass der Umsatz bei der AUTO1 Group zügig und konstant zulegt, weiß man. Und natürlich ist das grundsätzlich bullisch. Was aber offenblieb, ist die Antwort auf die Frage, wie weit man einer positiven Entwicklung in den kommenden Jahren bereits vorgegriffen hat … sprich, ob da noch Luft nach oben wäre oder man den Bogen seitens der Käufer bereits überspannt hat.
Die Ergebnisse des zweiten Quartals bzw. des ersten Halbjahrs stehen erst Ende Juli an … aber das Chartbild gestaltete sich zuletzt so, dass es eine zeitnahe Richtungsentscheidung einforderte: Die Aktie hatte 50 Prozent der vorherigen, weitreichenden Abwärtsbewegung korrigiert und notierte im Bereich des durch die 200-Tage-Linie noch aufgewerteten Widerstandsbereichs 22,56 zu 23,68 Euro. Und der Kurs ging tatsächlich nach oben durch.

Zum Start in die laufende Handelswoche machte die AUTO1 Group einen Satz nach oben und überwand diese Widerstandszone deutlich. Doch am Dienstag drohte die Sache schiefzugehen. Der Kurs rutschte von oben knapp unter die 200-Tage-Linie und schloss nur geringfügig über dem jetzt als Unterstützung dienenden Bereich 22,56/23,16 Euro. Doch dann kam zum einen eine Gewinnwarnung von BMW und zum anderen die Aussagen des eigenen Kapitalmarkttages. Beides in Kombination sorgte für erneute Käufe. Die Aktie erreichte ein neues Rallye-Hoch, wodurch der Rücksetzer in den Supportbereich als trendbestätigender Pullback zu werten ist. Ist die „Goldgräberstimmung“ jetzt gekommen, um zu bleiben?
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Expertenmeinung: Das könnte sie zumindest. Denn die im Rahmen des Kapitalmarkttages kommunizierten, langfristigen Ziele würden, wenn sie erreicht werden, zu einem beeindruckenden Gewinn pro Aktie führen. Im Händlerbereich will man pro Jahr 10 bis 15 Prozent beim Umsatz zulegen, im Privatkundenbereich um 20 bis 40 Prozent. Zugleich will man deutlich profitabler agieren. Bei den Händler-Deals soll der Bruttogewinn pro Fahrzeug auf 1.080 bis 1.200 Euro ansteigen, bei den Privatkunden auf 480 bis 720 Euro.
Das ist ambitioniert. Und Ziele sind keine Prognosen, sondern eben „nur“ Ziele, aber: Direkt zuvor kam ja BMW mit seiner Prognose-Anpassung nach unten und unterstützte die Hoffnung, dass der Gebrauchtfahrzeugmarkt wirklich stark weiter zulegen könnte. Denn dort las man von verunsicherten Kunden … und fand damit die Bestätigung der Annahme, die für den Gebrauchtwagenmarkt ein bullisches Argument ist:
Neufahrzeuge stehen, nicht zuletzt wegen der in den vergangenen Jahren massiv angehobenen Preise, nicht hoch im Kurs der Käufer, „Gebrauchte“ schon. Und da sinkende Absatzmengen bei Neufahrzeugen die Nachfrage nach gebrauchten Automobilen steigern und zugleich weniger „Ex-Neue“ in den Gebrauchtwagenmarkt kommen, steigen dort Preise und Margen.
Man könnte argumentieren, dass das nicht ewig so weitergehen kann … und irgendwann auch die Gebrauchten teuer genug sind, dass die Kundschaft lieber ihre Altfahrzeuge weiterfährt. Und das dürfte auch zutreffen, nur: Das ist eine mögliche Version einer Zukunft, die noch eine ziemliche Weile entfernt liegt. Diejenigen, die in den vergangenen Tagen dafür sorgten, dass die AUTO1-Aktie ein markant bullisches Signal generierte, traden aber die aktuell greifbare Situation – und die verheißt erst einmal weiteres Wachstum. Solange der Kurs nicht doch noch unter diese jetzt als Support bestätigte Unterstützungszone fällt, behalten die Bullen ihren Rückenwind.
Quellenangaben: Neue Zielvorgaben am Kapitalmarkttag, 17.06.2026: https://ir.auto1-group.com/de/nachrichten/auto1-group-gibt-langfristige-ziele-fuer-die-merchant-und-retail-segmente-auf-dem-capital-markets/df8948be-00b8-47aa-a640-0d0500b4a501
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.06.2026 um 22:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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