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Börse aktuell

Börse aktuell: Nachrichten, Analysen und Einordnungen zur aktuellen Börsenentwicklung in Deutschland, den USA und an den internationalen Finanzmärkten. Hier erfahren Sie, was aktuell an der Börse geschieht. Unser Börsenexperte Ronald Gehrt beobachtet das Marktgeschehen und fasst wichtige Börsendaten, Marktentwicklungen und Börsenberichte für Sie zusammen. Mit Börse aktuell erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Börsennachrichten und Einordnungen zu aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Börse: Aktuelle Nachrichten der Woche

Neues von der Börse: Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie regelmäßig über die Entwicklungen an den Finanzmärkten. Welche Themen bewegen derzeit die Börse? Welche Ereignisse könnten in der kommenden Woche für Aufmerksamkeit sorgen? Und wie präsentiert sich das aktuelle Marktumfeld – eher von Bullen oder Bären geprägt? In unserer Kolumne ordnen wir die wichtigsten Börsenthemen, Marktdaten und Ereignisse der Woche ein und geben einen Überblick über Entwicklungen, die Einfluss auf den weiteren Börsenverlauf haben könnten.

Börse aktuell vom 14.-20.09.2026

Sieben Regeln auf dem Weg zu einem erfolgreichen Trader

von

14.09.2026 | 07:00 Uhr
LYNX bei Google bevorzugen

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Irgendwann kommt bei vielen Anlegern der Moment, in dem ihnen der Gedanke kommt, dass man an der Börse deutlich mehr Geld verdienen könnte, wenn man nicht nur mittelfristig sein Erspartes anlegt, sondern aktives Trading betreibt. Der Gedanke an sich ist nachvollziehbar, der Weg dorthin aber steiniger, als die meisten das erwarten dürften. Dabei gibt es einige Fehler, die fast alle begehen, ihren Erfolg blockieren … die man aber in den Griff bekommen kann.

Um es gleich vorwegzuschicken: Der Autor dieses Beitrags weiß, wovon er in Sachen Trading schreibt. Ich habe keine sechs Monate nach dem Kauf meiner ersten Aktie angefangen, Optionsscheine zu kaufen. Damals, 1989, waren das japanische Optionsscheine, Anhängsel von Unternehmensanleihen. Wagemutige Konstrukte, aber es gab kaum etwas anderes. Wiederum keine sechs Monate später war das Geld weg.

Da ich nicht dazu neige, aufzugeben, habe ich dazugelernt … und lerne heute, 37 Jahre danach, eigentlich immer noch. Heute sind viele Dinge, mit denen ich mir früher ein Bein ums andere gestellt habe, zwar vom Tisch, von Perfektion bin ich indes immer noch weit entfernt. Aber immerhin haben Sie bei der Lektüre dieser Kolumne die Sicherheit, von einem zu lesen, der so ziemlich jeden Fehler, den man als Trader machen kann, selbst gemacht hat. Weshalb ich auch weiß: Man könnte alles in den Griff bekommen, wenn man nur konsequent und geduldig genug ist (wobei die meisten das wohl schneller schaffen dürften als ich). Was gleich zu Regel Nummer 1 führt:

Um gut zu werden, braucht es Zeit

Das Grundprinzip erfolgreichen Tradings mag ja simpel sein … billig kaufen, teuer verkaufen … aber die Umsetzung hat so ihre Tücken. Man muss lernen, wie die Börse konkret funktioniert, in all ihren Facetten. Man muss verstehen, wie die Marktteilnehmer „ticken“. Und, vor allem, man muss sich selbst kennenlernen. Denn wenn man unter Druck entscheiden muss, wenn es um Geld geht, wenn die Ungewissheit ein ständiger Begleiter ist … dann denkt und handelt man meist anders als im sogenannten „normalen Leben“.

Man sollte sich das nötige Wissen aneignen: Das braucht seine Zeit. Man sollte aber auch die unterschiedlichsten Situationen selbst erleben. Über eine verrückte Hausse oder einen fatalen Crash zu lesen, ist zwar wichtig. Schon einmal selbst dabei gewesen zu sein, bringt einen indes noch deutlich weiter. Das braucht Zeit, die viele nicht aufbringen wollen. Aber ob Sie Klavier spielen wollen, ein Handwerk ausüben, ein hervorragender Sportler oder eben ein guter Trader werden wollen: Alles braucht Zeit. Daran scheitern viele, aber das liegt oft vor allem an dem Irrtum, zu glauben, dies alles funktioniere im Handumdrehen. Um gut zu werden, braucht es seine Zeit … aber wenn man am Ende auch tatsächlich gut ist, ist das den Aufwand ja allemal wert!

