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XAGUSD Prognose Silber: Wieso steigt der Kurs in diesem Umfeld nicht?

News: Aktuelle Silber Analyse des London Silber Spot

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des London Silber Spot

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.03.2026 um 22:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Versuch, sich nach oben zu lösen, wurde bei Silber Anfang letzter Woche jäh beendet. Dass ein vermeintlich „sicherer Hafen“ mit Abschlägen auf eine geopolitische Eskalation reagierte, mag manche irritiert haben – aber eine neue Ausgangslage entsteht dadurch nicht.

Als heute vor einer Woche die erste Gelegenheit entstand, auf den Angriff auf den Iran und die daraufhin umgehend deutlich steigenden Ölpreise zu reagieren, startete der Silberpreis zwar mit einem immensen Satz nach oben, traf dann aber schnell auf Abgabedruck. Die Folge: Silber schloss nach einem zeitweiligen Anstieg von bis zu 13,5 Prozent am Ende des Montagshandels 4,8 Prozent in der Verlustzone und gab am Dienstag weiter Boden preis.

Silberpreis: Chart vom 06.03.2026, Kurs 84,17 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Online Broker LYNX
Silberpreis: Chart vom 06.03.2026, Kurs 84,17 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS

Dadurch rutschte das Edelmetall wieder in die die Hausse seit Monaten führende Zone der gleitenden Durchschnitte der letzten 10, 20, 50 und 100 Handelstage, die sich am Freitag zwischen 73 und 87 US-Dollar bewegte. Aber der Kurs fiel nicht darunter. Am Freitag startete Silber nach zwei Tagen, in denen man eine Stabilisierung versuchte, zwar mit einer Abwärts-Kurslücke, zum Wochenschluss gelang es aber, die Tendenz zu drehen. Damit bleibt der Kurs am oberen Ende dieser Supportzone. Was nicht automatisch bedeutet, dass jetzt die nächste Kaufwelle folgen muss. Aber der Weg dahin bleibt erst einmal weiter gangbar, zumal:

Expertenmeinung: Dass der Silberpreis durch diese Eskalation im Nahen Osten nicht rasant stieg, sondern initiale Gewinne abverkauft wurden, ist kein Beleg dafür, dass man die Edelmetalle auf einmal nicht mehr als potenzielles „Ausweich-Asset“ im Fall wankender Aktienmärkte und einer kritischer werdenden geopolitischen Lage ansehen würde. In Phasen negativer Überraschungen und steigender Volatilität neigen große Adressen dazu, ihre Barreserve sicherheitshalber in allen Bereichen hochzufahren und dann, wenn sich die Lage klarer einordnen lässt, zu entscheiden, wo man wieder zurückkauft oder seine Kapitalexposition womöglich sogar erhöht.

Was die Unterseite angeht, sind zwei Linien entscheidend: Zum einen die bislang noch nicht getestete 100-Tage-Linie bei 73 US-Dollar. Sollte Silber diese Linie brechen, wäre die Long-Seite umgehend ein unkalkulierbares Risiko. Zum anderen das Anfang Februar ausgebildete Tief bei 64 US-Dollar. Ein Schlusskurs unterhalb dieses Supports würde sogar ein aktiv bärisches Signal aussenden. Aber solange sich der Kurs im Bereich der kürzeren, gleitenden Durchschnitte der letzten 10, 20 und 50 Tage halten kann, wie es bislang der Fall ist, wäre die Oberseite der unverändert leichtere Weg, nur:

Durch dieses kurzfristige Hoch des vergangenen Montags bei 106,54 US-Dollar liegt dort jetzt ein potenzieller Widerstand. Die gesamte „Selloff-Zone“ des vergangenen Montags bis hinunter in die Region um 89 US-Dollar ist damit schwieriges Terrain. Ein Bereich, in dem die Neigung, erneut in steigende Kurse hinein zu verkaufen, je nach Entwicklung der Nachrichtenlage vorerst erhöht bleiben könnte, daher:

Die Leiter für den Weg nach oben ist noch vorhanden, aber ihre Sprossen sind, zumindest im Moment, ein wenig brüchig. Da bleibt also Vorsicht geboten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.02.2026 um 22:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

In den vergangenen Tagen hat die Volatilität im Silberpreis etwas abgenommen. Für Optimisten mag das der Beweis für eine Stabilisierung sein, der im Idealfall in Kürze ein neuer, großer Hausse-Impuls folgt. Aber ist das wirklich die wahrscheinlichste Variante?

