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Börse aktuell

Börse aktuell: Nachrichten, Analysen und Einordnungen zur aktuellen Börsenentwicklung in Deutschland, den USA und an den internationalen Finanzmärkten. Hier erfahren Sie, was aktuell an der Börse geschieht. Unser Börsenexperte Ronald Gehrt beobachtet das Marktgeschehen und fasst wichtige Börsendaten, Marktentwicklungen und Börsenberichte für Sie zusammen. Mit Börse aktuell erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Börsennachrichten und Einordnungen zu aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Börse: Aktuelle Nachrichten der Woche

Neues von der Börse: Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie regelmäßig über die Entwicklungen an den Finanzmärkten. Welche Themen bewegen derzeit die Börse? Welche Ereignisse könnten in der kommenden Woche für Aufmerksamkeit sorgen? Und wie präsentiert sich das aktuelle Marktumfeld – eher von Bullen oder Bären geprägt? In unserer Kolumne ordnen wir die wichtigsten Börsenthemen, Marktdaten und Ereignisse der Woche ein und geben einen Überblick über Entwicklungen, die Einfluss auf den weiteren Börsenverlauf haben könnten.

Börse aktuell vom 27.-02.08.2026

Gleitende Durchschnitte: Warum sie so nützliche Tools sind

von

27.07.2026 | 07:22 Uhr
LYNX bei Google bevorzugen

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Trading auf Basis der fundamentalen Analyse kann funktionieren. Aber je schneller die Bewegungen an den Börsen werden und je mehr Marktteilnehmer auf sehr kurzfristiger Ebene agieren, desto dringlicher wird es, sich nach Alternativen umzuschauen, mit denen man mit dem in den vergangenen Jahren sukzessive gestiegenen Tempo der Märkte mithalten kann. Gleitende Durchschnitte können eine solche Alternative sein.

Ich erlebe bisweilen, dass Anleger mit Aktien tief in die Verlustzone rutschen, weil sie sich beim Einstieg auf Tipps anderer oder die alte Regel „Kaufe Aktien von Unternehmen, von denen du überzeugt bist“ gestützt haben. Dann stellen sie entsetzt fest, dass dies dramatisch schiefgegangen ist.

Das muss nicht passieren, keine Frage. Aber es geht zu oft daneben, um diese „Strategie“ als ratsam einzuordnen.

Das darf nicht überraschen. Gerade haben wir von VARTA gehört, dass dort erneut und womöglich endgültig die Insolvenz verkündet wurde. Bevor die Anleger am Ende einfach ausgebootet wurden, war das einmal eine heiß begehrte Aktie. Eine, von der es hieß, die müsse man haben. Und dass etwas, das scheinbar ewig steigt, auf einmal zum Groschengrab wird, ist keine Seltenheit.

Denn die Dinge ändern sich. Branchen wandern vom Rampenlicht ins Abseits. Unternehmensführungen wechseln. Konkurrenten werden übermächtig oder sind innovativer. Aktien zu kaufen und einfach liegen zu lassen, unabhängig davon, ob man persönlich vom Unternehmen überzeugt ist oder nicht, ist daher nicht gerade die beste Idee. Man muss auf sein Depot, sprich auf sein Geld, aufpassen. Und dazu muss man sich zumindest ein wenig auskennen.

Börse aktuell: Entwicklung HelloFresh, 2018 bis 2026 | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung HelloFresh, 2018 bis 2026 | Quelle: marketmaker pp4

Charts, Charts, Charts? Auch die reine Charttechnik hat ihre Tücken

Hinzu kommt, dass man selbst von etwas überzeugt sein und durchaus auch die Logik auf seiner Seite haben kann – die Kurse tun trotzdem das Gegenteil. Das liegt daran, dass sich viele eben nicht auskennen, nicht genauer hinschauen und einfach der Herde folgen. Und die wird weitaus öfter von Emotionen wie Gier und Angst geleitet als von der Ratio. Die Lösung: Man folgt nicht dem „Müsste aber eigentlich“, sondern den Kursen selbst, sprich dem Trend.

Dazu braucht es Grundwissen über die chart- und markttechnische Analyse. Wie identifiziere ich Trends? Was sind die Ankerpunkte, um die es gerade geht? Ist eine Aktie, ein Index oder ein anderes Asset, in dem ich mich engagiere, gerade überkauft, oder signalisieren die markttechnischen Indikatoren noch Luft nach oben? Liegt hier ein sauberer Trend vor, idealerweise basierend auf einer Trendwendeformation? Oder ist das, was da gerade passiert, nur eine womöglich kurzlebige Phase innerhalb eines übergeordnet in die Gegenrichtung laufenden Trends?

