Gold rührt sich in den letzten Wochen auffällig wenig. Das erste Quartal war von dramatischen Kursschüben in beide Richtungen geprägt und jetzt – nichts. Aber wer glaubt, dass Gold damit langweilig geworden ist, könnte schiefliegen. Es kann hier jeden Moment wieder rundgehen!
Das Kapital der kurzfristigen Trader wird von den Bereichen der Börse förmlich angesaugt, wo die größte Dynamik herrscht. Und die finden wir momentan nicht beim Goldpreis, sondern beim Ölpreis und den Halbleiter-Aktien. Spekulatives Trading-Kapital ist immer auf Wanderschaft. Aber es geht … und kommt auch wieder zurück. Dazu muss natürlich erst einmal ein Anfang gemacht werden, sprich: Gold müsste erst einmal aus seinem charttechnischen Käfig heraus, der das Edelmetall im Moment gefangen hält. Es müsste also ein besonderer Anlass her … was könnte das sein?
Eigentlich müsste man sich darüber gar nicht den Kopf zerbrechen, man würde ja nicht übersehen, wenn Gold ausbricht. Aber ausmalen ließen sich solche Auslöser durchaus.
Expertenmeinung: So könnte beispielsweise eine überraschende Einigung im Iran-Krieg nebst deutlich sinkenden Ölpreisen Geld aus dem Ölmarkt und Gold zurück in die vielen Aktien leiten, die seit Monaten dahinsiechen, weil die betreffenden Branchen durch die geopolitischen Spannungen und ihre Folgen beim Konsum unter Druck stehen.
In diesem Fall wäre es durchaus möglich, dass Gold aus der inneren Trading-Zone herausfällt, indem der Support 4.381/4.405 US-Dollar unterboten wird und dadurch der Weg an die 200-Tage-Linie bei momentan 4.310 US-Dollar und im weiteren Verlauf sogar an das bisherige Jahresverlaufstief bei 4.099 US-Dollar frei würde. Es mag abwegig wirken, dass Gold in einem Umfeld wie diesem deutlicher nachgeben könnte, aber das Edelmetall wird ja schon lange nicht mehr von Anlegern dominiert, die in Gold einen sicheren Hafen sehen. Der Anteil der Spekulation ist immens – und die agiert eben einfach in die Richtung, die charttechnisch am lukrativsten daherkommt.

Das Gegenteil, sprich ein Ausbruch nach oben, den man im momentanen Chartbild dann unterstellen könnte, wenn der Kurs die Widerstandszone 4.997/5.016 US-Dollar herausnimmt, wäre beispielsweise denkbar, wenn die Super-Fahnenstange der Halbleiter-Hausse bricht und dort dann durch Stop-Loss-Verkäufe massiv Kapital frei wird, das in anderen Aktienbereichen in diesem Moment keine tauglichen Ausweichlösungen findet.
Gold ist nie über- oder unterbewertet und immer spannend. Daher ist hier auch nichts unmöglich, weshalb es sich lohnt, grundsätzlich ein Auge auf den Goldpreis zu haben. Aber es braucht eben auch Geduld, denn die großen „Moves“ kommen nicht auf Bestellung, sondern meist eher überraschend. Die derzeitige Ruhe ist daher keine, die in Stein gemeißelt wäre … hier könnte es jederzeit wieder zu rasanten Kursimpulsen kommen!
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.05.2026 um 22:14 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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