Die Anleihekurse sind ins Rutschen geraten, der US-Dollar beginnt zu wackeln … Anleger fragen sich: Wo könnte mein Kapital einen „sicheren Hafen“ finden? Zuletzt lautete die Antwort offenbar: in den Edelmetallen. Und dadurch könnte Silber gerade zum großen Sprung ansetzen.
Es ist ein klassisches Szenario: An den Börsen wird man unruhig. Das Umfeld weist Probleme auf, die nicht gelöst werden, sondern zahlreicher werden. Und der US-Markt ist gerade dabei, das über Jahrzehnte aufgebaute Vertrauen, die lange Jahre unterstellte, bedingungslose Sicherheit des Kapitals bei Anlagen in US-Staatsanleihen, zu verspielen. Doch unmittelbare Alternativen, die die immensen Summen derer aufnehmen könnten, die mehr und mehr zweifeln, gibt es nicht, dazu ist dieser US-Anleihemarkt einfach zu gewaltig. Aber genau das bietet Chancen, was die Edelmetalle angeht, denn:
Selbst wenn nur ein kleiner Bruchteil des Geldes, das aus US-Staatsanleihen abfließt, seinen Weg in die Edelmetalle finden würde, könnte das diesen im Vergleich zu den US-T-Bonds engen Markt deutlich befeuern. Und gerade weil dieser Markt so eng ist, wissen vor allem die großen Investoren, dass man entweder sehr früh bei einem bullischen Signal im Zug sitzen muss oder, gerade im volatilen Silber, Gefahr läuft, als Letzter derjenige zu sein, der von den Hunden gebissen wird. Kommt es also zu einem entsprechenden Signal, könnte es, bildlich gesprochen, zugehen wie früher, als beim Sommerschlussverkauf die Kaufhaustüren aufgeschlossen wurden. Und viel würde für ein solches Signal derzeit nicht mehr fehlen.
Expertenmeinung: Was im Silber-Chart auffällt, ist die perfekte Vorarbeit, die zu dieser aktuell für die Bullen so hoch spannenden Konstellation geführt hat. Im Zuge des dramatischen Abverkaufs, der den Großteil der Super-Hausse eliminierte, die Silber bis Ende Januar auf fast 122 US-Dollar pro Feinunze geführt hatte, hätten vermutlich viele auf eine dynamische Aufwärtswende keinen Pfifferling gegeben. Doch die Basis dafür wäre jetzt vorhanden:
Der Kurs drehte genau auf Höhe einer äußerst wichtigen Support-Linie bei 54,25/54,40 US-Dollar nach oben, zwei Widerständen, die entstanden waren, bevor die Hausse so richtig losging. Von dort aus lief der Silberpreis in die Zone der gleitenden Durchschnitte der letzten 10, 20, 50 und 100 Börsentage … und blieb erst einmal hängen.
Von dort aus hätte der Kurs nach unten abdrehen und in einem zweiten Anlauf den Bereich 54,25/54,40 US-Dollar durchbrechen können, aber es kam anders: Silber ließ in den vergangenen Tagen, im Zuge der abrutschenden US-Anleihekurse, all diese gleitenden Durchschnitte unter sich. Doch eine Linie, die aus mittelfristiger Perspektive wichtigste, fehlt noch: die 200-Tage-Linie. Und genau die haben die Käufer jetzt ins Visier genommen.
Sie sehen im Chart, dass der Kurs mittlerweile in Schlagdistanz zur Widerstandszone 70,86 bis 71,57 US-Dollar gelangt ist, knapp darüber, bei aktuell 72,03 US-Dollar, verläuft die 200-Tage-Linie. Ein Ausbruch über diesen Widerstandsbereich würde aus charttechnischer Sicht erst einmal „freie Bahn“ bedeuten, denn die nächsten, markanteren Charthürden würden dann erst bei knapp 90 US-Dollar auftauchen.
Silber muss diesen Ausbruch nicht schaffen, ob das gelingt, könnte ganz entscheidend davon abhängen, was in den kommenden Stunden und Tagen aus Washington zum Thema Iran kommt. Aber falls der Kurs über diese Hürden läuft, könnte es gut sein, dass sich viele große Adressen, die momentan noch zögern, sagen: Wer zuerst kommt, bekommt noch die besten Kurse. Das sollte man im Auge behalten!

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.08.2026 um 22:06 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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