Wer sich damit auskennt, ist grundsätzlich im Vorteil. Und das kann man lernen, ohne jahrelang hinter Büchern zu verschwinden. Aber manchmal scheint auch die Charttechnik zu versagen. Kurse durchbrechen Unterstützungen und Widerstände, nur um auf einmal doch wieder zurückzulaufen. Trendlinien werden gebrochen und sofort zurückerobert. Wendeformationen werden vollendet und enden als Bullen- oder Bärenfalle. Taugt also auch die Charttechnik nichts?

Börse aktuell: Entwicklung DAX, Juni 2025 bis Juli 2026 - Unterstützungen und Widerstände im Chart | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung DAX, Juni 2025 bis Juli 2026 – Unterstützungen und Widerstände im Chart | Quelle: marketmaker pp4

Warum die reine Charttechnik bisweilen unerfreulich unpräzise ist

Doch, das tut sie. Sie ist eben nur keine präzise Wissenschaft, weil die oben erwähnten Emotionen immer mitmischen. Und natürlich auch deshalb, weil überraschende Entwicklungen in der Nachrichtenlage jederzeit alles auf den Kopf stellen können. Wer an der Börse eine Entscheidung trifft, trifft sie immer in einem Umfeld stetiger Unsicherheit, weil die Zukunft nun einmal auch mithilfe der Charttechnik nicht vorhersehbar ist. Damit muss man sich arrangieren.

Was mir indes in den vergangenen Jahren auffiel: Das Teilelement der gleitenden Durchschnitte, kurz GD, auch als MA für „Moving Averages“ abgekürzt, funktioniert tendenziell deutlich besser als die „Klassiker“ in Form horizontaler Unterstützungen und Widerstände oder Trendlinien. Ich für meinen Teil nutze für mein persönliches Trading nur noch diese Linien. Was könnte dahinterstecken?

Gleitende Durchschnitte sind eine ideale Basis für Handelsprogramme

Meiner Meinung nach liegt das daran, dass Handelsprogramme mit normalen Trendlinien ihre Probleme haben. Ich bin zwar nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik; ich selbst habe mich etwa zwischen 2000 und 2015 am Schreiben von Handelsprogrammen versucht. Aber die Tatsache, dass GDs besser zu funktionieren scheinen, deutet für mich darauf hin, dass sich daran noch nichts Entscheidendes geändert hat.

Zwar gibt es Mustererkennungen, mit denen Systeme versuchen, relevante Trendlinien und Formationen zu identifizieren, aber die waren nie wirklich gut. Ob sich das mit KI ändert, muss sich zeigen. Bislang scheinen die GDs als Entscheidungsgrundlage für Handelsprogramme jedoch weiterhin die Nase vorn zu haben. Warum?

Börse aktuell: Entwicklung TecDAX, Dezember 2025 bis Juli 2026 - Gleitende Durchschnitte im Chart | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung TecDAX, Dezember 2025 bis Juli 2026 – Gleitende Durchschnitte im Chart | Quelle: marketmaker pp4

Weil GDs rechnerische Ableitungen der bisherigen Kurse sind. Die 200-Tage-Linie ist der Durchschnitt der Schlusskurse der vorangegangenen 200 Handelstage, entweder exponentiell gewichtet berechnet, abgekürzt EMA für „Exponential Moving Average“, oder linear als SMA für „Simple Moving Average“. Das können Computer präzise errechnen, während es bei Trendlinien immer einen subjektiven Faktor gibt: Welcher Punkt im Chartbild zählt noch als Ankerpunkt für eine Trendlinie und welcher nicht?

Da Handelsprogramme immer mehr an Bedeutung gewinnen und vor allem bei großen Adressen im Einsatz sind, die aufgrund ihrer Kapitalmacht Trends mitprägen können, ergibt es durchaus Sinn, sich diese GDs für das eigene Trading einmal näher anzusehen. Dabei sollte man allerdings einige Dinge unbedingt beachten. Im Folgenden ein paar Anregungen dazu – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Worauf man beim Trading mit GDs achten sollte