Akzeptieren Sie Verluste: Sie gehören dazu!

Es mag Trader geben, die anders empfinden, aber für mich waren Verluste immer etwas, das imstande war, mir den Tag zu verderben und, gar nicht gut, auch alles außerhalb der Börse negativ zu beeinflussen. Und ja, einen Trade mit guter Hoffnung zu beginnen, womöglich auch alles richtig gemacht zu haben und dann doch im Minus ausgestoppt zu werden, ist unerfreulich. Doch nüchtern betrachtet kommt man um so etwas ja nicht herum. Nicht nur Sie und ich nicht, sondern niemand.

Wie sollte es auch anders sein? Egal, wie besonnen und konsequent Sie handeln, es wird immer Situationen geben, in denen plötzliche, externe Impulse zu Kursbewegungen führen, die kein kluges Trading-System der Welt hätte vorhersagen können. Als Trader ist der Aspekt der Unvorhersehbarkeit ein Teil unserer Realität. Verluste sind deswegen zwar nicht erfreulicher, aber man kann sie mit einem Lächeln akzeptieren, wenn man sich bewusst macht: Das geht allen so.

Börse aktuell: Entwicklung MSCI World Index, 2021 - 2026 | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung MSCI World Index, 2021 – 2026 | Quelle: marketmaker pp4

Erfolgsmessung nach Statistiken? Vergessen Sie’s!

Allerdings muss man sich dafür auch ein dickes Fell zulegen, denn allerorten hört und liest man von Leuten, die angeblich eine Erfolgsquote von 80 oder 90 Prozent haben und/oder die im Depot binnen Monaten prozentual vierstellige Gewinne erzielt haben. Und man wird bisweilen damit gelockt, dass man das, gegen einen „kleinen Obolus“, durch einen Kurs, ein Webinar oder was auch immer spielend leicht selber schaffen könne. Selbst wenn man diesen Werbungen widersteht, fühlt man sich da leicht als jemand, der es nicht hinkriegt. Aber solche Zahlen sind oft Schall und Rauch.

Es ist letztlich völlig egal, wie hoch die Erfolgsquote eines Traders ist, es kommt darauf an, wie genau sich die Sache verteilt. Ich könnte auch mit nur 30 Prozent Gewinntrades Gewinne erzielen, wenn diese Gewinne groß sind, die 70 Prozent Verlusttrades aber, als Ergebnis von Konsequenz, Disziplin und Stop-Loss-Absicherungen, immer nur kleine Verluste verursacht haben. Zudem kommt es immer darauf an, wo eine Statistik beginnt. Würden Sie meinen „Track Record“ sehen wollen, so könnte ich Ihnen viele Phasen zeigen, in denen neun von zehn Trades im Gewinn endeten. Aber es gibt eben auch Phasen, in denen weniger als die Hälfte einen Gewinn erbrachten und in denen zugleich die Verluste im Schnitt höher ausfielen als die Gewinne. Darum kommt niemand herum, worum es wirklich geht, ist:

Streben Sie nicht nach dem großen Wurf, sondern nach Konstanz

Konstanz. Konstanz insofern, als mittelfristig mehr Gewinn als Verlust entstehen sollte. Nicht auf Basis eines Tages, einer Woche, nicht einmal auf Basis eines Monats. Miese Phasen gibt es immer, bisweilen in mehreren Märkten zugleich, und nicht selten können Phasen, in denen so gar nichts funktionieren will, Wochen andauern. Dagegen gibt es nur ein Mittel:

Ruhe bewahren. Natürlich wäre es ideal, wenn man in kurzer Zeit mehrere Trades mit spektakulären Gewinnen abschließen könnte. Aber an der Börse gilt, mehr noch als anderswo: Kleinvieh macht auch Mist. Und mit dem kann man sehr gut leben, wenn man sich nicht selbst unter Druck setzt, weil man das Gefühl hat, das alles müsse schneller und besser gehen.

