Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der anhaltende KI-Boom hat die Nasdaq in den letzten beiden Monaten deutlich nach oben geführt. Vor allem Chipaktien zählten zu den stärkeren Treibern der Bewegung.
Genau in diesem Bereich waren zuletzt jedoch verstärkte Gewinnmitnahmen zu beobachten. Dadurch zeigte auch der technologielastige Nasdaq 100 erstmals auf breiterer Basis Schwäche. Ein tieferes Hoch sowie ein tieferes Tief beendeten vorerst die bullische Trendphase. Noch kann sich der Index oberhalb der 50-Tage-Linie behaupten, doch die jüngsten Warnsignale sind sichtbar. Interessant bleibt nach den starken Zahlen von Micron Technology, ob die in dieser Woche entstandene Kurslücke zumindest wieder geschlossen werden kann.
Expertenmeinung: Die kommenden Handelstage dürften zeigen, ob es sich bei der jüngsten Schwäche nur um eine gesunde Verschnaufpause innerhalb des übergeordnet starken Umfelds handelt oder ob sich eine tiefere Korrektur anbahnen könnte. Entscheidend wäre nun, ob die 50-Tage-Linie weiter verteidigt werden kann und ob Käufer nach den Micron-Zahlen wieder verstärkt in den Chipsektor zurückkehren. Gelingt eine schnelle Stabilisierung, wäre eine technische Erholung in Richtung der jüngsten Kurslücke denkbar. Bleibt der Verkaufsdruck hingegen bestehen, könnte sich die neutrale Lage weiter eintrüben.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.06.2026 um 7:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
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Nasdaq 100: Könnte es hier jetzt brenzlig werden?
— Ronald Gehrt
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.06.2026 um 23:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Aus charttechnischer Sicht ist das, was der Nasdaq 100 gerade zeigt, ebenso originell wie risikobehaftet. Sollte das bullische Lager sofort entschlossen eingreifen, würde nichts anbrennen. Bliebe das aber aus, könnte es hier in der Tat sehr schnell brenzlig werden.
Das Chartbild des Nasdaq 100 ist derzeit originell. Nachdem es Anfang Juni zu einem heftigen Rücksetzer kam, weil die massiv von den Bullen favorisierten Halbleiter-Aktien wegsackten, gelang Anfang letzter Woche eine große Aufwärts-Kurslücke als Reaktion auf die Einigung auf ein Verhandlungs-Rahmenprogramm mit dem Iran, Das war gut, weil dies den Index in Schlagdistanz zu seinem bisherigen, am 3. Juni bei 30.762 Punkten erzielten Verlaufsrekord brachte. Das zu überwinden, wäre ein klar bullisches Signal, das den vorherigen Rücksetzer auf den Level eines „Atemholens“ degradieren würde. Nicht gut war, dass das nicht gelang.
Der Nasdaq 100 hing tagelang unterhalb des alten Hochs fest. Positiv war immerhin, dass es dabei Ende letzter Woche gelang, die vorherige Aufwärts-Kurslücke zu schließen (Gap Close), was nach Lesart vieler technisch ausgerichteter Trader eine ideale Basis für die Fortsetzung des Trends wäre. Doch dann kam dieser Dienstag.
Zum zweiten Mal in kurzer Zeit kam es zu einer kalten Dusche für die den Index fast im Alleingang ziehenden Halbleiter-Aktien. Anfang Juni hatten einige Aktien aus diesem Bereich schon einmal an einem Tag über zehn Prozent verloren. Die Bullen schüttelten sich, standen wieder auf und kauften viele dieser Titel auf neue Rekordhochs. Aber jetzt wird womöglich das damalige Motiv zum Problem:
Expertenmeinung: Wer so vorging, war sich sicher, dass das Hoch noch nicht erreicht sei. Was zwar, bezogen auf die Frontrunner der Hausse wie SanDisk, Micron Technology, ARM Holdings und zahlreiche andere, auch soweit richtig war. Nur sackten diese Aktien jetzt eben relativ zeitig erneut so drastisch durch, wieder waren einige Tagesverluste prozentual zweistellig, wenngleich immer noch im niedrigen Zehner-Prozentbereich. Ein bisschen nagt so etwas schon am Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, das sehr hoch sein muss, wenn man nach derartigen Kaufwellen und nahe Rekordlevels immer wieder und/oder weiter kaufen will.
