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NASDAQ 100 Prognose Nasdaq 100: Diamant-Formation nach unten verlassen – es wird eng

News: Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

In diesem Artikel
NASDAQ 100
ISIN: US6311011026
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Ticker: NDX --- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zum NASDAQ 100

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Die vor einigen Wochen an dieser Stelle erwähnte Diamant-Formation im Nasdaq 100 wurde nach unten verlassen. Ein grundsätzlich bärisches Signal, das indes mit einem „Sprungtuch“ versehen ist, welches bislang hält. Allerdings darf jetzt wirklich nichts mehr schiefgehen.

Wenn man sich den Nasdaq 100 auf Monatsbasis ansieht, erkennt man schnell, dass die Bullen jetzt mit dem Rücken zur Wand stehen. Nachdem der April und der Mai, befeuert durch die wilde Hausse des Halbleiter-Sektors, massiv bullisch waren, drohte der Juni ein schwacher Monat zu werden. Es gelang zwar, die Verluste zum Ende des vergangenen Monats aufzuholen. Aber dadurch entstand ein sogenannter „Umbrella Doji“, der in einem fortgeschrittenen Aufwärtstrend nur dann positiv zu werten ist, wenn der Kurs danach umgehend weiter anzieht. Und genau das gelang beim Nasdaq 100 eben nicht.

Nasdaq 100: Chart auf Monatsbasis vom 17.07.2026, Kurs 28.592,66 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Chart auf Monatsbasis vom 17.07.2026, Kurs 28.592,66 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Unmittelbar mit dem Beginn des zweiten Halbjahres begann bzw. intensivierte sich die Korrektur der zuvor wie Raketen nach oben geschossenen Halbleiter-Aktien. Aber sie waren es eben, die den Nasdaq 100 auf seine neuen Rekorde katapultiert hatten. Deren durch ihre Kursanstiege hohe Gewichtung im Index führte dazu, dass der Abgabedruck sofort mit dem Start des Julis wieder einsetzte. Das Ergebnis:

Würde es bei diesem Kursniveau auch zum Monatsende bleiben, hätte sich beim Nasdaq 100 im Monatschart ein „Evening Star“ („Abendstern“) herausgebildet. Dabei handelt es sich um eine aus einer grünen Kerze, einem Doji und einer roten Kerze bestehende potenzielle Abwärtswende-Formation, die es hier zuletzt in weniger präzise ausgeprägter Form Ende 2021, vor dem Baisse-Jahr 2022, gab. Dass diese Formationen durchaus Gewicht haben, sieht man auch an der jüngsten, in die Gegenrichtung weisenden Variante, dem „Morning Star“: Eine solche Formation wurde zum Grundstein der Nasdaq-100-Hausse nach dem „Zoll-Schock“ im April 2025.

Zwar ist der Juli noch lang; das bullische Lager hätte also noch einiges an Zeit, um dieses kritische Chartbild vom Tisch zu bekommen. Aber eine ideale Ausgangslage hätte man dafür nicht, denn:

Den aktuellen Kurs und Chart des NASDAQ 100 sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Da kommt jetzt diese im Chart auf Tagesbasis blau hervorgehobene Diamant-Formation ins Spiel: Dass die am Freitag sang- und klanglos nach unten verlassen wurde … und das an einem Abrechnungstag an der Terminbörse, der in den meisten Fällen dem bullischen Lager Vorteile bringt … ist ein kritisches Zeichen. Aber da wäre ja noch dieses eingangs erwähnte „Sprungtuch“:

Nasdaq 100 Index: Chart vom 17.07.2026, Kurs 28.592,66 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100 Index: Tages-Chart vom 17.07.2026, Kurs 28.592,66 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Der Nasdaq 100 steht zwar kurz davor, ein Doppeltopp zu vollenden, was in Kombination mit dem „Evening Star“ auf Monatsbasis zu einem massiven Tritt in die Kniekehlen der Bullen werden könnte. Aber noch ist die Formation eben nicht vollendet. Die Linie, auf die es da ankommt, geht auf das Tagestief des 9. Juni bei 28.197 Punkten zurück. Und eben diese Chartmarke wurde am Freitag bis auf kaum mehr als 0,1 Prozent angelaufen – und hielt. Der Haken dabei:

Sie hielt, aber nicht mehr. Ein Versuch, sich bald nach dem Handelsstart deutlicher von dieser Supportlinie abzusetzen, traf in der zweiten Tageshälfte auf Abgaben, sodass von einem glaubwürdigen Aufbäumen der Bullen keine Rede sein kann.

