CTS Eventim erlebt derzeit turbulente Zeiten. Handelt es sich nur um eine kurze Delle, oder ist der langfristige Erfolg in Gefahr?
Marktführer mit klarer Strategie
CTS Eventim gehört zu den führenden Unternehmen im Ticketing- und Live-Entertainment-Geschäft. Das Geschäftsmodell basiert auf zwei Säulen: Erstens Ticketverkauf, bei dem Eventim über Online-Portale, Callcenter und Vorverkaufsstellen Eintrittskarten für Konzerte, Theater, Sport- und Kulturveranstaltungen vertreibt.
Zweitens Live-Entertainment, also die Planung, Organisation und Durchführung von Konzerten, Festivals und Tourneen sowie der Betrieb von Veranstaltungsstätten.
Das Unternehmen ist in mehr als 25 Ländern aktiv und vermarktet jährlich über 300 Millionen Tickets. Mit dieser Reichweite gehört CTS Eventim zu den Marktführern in Europa.
Strategisch setzt CTS Eventim weiter auf Expansion. Der Zukauf von See Tickets sowie von Vivendis Festival- und Ticketing-Aktivitäten untermauert den Anspruch, die internationale Marktposition auszubauen.
Gleichzeitig investiert das Unternehmen in die Modernisierung seiner Infrastruktur, um Skaleneffekte besser zu nutzen und die Margen nachhaltig zu stärken.
Expansion und Akquisition
Trotz der Größe und Marktposition sieht sich CTS Eventim auch Risiken ausgesetzt. So belasten Integrationskosten neuer Akquisitionen und wirtschaftliche Volatilität das Ergebnis, insbesondere im Live-Entertainment-Bereich. Darüber hinaus wird die starke Marktposition immer wieder kritisch gesehen – insbesondere im Hinblick auf Wettbewerb und Ticketpreise.
Die Geschäftszahlen belegen den Erfolg dieser Strategie. In den vergangenen zehn Jahren stieg der Umsatz von 834 Millionen auf 2,81 Milliarden Euro, obwohl die Geschäftsjahre 2020 und 2021 von massiven Einschränkungen geprägt waren.
Der Gewinn ist im gleichen Zeitraum von 0,93 Euro auf 3,32 Euro je Aktie gestiegen.
Besonders bemerkenswert ist die schnelle Erholung in der Krise. Bereits 2021, als der Umsatz bei weniger als einem Drittel des Vorkrisenniveaus lag, gelang dem Unternehmen die Rückkehr in die Gewinnzone.
Resilienz
Noch erstaunlicher ist jedoch, dass sich der Gewinn bereits 2022 ein neues Rekordhoch erreicht hat und in welchem Ausmaß die vorherigen Rekorde von 2019 übertroffen wurden.
Der Gewinn lag 2022 bei 2,12 Euro je Aktie, im Vergleich zu 1,38 Euro je Aktie im Geschäftsjahr 2019.
Seitdem hat sich die Erfolgsgeschichte fortgesetzt. Im laufenden Geschäftsjahr wird ein Ergebnis von 3,22 Euro je Aktie erwartet. Die Richtung ist eindeutig, auch wenn es zeitweise zu Herausforderungen kommt.
Der Halbjahresbericht kam an der Börse beispielsweise nicht gut an. Der Umsatz konnte in den ersten sechs Monaten zwar um 7,6 % auf 1,29 Mrd. Euro gesteigert werden, der Gewinn war jedoch von 1,30 auf 0,93 Euro je Aktie rückläufig.
Nur eine kurze Delle?
Das war vor allem auf den hohen Kostendruck im Segment Live Entertainment sowie temporäre Integrationseffekte der jüngsten Akquisitionen (See Tickets, U-Live und France Billet) zurückzuführen.
Das Bestandgeschäft verzeichnete jedoch weiterhin organisches Wachstum; die Profitabilität im wichtigen Ticketing-Geschäft konnte gesteigert werden.
Darüber hinaus erwartet Eventim im Zuge der Übernahmen spürbare Synergien und zusätzliche Impulse für die Ergebnismarge.
Als kritischer Beobachter kann man das als Floskel abtun. Da CTS Eventim im Laufe der Jahre jedoch bereits etliche Übernahmen durchgeführt hat, ist die Integration neuer Töchter für den Konzern nicht neu – es ist vielmehr Teil der strategischen Ausrichtung.
An der Börse fiel die Reaktion gewohnt panisch aus. Innerhalb kurzer Zeit sackte der Kurs von über 100 auf etwa 75 Euro ab.
Der Blick nach vorn
Das dritte Quartal hat wenig überraschend gezeigt, dass die Lage doch nicht so dramatisch ist, wie der Kursverlauf es suggerieren würde.
In Q3 konnte der Umsatz um 4 % auf 854,2 Mio. Euro gesteigert werden und das Ergebnis um 5 % auf 0,62 Euro je Aktie.
Da die kurzfristigen Belastungen verdaut sind, geht es mit dem Ergebnis wieder aufwärts. Schwerwiegende operative Probleme hat das Unternehmen ohnehin nicht.
Jetzt kommt es maßgeblich auf das wichtige Schlussquartal an, in dem das Unternehmen in der Regel fast die Hälfte des Gewinns erzielt. In diesem Jahr dürfte der Anteil aufgrund des schwachen zweiten Quartals sogar noch höher sein.
Mit etwas Glück könnte Eventim in diesem Jahr ein Rekordergebnis einfahren. Die derzeitigen Konsensschätzungen sehen einen leichten Rückgang um 3 % auf 3,20 Euro je Aktie vor.
Diese leichte Delle beim Ergebnis, die nur in geringem Umfang operativ bedingt ist, hat zu Kursverlusten von mehr als 25 % geführt.
Eventim wird derzeit mit einem KGVe von 26,1 bewertet. Da Eventim im kommenden Jahr wieder vollends in die Erfolgsspur zurückkehren soll und der Gewinn voraussichtlich um 16 % auf 3,72 Euro je Aktie steigen wird, würde das KGV auf 22,4 sinken. Demnach liegt das KGV aktuell auf einem Niveau wie an den Tiefs von 2022 und 2023.

Aus technischer Sicht mehren sich die positiven Zeichen ebenfalls. Die Aktie hat in der Unterstützungszone zwischen 80 und 75 Euro einen vorläufigen Boden ausgebildet. Der langfristige Aufwärtstrend hat gehalten.
Gelingt jetzt ein nachhaltiger Ausbruch über 85 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 87 – 90 Euro. Darüber wäre der Weg bis 94 oder 100 Euro frei.
Für antizyklische Anleger könnten Rücksetzer in die Nähe von 80 Euro interessant sein.
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