Momentan wäre sie das nicht. Dass sich der Silberpreis in kurzer Zeit nahezu halbiert hat, wirkt zwar, als würde man jetzt „billig“ einsteigen können. Aber sieht man sich das längerfristige Bild auf Wochenbasis an, wird schnell deutlich: Alleine bis zur 200-Tage-Linie, die keineswegs ein ungewöhnliches Ziel einer größeren Korrektur nach einer Überhitzungsphase wäre, wäre der Weg noch weit, die verläuft momentan bei knapp 58 US-Dollar. Und die mittelfristige Aufwärtstrendlinie, die ihren Ursprung im Frühjahr 2020 hat, würde sogar erst bei 26 US-Dollar erreicht.

Silberpreis: Wochenchart vom 17.02.2026, Kurs 73,45 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Silberpreis: Wochenchart vom 17.02.2026, Kurs 73,45 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Dass das Edelmetall derart weit abrutscht, ist zwar unwahrscheinlich. Aber es einfach auszuschließen, wäre unklug, immerhin hat auch die vorherige Kaufwelle jeden Rahmen des Erwartbaren locker gesprengt. Silber könnte sich jederzeit fangen, keine Frage. Aber da kann man weder mit Bewertungsmodellen noch mit den Rahmenbedingungen argumentieren, nichts davon hat bei einem Edelmetall entscheidendes Gewicht. Entscheidend ist nur eines:

Expertenmeinung: Überwiegen die Bären oder die Bullen an den Punkten, auf die es für Trader ankommt? Und da ist von einer sich etablierenden Dominanz des bullischen Lagers noch nichts zu sehen. Was alleine deswegen nicht wirklich überrascht, weil die Extrem-Hausse zuvor sehr viele kurzfristige Trader in den Silber-Markt gezogen hat, die nicht nur konsequent anhand chart- und markttechnischer Aspekte vorgehen, sondern auch keinerlei Problem damit haben, ihre Trading-Richtung von Long auf Short zu drehen, wenn das Chartbild das zulässt. Und das tut es.

Wir sehen, dass Silber die beiden gleitenden Durchschnitte der letzten 10 und 20 Handelstage, die der Hausse als Leitschnur dienten, widerstandslos durchschlagen hatte, auf Höhe der 50-Tage-Linie kurz verharrte, dann aber bis auf die 100-Tage-Linie durchgereicht wurde, die am vorvergangenen Freitag mit Ach und Krach zum Handelsende verteidigt wurde. An diesem Tag bildete sich das bisherige Korrektur-Tief bei 64,07 US-Dollar aus. Danach zog der Kurs zwar wieder an. Aber dabei gelang nichts, das man bereits als bullisch werten könnte, im Gegenteil:

Silberpreis: Tageschart vom 17.02.2026, Kurs 73,45 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Silberpreis: Tageschart vom 17.02.2026, Kurs 73,45 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS

Silber scheiterte kurz vor und dann auch kurz nach dem bisherigen Korrektur-Tief am Versuch, die 10- und 20-Tage-Linien zurückzuerobern und rutscht seither, wenngleich mit einem geringeren Abgabedruck als zuvor, erneut auf diese 100-Tage-Linie zu. Das deutet an, dass die Bären hier derzeit sehr klar dominieren. Solange es nicht gelingt, alle vier im Tageschart gezeigten gleitenden Durchschnitte der letzten 10, 20, 50 und 100 Tage klar unter sich zu lassen, ist hier keinerlei Entwarnung angebracht. Silber könnte bis dahin jederzeit das bisherige Verlaufstief testen und unterbieten, daher: Vorsicht mit der Idee, man könnte hier gerade ein „Schnäppchen“ vor sich haben.

Aussicht: neutral

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.02.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass ein extremer Kursanstieg auch eine nicht minder extreme Korrektur nach sich ziehen könnte, ist kein Geheimnis. Aber meist gelingt es dann, den Kurs zeitnah zu stabilisieren und einen Boden auszubilden. Genau das aber droht bei Silber gerade zu scheitern.