Und wenn man spürt, dass der Markt und man selbst nervös werden, fällt es immer leichter, große Gewinne mitzunehmen und damit die Chance auf noch größere Gewinne aufzugeben, als mit Verlust zu verkaufen aus Sorge, dass die noch größer werden können. Ein Plus zu realisieren fällt, auch wenn man dachte, es werde noch größer ausfallen, immer leichter, als mit dem Beenden eines Verlusttrades eine gefühlte Niederlage zu zementieren … das ist nicht rational, aber menschlich. Und deswegen könnte dieses gestrige Minus beim Nasdaq 100 durchaus zu einer kritischen Situation führen.
Denn die Halbleiter-Aktien haben den Nasdaq 100 entscheidend nach oben gezogen und können ihn, wenn sie weiter abrutschen würden, auch ebenso drastisch nach unten befördern. Und dort, bei diesen Zugpferden der Hausse, haben wir eben satte Gewinne, die man mitnehmen könnte. Und das durch diesen gestrigen Handelstag entstandene Chartbild liefert ein Szenario, das nervöse Trader gebären könnte.
Der Index startete mit einer Abwärts-Kurslücke, und die wiederum machte aus der vorherigen Kursspanne zwischen der Aufwärts-Kurslücke am 15. Juni und der gestrigen Abwärts-Kurslücke eine „Insel“, sprich: Jetzt haben wir hier ein grundsätzlich bärisches „Island Reversal“ … und das auch noch beim Versuch, das bisherige Rekordhoch zu überwinden. Das ist allemal ein Grund, unruhig zu werden.
Ob die bullischen Akteure dadurch jetzt deutlich mehr beunruhigt werden als bei der ersten, kalten Dusche, muss man abwarten. Erfahrungsgemäß kann, muss aber ein zweiter Warnschuss in solchen Phasen noch nicht zum Gang in die Rettungsboote führen. Achten Sie aber auf das Verlaufstief des ersten Rücksetzers, das am 9. Juni bei 28.197 Punkten markiert wurde. Sollte das unterschritten werden, käme zum „Island Reversal“ noch ein Doppeltopp hinzu … und dann würde es in der Tat brenzlig.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
18.06.2026 08:21 Uhr
Nasdaq 100: Dieses Chartbild dürfte die Bullen beunruhigen
— Ronald Gehrt
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.06.2026 um 22:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Die Vorwoche endete beim Nasdaq 100 mit einsetzender Gegenwehr des bullischen Lagers, die laufende Woche startete mit einem dynamischen Kurssprung. Doch statt das bisherige Rekordhoch zu überwinden, setzten Abgaben ein, die die Bullen beunruhigen dürften.
Von dem immensen Kursanstieg des Montags, der parallel zu deutlich nachgebenden Ölpreisen ablief, ist kaum noch etwas übrig. Zwei schwache Handelstage direkt nach dieser Attacke auf das bisherige Rekordhoch bei 30.762 Punkten bringen jetzt auf einmal eine Toppbildung ins Spiel. Und das, während der Ölpreis weiter fällt. Und das darüber hinaus, obwohl die zuletzt so massiv favorisierten Halbleiter-Aktien großenteils auch am Mittwoch zulegten. Was ist da auf einmal los?
Wenn wir uns einmal den Verlauf des gestrigen Handelstages ansehen, den wir hier in einem Chart auf Fünf-Minuten-Basis zeigen, wird klar:
Es muss an der Entscheidung der US-Notenbank bzw. den Aussagen des neuen „Fed“-Chefs Warsh in der darauffolgenden Pressekonferenz gelegen haben, denn unmittelbar um 14 Uhr US-Ostküstenzeit, als das Statement der „Fed“ vorgelegt wurde, nahm die Volatilität gewaltig zu … und nachdem es nach einer ersten, negativen Reaktion zu einer Attacke auf das Tageshoch kam, kamen die Verkäufer zurück und schickten den Nasdaq 100 nahe des Tagestiefs in den Feierabend. Aber was hatte Mr. Warsh denn Schreckliches verkündet?
