Der TecDAX steuert mit Schwung auf das Hoch des Jahres 2021 zu, das den höchsten Kurs seit dem Platzen der Dot.Com-Blase im Jahr 2000 markierte. Aber davon abgesehen, dass jetzt eine massive Widerstandszone erreicht ist, hat die Rallye ein weiteres Problem.
Die Zwischenhochs seit Oktober 2025 bilden zwischen 3.796 bis 3.859 Punkten eine Widerstandszone. Die hat der TecDAX jetzt erreicht. Darüber warten dann die Hochs der ersten drei Quartale 2025 zwischen 3.905 und 3.995 Zählern. Und abschließend wäre da dieses 2021er-Hoch bei 4.010 Punkten. Das Hoch, vor dem der TecDAX im vergangenen Juli bei 3.995 Punkten abdrehte. Das sind nicht wenige und nicht gerade kleine Charthürden. Aber wenn kräftige Dynamik und gute Argumente Hand in Hand gehen, wäre das allemal etwas, das zu schaffen wäre. Nur ist das eben nicht so.

Rein aus charttechnischer Sicht passt da bislang alles. Die Ende März losgetretene Rallye hatte in der zweiten Aprilhälfte eine Korrekturphase absolviert. Die führte den Index zwar kurz unter seine 200-Tage-Linie. Aber von der nächstliegenden Supportlinie aus, der kräftig nach oben laufenden 20-Tage-Linie, setzten Ende vergangener Woche kräftige Käufe ein, die nicht versickerten, sondern Anschlusskäufe sahen. Anschlusskäufe, die den TecDAX schnell wieder zurück über die 20-Tage-Linie und in den Bereich der Hochs seit letztem Oktober trugen.
Hinzu kommt, dass die markttechnischen Indikatoren, im Chart auf Tagesbasis sehen wir stellvertretend dafür den Stochastik-Oszillator, aufgrund der vorangegangenen Korrekturphase noch nicht in die überkaufte Zone eingetreten sind, so dass von dieser Warte aus ein Rückhalt da wäre, um die jetzt angesteuerte Widerstandszone mit nächstem Ziel 3.905 zu 3.995 Punkte zu überwinden. Und dann wäre es bis zum 2021er-Hoch bei 4.010 Punkten nur noch ein Katzensprung, über dem es dann erst einmal hieße: „The sky is the limit“. Aber das hieße es dann nur aus rein charttechnischer Sicht, denn in Sachen Rahmenbedingungen kocht das Wasser jetzt langsam über.

Expertenmeinung: Aktuell weisen nur 10 der 30 TecDAX-Aktien eine bessere Performance als der Index auf, was schon einmal unterstreicht, dass die Marktbreite der Aufwärtsbewegung nicht passt. Was aber noch problematischer ist: Unter den 10 Outperformern findet sich die komplette Abteilung „Halbleiter und Zulieferer“ des Index: Aixtron, SÜSS, Elmos, Siltronic und Infineon. Und sieht man sich an, was diese Unternehmen für das erste Quartal gemeldet haben (Infineon meldet heute), wurde da bereits ungewöhnlich viel von einer deutlich dynamischer verlaufenden Zukunft vorweggenommen, kurz: Da ist die Luft bereits äußerst dünn.
Und weitere Standbeine hat die Rallye eben nicht. Das Gros der Aktien der anderen TecDAX-Unternehmen kümmert vor sich hin, 19 der 30 Aktien weisen in der bisherigen Jahres-Performance sogar ein Minus aus. Damit versucht sich der TecDAX daran, auf nur einem Bein über diese markanten Charthürden zu springen. Wobei natürlich klar ist, dass man da immer nur mit einem Bein abspringt. Aber auf einem Bein hüpfend den nötigen Anlauf zu nehmen, das haut halt nicht hin.
Das Problem wäre gelöst, wenn der „Rest der Truppe“ im TecDAX jetzt Fahrt aufnehmen würde und damit der Staffelstab der Rallye weitergereicht würde, bevor die bisherigen Schrittmacher umkippen. Aber dafür passt das Umfeld nicht, binnenwirtschaftlich genauso wenig wie weltwirtschaftlich. Daher wäre es auf jeden Fall ratsam, sich nicht zu sicher zu sein, dass dieser Sprung über die Hürden gelingt bzw. nachhaltig würde. Diese 20-Tage-Linie, an welcher der TecDAX zuletzt scharf nach oben drehte und die damit als wichtiger Support bestätigt ist (gestern bei 3.631 Punkten und zügig steigend), wäre da eine taugliche Orientierungsbasis für einen Stop Loss Long, der greift, falls der Sprung des TecDAX danebengehen sollte.
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