Gold und Silber sind nicht mit Kategorien einzuordnen wie beispielsweise Aktien, wo man anhand von Messgrößen wie KGV, KUV oder KCV einen Bereich ermitteln kann, in dem eine Aktie in etwa fair bewertet wäre. Es gibt bei Silber kein objektives „zu teuer“. Das half, diese Hausse immer extremer werden zu lassen, denn die Trader wussten: Silber ist immer genau das wert, was der letzte Käufer gerade dafür zu bezahlen bereit war. Die Sache hat allerdings einen Haken:

Das gilt auch andersherum. Es gibt kein objektives „zu billig“, kein Kursniveau, auf dem man sich sagen könnte, dass der Silberpreis vielleicht eine Zeitlang darunter rutschen, aber eher über kurz als über lang dorthin zurückkehren und weiter zulegen müsste. Und wenn man sich im Chartbild ansieht, dass der Kurs trotz der extremen Schärfe der Korrektur am bisherigen Tief gerade einmal auf den Level vom Jahresanfang zurückgefallen ist, könnte man ohnehin konstatieren:

Silber: Chart vom 05.02.2026, Kurs 73,62 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Silber: Chart vom 05.02.2026, Kurs 73,62 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS

Eigentlich könnte es auch noch tiefer gehen, ohne dass der Kurs zwingend aufgefangen werden müsste. Vor allem nicht, wenn es gelingt, die Angst unter den Bullen am Kochen zu halten. Und es scheint, dass einige Trader genau das im Sinn haben.

Expertenmeinung: Das Chartbild deutet an, dass das bullische Lager die Kontrolle zu verlieren beginnt. Ein weiterer schwacher Tag heute könnte eine erneute, wilde Flucht aus dem Silberpreis auslösen. Die Frage ist, ob die mit dem Rücken zur Wand stehenden Bullen das verhindern können. Denn dass die Short-Seller genau das gerade provozieren, ist nicht zu übersehen.

Sie sehen, dass Silber zwar innerhalb der die Hausse wie Leitstrahlen führenden Zone der gleitenden Durchschnittslinien der letzten 10, 20, 50 und 100 Handelstage am vergangenen Freitag sowie am Montag aufgefangen werden konnte. Aber der Gegenangriff der Käuferseite wurde abgefangen, bevor Silber aus der Zone dieser gleitenden Durchschnitte hätte nach oben hinauslaufen und damit wieder Wasser unter den Kiel bekommen können. Dabei fällt auf, dass das Abdrehen des Kurses nach unten genau auf Höhe der 20-Tage-Linie geschah, an der die Gegenbewegung am Tag zuvor hängengeblieben war. Das deutet gezielte Verkäufe an, kein reines Ermüden der Bullen. Und jetzt kommt es zum Schwur:

Der Silberpreis hat mit dem gestrigen Minus von um die 16 Prozent fast das bisherige Korrektur-Verlaufstief bei 71,35 US-Dollar erreicht … und die unterste der vier gleitenden Durchschnittslinien, die 100-Tage-Linie, bei aktuell 67,75 US-Dollar. Auffällig ist, dass die in blau gehaltene 50-Tage-Linie dabei gestern, im Gegensatz zum Abwärtsruck zuvor, auch auf Schlusskursbasis unterboten wurde: kein allzu gutes Omen. Sollte Silber unter diesen beiden jetzt im Feuer stehenden Supportlinien schließen, wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht erst einmal frei. Das versuchen die Bären offenbar zu erreichen. Und ich würde hier und jetzt lieber keine Wette darauf riskieren, dass sie scheitern.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.01.2026 um 22:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Gold fehlten am Freitag nur zehn US-Dollar zur „magischen Marke“ von 5.000 US-Dollar … aber Silber hat seine runde Marke jetzt erreicht und überboten: Mit über 100 US-Dollar ging das Edelmetall zu einem Preis ins Wochenende, der unglaublich wirkt … und hochriskant ist.

An eine steigende Trendintensität gewöhnt man sich als Anleger schnell. Vor allem, wenn der Trend in die für einen selbst richtige Richtung weist. Aber je extremer sich Kurse bewegen, desto höher ist die Gefahr, dass dieses hohe Momentum auch mal in die Gegenrichtung wirkt, indem der Aufwärtstrend schlagartig und unverhofft in einen markanten Kurseinbruch übergeht, sich also ein sogenannter „Sudden Death“ ereignet. Und bei Silber ist dieses Risiko ganz außergewöhnlich hoch.