Expertenmeinung: Dass der Leitzins erst einmal unverändert bleiben würde, war erwartet worden. Aber womöglich nicht, dass die Zinsprojektion für das Jahresende ein halbes Prozent höhere Zinsen ausweist. Auch die neue Prognose für die Inflation könnte beunruhigt haben, denn der Schnitt der Annahmen der Mitglieder des die Entscheidungen treffenden FOMC (Federal Open Market Committee) sieht die Inflation am Ende des Jahres bei 3,6 Prozent, in der vorherigen Projektion hatte man noch mit 2,7 Prozent gerechnet, aber:
Es wirkt zumindest ein wenig voreilig, wenn viele am Markt das nicht als Projektion, sondern als Ankündigung verstanden und deswegen auf die Exit-Taste gedrückt haben sollten. Denn der neue Notenbank-Chef machte klar, dass die bisherigen Prognosemodelle veraltet seien und überarbeitet werden müssen. Und dass man eine echte „Forwad Guidance“ in Sachen Zinsen nicht mehr vornehmen werde. Die Prognosemodelle und Entscheidungsgrundlagen ebenso wie die dabei mit angesprochenen Inflationsziele zu überarbeiten und den aktuellen Gegebenheiten anzupassen, ist per se nicht negativ. So gesehen wäre es eigentlich eher überzogen, die höheren Prognosen für Inflation und Leitzins zum Anlass zu nehmen, um den Kopf einzuziehen, nur:
Gefallen ist der Nasdaq 100 eben trotzdem. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem die Halbleiter-Hausse heiß gelaufen wirkt und daher sehr empfindlich auf Irritationen am Gesamtmarkt reagieren könnte. Daher sollte das bullische Lager, wenn es denn zu effektiver Gegenwehr imstande sein sollte, jetzt besser nach dem Motto „wehret den Anfängen“ agieren.
Denn richtig etwas angebrannt wäre beim Nasdaq 100 zwar erst etwas, wenn das bisherige Monats-Verlaufstief bei 29.197 Punkten unterboten und damit ein Doppeltopp vollendet würde. Aber der Weg dorthin könnte sehr kurzfristig geebnet werden, wenn der Index heute weiter abrutschen sollte. Denn das untere Ende der Aufwärts-Kurslücke bei 29.636 Punkten, die am Montag entstanden war, wurde gestern im Tagestief geschlossen.
Damit hätte das Käufer-Lager jetzt die Chance, diesen „Gap Close“ als Trendbestätigung zu gestalten … wenn der Nasdaq 100 umgehend wieder anzieht. Passiert das nicht, würde der Kurssprung zu einem gescheiterten Ausbruchsversuch. Und mit Blick auf die morgen anstehende Abrechnung an der Terminbörse und die Frage, wie man dieses Abkommen der USA mit dem Iran am Ende werten wird, wäre dieses Risiko durchaus ein Grund, die Bullen jetzt nervös zu machen. Ob sie das auch dazu bringt, entschlossen dagegen zu halten? Das dürfte sich sehr kurzfristig herausstellen.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
15.06.2026 08:31 Uhr
Nasdaq 100: Korrektur bereits vorüber?
— Achim Mautz
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.06.2026 um 7:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten beiden Monaten sorgte der KI-Boom vor allem bei Technologiewerten für teils starke Kursanstiege. Der Nasdaq 100 zeigte dabei über weite Strecken ein solides Gesamtbild, ehe es zuletzt zu einer kräftigen Korrektur kam.
Diese war jedoch keineswegs überraschend, denn die Rallye verlief zuvor nahezu linear in Richtung Norden. Gleichzeitig deutete der teils deutliche Abstand zur 50-Tage-Linie auf eine überkaufte Situation hin. Vorige Woche wurden die Tiefs aus dem Mai getestet und kurzfristig sogar unterschritten. Damit rutschte der Trend vorübergehend in eine neutrale Verkaufsphase ab. Zum Wochenschluss meldeten sich die Bullen jedoch deutlich zurück. Die Rückeroberung der 20-Tage-Linie lieferte ein erstes positives Signal und wirft die Frage auf, ob die Korrektur bereits wieder vorüber sein könnte.
Expertenmeinung: Die schnelle Rückeroberung der 20-Tage-Linie verbessert das kurzfristige Chartbild deutlich. Sollte es den Bullen gelingen, den Index in den kommenden Handelstagen oberhalb dieser Zone zu halten, könnte sich daraus eine erneute Stabilisierung entwickeln. Entscheidend wäre nun, dass das Tief der vorigen Woche nicht mehr unterschritten wird. In diesem Fall könnte die Korrektur eine kurze Verschnaufpause innerhalb des übergeordnet weiterhin konstruktiven Bildes gewesen sein.
