Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

S&P 500 Prognose S&P 500: Hier wird auf ganz dünnem Eis getanzt

News: Aktuelle Analyse des S&P 500 Index

In diesem Artikel
S&P 500
ISIN: US78378X1072
|
Ticker: SPX --- %

--- Punkte
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zum S&P 500

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Wenn es um das US-Verbrauchervertrauen geht, sind zwei Faktoren immens wichtig: die Benzinpreise und der Aktienmarkt. Ersteres ist derzeit fatal, aber was Aktien angeht, knallen die Sektkorken – der S&P 500 markierte gerade neue Hochs. Kann das wirklich gutgehen?

Das könnte es zwar. Aber je mehr aktiv agierende Marktteilnehmer gar nicht erst daran zweifeln, dass das gutgeht, desto dünner wird das Eis, das den Ausbruch des marktbreiten S&P 500 über sein bisheriges Rekordhoch tragen muss. Wobei aus rein charttechnischer Sicht bislang alles soweit passt:

Der Index sprang bereits Mitte April über die bisherige Bestmarke von 7.002 Punkten, sah statt umgehenden Gewinnmitnahmen Anschlusskäufe und nahm im Verlauf der vergangenen Woche nach kurzem Verharren erneut Fahrt auf. Charttechnische Widerstände warten hier keine mehr, obere Begrenzungen von Aufwärtstrendkanälen wären zu sehr konstruiert, um wirklich als relevant wahrgenommen zu werden. Zwar ist die Markttechnik des S&P 500 auf Tagesbasis bereits heiß gelaufen, hierfür beispielhaft im Tageschart unten der Stochastik-Oszillator. Aber solange das Momentum der Bewegung hoch bleibt, muss das alleine die Bullen nicht stoppen. Was aber könnte es dann?

S&P 500: Monatschart vom 30.04.2026, Kurs 7.230,12 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
S&P 500: Monatschart vom 30.04.2026, Kurs 7.230,12 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS

Den aktuellen Kurs und Chart des S&P 500 sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Achillesferse dieser Kaufwelle ist, dass man offenbar unterstellt, dass jetzt, nachdem der Iran-Krieg bereits zwei Monate andauert und die Benzinpreise in den USA so hoch sind wie seit Anfang 2022 nicht mehr, kein Abriss des Aktienmarkts mehr droht, alleine, weil es bisher ja auch nicht passiert ist. Man setzt also auf den „Gewöhnungseffekt“. Und das funktioniert umso besser, je mehr Akteure daran glauben und weiter kaufen … oder zumindest nicht aussteigen. Aber die Sache ist keineswegs ohne Risiko.

Denn wie viele Marktteilnehmer den Markt derzeit passiv beobachten und bereits die Finger über der „Exit“-Taste haben, wird im Chartbild natürlich nicht sichtbar. Aber dass die Zahl derer groß sein könnte, die beim kleinsten Anzeichen, dass diese „Wette“ auf absolut resiliente Aktienmärkte schiefgeht, aussteigen, wäre zumindest nicht verwunderlich, denn:

Noch weisen die Bilanzen der Unternehmen kaum und oft sogar gar keine negativen Effekte dieses Iran-Krieges aus. Noch schlagen auch nur vereinzelte Konjunkturdaten Alarm. Aber das könnte nur dann so bleiben, wenn dieser Konflikt in den kommenden Tagen glaubwürdig beendet wird und die Ölpreise rasant in die Nähe der Levels vor dem Iran-Krieg zurückkommen würden. Passiert das nicht – und derzeit wäre ein solches, die Hausse nachträglich „heilendes“, Szenario eher überraschend – würden sich die Folgen der Ölpreise durch die Wirtschaft „hindurchfressen“, von den Zulieferern über die Hersteller bis zu den Händlern und am Ende zu den Verbrauchern.

Reißende Lieferketten und ein Rückgang des Konsums sind nichts, was am Tag 1 eines solchen Konflikts auftaucht. Aber daraus zu schließen, dass diese Entwicklung ausbleibt, ist naiv und erinnert an die Post-Corona-Phase, in der auch viele dachten, die Inflation würde schon zügig von alleine wieder verschwinden.