Ein Argument für diese immer mehr an Dynamik gewinnende Super-Hausse, die den Kurs binnen fünf Monaten um über 150 Prozent nach oben katapultiert hat, ist die Vermutung, dass die Unmenge an Derivaten, die für Silber auf der Long-Seite existiert, womöglich gar nicht mehr komplett durch körperliches Silber abgedeckt sein könnte. Was hieße, dass in dem Moment, in dem zu viele ihre Derivate in echtes Silber eintauschen wollen, ein derartiger Engpass entstehen könnte, dass der Kurs nach oben keine Limits hat. Aber:

Expertenmeinung: Zum einen weiß man nicht sicher, wie sich die Relation von Derivaten zu verfügbarem Silber wirklich darstellt. Zum anderen spielt man mit dieser Kursexplosion ja bereits dieses Szenario, ohne dass es – zumindest vermutlich – bereits greift.

Silber: Monats-Chart vom 23.01.2026, Kurs 102,70 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Silber: Monats-Chart vom 23.01.2026, Kurs 102,70 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS

Und wenn man sich im Chart auf Monatsbasis ansieht, wie extrem überkauft der Silberpreis sogar auf dieser langfristigen Zeitebene ist (einen RSI-Indikator bei 94,2 – bei einer Range von 0 bis 100 – gab es bei Silber noch nie), muss man einfach einkalkulieren, dass das, was den Kurs jetzt so extrem treibt, auch jederzeit in die Gegenrichtung eintreten kann: ein extremes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage am Rohstoffmarkt.

Denn Silber ist seit dem letzten Kurs an Silvester bereits 43 Prozent gestiegen … und der Januar ist ja noch nicht einmal zu Ende. Noch scheint die Nachfrage nach Long-Positionen extrem zu sein, sicherlich auch, weil die bärische Seite ein ums andere Mal überrollt wird, eindecken muss und den Kurs dadurch noch höher treibt. Außerdem könnte diese Faszination der runden Marke von 100 US-Dollar den Preis zusätzlich befeuert haben, aber:

Silber ist nicht nur markttechnisch dramatisch heiß gelaufen, sondern bewegt sich zudem, wie bei solchen Exzessen zu erwarten, fernab von tauglichen Supportlinien, an denen man eine Stop Loss-Absicherung festmachen könnte. Das damalige Rekordhoch von Ende Dezember liegt bei 84,10 US-Dollar, das ist eine von oben gerechnete Distanz von 18 Prozent. Die schnellste der die Hausse führenden, gleitenden Durchschnittslinien, die 10-Tage-Linie, lag am Freitagabend bei knapp 93 US-Dollar und damit 9,4 Prozent entfernt. Die deutlich solidere 20-Tage-Linie ist gerade erst bei knapp 86 US-Dollar angekommen, eine Distanz von 16,3 Prozent zum Freitags-Schlusskurs.

Das ist eine Gemengelage, in der bereits eine nur kurzfristige Phase, in der die Kauforders zurückgehen und eine große Adresse zugleich eine größere Position anbietet, für einen „Sudden Death“ ausreichen könnte … weil ja so ziemlich jeder weiß, wie riskant das Spiel jetzt geworden ist, und daher auf jede Irritation eher hektisch als besonnen reagiert. Vorsicht also, hier sollte man, wenn, dann nur bestehende Positionen halten, lieber zu eng als zu weit absichern, die Kapitalexposition ggf. zurückfahren und vor allem nicht in einen solchen Exzess hinein glauben, dass jetzt ein guter Moment wäre, um erst noch neu Long zu gehen!

Silber: Tages-Chart vom 23.01.2026, Kurs 102,70 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Silber: Tages-Chart vom 23.01.2026, Kurs 102,70 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.01.2026 um 22:09 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Montag markierte der Silberpreis schon wieder einen neuen Verlaufsrekord. Gegenüber dem Schlusskurs 2025 hat das Edelmetall in diesen wenigen Tagen des neuen Jahres in der Spitze schon wieder fast 20 Prozent zugelegt. Trotzdem ist das keine Blase … oder doch?