Als Erstes muss man ganz klar hervorheben, dass „besser funktionieren“ nicht bedeutet, dass GDs immer und bei jeder Gelegenheit funktionieren. Es fällt zwar auf, dass solche Linien oft erstaunlich präzise Wendepunkte markieren, sei es auf kurz- oder mittelfristiger Ebene. Aber eben nicht immer. Denn auch Handelsprogramme können von unerwarteten Ereignissen überrannt werden. Und vor allem muss man daran denken, dass die meisten dieser Systeme die Zeitraster, mit denen sie arbeiten, je nach Volatilität eines Marktes anpassen. Konkret hieße das:

Wenn ein Handelsprogramm normalerweise mit GDs auf Basis von beispielsweise zehn, 20 und 50 Stunden als Trading-Grundlage arbeitet, kann es bei geringer Volatilität auf die Zwei-Stunden- oder sogar auf die Tagesbasis „herunterschalten“. Bei starken Schwankungen kann es hingegen auf die 15-Minuten-Ebene oder sogar auf noch kürzere Zeitraster wechseln. Das bedeutet:

Börse aktuell: Entwicklung Nasdaq 100, Februar bis Juli 2026 - Gleitende Durchschnitte im Chart | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung Nasdaq 100, Februar bis Juli 2026 – Gleitende Durchschnitte im Chart | Quelle: marketmaker pp4

Man sollte immer im Blick behalten, was gerade „funktioniert“, und prüfen, ob nicht auf einmal eine andere Zeitebene verfolgt wird, wenn GD-Zeitraster, die längere Zeit relevant waren, dies plötzlich nicht mehr sind.

Handelssysteme sind nicht auf bestimmte Zeitraster festgelegt, sondern passen sich an. Das kann auch bedeuten, dass ein Handelsprogramm bei Rohöl mit 10- und 20-Tage-GDs arbeitet, beim DAX aber womöglich mit 50- und 100-Tage-Linien. Sehen Sie sich die Charts an. Sie werden erkennen, welche Linien verfolgt werden.

Bei GDs ist es nicht anders als bei Trendlinien oder markttechnischen Indikatoren: In der Regel funktionieren die gängigen Indikatoren und GDs besser, weil diese von mehr Akteuren beachtet und genutzt werden. Wenn Sie bei der Analyse eines Charts feststellen, dass ein Kurs genau an der 65-Tage-Linie nach oben gedreht hat – einem völlig untypischen Zeitraster –, prüfen Sie unbedingt, ob das zuvor bereits mehrfach der Fall war. Nur dann lässt sich einschätzen, ob diese Linie tatsächlich relevant ist oder ob es sich lediglich um einen Zufall handelt.

Gängige Zeitraster für GDs beim Trading

Handelsprogramme denken sich nicht einfach irgendwelche GD-Zeitraster aus und handeln dann danach. Bei der Programmierung werden ihnen Zeitraster vorgegeben, die gängig sind, weil die Entwickler solcher Systeme den Grundsatz natürlich ebenfalls kennen und beherzigen: Was sonst niemand kennt und nutzt, kann kaum funktionieren.

Im Intraday-Trading sind mir Zeitraster von zwölf und deren Vielfache aufgefallen, die häufig „funktionieren“, also GDs mit Zeitrastern von zwölf, 24, 36, 48 und 60. Das gilt von Ein-Minuten-Einstellungen der Charts bis hinauf zur Zwei-Stunden-Ebene.

Börse aktuell: Entwicklung SanDisk, Januar bis Juli 2026 - Gleitende Durchschnitte im Chart | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung SanDisk, Januar bis Juli 2026 – Gleitende Durchschnitte im Chart | Quelle: marketmaker pp4

Auf Tagesbasis orientieren sich Trader und Systeme häufiger an den Klassikern: 20-, 50-, 100-, 200- und 1.000-Tage-Linien. Manchmal übernimmt, wie zuletzt bei den extremen Bewegungen bei Edelmetallen, Rohöl oder Halbleiteraktien, auch die 10-Tage-Linie die Rolle des Leitstrahls.

So weit für heute. Wie man konkret mit diesen GDs beim eigenen Trading umgehen könnte, würde hier und heute den Rahmen sprengen. Dazu mehr in einer der nächsten Kolumnen.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr
Ronald Gehrt

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.07.2026 um 20:13 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Börse aktuell: DAX, Dow Jones und Co.

Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie über wichtige Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten. Ein Schwerpunkt unserer Berichterstattung liegt auf den großen Aktienindizes wie dem DAX sowie den US-Börsen mit Dow Jones, Nasdaq und S&P 500. Diese Indizes zählen zu den wichtigsten Barometern für die Börsenentwicklung weltweit. Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf Aktien, die aktuell im Fokus der Marktteilnehmer stehen, und ordnen relevante Ereignisse an den Börsen ein. So erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Themen der Börse aktuell.

