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Seit Ende Januar die „Fahnenstange“, die die Silber-Hausse zuvor etabliert hatte, gebrochen ist, gab es nur einen einzigen Versuch, das Ruder herumzureißen. Und der wurde abverkauft. Doch eigentlich ist das Umfeld doch ideal für steigende Edelmetallkurse. Wo klemmt es?
Seit der Silberpreis im vergangenen Herbst so richtig durchstartete, bildeten die 10-Tage- und die 20-Tage-Linie die Leitstrahlen dieser Hausse. Als die Fahnenstange brach, kamen die 50-Tage- und die 100-Tage-Linie ins Spiel. Und diese im Chart schwarz gehaltene 100-Tage-Linie hielt bislang stand. Das Problem aus bullischer Sicht ist: Sie steht jetzt erneut im Fokus.

Dass das überhaupt der Fall ist, ist für sich genommen schon kritisch. Dass das nach einem abverkauften Versuch passiert, bei dem klar wurde, dass Silber und andere Edelmetalle nicht imstande waren, vom Ausbruch des Iran-Krieges zu profitieren, erst recht. Denn natürlich stellt sich da die Frage: Wenn ein solches, geopolitisch hoch gefährliches und zugleich inflationstreibendes Szenario die Bullen nicht zurückbringt – was sonst?
Expertenmeinung: Grundsätzlich wären anziehende Notierungen bei Edelmetallen in einem solchem Gesamtumfeld ein recht wahrscheinliches Szenario, insbesondere nach einer derart scharfen Korrektur, wie sie Gold und Silber im Vorfeld gesehen hatten. Aber in diesem Fall könnte ein anderer Aspekt als Hindernis fungieren:
Relativ zu den Kursen, die man im Sommer 2025 beim Silberpreis gesehen hatte, als das Edelmetall noch zwischen 35 und 40 US-Dollar pro Feinunze unterwegs war, sind hier immer noch erhebliche Kursgewinne realisierbar, wenn man damals Positionen aufgebaut hatte. Für große, breit investierte Adressen sind die Edelmetalle daher eine potenzielle „Spender-Quelle“, wenn es nötig wird, in anderen Assets Kapital nachzuschießen, z.B. weil Margins in Long-Positionen am Aktienmarkt aufgefüllt werden müssen.
Das muss nicht der zwingende Grund sein. Warum weiter verkauft wird und die Käufer zugleich fernbleiben, ist aufgrund der Breite des Marktes und der immer individuellen Motive von Akteuren, etwas zu tun oder zu lassen, nie sicher zu ermitteln. Klar ist aber, dass die Chance, dass das Edelmetall auf einmal doch noch zur ersten Wahl für aus anderen Bereichen abgezogenes Kapital wird, mit jeder Supportlinie, die Silber unterschreitet, schwindet. Und diese aktuell im Feuer stehende 100-Tage-Linie gehört da zu den wichtigsten. Fällt dieser momentan bei 74,35 US-Dollar verlaufende Support, wäre die nächste, sich anbietende Unterstützung das bisherige Korrekturtief bei 65,07 US-Dollar.
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