Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Der Silberpreis hat jetzt nahezu alle Kursgewinne, die in der zweiten, dynamischeren Hausse-Welle aufgelaufen sind, wieder verloren und nähert sich einer markanten Unterstützung, die für viele ein Kursziel sein könnte. Was könnte das bärische Lager jetzt tun?
Erfahrungsgemäß neigen Anleger dazu, den Bären insofern Genügsamkeit zu unterstellen, als sie hoffen, dass das Erreichen eines abwärts gerichteten Kursziels dazu führt, dass diese Short-Seller ihre Positionen schließen, damit sie aus dem Weg sind und der Kurs nach oben drehen kann. Auffällig ist, dass man das bei den Bullen nicht erwartet. Da ist die allgemeine „Denke“, dass das Erreichen eines Kursziels nur die Etappe zum nächsthöheren ist. Der vermutliche Grund: Die große Mehrheit der Marktteilnehmer ist immer nur auf der Long-Seite unterwegs und neigt daher dazu, die Alternativen, die sich an bestimmten Punkten bieten, in Richtung der eigenen, stets nach oben gerichteten Hoffnungen auszulegen. Was im Fall von Silber hieße, dass man so denken könnte:
„Das markante Hoch vom Oktober 2025 bei 54,25 US-Dollar ist nahezu erreicht. Hier werden die Short-Seller ihren Gewinn einstreichen und idealerweise ins Bullen-Lager wechseln. Immerhin hat Silber ja schon als mehr genug korrigiert.“
Es würde mich nicht überraschen, wenn genau diese Erwartung bei vielen derzeit vorherrscht, vor allem bei denen, die mangels Stoppkursen massiv in die Verlustzone gerissen wurden. Aber wie heißt es doch in Bezug auf die Börse? Alles kann, nichts muss. Auch die Bären müssen hier nicht die Segel streichen, vor allem, wenn man sich das Chartbild ansieht.
Expertenmeinung: Das Bären-Lager hat den Trend im Rücken, die Käuferseite jedoch eine immense Phalanx an Widerständen vor der Brust. Da ist klar, wer momentan den leichteren Weg hat. Und die Frage ist: Was spräche argumentativ dafür, dass Silber den nächsten Hausseschub lostritt, einen, der all diese Charthürden bezwingt? Dass das Edelmetall einen Ausbruchsversuch nach oben zu Beginn des Iran-Kriegs aufgeben musste und damit als „sicherer Hafen“ nicht funktionierte, danach aber auch nicht als „normales Asset“ mit den anziehenden Aktienmärkten mitlief, stellt potenzielle Long-Trader vor die Frage:
Welche Argumente hätte ich denn, um erwarten zu können, dass hier viel vorangeht? Kann man da nicht allzu viel finden, geht das vermutlich anderen auch so. Was dazu führen kann, dass man mit einem Switch auf Long, nur, weil ein Kursziel erreicht ist, womöglich ziemlich allein auf weiter Flur stünde. Und erfahrene Trader denken sich solche Szenarien eben durch, was hieße: Es kann gut sein, dass die Hoffnung, dass der Abstieg des Silberpreises vorbei ist, auch genau das bleibt: eine Hoffnung.

Der Blick auf den Chart zeigt, dass Silber jetzt sehr nahe an diesem Support aus dem Herbst 2025 bei 54,25 US-Dollar dran ist. Darunter wäre die nächste denkbare Zielmarke das Oktober-Verlaufstief vom Vorjahr bei 45,55 US-Dollar. Und was bekommen die Bullen für einen Ausblick? Dass ihr Weg der eindeutig steinigere wäre. Eine Gegenreaktion nach oben kann natürlich jederzeit kommen, immerhin ist der Silberpreis mittlerweile seitens markttechnischer Indikatoren überverkauft, aber:
Um daraus eine Aufwärtswende zu machen, müsste man sich durch zahlreiche potenzielle Bremsmarken hindurchkämpfen. Erst, wenn Silber mit Schlusskursen über 76 US-Dollar auch die mittelfristige Abwärtstrendlinie überwunden hätte, wäre ein echtes, bullisches Signal gegeben. Was bedeutet: Es wäre keine Überraschung, wenn die Bären auch beim punktgenauen Erreichen dieser Supportlinie bei 54,25 US-Dollar Bären bleiben würden!
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.06.2026 um 21:39 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Sie möchten ein Depot für Ihre GmbH, AG oder UG eröffnen und Betriebsvermögen in Wertpapieren anlegen? Informieren Sie sich jetzt über unser Wertpapierdepot für Geschäftskunden: Mehr zum Firmendepot über LYNX