Das muss es nicht. Es sei denn, Sie erzeugen sich selbst Druck, weil Sie mit Geld arbeiten, das eigentlich gar nicht für das Trading gedacht war, oder darauf hoffen, dass Trading Ihnen Gewinne ermöglicht, die auszugeben Sie schon fest eingeplant haben. Trading ist Spekulation. Und dafür sollte man niemals Kapital einsetzen, das woanders gebraucht würde. Wer dieser Regel zuwiderhandelt, könnte auf dem besten Weg sein zu scheitern.

Setzen Sie Ihre Nervenstärke an der richtigen Stelle ein!

Denn wenig ist für einen Trader gefährlicher, als die Nerven zu verlieren. Fünf Trades nacheinander sind in kurzer Zeit mit Verlust zu Ende gegangen? Sie haben ein äußerst heftiges Minus eingefahren, weil Sie einen Fehler gemacht haben? Sie gewinnen den Eindruck, Ihr Trading-System funktioniert nicht mehr?

Alles höchst unerfreulich, keine Frage. Aber alles kein Grund, die Disziplin, mit der man als Trader arbeiten muss, gegen ein Vabanque-Spiel einzutauschen, bei dem man auf einmal viel größere Beträge einsetzt, um schnell die Verluste aufzuholen oder Positionen, die nicht bestehen bleiben dürften, im Verlust vergrößert, nach dem Motto: alles oder nichts.

Börse aktuell: Entwicklung Nasdaq 100, Mai - September 2026 - Kurslücken und Richtungswechsel | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung Nasdaq 100, Mai – September 2026 – Kurslücken und Richtungswechsel | Quelle: marketmaker pp4

Da ich all das bereits hinter mir habe, kann ich zumindest aus meiner Erfahrung berichten: „Nichts“ kam da deutlich öfter zustande als „alles“. Und das kann und darf nicht überraschen, denn wenn ein Trader anfängt, zum Spieler zu werden und auf sein Glück vertraut, haben ihn die Emotionen „kassiert“. Und man merkt nicht, dass solche Aktionen keineswegs mutig sind, sondern Ausdruck von Panik.

Die Emotionen außen vor zu lassen, ist nicht leicht, vor allem nicht in Phasen, in denen relativ viel schiefläuft. Aber dann eine Wende zu erzwingen, indem man anfängt, herumzuzocken, dürfte meist schiefgehen, denn nur, wenn man planvoll agiert, könnte auch der mittelfristige Erfolg planbarer werden. Wozu es natürlich einen Plan braucht.

Ohne konkreten „Plan“ geht gar nichts

Es muss kein hochkomplexes Handelssystem sein, das Sie als Rückgrat Ihres Tradings nutzen, es wäre eher sinnvoll, nach dem „KISS“-Prinzip zu agieren (KISS = keep it simple, stupid). Ob Sie dabei die Charttechnik, die Markttechnik oder sogar das Sentiment als Basis verwenden, ist dabei nicht unbedingt entscheidend, wichtig ist nur eines: Sie brauchen eine Basis, um systematisch vorzugehen. Und die sollte so beschaffen sein, dass sie dem üblichen Marktgeschehen Rechnung trägt, das von Trends dominiert wird. Dabei ist kein System perfekt, dazu kommt es zu oft zu externen Impulsen, die alles auf den Kopf stellen. Aber bedenken Sie:

Damit müssen alle anderen, auch die größten und erfolgreichsten Hedgefonds, ebenfalls zurechtkommen. Was man hingegen auf keinen Fall tun sollte, wenn ein System sich nicht als ausreichend effektiv erweist, ist, „nach Gefühl“ vorzugehen. Es ist schon richtig, dass man mit den Jahren mehr und mehr so etwas wie ein „Gefühl für den Markt“ entwickelt und bei bestimmten Situationen schon ahnt, was daraus werden dürfte. Aber das ist keine dauerhafte Basis für erfolgreiches Trading. Ein bestehendes System aufgrund von guten Argumenten neu auszurichten, ist immer drin. Sich zu sagen: „Ach was, das kann ich selbst doch besser“, nicht.

