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Mit einem Minus von 2,23 Prozent rutschte der DAX deutlich unter das alte, gerade erst überbotene Rekordhoch zurück. Damit sehen wir eine klare Bullenfalle. Aber ist das bereits der Startschuss für einen größeren Abwärtsimpuls? Immerhin ist hier Mr. Trump im Spiel.
Als der US-Präsident heute gegen 10 Uhr unserer Zeit im Rahmen des NATO-Gipfels in Ankara verkündete, dass das Rahmenabkommen nebst Waffenruhe mit dem Iran hiermit beendet sei, rutschten die Aktienmärkte rund um den Globus schlagartig ab, zugleich zog der am Vortag bereits gestiegene Ölpreis kräftig an. Zu diesem Zeitpunkt war die Sache ernst.
Wenige Stunden später, nachdem auch die US-Aktienindizes mit kräftigen Abschlägen in den Handel gegangen waren, sah die Sache aber schon anders aus. Mr. Trump äußerte, er sei sich unsicher, ob man am Ende ein Abkommen mit dem Iran erreichen werde, die Verhandler würden aber weitermachen. Und das alles könne schnell beendet werden, so Mr. Trump, ohne konkret mitzuteilen, was dafür denn nötig sei.
Da Letzteres erst nach dem Handelsende in Deutschland kam, schloss der DAX nahe am Tagestief, machte nachbörslich aber Boden gut. Nicht allzu viel, nicht allzu dynamisch, aber doch so, dass man ahnen konnte, dass da einige Akteure hoffen, dass es wieder zu „TACO“ kommt, dazu, dass Donald Trump erst martialisch droht, dann aber doch wenig bis gar nichts von dem wirklich umsetzt, was er angekündigt hat. Haben diese abendlichen Käufer Recht?
Expertenmeinung: Wie wollte man das abschätzen? Schließlich haben die mittlerweile anderthalb Jahre von Mr. Trumps zweiter Amtszeit sehr deutlich gemacht, dass bei ihm nichts sicher ist. Weder seine Meinungen noch seine Entscheidungen lassen sich in Stein meißeln. Heute könnte er die im Zuge seiner gestrigen Drohungen wieder in Kraft gesetzten Sanktionen gegen iranisches Öl wieder aufheben … oder nächste Woche … oder nie, man weiß es nicht. Also?
Also bleibt nur, den DAX anhand dessen einzuschätzen, was passiert ist und was sich vom Chartbild her an relevanten Ankerpunkten zeigt. Denn am Ende ist, wenn man an der Börse agiert, nur entscheidend, was konkret passiert, und weniger, ob solche Kursbewegungen rational unterfüttert sind, emotional befeuert wurden oder vor allem chart- und markttechnisch motiviert sind. Und da mag der DAX jetzt zwar eine Bullenfalle aufs Parkett gelegt haben. Aber in Bezug auf die Frage, was daraus wird, stehen die charttechnischen Schlüsselzonen deutlich klarer im Raum als die kommenden Entwicklungen im Weißen Haus.
Die Sache hatte für den DAX schon vorher ziemlich wacklig ausgesehen. Denn dem Ausbruch über diese Widerstandszone bei 25.406 zu 25.508 Punkten folgten zwei Tage ohne taugliche Anschlusskäufe. Die dadurch entstandenen Dojis ließen bereits Ungemach fürchten. Am Dienstag sackte der DAX dann in diese Zone zurück, am Mittwoch fiel er deutlich darunter. Das ist negativ, aber:

Solange der deutsche Leitindex den Doppel-Support aus April-Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie im Bereich von 24.300 Punkten nicht signifikant und auf Schlusskursbasis unterschreitet, ist daraus zwar ein Rückschlag für die Bullen entstanden, aber noch kein bärisches Signal. Die Käuferseite hätte es also in der Hand: Gelingt der Rebreak über 25.406/25.508 Punkte, könnte man diese zwei schwachen Tage noch als „Ausrutscher“ einstufen. Doch wenn das ausgebügelt werden soll, muss das schnell gelingen.
Das, was Donald Trump sagt und tut, ist oft börsenrelevant, keine Frage. Aber es verbreitet vor allem Verunsicherung. Daher wäre es allemal einen Gedanken wert, sich von dem, was da aus Washington kommt, innerlich so gut es geht abzukoppeln und konsequent dem Trend der Kurse zu folgen. Welcher beim DAX, trotz Rücksetzer unter das alte Hoch, noch aufwärts weist. Die Bullen haben also eine zweite Chance. Ob sie die auch nutzen, wird sich vermutlich sehr bald herausstellen.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.07.2026 um 21:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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