Man tanzt hier also definitiv auf dünnstem Eis … und viele scheinen sich dessen nicht gewärtig zu sein. Andererseits, wie eingangs festgehalten: Solange genug Anleger nicht nur daran glauben, sondern auch so handeln, als wären die dunklen Wolken über der US-Wirtschaft nicht da, kann das gutgehen. Wichtig wäre aber, sich für den Fall der Fälle abzusichern, denn auf dünnem Eis hat man nicht allzu viel Zeit, nach Lösungen zu suchen, wenn es erst einmal bricht.

Derzeit wäre das vorherige Hoch um 7.000 Punkte, aktuell als Support noch durch die 20-Tage-Linie verstärkt, ein sinnvoller Anhalt für einen Stoppkurs, den man idealerweise als Stop Loss-Verkaufsorder in steter Bereitschaft halten würde … denn, dass der Freitag mit einem „Gravestone Doji“ endete, ist nichts, das zu allzu großer Gelassenheit beitragen könnte.

S&P 500: Tageschart vom 30.04.2026, Kurs 7.230,12 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
S&P 500: Tageschart vom 30.04.2026, Kurs 7.230,12 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.05.2026 um 22:27 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Weltweit an den Börsen handeln

Investoren, Anleger und Trader genießen mit einem Depot über LYNX den direkten Zugang zu nationalen und internationalen Börsenplätzen in Deutschland, Europa, den USA und Asien. Handeln Sie an 150 Märkten, in 33 Ländern und 24 Währungen. Jetzt informieren: Alle Märkte

Loading ...

Vorherige Analysen der S&P 500 Aktie

20.04.2026

S&P 500 auf neuem Allzeithoch – Rallye trotz angespannter Stimmung — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.04.2026 um 7:49 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Trotz angespannter geopolitischer Lage, hoher Ölpreise und schwächerer Konjunkturdaten zeigt sich der US-Leitindex in robuster Verfassung. Im Verlauf der vorigen Woche markierte der S&P 500 ein neues Allzeithoch und durchbrach die Marke von 7.000 Punkten vergleichsweise mühelos.

Viele Marktteilnehmer wurden davon überrascht. Die Börse neigt dazu, Entwicklungen vorwegzunehmen, und übertreibt dabei sowohl nach oben als auch nach unten. In den vergangenen Wochen dominierte klar die Käuferseite, was zu einer dynamischen Aufwärtsbewegung führte. Gleichzeitig ist der Abstand zu wichtigen gleitenden Durchschnitten deutlich angewachsen, was auf eine kurzfristig überdehnte Situation hindeutet.

S&P 500 Index: Chart vom 17.04.2026, Kurs: 7.126,06 Kürzel: SPX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Nach dem starken Anstieg könnte eine Phase der Konsolidierung oder ein Rücksetzer wahrscheinlicher werden. Entscheidend wird sein, ob sich der Index oberhalb der jüngsten Ausbruchszone stabilisieren kann.

Eine Fortsetzung der Rallye bleibt möglich, dürfte jedoch mit erhöhter Volatilität einhergehen. Kurzfristige Korrekturen könnten als gesunde Marktbereinigung gewertet werden. In den kommenden Tagen sollten Anleger daher etwas vorsichtiger agieren. Rücksetzer könnten den Markt erneut in den Fokus rücken.

Aussicht: Bullisch

S&P 500 Index: Chart vom 17.04.2026, Kurs: 7.126,06 Kürzel: SPX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
S&P 500 Index: Chart vom 17.04.2026, Kurs: 7.126,06 Kürzel: SPX | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

07.04.2026

S&P 500: Konstruktive Erholung, aber… — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.04.2026 um 7:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten Handelstagen konnte sich der S&P 500 spürbar erholen, nachdem zuvor eine stark überverkaufte Phase erreicht wurde.