Börse: Aktuelle Entwicklung und Trends

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Börse: Aktuelle Einordnungen zum Marktgeschehen

Neben Börsennews erhalten Sie auch Einordnungen, die dabei helfen können, das aktuelle Marktgeschehen besser zu verstehen. Die Börse setzt sich aus zahlreichen Märkten zusammen. Unterschiedliche Länder, Branchen und Finanzprodukte werden von verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Faktoren beeinflusst. Dadurch kann es schwierig sein, Entwicklungen und Trends an den Finanzmärkten umfassend zu verfolgen und einzuordnen. Mit Börse aktuell fasst unser Börsenexperte die wichtigsten Börseninformationen zusammen und gibt einen Überblick über relevante Themen und Entwicklungen der kommenden Börsenwoche.

Börse aktuell: Die letzten Nachrichten

20.07.2026
07:00 Uhr

Hypes: Den Letzten beißen die Hunde — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Brent Crude Oil Future
Neutral
Infineon Technologies AG
Neutral
Rheinmetall AG
Neutral
SanDisk Corp.
Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.07.2026 um 19:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

In den letzten Jahren gaben sich sogenannte „Hypes“ an den Börsen die Klinke in die Hand. KI, Rüstungsaktien, Edelmetalle, Kryptowährungen, Halbleiteraktien: Vielfach schossen die Kurse in die Höhe … und kamen kaum weniger rasant wieder zurück. Sind Hypes also unberechenbare Risiken, von denen man sich besser fernhalten sollte?

Wenn man noch unerfahren ist und/oder nicht über das unabdingbare, gerne aber als höchst unnötig angesehene Grundwissen für die Börse verfügt, lautet die Antwort: Ja. Doch genau diese Klientel ist es, die nicht nur auf die bei Hypes schnell dahinrasenden Züge aufzuspringen pflegt, sondern auch mit ihnen in den Abgrund stürzt.

Erfahrene Trader hingegen können mit solchen Bewegungen umgehen. Wer weiß, wie man solche extremen Trends handelt, kann von ihnen profitieren. Wichtig zu verstehen ist vor allem eines: Den Letzten beißen die Hunde. Vor allem, wenn man nicht nur zu den Letzten gehört, die auf den Zug aufspringen, sondern auch noch zu den Letzten, die dann nach einer drastischen Abwärtskorrektur aussteigen.

Doch da kommt dann meist die (berechtigt klingende) Frage: Woher soll man denn bitte wissen, wo ein solcher Trend beginnt und wo dann „oben“ ist? Antwort:

Konsequenz geht vor Emotionen … das ist „alternativlos“!

Das weiß man nie. Nur … das muss man ja auch gar nicht. Natürlich weiß niemand vorher, wie lange und wie weit ein Trend führt. Genauso wenig kann man sicher sein, dass sich in Marsch setzende Kurse zu „Hypes“ werden oder dass aus einem Rücksetzer in einer Aufwärtsbewegung eine größere Korrektur und aus dieser dann womöglich sogar eine Abwärtswende wird. Aber warum muss ich das überhaupt wissen? Wir kommen doch in allen Lebenslagen mit der Tatsache zu Rande, dass wir die Zukunft nicht vorhersagen können. Das wäre (in manchen Dingen) höchst erfreulich, keine Frage. Aber es ist eben nicht so. An der Börse ist das genauso. Und dort wie im „echten“ Leben gilt:

Börse aktuell: Kursentwicklung Infineon Aktie November 2025 bis Juli 2026 - Verkaufssignal im Chart | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Börse aktuell: Kursentwicklung Infineon Aktie November 2025 bis Juli 2026 – Verkaufssignal im Chart | Quelle: marketmaker pp4

Man muss einfach in dem Moment, in dem eine Entscheidung ansteht, besonnen handeln. Nötige Entscheidungen aufzuschieben ist keine gute Idee, auch an der Börse nicht. Und handeln sollte man auf Basis nüchterner Überlegungen und greifbarer Fakten, nie auf Basis von Gier oder Angst oder einfach mal „aus dem Bauch heraus“, nach Gefühl.

Das ist nicht so einfach, wie man es hier hinschreiben kann, da spreche ich aus Erfahrung. Aber es ist nun einmal alternativlos, sonst kann das Trading hochdynamischer Trends schiefgehen.