Das müsste sehr zeitnah nachgeholt werden, denn mit einem Bein über dem Abgrund lebt es sich auf Dauer nicht gut. Der Schlüssel dabei wird sein, was mit den derzeit unter immensen Schwankungen korrigierenden Halbleiter-Aktien, den bisherigen Hausse-Zugpferden, passieren wird. Fallen sie weiter, müssten Aktien aus anderen Branchen in die Bresche springen. Nur wenn die Bullen bei den Chipwerten zurückkommen und sich auch durchsetzen können, würde der Gesamtindex auch dann noch die Kurve kriegen können, wenn die zuletzt nicht mitgelaufenen Aktien weiter im Hintergrund bleiben sollten. Das wird das Thema dieser neuen Börsenwoche werden … achten Sie da mit Argusaugen auf diese Linie bei 28.197 Punkten!

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.07.2026 um 22:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der NASDAQ 100 Aktie

01.07.2026
08:09 Uhr

Nasdaq 100: Das könnte eine Diamant-Formation werden — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.06.2026 um 23:00 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Für viele Aktienindizes war der Juni nicht gerade ein guter Monat. Doch beim Nasdaq 100 gelang es, ein zeitweise deutliches Minus zum Monatsende aufzuholen und das zweite Quartal damit mit perfekten Kursgewinnen zu beenden. Trotzdem könnte hier Ungemach drohen.

Die herausragend positive Bilanz des ersten Halbjahres basierte für den Nasdaq 100 allein auf dem zweiten Quartal. Das erste Vierteljahr tat sich wenig … bis auf einmal pünktlich zum neuen Quartal „entdeckt“ wurde, dass die Chiphersteller doch immens vom KI-Boom profitieren würden und man da eher gestern als morgen dringend zugreifen müsse. Immer, wenn so etwas passiert, sollte man den Level der eigenen Vorsicht umgehend eine Stufe höher ansiedeln.

Nasdaq 100: Monatschart vom 30.06.2026, Kurs 30.276,35 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Monatschart vom 30.06.2026, Kurs 30.276,35 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Vor allem dann, wenn es nicht um eine Hausse geht, die den Gesamtmarkt bzw. die Gesamtwirtschaft betrifft, sondern nur einen speziellen Bereich des Ganzen. Und wenn es so exzessiv zugeht, dass einem die Parallelen zur Endphase der Internetblase vor über 25 Jahren förmlich ins Gesicht springen. Und noch einmal mehr, wenn die Zugpferde der Hausse beginnen, erratisch zu schwanken, so, wie wir das jetzt sehen.

Dass der Juni drohte, zu einem auffallend schwachen Monat zu werden, basierte auf bislang zwei scharfen Verkaufswellen im Bereich eben dieser Halbleiter-Aktien sowie den Aktien der Zulieferer der Branche. Dass es gelang, den Juni in Bezug auf seine Performance zu retten und damit das zweite Quartal mit einer werbewirksam starken Performance zu beenden, lag vor allem daran, dass die Käufer in den Chipwerten nach jedem Rücksetzer nur umso entschlossener zurückkamen. Das kritische Element dabei ist:

Expertenmeinung: Derart starke Schwankungen und das auffällige Fehlen von Vorsicht trotz erster, massiver Rückschläge sind, wie auch damals vor dem Platzen der Internetblase im März 2000, ein starker Hinweis auf eine immer weiter zunehmende Risikobereitschaft bei zugleich immer dramatischer ansteigenden Bewertungen und Prognosen, deren tatsächliches Eintreten niemand seriös unterschreiben könnte. Diese Kombination bedeutet eine erhebliche Zunahme des Abwärtsrisikos, insbesondere von Rückschlägen der plötzlichen Art.