Börse aktuell: Entwicklung Rheinmetall, Mai - September 2026 - Abwärtskurslücke | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung Rheinmetall, Mai – September 2026 – Abwärtskurslücke | Quelle: marketmaker pp4

Der Blick in den Spiegel: Überwachen Sie sich selbst

Aber wieder darf ich vermuten, dass ich nicht der Einzige war, der genau das dachte. Und, natürlich, damit auf dem Bauch gelandet bin. Es ist nur zu menschlich, sich bei Erfolgen selbst auf die Schulter zu klopfen und bei Misserfolgen nach Schuldigen zu suchen. Aber damit landet man schnell bei einer kompletten Fehleinschätzung des eigenen Könnens. Niemand ist perfekt. Niemand weiß heute sicher, wo die Kurse morgen oder übermorgen stehen. Und deshalb ist es immens wichtig, sich immer wieder selbst im Spiegel zu betrachten und nicht nur die Misserfolge zu analysieren, sondern, vor allem, die Erfolge.

Ist man da ehrlich, landet man auch schnell wieder auf dem richtigen Weg. Denn wer könnte wirklich von sich behaupten, dass alle Gewinntrades, die man erzielt hat, wirklich auf Können und Konsequenz beruhten? Nicht selten hat man da auch mal so richtig Glück gehabt, indem ein Fehler sich durch eine überraschende Wendung der Kurse am Ende doch noch in einen Gewinn verwandelte. Sich immer mal wieder selbst daran zu erinnern, dass man fehlbar ist, ist kein Zeichen der Schwäche, sondern notwendig, um die Selbstüberschätzung zu verhindern, die einen am Ende teuer zu stehen kommen kann.

Fazit: Jeder könnte ein guter Trader werden

Unter dem Strich bleibt: Jeder könnte zu einem guten Trader werden. Nur über Nacht und durch Handauflegen wird das eher nichts. Wer akzeptiert, dass man sich in diesem Bereich den Erfolg ebenso mit Geduld und Konsequenz erarbeiten muss wie in allem anderen, in dem man gut werden will, hätte indes schon einen wichtigen Schritt gemacht. Das schreibt einer, der auch heute noch weit von Perfektion entfernt ist. Machen Sie es wie ich: Lassen Sie sich nicht entmutigen!

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.09.2026 um 10:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Börse aktuell: DAX, Dow Jones und Co.

Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie über wichtige Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten. Ein Schwerpunkt unserer Berichterstattung liegt auf den großen Aktienindizes wie dem DAX sowie den US-Börsen mit Dow Jones, Nasdaq und S&P 500. Diese Indizes zählen zu den wichtigsten Barometern für die Börsenentwicklung weltweit. Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf Aktien, die aktuell im Fokus der Marktteilnehmer stehen, und ordnen relevante Ereignisse an den Börsen ein. So erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Themen der Börse aktuell.

Börse: Aktuelle Entwicklung und Trends

Die aktuelle Entwicklung an der Börse wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören unter anderem Wirtschaftsnachrichten, Konjunkturdaten sowie Unternehmensmeldungen börsennotierter Gesellschaften. Solche Informationen können sich nicht nur auf Aktienkurse auswirken, sondern auch auf andere Anlageklassen wie ETFs, Optionen oder Futures. Darüber hinaus reagieren häufig auch die Märkte für Anleihen und Rohstoffe auf wichtige Börsennachrichten. Daher beobachten wir neben der Börsenentwicklung auch Zinsen, den Ölpreis sowie den Goldpreis und ordnen diese Entwicklungen im aktuellen Marktumfeld ein.

Börse: Aktuelle Einordnungen zum Marktgeschehen

Neben Börsennews erhalten Sie auch Einordnungen, die dabei helfen können, das aktuelle Marktgeschehen besser zu verstehen. Die Börse setzt sich aus zahlreichen Märkten zusammen. Unterschiedliche Länder, Branchen und Finanzprodukte werden von verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Faktoren beeinflusst. Dadurch kann es schwierig sein, Entwicklungen und Trends an den Finanzmärkten umfassend zu verfolgen und einzuordnen. Mit Börse aktuell fasst unser Börsenexperte die wichtigsten Börseninformationen zusammen und gibt einen Überblick über relevante Themen und Entwicklungen der kommenden Börsenwoche.