Eigentlich verbindet man mit einer „Blase“ eine Übertreibung, die beinhaltet, dass eine Aktie, ein Index, eine Währung oder auch ein Rohstoff weit teurer gehandelt wird, als der realistische Wert das erwarten ließe. Und da es für Gold und Silber keinen klar errechenbaren „fairen“ Wert geben kann, weil hier keine Messgrößen wie KGV, KUV oder KCV anwendbar sind, könnte man einfach sagen: Wir sehen hier keine Blase, weil Silber nie „zu teuer“ sein kann.

Aus dieser Warte heraus hätte man damit zwar recht. Aber „Blase“ kann sich durchaus auch auf das Kursverhalten an sich beziehen. Und ja, dann hätten wir hier eine Spekulationsblase, die, rein vom Chartbild, sehr an die Endphase der Internet-Blase im Jahr 2000 erinnert:

Silber: Chart vom 12.01.2026, Kurs 85,03 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Online Broker LYNX
Silber: Chart vom 12.01.2026, Kurs 85,03 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Schon nach dem Ausbruch über das bei 54,49 US-Dollar gelegene Oktober-Hoch Ende November waren die täglichen Handelsspannen des Silberpreises sukzessiv größer geworden. Aber seit Weihnachten sehen wir hier mehrheitlich Tages-Spannen von fünf bis zehn Prozent. Zugleich ist aus dem „straighten“ Anstieg bis Weihnachten ein immens hektisches Auf und Ab geworden, wobei auffällt, dass es seit Ende November nur ein einziges Mal den Fall gab, dass zwei Tage nacheinander auf Schlusskursbasis ein Minus aufwiesen.

Das deutet an, dass hier immer mehr kurzfristige Trader aktiv werden, die von der immensen Dynamik dieser Kursbewegung angelockt werden. Hier, so scheint es, kann man in kürzester Zeit immens viel verdienen, vor allem, wenn man nicht im Silber selbst tradet, sondern mit Derivaten. Und man darf befürchten, dass der Umkehrschluss, dass man in einem solchen Hexenkessel auch in kürzester Zeit immens viel verlieren könnte, nicht vollzogen wird. Zumindest war das in allen „Blasen-Phasen“ früherer Jahre und in egal welchem Asset so.

Und damit wird die Sache für „normale“ Anleger, die nicht zocken, sondern vernünftig einem lukrativen Trend folgen wollen, problematisch. Das Risiko plötzlicher, sehr weitreichender Kursimpulse in beide Richtungen, bei denen es sich unmöglich abschätzen lässt, wie lange sie dauern und wie weit sie reichen, ist in einem Umfeld wie diesem hoch. Dass die Rohstoff-Terminbörse COMEX Ende Dezember zweimal die Höhe der Sicherheitsleistungen für Silber-Derivate (Margin) nach oben genommen hat und die Volatilität seither keinen Deut geringer wurde, zeigt dabei: Hier geht es gerade extrem zu.

Wer hier mit dabei sein will, sollte daher nicht nur gute Nerven mitbringen, sondern auch die nötige Ruhe, die man nur durch Erfahrung gewinnt. Zudem müsste man absolut konsequent in Bezug auf Money-Management und Absicherungen sein. Aber heißt das, dass die Luft nach oben dünn ist und der große Knall unmittelbar bevorsteht?

Das kann so sein, muss es aber nie. Das ist eben die Crux bei Spekulationsblasen: Die Sichtweite beträgt, nüchtern betrachtet, glattweg null. Wir sehen im obigen Chart, dass sich der Silberpreis derzeit an der 10-Tage-Linie und damit an einem ungewöhnlich kurzfristigen gleitenden Durchschnitt nach oben hangelt. Den könnte man daher als „Leitstrahl“ sehen, die darunter verlaufende 20-Tage-Linie als „Sprungtuch“. Aber darauf verlassen kann man sich in einem solch hochkochenden Markt nicht, daher:

Silber ist, wenngleich sicherlich nicht auf alle Zeit, derzeit kein „sicherer Hafen“ für eher konservative Investoren, sondern eine Spielwiese kurzfristiger Trader, die, so muss man annehmen, nicht alle das nötige Rüstzeug eines guten Traders mitbringen. Hier ist Vorsicht geboten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.