Doch noch zeigt das Chartbild ja keine Schwäche, könnte man meinen. Das Aufholen der Verluste des Junis wirkt bullisch. Und es gelang, den Nasdaq 100 zur Wochenwende noch oberhalb der entscheidenden Supportzone 28.197/28.628 Punkte nach oben zu drehen. Das bisherige Verlaufshoch bei 30.762 Zählern ist bereits in Reichweite, warum also „unnötig vorsichtig“ sein?

Weil das Gesamtbild, das der Nasdaq 100 seit Anfang Mai abliefert, die Struktur einer „Diamant-Formation“ hat. Diese Formationen treten eher selten auf, haben aber, ähnlich wie die „Trompeten-Formationen“, das Potenzial eines sehr starken Ausbruchs aus der Formationszone und sind nicht immer, aber doch meistens, Basis einer Trendwende.

Nasdaq 100: Tageschart vom 30.06.2026, Kurs 30.276,35 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Tageschart vom 30.06.2026, Kurs 30.276,35 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Diese „Diamanten“ zeichnen sich durch zunächst auseinanderlaufende Wendepunkte aus, die dann aber, in der Regel nach einer ersten, scharfen Korrektur, ihren Abstand zueinander verringern. Man interpretiert das als eine Zunahme hektischer, hoch spekulativer Trading-Operationen, die so intensiv werden, dass sie größere Impulse verhindern und sich der Kurs in einem immer engeren Bereich wiederfindet, in dem kurzfristige Käufe und Verkäufe den „Kesseldruck“ erhöhen. Nach einer Hausse wie dieser würde man eher annehmen, dass der eher über kurz als über lang fällige Ausbruch aus der Formation nach unten erfolgt. Aber ist das auch sicher?

Das ist es keineswegs. Sollte die Rallye zum Halbjahresende heute und in den kommenden Tagen einen Zustrom frischen Anleger-Kapitals auslösen, kann der Nasdaq 100 nach oben ausbrechen, das bisherige Hoch überwinden und die wilde Hatz der Spekulanten dadurch erst einmal verlängern.

Sich aber einfach darauf zu verlassen, dass sich die Sache nach oben auflöst, wäre im Angesicht eines solchen Chartbilds leichtsinnig. Zwar würde der Nasdaq 100 erst ein bärisches Signal generieren, wenn er über einen Ausbruch aus dem Diamanten nach unten auch die vorgenannte Unterstützungszone 28.197/28.628 Punkte durchbrechen würde. Aber diese jetzt nicht mehr aus den Augen zu lassen, wäre in einem derart heiß gelaufenen Markt dringend zu empfehlen!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

25.06.2026
08:10 Uhr

Nasdaq: Tech-Werte unter Druck – kann Micron für Stabilisierung sorgen? — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.06.2026 um 7:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der anhaltende KI-Boom hat die Nasdaq in den letzten beiden Monaten deutlich nach oben geführt. Vor allem Chipaktien zählten zu den stärkeren Treibern der Bewegung.

Genau in diesem Bereich waren zuletzt jedoch verstärkte Gewinnmitnahmen zu beobachten. Dadurch zeigte auch der technologielastige Nasdaq 100 erstmals auf breiterer Basis Schwäche. Ein tieferes Hoch sowie ein tieferes Tief beendeten vorerst die bullische Trendphase. Noch kann sich der Index oberhalb der 50-Tage-Linie behaupten, doch die jüngsten Warnsignale sind sichtbar. Interessant bleibt nach den starken Zahlen von Micron Technology, ob die in dieser Woche entstandene Kurslücke zumindest wieder geschlossen werden kann.