Bleibt die Dynamik jedoch aus oder kommt es erneut zu stärkerem Verkaufsdruck, wäre ein weiterer Test tieferer Unterstützungsbereiche nicht auszuschließen.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
08.06.2026 08:18 Uhr
Nasdaq 100: Ein „LORU“-Verlauf – wie kritisch ist das jetzt?
— Ronald Gehrt
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.06.2026 um 23:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
„LORU“ ist die Abkürzung für „von links oben nach rechts unten“ und bezeichnet einen Kursverlauf, bei dem es von Handelsbeginn an stur abwärts geht. Genau das ist dem Nasdaq 100 am Freitag widerfahren. Die Fragen müssen lauten: Warum … und wie gefährlich ist das?
Verluste in dieser Größenordnung hatte der Nasdaq 100 zuletzt im Zuge von Trumps „Zoll-Schock“ im April 2025 erlebt. Natürlich sorgt ein Handelstag wie dieser dementsprechend für Verunsicherung, zumal man sich fragt:
Was ist denn da jetzt los? Wo liegt der Grund für diesen Abriss des Index für Halbleiter-Aktien mit teilweisen Abschlägen über zehn Prozent an nur einem Tag? Beim Blick auf den Nachrichtenticker wird man erst einmal nicht klüger, denn auf der Nachrichtenseite findet sich nichts, das diesen Selloff wirklich hätte begründen können. Überraschungen gab es am Freitag nicht, auch nicht in Sachen Iran. Und die kurz vor Handelsstart veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für den Mai waren eigentlich undramatisch. Also, was war da passiert?
Etwas, das in einem Umfeld, in dem eine größere Gruppe von Aktien extrem nach oben gezogen wurde, jederzeit passieren kann: eine „Margin-Lawine“, ausgelöst durch ein Problem in Bezug auf die „Mechanik der Märkte“:
Expertenmeinung: Irgendwann kommt im Zuge einer derart wilden Kaufwelle, die längst den Level faktisch fundierter Spekulation verlassen hat, ein Moment, in dem deutlich mehr Trader ihre Gewinne mitnehmen wollen als Käufer die Hand aufhalten. Es entsteht also ein Übergewicht auf der Angebotsseite, das die Kurse nach unten befördert. Normalerweise führt das zu einem schwächeren Handelstag, auch mal zu zweien oder dreien, aber dann sind die Kurse der gefallenen Aktien aus Sicht der Spekulanten schon wieder so günstig, dass die Nachfrage steigt und das Interesse zu verkaufen zugleich sinkt. Dann können die Kurse also wieder zulegen. Es sei denn …
… zu viele Trader haben so extrem „gezockt“, dass sie es gewagt haben, ihre Positionen zu „pyramidisieren“. Was bedeutet, dass sie die durch den Gewinn ihrer Trades aufgelaufenen Buchgewinne genutzt haben, um noch mehr Aktien oder Derivate zu kaufen. Dadurch intensiviert man zwar seinen Hebel bei der Spekulation, verdient also noch schneller Geld. Aber nur, solange die Kurse steigen … und das permanent. Denn der Haken beim „Pyramidisieren“ ist, dass man keine ausreichende Barreserve hat, um bei Derivate-Positionen die geforderten Nachschüsse der Broker zu leisten, wenn die Kurse zu weit in die falsche Richtung laufen. Machen das ein paar wenige so, passiert am Gesamtmarkt nichts. Machen das aber zu viele, geht die Lawine ab:
Bei fallenden Kursen müssen solche Trader ihre Position verkleinern, weil sie ja keine ausreichende Barreserve halten, um Nachforderungen bei den Sicherheitsleistungen, den „Margins“, bezahlen zu können. Das aber sorgt für weiteren Verkaufsdruck, so dass die Margin-Forderungen immer wieder kommen und immer weitere Verkäufe erzwingen, die darauf basieren, dass die Kurse der Aktien nachgeben, eben weil zu viele zu viel gewagt hatten und jetzt ihre Positionen reduzieren müssen. Das wird zu einem Selbstläufer, intensiviert durch ausgelöste Stop Loss-Verkaufsorders anderer Akteure. Und wie bei Lawinen üblich, kann so etwas theoretisch immer weitergehen.
