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Dass ein extremer Kursanstieg auch eine nicht minder extreme Korrektur nach sich ziehen könnte, ist kein Geheimnis. Aber meist gelingt es dann, den Kurs zeitnah zu stabilisieren und einen Boden auszubilden. Genau das aber droht bei Silber gerade zu scheitern.
Gold und Silber sind nicht mit Kategorien einzuordnen wie beispielsweise Aktien, wo man anhand von Messgrößen wie KGV, KUV oder KCV einen Bereich ermitteln kann, in dem eine Aktie in etwa fair bewertet wäre. Es gibt bei Silber kein objektives „zu teuer“. Das half, diese Hausse immer extremer werden zu lassen, denn die Trader wussten: Silber ist immer genau das wert, was der letzte Käufer gerade dafür zu bezahlen bereit war. Die Sache hat allerdings einen Haken:
Das gilt auch andersherum. Es gibt kein objektives „zu billig“, kein Kursniveau, auf dem man sich sagen könnte, dass der Silberpreis vielleicht eine Zeitlang darunter rutschen, aber eher über kurz als über lang dorthin zurückkehren und weiter zulegen müsste. Und wenn man sich im Chartbild ansieht, dass der Kurs trotz der extremen Schärfe der Korrektur am bisherigen Tief gerade einmal auf den Level vom Jahresanfang zurückgefallen ist, könnte man ohnehin konstatieren:

Eigentlich könnte es auch noch tiefer gehen, ohne dass der Kurs zwingend aufgefangen werden müsste. Vor allem nicht, wenn es gelingt, die Angst unter den Bullen am Kochen zu halten. Und es scheint, dass einige Trader genau das im Sinn haben.
Expertenmeinung: Das Chartbild deutet an, dass das bullische Lager die Kontrolle zu verlieren beginnt. Ein weiterer schwacher Tag heute könnte eine erneute, wilde Flucht aus dem Silberpreis auslösen. Die Frage ist, ob die mit dem Rücken zur Wand stehenden Bullen das verhindern können. Denn dass die Short-Seller genau das gerade provozieren, ist nicht zu übersehen.
Sie sehen, dass Silber zwar innerhalb der die Hausse wie Leitstrahlen führenden Zone der gleitenden Durchschnittslinien der letzten 10, 20, 50 und 100 Handelstage am vergangenen Freitag sowie am Montag aufgefangen werden konnte. Aber der Gegenangriff der Käuferseite wurde abgefangen, bevor Silber aus der Zone dieser gleitenden Durchschnitte hätte nach oben hinauslaufen und damit wieder Wasser unter den Kiel bekommen können. Dabei fällt auf, dass das Abdrehen des Kurses nach unten genau auf Höhe der 20-Tage-Linie geschah, an der die Gegenbewegung am Tag zuvor hängengeblieben war. Das deutet gezielte Verkäufe an, kein reines Ermüden der Bullen. Und jetzt kommt es zum Schwur:
Der Silberpreis hat mit dem gestrigen Minus von um die 16 Prozent fast das bisherige Korrektur-Verlaufstief bei 71,35 US-Dollar erreicht … und die unterste der vier gleitenden Durchschnittslinien, die 100-Tage-Linie, bei aktuell 67,75 US-Dollar. Auffällig ist, dass die in blau gehaltene 50-Tage-Linie dabei gestern, im Gegensatz zum Abwärtsruck zuvor, auch auf Schlusskursbasis unterboten wurde: kein allzu gutes Omen. Sollte Silber unter diesen beiden jetzt im Feuer stehenden Supportlinien schließen, wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht erst einmal frei. Das versuchen die Bären offenbar zu erreichen. Und ich würde hier und jetzt lieber keine Wette darauf riskieren, dass sie scheitern.
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