Expertenmeinung: Die kommenden Handelstage dürften zeigen, ob es sich bei der jüngsten Schwäche nur um eine gesunde Verschnaufpause innerhalb des übergeordnet starken Umfelds handelt oder ob sich eine tiefere Korrektur anbahnen könnte. Entscheidend wäre nun, ob die 50-Tage-Linie weiter verteidigt werden kann und ob Käufer nach den Micron-Zahlen wieder verstärkt in den Chipsektor zurückkehren. Gelingt eine schnelle Stabilisierung, wäre eine technische Erholung in Richtung der jüngsten Kurslücke denkbar. Bleibt der Verkaufsdruck hingegen bestehen, könnte sich die neutrale Lage weiter eintrüben.

Aussicht: Neutral

Nasdaq 100 Index: Chart vom 24.06.2026, Kurs: 29.220,06, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100 Index: Chart vom 24.06.2026, Kurs: 29.220,06, Kürzel: NDX | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

24.06.2026
08:22 Uhr

Nasdaq 100: Könnte es hier jetzt brenzlig werden? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.06.2026 um 23:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Aus charttechnischer Sicht ist das, was der Nasdaq 100 gerade zeigt, ebenso originell wie risikobehaftet. Sollte das bullische Lager sofort entschlossen eingreifen, würde nichts anbrennen. Bliebe das aber aus, könnte es hier in der Tat sehr schnell brenzlig werden.

Das Chartbild des Nasdaq 100 ist derzeit originell. Nachdem es Anfang Juni zu einem heftigen Rücksetzer kam, weil die massiv von den Bullen favorisierten Halbleiter-Aktien wegsackten, gelang Anfang letzter Woche eine große Aufwärts-Kurslücke als Reaktion auf die Einigung auf ein Verhandlungs-Rahmenprogramm mit dem Iran, Das war gut, weil dies den Index in Schlagdistanz zu seinem bisherigen, am 3. Juni bei 30.762 Punkten erzielten Verlaufsrekord brachte. Das zu überwinden, wäre ein klar bullisches Signal, das den vorherigen Rücksetzer auf den Level eines „Atemholens“ degradieren würde. Nicht gut war, dass das nicht gelang.

Nasdaq 100: Wochenchart vom 23.06.2026, Kurs 29.347,27 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Wochenchart vom 23.06.2026, Kurs 29.347,27 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Der Nasdaq 100 hing tagelang unterhalb des alten Hochs fest. Positiv war immerhin, dass es dabei Ende letzter Woche gelang, die vorherige Aufwärts-Kurslücke zu schließen (Gap Close), was nach Lesart vieler technisch ausgerichteter Trader eine ideale Basis für die Fortsetzung des Trends wäre. Doch dann kam dieser Dienstag.

Zum zweiten Mal in kurzer Zeit kam es zu einer kalten Dusche für die den Index fast im Alleingang ziehenden Halbleiter-Aktien. Anfang Juni hatten einige Aktien aus diesem Bereich schon einmal an einem Tag über zehn Prozent verloren. Die Bullen schüttelten sich, standen wieder auf und kauften viele dieser Titel auf neue Rekordhochs. Aber jetzt wird womöglich das damalige Motiv zum Problem:

Expertenmeinung: Wer so vorging, war sich sicher, dass das Hoch noch nicht erreicht sei. Was zwar, bezogen auf die Frontrunner der Hausse wie SanDisk, Micron Technology, ARM Holdings und zahlreiche andere, auch soweit richtig war. Nur sackten diese Aktien jetzt eben relativ zeitig erneut so drastisch durch, wieder waren einige Tagesverluste prozentual zweistellig, wenngleich immer noch im niedrigen Zehner-Prozentbereich. Ein bisschen nagt so etwas schon am Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, das sehr hoch sein muss, wenn man nach derartigen Kaufwellen und nahe Rekordlevels immer wieder und/oder weiter kaufen will.

Und wenn man spürt, dass der Markt und man selbst nervös werden, fällt es immer leichter, große Gewinne mitzunehmen und damit die Chance auf noch größere Gewinne aufzugeben, als mit Verlust zu verkaufen aus Sorge, dass die noch größer werden können. Ein Plus zu realisieren fällt, auch wenn man dachte, es werde noch größer ausfallen, immer leichter, als mit dem Beenden eines Verlusttrades eine gefühlte Niederlage zu zementieren … das ist nicht rational, aber menschlich. Und deswegen könnte dieses gestrige Minus beim Nasdaq 100 durchaus zu einer kritischen Situation führen.