Übersetzt in das Geschehen an der Börse hieße das: Wenn eine Aktie, ein Index, eine Commodity oder was auch immer man handeln möchte, ein bullisches Signal generiert, kann das ein Signal zum Einstieg sein. Dann gilt es, auf Basis vernünftigen Money-Managements zu prüfen, wo der Stoppkurs bzw. bei volatilen Titeln und/oder Einsatz von gehebelten Derivaten ein Stop-Loss hin soll. Den sollte man tunlichst sofort setzen und nicht erst, wenn der Baum brennt.

Dann folgt man dem Trend, solange dieser hält, und orientiert sich an den den Trend führenden Linien. Das können wie Treppen überwundene, vorherige Widerstandslinien sein, Aufwärtstrendlinien unterhalb markanter Zwischentiefs oder gleitende Durchschnitte. Und man zieht dabei den Stopp/Stop-Loss entsprechend dem Fortschritt des Trends konsequent nach.

Sobald sich zeigt, dass der Trend gebrochen ist, sei es durch den Bruch trendführender Supportlinien, sei es durch die Vollendung einer Trendwendeformation oder durch beides zugleich, heißt es: Alle Mann von Bord … ggf. dreht man dann sogar die Positionierung in die Gegenrichtung, sollte das Chartbild das hergeben.

Das macht einem schnell deutlich: Ein „Hype“ ist eigentlich ein Trend wie alle anderen … alles läuft gleich ab … nur schneller und weiter. Aber die Grundregeln sind die gleichen, so dass eigentlich niemand viel zu spät ein- und viel zu spät aussteigen sollte. Es sei denn, man glaubt, bildlich gesprochen, in Badelatschen die Zugspitze besteigen zu können.

Börse aktuell: Kursentwicklung Rheinmetall Aktie Januar 2025 bis Juli 2026 - Chartsignale | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Börse aktuell: Kursentwicklung Rheinmetall Aktie Januar 2025 bis Juli 2026 – Chartsignale | Quelle: marketmaker pp4

Disziplin? Klingt langweilig … es sei denn, man will an der Börse Erfolg haben

Das Problem ist natürlich, dass in dramatischem Tempo steigende Kurse die tückischen Emotionen wecken; dagegen ist kaum jemand gefeit. Die Kunst ist, zu bemerken, dass die Gier gerade das Steuer übernimmt. Gelingt es, weiter kontrolliert zu agieren, kann man es auch schaffen, sich von dieser uns alle unterschwellig begleitenden Angst, „die“ Rallye des Jahres zu verpassen, nicht einwickeln zu lassen.

Gelingt das aber nicht, hilft einem das eigentlich vorhandene Börsenwissen herzlich wenig, denn wenn die Emotionen erst einmal von der Leine sind, erleidet man als Trader in Sachen Vernunft und Fachwissen meist eine komplette Amnesie. Das zu vermeiden, erfordert eiserne Disziplin. Aber diese Disziplin kann man sich nicht einfach mit einem Fingerschnipp anlesen oder zulegen, das braucht Übung … und meiner Ansicht nach auch ein paar satte Bauchlandungen, mit denen man dann die Erfahrungen macht, die zu den nötigen Nerven wie Drahtseilen führen …

Börse aktuell: Kursentwicklung Rohöl Brent Dezember 2024 bis Juli 2026 - Chartsignale | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Börse aktuell: Kursentwicklung Rohöl Brent Dezember 2024 bis Juli 2026 – Chartsignale | Quelle: marketmaker pp4

… die man aber nicht dafür braucht, um sich zu spät zum Einstieg durchzuringen oder irgendwann, meilenweit unter einem ignorierten Ausstiegssignal, bittere Verluste zu realisieren. Sie sind nötig, um zu handeln, wenn es angezeigt ist, und die Finger wegzulassen, wenn man den richtigen Moment verpasst hat.

Kein dummer Spruch: Nur aus Fehlern lernt man!

„Aus Fehlern lernt man“ – dieser Spruch hat schon seine Berechtigung. Denn auch wenn man das immer wieder gepredigt bekommt, macht man es nicht.

Was macht man nicht? Sich auch dann zu hinterfragen, wenn etwas scheinbar perfekt gelaufen ist. Das schreibt man dann einfach seinen eigenen Fertigkeiten, seinem „Händchen“, seinem „Gefühl für den Markt“ zu. Man hat’s halt drauf … denkt man dann, obwohl man in Wahrheit alles Mögliche falsch gemacht hat und am Ende einfach nur Glück hatte. Hat man dann irgendwann kein Glück mehr … und das bleibt halt nicht aus …, steht man wie vom Donner gerührt da. Und nicht wenige schieben dann der Börse die Schuld zu, statt sie bei sich selbst zu suchen.