Der Abstand zur 50-Tage-Linie hatte ein hohes Niveau angenommen, wodurch eine technische Gegenbewegung nahezu zwangsläufig erschien. Diese Erholung wirkt jedoch bislang eher reaktiv als nachhaltig. Mittlerweile ist der Index an der 200-Tage-Linie angekommen, die nun als zentrale Entscheidungsmarke fungiert. Hier dürfte sich zeigen, ob die Bullen tatsächlich neue Stärke entwickeln können oder ob die Bewegung lediglich eine Zwischenrally innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends darstellt. Positiv fällt auf, dass der steigende Ölpreis den Markt aktuell nicht weiter belastet, dennoch bleibt die übergeordnete Struktur angeschlagen.

Expertenmeinung: Die aktuelle Bewegung könnte sich als klassischer Pullback an eine wichtige Widerstandszone entpuppen. Sollte es nicht gelingen, die 200-Tage-Linie nachhaltig zurückzuerobern, wäre ein erneutes Abdrehen nach unten ein realistisches Szenario. In diesem Fall könnte die jüngste Erholung lediglich als temporäre Entlastung innerhalb der bestehenden Abwärtsstruktur gewertet werden. Danach könnte ein Rücklauf auf bis zu 6.150 Punkte drohen. Dieses Niveau fungierte Anfang 2025 als wichtiger Widerstand im Chart und könnte eine mögliche Anlaufzone darstellen.

Aussicht: Bärisch

S&P 500 Index: Chart vom 06.04.2026, Kurs: 6.611,83 Kürzel: SPX | Online Broker LYNX
S&P 500 Index: Chart vom 06.04.2026, Kurs: 6.611,83 Kürzel: SPX | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

24.03.2026

S&P 500: Kurze Rückkehr der Bullen – wie könnte es jetzt weitergehen? — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.03.2026 um 7:52 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Ein kurzfristiger Hoffnungsschimmer sorgte gestern für Auftrieb an den globalen Märkten. Aussagen des US-Präsidenten über angeblich konstruktive Gespräche mit dem Iran ließen die Kurse zunächst anziehen.

Die Bewegung wirkte jedoch fragil: Der Iran dementierte entsprechende Gespräche, woraufhin die anfängliche Euphorie schnell nachließ. Zwar konnte sich der Markt bis zum Handelsende stabilisieren, doch das Gesamtbild bleibt wenig überzeugend. Der Index schloss nahe dem Tagestief, was darauf hindeutet, dass Marktteilnehmer die Erholung eher zur Realisierung von Gewinnen nutzten. Neue Kaufdynamik blieb aus. Damit setzt sich die Serie schwacher Reaktionen auf positive Nachrichten fort, was den aktuell dominierenden Abgabedruck unterstreicht. Die übergeordnete Struktur bleibt angeschlagen, und der bärische Grundton prägt weiterhin das Geschehen.

Expertenmeinung: Die jüngste Gegenbewegung könnte sich als reine technische Reaktion innerhalb des Abwärtstrends erweisen. Entscheidend wird sein, ob es den Bullen gelingt, Anschlusskäufe zu erzeugen und kurzfristige Widerstände zurückzuerobern.

Bleibt dies aus, könnte der Verkaufsdruck erneut zunehmen, und weitere Tiefs wären möglich. Eine nachhaltige Stabilisierung würde erst mit klaren Signalen einer Trendwende wahrscheinlicher. Der Bereich um 6.550 bleibt vorerst umkämpft.

Aussicht: Neutral

S&P 500 Index: Chart vom 23.03.2026, Kurs: 6.581.00 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
S&P 500 Index: Chart vom 23.03.2026, Kurs: 6.581.00 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS

Quelle:
n-tv; https://www.n-tv.de/politik/Trump-verschiebt-nach-produktiven-Gespraechen-Iran-Ultimatum-id30501242.html

Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

09.03.2026

S&P 500 unter Druck: Diese Marken rücken nun in den Fokus — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.03.2026 um 7:58 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Volatilität an der Wall Street war bereits in den letzten Monaten sehr hoch. In der vorigen Woche nahm die Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt weiter zu und sorgte für turbulente Handelstage im Dow Jones sowie im S&P 500. Auffällig ist dabei vor allem, dass mittlerweile sowohl die 20-Tage-Linie als auch die 50-Tage-Linie nach unten gedreht haben. Aus technischer Sicht stellt dies kein besonders positives Umfeld dar.