Und was sagt das Chartbild? Diese massiven Verluste beim Nasdaq 100 machen sich im Vergleich zu dessen Hausse in den Wochen zuvor im Wochenchart noch eher harmlos aus.
Im Tageschart sehen wir aber, dass diese Mega-Hausse seit Ende März dazu geführt hat, dass sich keine Wendemarken als potenzielle Supportlinien ausbilden konnten; richtig massiv wird es in Sachen Unterstützungen erst wieder zwischen 25.828 und 26.182 Punkten. Rein charttechnisch hätte diese Abwärtsbewegung also noch Luft nach unten. Und dass es keinen zwingenden Auslöser gab, kann Verunsicherung unter den normalen Anlegern schüren – von der zuvor keine Spur zu sehen war – und Anschlussverkäufe auslösen, aber:
Das muss nicht passieren. Alleine, weil den erfahrenen Tradern durchaus klar sein dürfte, dass es sich hier um eine Margin-Lawine handelte und dieser „LORU“-Kursverlauf nur deswegen entstand, weil der Markt in einer solchen Situation einfach nicht bremsen kann. Im Jahr 2000 war eine solche Gemengelage der Anfang vom Ende, das mag schon sein. Jetzt darauf zu wetten, dass es erneut so kommen muss, wäre indes genauso riskant, wie es die Hausse der Halbleiter zuletzt war. Höchste Vorsicht wäre jetzt angebracht, mit „Hurra“ auf die Short-Seite zu wechseln, aber (noch?) nicht.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
01.06.2026 08:14 Uhr
Nasdaq 100: Mit vollen Segeln hart am Wind … ein riskantes Spiel
— Ronald Gehrt
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.05.2026 um 23:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Man wollte die „magische Marke“ von 30.000 Punkten sehen … und hat sie gesehen. Aber es scheint, als würden viele Trader dieses Ziel jetzt in eine Etappe umdeuten: Die Käufe gehen bislang weiter. Aber nicht nur der Nasdaq 100 steigt … das Risiko steigt mit.
Im Verlauf der vergangenen Woche wurden im Rahmen der zweiten Berechnung zum US-Bruttoinlandsprodukt des ersten Quartals auch die Unternehmensgewinne gemeldet. Da hatten die Experten im Vorfeld mit +5,7 Prozent gerechnet. Nicht gerade wenig, aber immerhin sehen die Investmentbanken im Schnitt über 20 Prozent Anstieg bei den Gewinnen der börsennotierten Unternehmen im laufenden Jahr. Wovon die Hälfte von KI-bezogenen Unternehmen kommen werde, werde erwartet. Doch diese Daten entsprachen keineswegs der Prognose: Laut dem Bureau of Economic Analysis, der Behörde, die die Wachstumsdaten ermittelt, sind die Gewinne der US-Unternehmen im ersten Quartal um 0,4 Prozent gefallen.
Nicht gut … aber Sie sehen in den Charts, dass das den Nasdaq 100 nicht im Mindesten gebremst hat. Nach einem eher überschaubaren Minus als Reaktion auf den Iran-Krieg und hohe Ölpreise beendete der Index jetzt den zweiten Monat mit außergewöhnlich hohen Kursgewinnen, wie wir im Chart auf Monatsbasis sehen können. Seit dem Jahres-Verlaufstief Ende März beträgt der Anstieg 33 Prozent – in nur zwei Monaten.
Aber nur ein Drittel der im Index gelisteten Aktien laufen besser als der Index. Und ganze 46 Aktien liegen in der bisherigen Jahresbilanz im Minus, während neun der 100 Titel bereits mehr als 100 Prozent Kursanstieg ausweisen … der Spitzenreiter SanDisk kommt sogar auf 600 Prozent. Das kann doch auf Dauer nicht gutgehen? Extreme Kursgewinne, beschränkt auf die Bereiche Halbleiter und KI, der Rest: „ferner liefen“? Dieser Sektor kann doch nicht die gesamte US-Wirtschaft tragen?