Börse aktuell: Die letzten Nachrichten

07.09.2026
07:00 Uhr

Gibt es ein typisches Aktienmarkt-Schema vor und nach den Midterm Elections? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 06.09.2026 um 21:34 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Morgen in acht Wochen wird sich zeigen, was die US-Wähler von Donald Trumps ersten knapp zwei Jahren im Amt halten. Dieser Dienstag, der 3. November, könnte einiges verändern. Ob es so kommt und vor allem, was genau danach passieren wird, kann zwar niemand sicher vorhersagen. Doch am Aktienmarkt tendiert man ja bekanntlich nicht dazu, vor solchen Ereignissen die Füße still zu halten. Die Frage ist: Gibt es da eine Art wiederkehrende Struktur, die man als Trader nutzen könnte?

Der derzeitige US-Präsident hat vor der Wahl und auch im Amt viel versprochen, aber sehr wenig davon gehalten. Weder vermeiden die USA Kriege, noch ist die US-Industrie wieder stark. Die Inflation ist für die meisten US-Bürger eine täglich wiederkehrende Last, die Staatschulden steigen rasant, das Wirtschaftswachstum ist für US-Verhältnisse unterdurchschnittlich und das Handelsbilanzdefizit ist trotz der höheren Einfuhrzölle nicht verschwunden. Dafür ist das Ansehen der USA im Rest der Welt im Keller und internationale Investoren überlegen es sich mittlerweile zweimal, ob sie ihr Geld in den USA anlegen sollten.

Börse aktuell: Entwicklung S&P 500, September - November 2006, Midterm Elections | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung S&P 500, September – November 2006, Midterm Elections | Quelle: marketmaker pp4

Diese schwache Regierungsbilanz und die äußerst schlechten Umfragewerte bieten der Opposition die Chance, die Mehrheit in den beiden Kammern des US-Kongresses zu erobern. Für das Repräsentantenhaus, das am 3.11. komplett neu gewählt wird, stehen die Chancen gut, im Senat ist die Sache weniger klar, aber möglich, fünf bisher republikanische Sitze stehen momentan auf der Kippe. Wenn man in dieser Gemengelage über den Aktienmarkt nachdenkt, könnte man im ersten Moment dazu neigen, für die kommenden Wochen steigende Kurse zu sehen, weil viele Anleger in der Erwartung vorkaufen könnten, dass die Ausgangslage nach der Wahl besser wird, weil ein demokratisch dominierter US-Kongress dem Präsidenten Daumenschrauben anlegt. Aber so einfach ist das nicht.

Für die Phasen vor Wahlen gilt immer: „Es kommt darauf an“

Diesen Beitrag begleiten fünf Charts, die abbilden, was sich beim marktbreiten US-Index S&P 500 jeweils ca. zwei Monate vor und im Monat nach einer US-Zwischenwahl getan hat. Und diese Charts der „Midterm Elections“ 2006, 2010, 2014, 2018 und 2022 machen schon klar: Ein „Schema F“, nach dem man zu Beginn der heißen Phase vor einer Wahl eine Position eingehen könnte, weil sich unter dem Strich immer dasselbe abspielt, gibt es nicht.

Börse aktuell: Entwicklung S&P 500, September - November 2010, Midterm Elections | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung S&P 500, September – November 2010, Midterm Elections | Quelle: marketmaker pp4

Und das kann auch nicht überraschen. Denn es kommt auf mehrere Faktoren an, ob man einer solchen Wahl mit Vorfreude oder mit Sorge entgegensieht.

Zunächst einmal ist immer die Frage: Wo kommen wir her, wie ist die Lage aktuell? Und da dürfte die Sichtweise der breiten Bevölkerung und die des Aktienmarkts im aktuellen Fall nicht dieselbe sein. Denn ja, die Gesamtwirtschaft läuft nicht, wie sie könnte, und viele Konsumenten erleben schwierige Zeiten. Woran Donald Trump bzw. die republikanische Partei einen nennenswerten Anteil haben. Aber der Aktienmarkt erreicht ein Rekordhoch nach dem anderen. Zwar vor allem wegen des KI-Booms. Aber dass es den gibt, auch daran haben Trump und seine Partei eben ihren Anteil. Würden demokratische Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus die Regulierung verschärfen und daher die Hausse der derzeit im Hype befindlichen Aktien ausbremsen – oder nicht? Tendenziell eher ja, so gesehen mag ein Teil der Anleger einem Machtwechsel im Kongress womöglich gar nicht mal so positiv gegenüberstehen.