Zusätzlich hat sich nach einem tieferen Hoch nun auch ein tieferes Tief gebildet. Damit verschlechtert sich das kurzfristige Chartbild weiter. Zu Wochenbeginn notieren die Futures deutlich im Minus. Sollte sich diese Schwäche im Kassahandel bestätigen, könnte der Trend erstmals seit Anfang 2025 wieder in eine bärische Phase übergehen. Der Blick der Marktteilnehmer richtet sich daher zunehmend auf die nächsten potenziellen Unterstützungsbereiche.

Expertenmeinung: Nach der jüngsten Serie schwächerer Kursbewegungen dürfte sich der Fokus kurzfristig auf die nächsten Unterstützungen richten. Hierbei blicken Marktteilnehmer wohl auf die Tiefs von November 2025. Kommt es in diesen Bereichen zu einer Stabilisierung, könnte die Käuferseite versuchen, eine Gegenbewegung einzuleiten und damit zumindest kurzfristig wieder etwas Ruhe in den Markt zu bringen.

Bleibt der Verkaufsdruck jedoch hoch, könnte sich die Korrekturbewegung ausweiten und der Index könnte weiter an Dynamik nach unten gewinnen.

Aussicht: Neutral

S&P 500 Index: Chart vom 06.03.2026, Kurs: 8.076 EUR, Kürzel: SPX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
S&P 500 Index: Chart vom 06.03.2026, Kurs: 8.076 EUR, Kürzel: SPX | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

19.01.2026

S&P 500: Zögern vor der 7.000er-Marke … ein böses Omen? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.01.2026 um 22:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der S&P 500 läuft seit Tagen direkt unter der runden Marke von 7.000 Punkten seitwärts, beim Dow Jones ist es die 50.000, die einfach nicht erreicht wird. Das wirkt wie ein böses Omen … aber ist es auch wirklich eines?

Die Kursziele der Investmentbanken für den S&P 500 liegen für 2026 alle über dem derzeitigen Stand, einige reichen bis 8.000 Punkte. Da wäre es ein überzeugender Start in das Börsenjahr gewesen, wenn die ohnehin bereits in Reichweite gelegene „magische“ Marke von 7.000 gleich zu Beginn überboten worden wäre. Aber das scheint sich zäher zu gestalten, als von manchem bullischen Trader vermutlich erwartet wurde:

S&P 500: Tages-Chart vom 16.01.2026, Kurs 6.940,01 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
S&P 500: Tages-Chart vom 16.01.2026, Kurs 6.940,01 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS

Bis auf 0,2 Prozent war man schon dran. Aber jetzt tritt dieser marktbreite US-Index scheinbar auf der Stelle. Und was das Thema Dynamik angeht, wird es dadurch langsam problematisch. Denn am damaligen Rekordhoch des Oktobers war der S&P 500 bis 6.920 Punkte gelaufen. Jetzt, fast drei Monate später, liegt der Index gerade einmal 20 Punkte höher. Das ist dünn.

Kann es sein, dass diese runde Marke für zu viele Marktteilnehmer ein Ziel ist, eine Marke, bei der man nicht nur darüber nachdenkt, Kasse zu machen, sondern es auch wirklich tut? Liegen da so viele Verkaufsorders im Markt, dass die Käufer nicht durchkommen? Und könnte das dazu führen, dass mehr und mehr bullische Trader aufgeben und der Index dadurch direkt unter dieser runden Marke abdreht und eine größere Korrektur startet? Sprich: Ist dieses bisherige Unvermögen, nach oben auszubrechen, ein aus Sicht der Bullen böses Omen?

Expertenmeinung: Nein, eher nicht. Es mag zwar sein, dass in diesem Bereich einiges an Verkaufsorders den Anstieg bremst. Aber ob die abgearbeitet werden können oder nicht, lässt sich noch nicht abschätzen. Das liegt auch daran, dass am Freitag eine Abrechnung an der Terminbörse stattfand. Hier liefen Optionen auf Aktien und Indizes mit Laufzeit Januar aus. Und anders als bei uns sind die Optionen in den USA das entscheidende Derivat der Privatanleger – und diese Abrechnung muss nicht, könnte aber als Bremse gewirkt haben.