Denn die Halbleiter-Aktien haben den Nasdaq 100 entscheidend nach oben gezogen und können ihn, wenn sie weiter abrutschen würden, auch ebenso drastisch nach unten befördern. Und dort, bei diesen Zugpferden der Hausse, haben wir eben satte Gewinne, die man mitnehmen könnte. Und das durch diesen gestrigen Handelstag entstandene Chartbild liefert ein Szenario, das nervöse Trader gebären könnte.

Der Index startete mit einer Abwärts-Kurslücke, und die wiederum machte aus der vorherigen Kursspanne zwischen der Aufwärts-Kurslücke am 15. Juni und der gestrigen Abwärts-Kurslücke eine „Insel“, sprich: Jetzt haben wir hier ein grundsätzlich bärisches „Island Reversal“ … und das auch noch beim Versuch, das bisherige Rekordhoch zu überwinden. Das ist allemal ein Grund, unruhig zu werden.

Nasdaq 100: Tageschart vom 23.06.2026, Kurs 29.347,27 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Tageschart vom 23.06.2026, Kurs 29.347,27 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Ob die bullischen Akteure dadurch jetzt deutlich mehr beunruhigt werden als bei der ersten, kalten Dusche, muss man abwarten. Erfahrungsgemäß kann, muss aber ein zweiter Warnschuss in solchen Phasen noch nicht zum Gang in die Rettungsboote führen. Achten Sie aber auf das Verlaufstief des ersten Rücksetzers, das am 9. Juni bei 28.197 Punkten markiert wurde. Sollte das unterschritten werden, käme zum „Island Reversal“ noch ein Doppeltopp hinzu … und dann würde es in der Tat brenzlig.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

18.06.2026
08:21 Uhr

Nasdaq 100: Dieses Chartbild dürfte die Bullen beunruhigen — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.06.2026 um 22:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Vorwoche endete beim Nasdaq 100 mit einsetzender Gegenwehr des bullischen Lagers, die laufende Woche startete mit einem dynamischen Kurssprung. Doch statt das bisherige Rekordhoch zu überwinden, setzten Abgaben ein, die die Bullen beunruhigen dürften.

Von dem immensen Kursanstieg des Montags, der parallel zu deutlich nachgebenden Ölpreisen ablief, ist kaum noch etwas übrig. Zwei schwache Handelstage direkt nach dieser Attacke auf das bisherige Rekordhoch bei 30.762 Punkten bringen jetzt auf einmal eine Toppbildung ins Spiel. Und das, während der Ölpreis weiter fällt. Und das darüber hinaus, obwohl die zuletzt so massiv favorisierten Halbleiter-Aktien großenteils auch am Mittwoch zulegten. Was ist da auf einmal los?

Wenn wir uns einmal den Verlauf des gestrigen Handelstages ansehen, den wir hier in einem Chart auf Fünf-Minuten-Basis zeigen, wird klar:

Nasdaq 100: Intradaychart vom 17.06.2026, Kurs 29.670,95 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Intradaychart vom 17.06.2026, Kurs 29.670,95 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Es muss an der Entscheidung der US-Notenbank bzw. den Aussagen des neuen „Fed“-Chefs Warsh in der darauffolgenden Pressekonferenz gelegen haben, denn unmittelbar um 14 Uhr US-Ostküstenzeit, als das Statement der „Fed“ vorgelegt wurde, nahm die Volatilität gewaltig zu … und nachdem es nach einer ersten, negativen Reaktion zu einer Attacke auf das Tageshoch kam, kamen die Verkäufer zurück und schickten den Nasdaq 100 nahe des Tagestiefs in den Feierabend. Aber was hatte Mr. Warsh denn Schreckliches verkündet?