Tendenzen sind bei US-Wahlen keine tauglichen Wegweiser

Ein weiteres „es kommt darauf an“ betrifft den Wahlausgang an sich. Denn aufgrund des Mehrheitswahlsystems ist es schwieriger abzuschätzen, wie sich die Mehrheitsverhältnisse nach dieser Zwischenwahl, in der das komplette Repräsentantenhaus, ein Drittel der Senatssitze, aber nicht der Präsident selbst zur Wahl steht, wirklich darstellen werden. Außerdem ist die Frage: Werden beide Kammern des Kongresses an die Demokraten gehen, sodass der Präsident zur „Lame Duck“ wird, weil er nichts mehr einfach so durch den Kongress bringen kann … oder bleibt der Senat republikanisch, während das Repräsentantenhaus demokratisch wird, sodass der Kongress die „Lame Duck“ im Spiel wird?

Börse aktuell: Entwicklung S&P 500, September - November 2014, Midterm Elections | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung S&P 500, September – November 2014, Midterm Elections | Quelle: marketmaker pp4

Dass Donald Trump derzeit miserable Umfragewerte hat, bietet dahingehend keine taugliche Wegweisung. Denn es kommt darauf an, wo die Wähler sitzen, die ihm die Treue halten. Es kommt darauf an, wie die Wähler die einzelnen republikanischen Kandidaten unabhängig von der Person Trump beurteilen. Die Zwischenwahlen sind, weil der Präsident selbst nicht zur Wahl steht, deutlich mehr „Personenwahlen“ in Bezug auf die Kandidaten als bei den Hauptwahlen. Daher sind Umfragewerte, bei denen die Befragten aus allen Ecken der USA stammen, nicht viel wert, wenn man vorhersagen wollte, wie die Wahl am Ende wirklich ausgeht.

Donald Trump ist für die Anleger Unsicherheitsfaktor Nr. 1 … nach der Wahl womöglich erst recht.

Und in diesem Fall gibt es noch ein weiteres „es kommt darauf an“. Eines, das aus dem Wahlergebnis einen großen Sieg für die US-Wirtschaft insgesamt machen könnte … oder das Gegenteil. Denn angenommen, die Demokraten würden es schaffen, beide Kongresskammern zu erobern: Was würde der US-Präsident dann tun? Würde er ein solches Wahlergebnis überhaupt hinnehmen? Es wäre überraschend. Und was würde er tun, wenn er es nicht akzeptiert? Auch das ist offen. Und für die Trader damit ein komplett unkalkulierbares Risiko.

Börse aktuell: Entwicklung S&P 500, September - November 2018, Midterm Elections | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung S&P 500, September – November 2018, Midterm Elections | Quelle: marketmaker pp4

Er könnte das Parlament einfach noch mehr umgehen als jetzt und noch intensiver mit sogenannten „Executive Orders“ agieren. Denn die kann der Kongress nicht einfach widerrufen, es ist aufwändig, solche Anweisungen, die ja die Trump unterstellten Regierungsbereiche betreffen, zu egalisieren. Und käme es so, wäre das Umfeld nicht nur trotz, sondern gerade wegen eines demokratischen Siegs in den Midterm Elections möglicherweise ein negatives … für die US-Wirtschaft, aber am Ende der Kette auch für die US-Aktienmärkte. Was bedeutet:

Der 3. November könnte zur Wundertüte werden … und genau so sollte man als Anleger damit umgehen

Es ist zwar denkbar, dass sich im Vorfeld dieser Zwischenwahlen in acht Wochen ein Trend durchsetzt, der entweder Hoffnung oder Sorge Ausdruck verleiht. Aber in dieser Konstellation würde das höchstwahrscheinlich eine deutlich instabilere Angelegenheit als in den fünf hier in den Charts abgebildeten „Midterms“ zuvor. Vor allem unmittelbar vor und in den ein, zwei Wochen nach dem Wahltag scheint vieles möglich. Daher ließe sich als Fazit ziehen:

Börse aktuell: Entwicklung S&P 500, September - November 2022, Midterm Elections | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung S&P 500, September – November 2022, Midterm Elections | Quelle: marketmaker pp4

Es gibt nicht nur kein verlässliches Schema für das Verhalten der US-Aktienmärkte im Vorfeld von Zwischenwahlen. Diese Wahl und ihre Folgen sind darüber hinaus noch weniger berechenbar als üblich, daher sollte man diese kommenden Wochen mit besonderer Vorsicht angehen, statt eine persönliche Erwartung stur „durchzuhandeln“ … denn das könnte teuer kommen!