Expertenmeinung: Nein, das kann er nicht und wird er nicht. Aber was diese Super-Hausse angeht, muss er das ja auch nicht. Der Index wird von diesem Sektor gezogen, aber es steht ja nirgends, dass der Nasdaq 100 die Lage der Gesamtwirtschaft abbilden sollte oder auch nur könnte. Wenn es um die Frage geht, ob das gutgehen kann, wenn sich derart viel Kapital auf nur wenige Aktien konzentriert, zielt die Antwort nur auf diese Gipfelstürmer ab, sprich:
Wann kippen die? Eigentlich ist es kein Geheimnis, dass Kursgewinne noch mehr Kapital anziehen, die Sache dadurch immer spekulativer wird und damit Mast- und Schotbruch riskiert wird. Weniger, weil einige dieser Aktien trotz ihrer immensen Wachstumsperspektive überbewertet sind. Bevor sich so etwas reguliert, kennen die Zocker kein Halten, bis sie sich selbst ein Bein stellen. Denn ein „zu schnell, zu weit“ endet selten durch die plötzliche Einsicht, dass man es übertrieben haben könnte, oder durch „bad news“ von außerhalb … dass man gegen Iran-Krieg, Ölpreis und andere Unbill aus Washington immun zu sein scheint, sieht man ja gerade.
Oft endet die Sache anders: Da den meisten, die diese Hausse bis zum Exzess ausreizen, wissen oder zumindest ahnen, dass sie hier mit vollen Segeln unterwegs sind, reagiert man auf Irritationen eher dünnhäutig. Da kann es durchaus ausreichen, wenn an einem Tag zu viele Gewinnmitnahmen auf einmal auftauchen, während die Käuferseite zu schwach ist, um das aufzufangen. Hier liegen hohe Einsätze auf dem Tisch, die enge Stop Loss-Absicherungen brauchen. Und die können, wenn es mal an einem Tag zu einem starken Abriss kommt, wie Dominosteine kippen und eine Verkaufslawine auslösen.
Wann? Auf welchem Kursniveau? Es liegt in der Natur der Sache, dass das in keiner Weise vorhersagbar ist. Das muss es aber auch nicht. Entscheidend ist, dass man dieses Risiko erkennt. Denn solange man sich auf der Long-Seite konsequent mit Stop-Loss-Verkaufsorders gegen einen solchen „Mast- und Schotbruch“ absichert und diesen Stopp auch konsequent nachzieht, ist man von Bord, wenn das Schiff sinkt.
Derzeit würde als Orientierung hierfür die 20-Tage-Linie ins Auge stechen. Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass diese Linie schön parallel zur Hausse mitläuft. Und sie weist dabei mit einem aktuellen Niveau bei 29.135 Punkten einen sinnvollen „Rangierabstand“ aus, der ein, zwei schwächere Tage aushalten kann, wie wir sie Mitte Mai gesehen hatten, und die in dieser Größenordnung noch nicht ausreichen dürften, um eine Bullen-Stampede loszutreten. Fällt dieser Leitstrahl aber, könnte das schnell anders aussehen.
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
14.05.2026 08:03 Uhr
Nasdaq 100: Jetzt aber Obacht!
— Ronald Gehrt
17.04.2026 08:28 Uhr
Nasdaq 100: Könnte das als Bullenfalle enden?
— Ronald Gehrt
01.04.2026 08:25 Uhr
Nasdaq 100: Short-Squeeze eröffnet Spielraum nach oben
— Achim Mautz
23.03.2026 08:15 Uhr
Nasdaq 100: Sekt … oder Selters?
— Ronald Gehrt
23.02.2026 08:30 Uhr
Nasdaq 100: Einfach so tun, als wäre nichts – kann das gutgehen?
— Ronald Gehrt
28.01.2026 08:23 Uhr
Nasdaq 100: Jetzt müssen die Quartalszahlen unbedingt passen!
— Ronald Gehrt
19.12.2025 08:29 Uhr
Nasdaq 100: Ob man diesem Braten trauen könnte?
— Ronald Gehrt
15.12.2025 08:34 Uhr
Nasdaq 100 setzt Korrektur fort
— Achim Mautz
03.12.2025 08:10 Uhr
Nasdaq 100: Chance auf Jahresendrallye lebt
— Achim Mautz
21.11.2025 08:40 Uhr
Nasdaq 100: Dann wäre hier heute wohl „Showdown“ angesagt!
— Ronald Gehrt