Erfahrungsgemäß ist es daher sogar vorteilhaft, wenn man anfangs kein Glück hat, sondern sehr früh merkt, dass es keinesfalls ausreicht, einfach mal zu kaufen, was gerade durch alle Medien geht, ohne zu wissen, was man da eigentlich tut. Ohne „Exit-Strategie“, ohne Absicherung. Das sind die eingangs erwähnten „Letzten“, die nahe am Ende einer Kaufwelle einsteigen, wie das Kaninchen auf die Schlange starren, wenn auf einmal dicke Verluste auflaufen, und irgendwann, wenn die Korrektur bereits in den letzten Zügen liegt, mit blanken Nerven unlimitiert aussteigen, nur um dann entsetzt zu sehen, dass das, was man gerade mit Verlust verkauft hat, wie von Geisterhand wieder steigt. Viele „alte Hasen“ sind durch solche Phasen gegangen und haben aus ihnen gelernt. Die, die daraus nichts gelernt haben, sind großenteils keine Anleger mehr … mangels Masse.

Börse aktuell: Kursentwicklung SanDisk Aktie Januar bis Juli 2026 - Chartsignale | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Börse aktuell: Kursentwicklung SanDisk Aktie Januar bis Juli 2026 – Chartsignale | Quelle: marketmaker pp4

Jeder Anleger ohne das nötige Grundwissen ist einer zu viel … weitersagen!

Ich vermute, dass nur wenige, die eher planlos vorgehen, diesen Beitrag lesen, im Gegenteil aber viele, die meine Erfahrungen und Meinungen teilen, ihn lesen. Aber ich vermute, dass auch Sie viele Anleger kennen, die ohne die nötige Grundausrüstung an den Börsen herumhantieren. Jeder Anleger, der schnell dazulernt, ist einer weniger, der nicht erkannten und damit nicht zu bändigenden Risiken unterliegt. Und jeder Anleger weniger, der sein Erspartes leichtfertig aufs Spiel setzt, ist für uns alle gut. Denken Sie an die negativen Auswirkungen der Baissen 2000–2003 und 2008/2009 auf die Wirtschaft.

„Hypes“ sind Trends wie alle anderen, nur sind das sozusagen Sportwagen und keine kleinen Zweitwagen. Gaspedal, Bremse, Kupplung, alles am gleichen Platz. Ignoriert man die prozentualen Veränderungen der hier gezeigten Beispielcharts, sieht alles aus wie normale Trends. Aber um diese „Sportwagen“ zu beherrschen, braucht man halt Übung und Disziplin, um nicht zu den leidigen „Letzten“ zu gehören. Übung und Disziplin kann man sich aber aneignen und sollte es auch: weitersagen!

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

Informationen zum / zu den auf dieser Seite genannten Produkt(en) finden Sie hier:

PRIIPs / KIDs CME Futures

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

06.07.2026
07:00 Uhr

Warum Quartalswenden oft neue Trends entstehen lassen — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
adidas AG
Neutral
Advanced Micro Devices, Inc.
Neutral
Bayerische Motoren Werke AG
Neutral
Mercedes-Benz Group AG
Neutral
DAX - Deutscher Aktienindex
Neutral
Deutsche Telekom AG
Neutral
Infineon Technologies AG
Neutral
Intel Corporation
Neutral
Micron Technology Inc
Neutral
NASDAQ 100 Index
Neutral
Rheinmetall AG
Neutral
SanDisk Corp.
Neutral
Volkswagen AG Vz.
Neutral
Seagate Technology
Neutral
Daimler Truck Holding AG
Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.07.2026 um 19:39 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wenn sich an den Börsen neue Trends entwickeln, passiert das oft zu Monatswenden und hier dann vor allem in der Phase von Quartalsübergängen. Das ist kein Zufall … und bietet Anlegern die Möglichkeit, recht zeitig neue Tendenzen zu erkennen, wenn sie sich in diesen Phasen besonders genau umschauen.