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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31.08.2026
07:00 Uhr

Der MACD-Indikator: Ist seine Zeit womöglich abgelaufen? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.08.2026 um 23:27 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Vor zwanzig, dreißig Jahren war der MACD „der“ markttechnische Indikator schlechthin. Doch es ist ruhig geworden um dieses einstige Top-Tool in der Werkzeugkiste der technischen Trader. Hat er wirklich ausgedient? Oder muss man diesen Trendfolge-Indikator nur wieder neu entdecken?

Der MACD ist im Prinzip eine geniale Sache. Die Aufgabe dieses Indikators ist es zum einen, die Trendrichtung und Trendintensität anzuzeigen und zum anderen Signale auszugeben, wenn der Trend von einem Aufwärts- in einen Abwärtstrend und zurück wechselt. Eigentlich bietet der MACD also vieles von dem, was man sich als Trader wünschen kann.

Und wenn man sich einmal im folgenden Chart, der den DAX vor etwa 25 Jahren zeigt, dessen Signale ansieht, kommt man nicht umhin festzustellen: Diese Kauf- und Verkaufssignale lagen doch gar nicht schlecht. Trotzdem sieht man ihn heutzutage immer weniger. Woran liegt das?

Börse aktuell: Entwicklung DAX, 2001 - 2002 - MACD Signale | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung DAX, 2001 – 2002 – MACD Signale | Quelle: marketmaker pp4

Was genau ist der MACD?

Sehen wir uns erst einmal an, was genau dieser MACD eigentlich ist. Sein voller Name bietet bereits einen Hinweis: Moving Average Convergence Divergence. Es geht also um gleitende Durchschnitte und um deren Annäherung beziehungsweise deren Auseinanderlaufen. Das klingt schlau und ist es grundsätzlich auch. Der Aufbau des Indikators ist ein bisschen komplex, weshalb meine Erfahrung ist, dass viele, die diesen MACD benutzt haben oder benutzen, gar nicht so genau wissen, was da eigentlich passiert.

Ich denke, es kann nicht schaden, das genau zu verstehen, denn nur, wer weiß, womit er arbeitet, kann auch einschätzen, ob dieses Werkzeug für das eigene Trading geeignet ist oder nicht.

Der MACD setzt sich aus drei exponentiellen gleitenden Durchschnitten (EMAs) zusammen, im Folgenden kurz GDs genannt. Dabei kann man gleich vorausschicken: Für die klassische MACD-Einstellung gelten die Perioden 12, 26 und 9 – je nach gewähltem Zeitraster also Tage, Wochen, Monate oder auch Stunden. Welches Zeitraster man für den Basiswert, in unserem Fall den DAX, nutzt, ist dabei unerheblich: Die drei GDs des MACD beziehen sich immer auf das gewählte Zeitraster des Basiswerts.

Variationen, wie sie bei anderen Indikatoren vorkommen und oft auch Sinn ergeben, sind hier weniger üblich.

Zwei dieser GDs werden vom Kurswert her subtrahiert, und zwar wird der Kurslevel des GD 26 vom Kurslevel des GD 12 abgezogen. Diese Differenz wird als Linie, im folgenden Chart blau, abgebildet. Diese Linie wird MACD-Linie genannt.

Börse aktuell: Entwicklung DAX, 2023 - 2024 - MACD Signale | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung DAX, 2023 – 2024 – MACD Signale | Quelle: marketmaker pp4

Im Chartbild des MACD bedeutet ein Wert der MACD-Linie oberhalb der Nulllinie, dass der Kurswert des GD 12 über dem des GD 26 liegt, unter der Nulllinie liegt der GD 12 vom Kurslevel her unter dem GD 26. Dabei kommt der Aspekt „Covergence – Divegence“ insofern ins Spiel, als die Trendintensität als umso stärker unterstellt wird, je weiter die MACD-Linie von der Nulllinie entfernt ist.

