Der Redcare Pharmacy-Chart wirkt wie ein Trauerspiel. Seit der Kurs Anfang des Monats aus der vorherigen Handelsspanne herausfiel, scheinen sich die Käufer komplett zurückgezogen zu haben. Doch gerade bei Chartbildern wie diesem sollte man eine Aktie im Auge behalten.
Der Chart zeigt eine Aktie, die einen massiven Abstieg hinter sich hatte, bevor sie Ende März auf einmal nach oben drehte und erheblich Boden gutmachte. Das sah gut aus … bis die Sache im Juli dann schiefging. Hätte sich im Juli eine deutliche Eintrübung der Hoffnungen und/oder Fakten ergeben, die den Kurs im Vorfeld so deutlich höher gezogen hatten, wäre der aktuelle Abwärtstrend nachvollziehbar und man könnte die Aktie in die Kategorie „Wiedervorlage irgendwann“ einordnen. Aber ganz so war es hier nicht.
Dass die Aktie der Online-Apotheke aktuell so trübe daherkommt, basiert nicht darauf, dass Redcare Pharmacy beim entscheidenden Faktor, auf den die Anleger hier schauen, enttäuscht hätte: Die Halbjahresergebnisse belegten, dass man weiter auf dem Weg ist, nach einem operativen Gewinn endlich auch netto schwarze Zahlen zu schreiben. Dass dieser Weg deutlich länger ist als noch in den Jahren während und unmittelbar nach Corona gedacht, weiß man längst. Dass die Konkurrenz in diesem Sektor stärker wird, ist ebenfalls nicht neu. Denn das war der Grund, weshalb die Redcare Pharmacy-Aktie bis Ende März derart weit nach unten durchgereicht wurde.
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Und die Ende Juli vorgelegten Halbjahreszahlen waren solide, zudem wurde die Gesamtjahresprognose angehoben. Das Problem war aber, dass eine eingangs positive Reaktion auf dieses Zahlenwerk auf Gewinnmitnahmen traf … und das genau an dem Punkt, an dem es um ein bullisches Signal gegangen wäre. Der Blick auf den Chart zeigt:

Expertenmeinung: Der Kurs war am Tag der Bilanzvorlage, dem 29.7., an die Widerstandszone 71,26/73,26 Euro herangelaufen und dort abgeprallt. Anfang Juli war die Aktie dort schon einmal hängen geblieben, doch da konnte man das auf die starken Gewinne im Vorfeld und den dadurch überkauften Zustand des Kurses zurückführen. Bei diesem zweiten Versuch wirkte es, als hätten zu viele Anleger entschieden, dass ihnen die Ergebnisse zu mager waren. Auf die Gewinnmitnahmen des Bilanztages folgten Anschlussverkäufe … und schon sah das Chartbild nach Toppbildung aus.
Seither gibt es keine neuen Fakten vom Unternehmen, aber die Aktie ist trotzdem aus einer Art Eigendynamik heraus weiter abgerutscht. Mittlerweile ist die Distanz zum durchschnittlichen Kursziel der Analysten (aktuell bei 87,50 Euro) immens … aber die Käufer bleiben dennoch weg. Warum?
Weil es bei Aktien oft ähnlich zugeht wie bei einem Lokal, von dem man hört, dass es interessant sein soll. Wenn man dann hineinschaut und der Laden ist leer, wiegt dieser Eindruck schwerer als eine Empfehlung, dass man dort gut essen könne … und ähnlich ist es vermutlich hier: Wer das Chartbild sieht, schaut in Sachen Rahmendaten gar nicht erst genauer hin. Aber so etwas birgt grundsätzlich auch Chancen. Denn wenn eine Aktie derart flügellahm daherkommt, die Zahlen aber eigentlich höhere Kurse unterstützen könnten, braucht es hier nur eines, um den Kurs wiederzubeleben:
Einen initialen, positiven Impuls, sprich ein bullisches Signal im Chartbild. Ein solches Signal wäre als erster Schritt, der die Chance auf einen Ausbruch über den Bereich 71,26/73,26 Euro wiederbeleben würde, ein Anstieg über den Kreuzwiderstand bei 60 Euro. Und gerade bei Aktien, die anscheinend niemand haben will, ist oft bereits so viel Negatives eingepreist, dass ein kräftiger Anstieg, wie er dafür nötig wäre, schnell und abrupt entstehen könnte, sodass es lohnen dürfte, die Aktie im Auge zu behalten.
Nur vorgreifen sollte man einem solchen Szenario besser nicht, denn noch zeigt sich der Kurs kraftlos … und aus rein charttechnischer Sicht hat sich durch das Abrutschen unter den Support bei 53,66/55,80 Euro Spielraum bis hinunter auf 42 Euro aufgetan, der zwar nicht ausgelotet werden müsste … aber könnte!
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RDC.DE/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.09.2026 um 10:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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