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Der Nasdaq 100 beendete die Börsenwoche genau am unteren Ende einer mittelfristig entscheidenden Unterstützungszone. Diese Vorgabe duldet keinen Aufschub, die Marktteilnehmer müssen die Sache umgehend entscheiden: Sekt … oder Selters?
Intraday hatte der Nasdaq 100 das November-Verlaufstief bei 23.854 Punkten leicht unterboten, geschlossen hat er dann marginal darüber. Bezogen auf die Schlusskurse lag das Tief der letzten Monate, auch im November und einen Tag vor dem damaligen Verlaufstief markiert, bei 24.054. Da schloss der technologielastige US-Index also darunter. Damit landete er am untersten Ende einer zwischen 23.854 und 24.207 Punkten gelegenen Supportzone.
Und, auch das macht die Sache brisant: Er landete unter der 200-Tage-Linie. Das war der erste Schlusskurs unter diesem wichtigen gleitenden Durchschnitt seit Mai 2025. Und das, nachdem die bullischen Trader am Donnerstag noch versuchten, diese Linie zu retten, indem sie nach einer Eröffnung im Minus zugriffen und es dadurch gelang, zum Handelsende des Donnerstags an dieser Linie zu schließen. Mit dem kräftigen Abschlag von knapp 1,9 Prozent am Freitag war die Sache dann aber erledigt.

Die Sache steht also spitz auf Knopf … und das auch aus einer mittelfristigen Perspektive, denn wir sehen im Chart auf Wochenbasis, dass der Nasdaq 100 im Fall eines eindeutigen Bruchs dieser Nackenlinien-Zone eine mehrmonatige Toppbildung vollenden würde und erst einmal keine markantere Unterstützung unter sich hätte. Erst die beiden markanteren Zwischenhochs vor Trumps „Zoll-Schock“ im vergangenen Frühjahr bei 22.133 und 22.223 Punkten würden sich als nächstgelegenes Sprungtuch anbieten.
Dass vom meist an Zahl und Kapital deutlich stärkeren Bullen-Lager niemand einen solchen Abstieg will, ist klar. Die Frage ist, ob sie es verhindern können.
Expertenmeinung: Das kommt sehr auf die Frage an, was über das Wochenende passiert ist (der Artikel wurde am Freitagabend gegen 22 Uhr beendet) und wie sich das auf die Zuversicht der Akteure auswirkt. Eines kann man zumindest festhalten: Würden die Käufer die Lage dominieren, wäre der Nasdaq 100 gar nicht erst dort gelandet, wo er jetzt ins Wochenende ging. Woran es unübersehbar krankt, sind umfassendere Käufe, die den Abgabedruck auffangen und die Tendenz drehen könnten. Was daran liegen dürfte, dass zwischen Zuversicht und Hoffnung bisweilen eines steht: Aktivität.
Wer davon überzeugt ist, dass der nächste Hausse-Impuls bereits um die Ecke wartet und diese Supportzone im Nasdaq 100 hält, greift beherzt zu. Wer das indes nur hofft, ist sich seiner Sache aber nicht sicher genug, um zu kaufen. Diese Gruppe mag ihre Bestände halten, würde aber erst kaufen, wenn sie sieht, dass der Index wirklich dreht und diesen Bereich nach oben verlässt. Und wenn das nicht gelingt, landen die „Hoffenden“ ganz schnell im Lager derer, die immer noch nicht explizit bärisch sind, aber nervös genug, um ihre Bestände zu reduzieren.
Welche Gruppe in dieser neuen Börsenwoche am Ende die entscheidende sein wird, ist, wie gesagt, von der Nachrichtenlage und den durch diese beeinflussten Energiepreisen abhängig. Vorhersagen zu wollen, wie die Sache ausgeht, wäre daher ein absurdes Unterfangen. Klar ist aber: Die Nachrichtenlage der letzten drei Wochen stellt die Zuversichtlichen am Aktienmarkt auf eine ziemlich harte Probe. Und derzeit ließe sich nicht absehen, dass die Rahmenbedingungen a) berechenbarer und b) positiver werden, zumindest nicht auf kurzfristiger Ebene. Und auf die kommt es jetzt eben mit Blick auf das Chartbild des Nasdaq 100 an.

Bevor der Index diese jetzt fast gebrochene Unterstützungszone nicht mit Schlusskursen klar über 24.207 Punkten wieder nach oben verlässt und die bei derzeit 24.370 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie zurückerobert hat, wäre dem Braten daher nicht einmal auf ganz kurzfristiger Ebene zu trauen.
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