Es wäre beispielsweise möglich, dass Optionsverkäufer, die in der Regel zu den großen Adressen zählen, so viele 7.000er Call-Optionen auf den S&P 500 an die Trader verkauft haben, dass sie ein hohes Interesse hatten, diese Optionen nicht zur Abrechnung ins Geld laufen zu lassen, weil das hätte teuer zu stehen kommen können. Ob die 7.000 ein massiver, nicht zu hebender Deckel ist oder eine eher durchlässige Hürde, wird sich daher erst noch herausstellen, zumal es gar nicht unüblich ist, dass die großen US-Indizes eine Zeitlang unter oder an solchen markanten Chartmarken verharren, bevor klar wird, ob die Reise weitergeht oder, was seltener der Fall ist, eine solche „Big Figure“ nicht bezwungen wird und das dann eine Korrektur einläutet.

Richtig ist natürlich, dass die Rahmenbedingungen problematisch sind. Viele US-Konjunkturdaten der vergangenen Tage waren recht gut, aber keineswegs alle. Die Politik im Weißen Haus wird zunehmend aggressiver und unberechenbarer, das wird auch für die Wirtschaft zum Risiko. Und die offene Gerichtsentscheidung über die Zölle sowie das Sägen an der Unabhängigkeit der US-Notenbank sind Damoklesschwerter, die schärfer kaum sein könnten. Aber all das ist nicht erst seit zwei Wochen so und trotzdem hat sich der S&P 500 immer höher gekämpft. Bislang ignorieren viele Anleger diese Risiken. Daher kann es zwar jederzeit sein, dass diese Aspekte schlagartig zurück ins Rampenlicht gelangen, aber es muss nicht. Fazit:

S&P 500: Monats-Chart vom 16.01.2026, Kurs 6.940,01 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
S&P 500: Monats-Chart vom 16.01.2026, Kurs 6.940,01 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS

Dieses Wassertreten des S&P 500 ist noch kein Grund, um mittelfristige Long-Trades glattzustellen und/oder die Seite zu wechseln. Und ob das in Kürze der Fall wäre, ist nicht voraussagbar. Daher wäre es eine sinnvolle Lösung, sich konsequent am Chartbild zu orientieren. Seit Monaten wird der Aufwärtstrend des Index von diesem Dreigestirn aus 20-Tage-, 50-Tage- und 100-Tage-Linie geführt, Letztere bildet aktuell bei 6.742 Punkten das untere Ende dieser mitlaufenden Zone. Sollte diese Zone gebrochen werden, brennt etwas an. Solange das aber nicht der Fall ist, hätte das bullische Lager jederzeit die Chance, kurzfristige Flaute-Phasen wie die derzeitige zu seinen Gunsten nach oben aufzulösen!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

29.12.2025

S&P 500: Schafft er noch die „magische Marke“? — Ronald Gehrt

24.11.2025

S&P 500: Mit einem Bein über dem Abgrund — Ronald Gehrt

17.11.2025

S&P 500: Die 50-Tage-Linie – Sprungbrett oder Achillesferse? — Ronald Gehrt

20.10.2025

S&P 500: Bloß nicht nach unten sehen! — Ronald Gehrt

02.10.2025

S&P 500: Abteilung Attacke — Ronald Gehrt

24.09.2025

S&P 500: Touché — Ronald Gehrt

18.09.2025

S&P 500: Was wäre gewesen, würden morgen die Hexen nicht tanzen? — Ronald Gehrt

01.09.2025

S&P 500: Der „Deckel“ kommt näher … aber stört das jemanden? — Ronald Gehrt

04.08.2025

S&P 500: Diese Daten sind ein Problem – stecken die Bullen das weg? — Ronald Gehrt

21.07.2025

S&P 500: Verdächtig unmotiviert — Ronald Gehrt