Wir Menschen denken in Etappen. Von einem Gehalt zum nächsten, von einem Kalender- und/oder Lebensjahr zum nächsten. Viele unterteilen den Tag in die Zeiten zwischen den Pausen, in kleine Abschnitte bei der Arbeit. Und wir neigen dazu, diese einzelnen, kleinen Bausteinchen unseres Lebens zu bewerten. Der gestrige Abend war richtig gut … in diesem Monat lief es mal besser als sonst … das war wirklich ein übles Jahr:

So etwas hört man oft … und die meisten von uns dürften es auch selbst so machen. Man versucht auf diese Weise, das Unüberschaubare überschaubar zu machen. Und zugleich sind solche Zeitpunkte dann auch diejenigen, in denen man öfter als sonst überlegt: So weit bis jetzt … wie will ich weitermachen? Warum sollte das an der Börse anders sein?

Quartale sind „Messpunkte“ und damit potenzielle Momente der Neuorientierung

Und das ist es auch nicht. Hier geht es immer darum, ob sich ein Investment rechnet oder nicht. Ob man sich selbst auf die Schulter klopfen kann und, wenn nicht, ob man etwas unternehmen sollte, sei es, Probleme umgehend zu ignorieren oder, die natürlich bessere Idee, nach Abhilfe und Alternativen Ausschau zu halten. Und natürlich können die „Messstrecken“, die man da hernimmt, nicht „vom Geburtstag meiner Frau bis da, wo wir die neue Waschmaschine gekauft haben“ lauten. Man braucht vergleichbare, konstante Zeitraster, um wirklich Vergleiche anstellen zu können. Und da bieten sich Monate und Quartale ebenso wie Halbjahre und ganze Jahre eben an. Die Folge:

Diejenigen, die Geld damit verdienen, dass wir als Anleger Geld verdienen wollen, d.h. sogenannte institutionelle Investoren wie Fonds, Hedgefonds, Pensionskassen oder ETFs, wissen, dass sie am Abschneiden zum Ende solcher zeitlichen Etappen gemessen werden. Was zum einen dazu führt, dass man sich zu solchen Messpunkten besonders bemüht, da, wo es machbar ist, eine besonders gute und damit werbewirksame Performance vorweisen zu können. Und zum anderen gerade zu solchen Zeitpunkten besonders intensiv darüber nachdenkt, ob ein zuletzt gewählter und erfolgreicher Schwerpunkt des Investments bis zum nächsten Monats- und/oder Quartalsende weiterlaufen kann oder ob man nicht gut daran täte, sich für das neue Quartal nach anderen Schwerpunkten, nach „frischen Pferden“, umzuschauen.

Börse aktuell: Kursentwicklung von Nasdaq 100 und ausgewählten Aktien im Zeitraum Januar bis Mai 2026 | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Kursentwicklung von Nasdaq 100 und ausgewählten Aktien im Zeitraum Januar bis Mai 2026 | Quelle: marketmaker pp4

Ein Favoritenwechsel ist immer ein „Kann“, nie ein „Muss“

Die beiden ersten Beispielcharts zeigen, dass man vermuten darf, dass sich diese institutionellen Investoren in Bezug auf „das“ Zugpferd des zweiten Quartals in Form der Halbleiter-Aktien genau diese Gedanken gemacht haben. Wenn wir uns ansehen, wie weit diese Kaufwelle bei den hier in den Charts zum Nasdaq 100 abgebildeten Beispiel-Aktien seit dem 18. Mai, als ich die Halbleiter-Hausse an dieser Stelle thematisiert hatte, noch gelaufen ist und wie immens volatil die Kurse zuletzt auftraten, wäre es eher eine Überraschung, wenn viele große Investoren jetzt, da mit dem zweiten Halbjahr und dem dritten Quartal ein typischer Moment für eine Neuorientierung gekommen ist, stur an diesem Bereich als Schwerpunkt festhalten würden. Aber:

Börse aktuell: Kursentwicklung von Nasdaq 100 und ausgewählten Aktien im Zeitraum Januar bis Juli 2026 | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Kursentwicklung von Nasdaq 100 und ausgewählten Aktien im Zeitraum Januar bis Juli 2026 | Quelle: marketmaker pp4

„Es wäre überraschend“ ist nicht gleichbedeutend mit „Da kann man Haus und Hof darauf wetten“. Davon abgesehen, dass viele Trader auch an wankenden Trends festhalten, wenn sie im Vorfeld eine derartige Sogwirkung hatten wie der bei den Halbleitern, kann es durchaus sein, dass eine Quartalswende zwar eine Korrektur alter Favoriten einläutet, nicht aber eine endgültige Wende.