Was aber für sich genommen noch keine Signale auslöst, die Signale besorgt der dritte GD. Da geht es um den GD 9. Und zwar, das ist entscheidend, ist das nicht der Neun-Tage-/Wochen-/Monate- etc.-GD des Basiswerts, sondern der 9-Tage-GD der MACD-Linie selbst. Und wenn dieser 9-Tage-GD, auch Signallinie oder Trigger-Linie genannt, gekreuzt wird, dann wirft der MACD damit ein bullisches oder bärisches Signal aus

Diese Signallinie einzubauen, war eine clevere Entscheidung, denn so erhält der MACD eine Glättung, die als Signalgeber durchaus sinnvoll ist. Und dadurch ist er auch reinen charttechnischen Trendlinien überlegen, die der MACD-Linie für sich genommen ähnlich wären, nicht aber, wenn man diesen „GD der Differenz zweier GDs“ zusätzlich ins Spiel bringt.

Dabei zeigt der oberste Chart: Die Signale, die der Indikator in der Zeit zwischen Herbst 2001 und Herbst 2002, in einer schwierigen Börsenphase, generierte, waren durchaus nicht schlecht. Warum also hat der MACD an Aufmerksamkeit eingebüßt?

Warum ist der MACD auf dem Abstellgleis gelandet?

Menschen ändern sich nie, die Börse also auch nicht, das ist ein Spruch, der ebenso zeitlos wie zutreffend ist. Aber das gilt nicht für die Art und Weise, wie sich die Kurse auf kurzfristiger Ebene verhalten. Die Schwankungsbreite der Kurse ist zwar heutzutage nicht zwangsläufig insgesamt größer als vor zehn oder zwanzig Jahren. Aber innerhalb der Kursranges entstehen Impulse tendenziell abrupter und sind unsteter. Das macht einem Indikator, der einen Trend indizieren soll, Probleme.

Und so sehen wir im folgenden Chart, dass man beim DAX mit den MACD-Signalen im bisherigen Verlauf dieses Jahres nicht gerade viel Freude gehabt hätte.

Börse aktuell: Entwicklung DAX, 2026 - MACD Signale | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung DAX, 2026 – MACD Signale | Quelle: marketmaker pp4

Der Grund für diese hektischeren Kursbewegungen liegt unter anderem im heute viel schnelleren und insgesamt einfacher abzuwickelnden Handel. Das führt zu einem steigenden Anteil sehr kurzfristiger Trades – und das macht Trends unsteter. Dass man mit dem MACD in Seitwärtsbewegungen, wie wir sie beim DAX im zweiten Quartal 2026 gesehen haben, keinen Blumentopf gewinnen kann, ist indes nicht die Schuld des Indikators, denn dafür ist er eben nicht gemacht.

Er soll Trends und Trendwechsel identifizieren. Liegt aber kein eindeutiger Richtungstrend vor, sollte man als Trader auf die für solche Phasen besser geeigneten markttechnischen Oszillatoren wie Stochastik, Williams Percent Range (%R) oder RSI wechseln.

Der Zeitrahmen ist ein entscheidender Faktor

Aber nichts zwingt einen Trader, den MACD nur auf einer kurzfristigen Zeitebene zu verwenden. Wenn das Tagesgeschehen zu hektisch wird, warum dann nicht auf eine Ebene wechseln, auf welcher der MACD durch ein größeres Zeitraster „geglättete“ Kurse als Basis erhält? Der nachfolgende Chart zeigt den Indikator über gut fünf Jahre auf Grundlage des DAX auf Wochenbasis – und Sie sehen:

Börse aktuell: Entwicklung DAX, 2021 - 2026 - MACD Signale | Quelle: marketmaker pp4 | Online Broker LYNX
Entwicklung DAX, 2021 – 2026 – MACD Signale | Quelle: marketmaker pp4

Das sieht schon besser aus als das unbefriedigende Ergebnis der MACD-Signale, die wir beim DAX auf Tagesbasis im bisherigen Jahresverlauf gesehen haben. Plötzliche Abrisse des Basiswerts und schlagartige Aufwärtswenden kann der Indikator zwar auch in einem längeren Zeitraster nicht ideal in Signale umsetzen. Aber die Zukunft vorhersagen und daher reagieren, bevor etwas passiert – diese so wünschenswerte Eigenschaft kann Ihnen auch kein anderer Indikator bieten.

Fazit: Der MACD mag heutzutage ein wenig aus dem Blickfeld vieler Anleger gerückt sein, aber seine Qualitäten als Trendfolge-Indikator hat er keineswegs eingebüßt. Nur wäre es sinnvoll, ihn nicht auf einer zu kurzfristigen Ebene einzusetzen!

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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