Nichtsdestotrotz sind solche Zeitpunkte oft die Geburtsstunden neuer Impulse in einzelnen Branchen. Da lohnt es sich, genauer hinzuschauen, weniger bei den Indizes an sich. Denn die unterliegen oft deutlich weniger dem „Quartalsphänomen“, weil es dabei ja weniger um nennenswerte Zu- oder Abflüsse von Kapital am Markt an sich geht, sondern um Umschichtungen innerhalb des Marktes. Und was tut sich da aktuell, jetzt, wo das neue Quartal drei Handelstage hinter sich hat?

Noch zeichnet sich kein klares Bild ab

Bislang ist noch kein klarer, neuer Favorit auszumachen, wenn man sich beispielsweise den DAX genauer ansieht. Es fällt zwar auf, dass viele der Verlierer des zweiten Quartals kräftig anziehen. Aber auch Aktien, die zuletzt gut gelaufen waren, jedoch nicht dem „Hype-Bereich“ angehörten wie z.B. Allianz, adidas oder Symrise, sahen Zugewinne. Und bei den anderen sehen wir noch kein einheitliches Bild. So zog Brenntag kräftig an, BASF aber nicht. Die Deutsche Bank zog an, die Commerzbank weniger. E.ON zog kräftig an, RWE blieb dagegen eher zurück.

Börse aktuell: Kursentwicklung von DAX und ausgewählten Aktien im Zeitraum April bis Juli 2026 | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Kursentwicklung von DAX und ausgewählten Aktien im Zeitraum April bis Juli 2026 | Quelle: marketmaker pp4

Nur im Automobilsektor wirkte das Bild einheitlicher, da wurde quasi alles gekauft. Allerdings waren das auch die großen Verlierer bislang, so dass man da auch reine Rückkäufe leerverkaufter Aktien seitens der Bären unterstellen könnte. Und nur, weil die Leerverkäufer diesen Bereich als ausgereizt ansehen, sprich, man unterstellt, dass die Luft nach unten weg ist, muss sie nach oben nicht groß sein.

Es braucht immer etwas Zeit, bis sich etwas Neues wirklich etabliert

Es ist aber durchaus nicht unüblich, dass es seine Zeit dauert, bis sich abschätzen lässt, ob sich jetzt, zum Start ins neue Quartal, auch neue Gewinner-Branchen herausbilden oder nicht. Denn auch wenn sich das Überprüfen der Anlageschwerpunkte bei institutionellen Investoren zeitlich auf solche Termine konzentriert:

Börse aktuell: Kursentwicklung von DAX und Automobilwerten im Zeitraum April bis Juli 2026 | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Kursentwicklung von DAX und Automobilwerten im Zeitraum April bis Juli 2026 | Quelle: marketmaker pp4

Die Ergebnisse ihrer Überlegungen sind ja nicht immer gleich. Die einen würden eher zur Chemie tendieren, andere Entscheider womöglich die Medizintechnik und Healthcare übergewichten, wieder andere vielleicht sogar die Automobilbranche als genug gedrückt einordnen, um ihnen die Chance auf ein wieder mal gutes Quartal einzuräumen. Da wird mal hier, mal da an den Fäden gezogen … bis sich eine Tendenz wirklich durchsetzt, kann es durchaus ein, zwei Wochen dauern.

Aber nur, wer um die Bedeutung der Quartalswenden weiß und deshalb frühzeitig beobachtet, ob sich da etwas entwickelt, wird von neuen Trends nicht überrascht, sondern ist dann womöglich schon mit im Boot. Jetzt die Fühler auszustrecken und die Einzelwerte der für einen selbst interessanten Indizes genauer zu beobachten, kann sich also auszahlen.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Die Tücken der „Buchgewinne“ — Ronald Gehrt

01.06.2026
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Blase? Welche Blase? — Ronald Gehrt

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18.05.2026
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11.05.2026
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20.04.2026
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FOMO – Wenn es wie Mut aussieht, aber Angst dahintersteckt — Ronald Gehrt

23.03.2026
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16.03.2026
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09.03.2026
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Warum sind die US-Börsen bislang so stabil? — Ronald Gehrt

02.03.2026
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Börsensprüche … können die wirklich etwas taugen? — Ronald Gehrt

23.02.2026
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16.02.2026
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Yen-Carry-Trades: Sind sie ein Damoklesschwert für die US-Börsen? — Ronald Gehrt

09.02.2026
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Das Hindenburg Omen: Crash-Orakel oder Mummenschanz? — Ronald Gehrt

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