Expertenmeinung: Dass der Leitzins erst einmal unverändert bleiben würde, war erwartet worden. Aber womöglich nicht, dass die Zinsprojektion für das Jahresende ein halbes Prozent höhere Zinsen ausweist. Auch die neue Prognose für die Inflation könnte beunruhigt haben, denn der Schnitt der Annahmen der Mitglieder des die Entscheidungen treffenden FOMC (Federal Open Market Committee) sieht die Inflation am Ende des Jahres bei 3,6 Prozent, in der vorherigen Projektion hatte man noch mit 2,7 Prozent gerechnet, aber:

Es wirkt zumindest ein wenig voreilig, wenn viele am Markt das nicht als Projektion, sondern als Ankündigung verstanden und deswegen auf die Exit-Taste gedrückt haben sollten. Denn der neue Notenbank-Chef machte klar, dass die bisherigen Prognosemodelle veraltet seien und überarbeitet werden müssen. Und dass man eine echte „Forwad Guidance“ in Sachen Zinsen nicht mehr vornehmen werde. Die Prognosemodelle und Entscheidungsgrundlagen ebenso wie die dabei mit angesprochenen Inflationsziele zu überarbeiten und den aktuellen Gegebenheiten anzupassen, ist per se nicht negativ. So gesehen wäre es eigentlich eher überzogen, die höheren Prognosen für Inflation und Leitzins zum Anlass zu nehmen, um den Kopf einzuziehen, nur:

Gefallen ist der Nasdaq 100 eben trotzdem. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem die Halbleiter-Hausse heiß gelaufen wirkt und daher sehr empfindlich auf Irritationen am Gesamtmarkt reagieren könnte. Daher sollte das bullische Lager, wenn es denn zu effektiver Gegenwehr imstande sein sollte, jetzt besser nach dem Motto „wehret den Anfängen“ agieren.

Denn richtig etwas angebrannt wäre beim Nasdaq 100 zwar erst etwas, wenn das bisherige Monats-Verlaufstief bei 29.197 Punkten unterboten und damit ein Doppeltopp vollendet würde. Aber der Weg dorthin könnte sehr kurzfristig geebnet werden, wenn der Index heute weiter abrutschen sollte. Denn das untere Ende der Aufwärts-Kurslücke bei 29.636 Punkten, die am Montag entstanden war, wurde gestern im Tagestief geschlossen.

Nasdaq 100: Tageschart vom 17.06.2026, Kurs 29.670,95 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Tageschart vom 17.06.2026, Kurs 29.670,95 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Damit hätte das Käufer-Lager jetzt die Chance, diesen „Gap Close“ als Trendbestätigung zu gestalten … wenn der Nasdaq 100 umgehend wieder anzieht. Passiert das nicht, würde der Kurssprung zu einem gescheiterten Ausbruchsversuch. Und mit Blick auf die morgen anstehende Abrechnung an der Terminbörse und die Frage, wie man dieses Abkommen der USA mit dem Iran am Ende werten wird, wäre dieses Risiko durchaus ein Grund, die Bullen jetzt nervös zu machen. Ob sie das auch dazu bringt, entschlossen dagegen zu halten? Das dürfte sich sehr kurzfristig herausstellen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

15.06.2026
08:31 Uhr

Nasdaq 100: Korrektur bereits vorüber? — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.06.2026 um 7:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten beiden Monaten sorgte der KI-Boom vor allem bei Technologiewerten für teils starke Kursanstiege. Der Nasdaq 100 zeigte dabei über weite Strecken ein solides Gesamtbild, ehe es zuletzt zu einer kräftigen Korrektur kam.

Diese war jedoch keineswegs überraschend, denn die Rallye verlief zuvor nahezu linear in Richtung Norden. Gleichzeitig deutete der teils deutliche Abstand zur 50-Tage-Linie auf eine überkaufte Situation hin. Vorige Woche wurden die Tiefs aus dem Mai getestet und kurzfristig sogar unterschritten. Damit rutschte der Trend vorübergehend in eine neutrale Verkaufsphase ab. Zum Wochenschluss meldeten sich die Bullen jedoch deutlich zurück. Die Rückeroberung der 20-Tage-Linie lieferte ein erstes positives Signal und wirft die Frage auf, ob die Korrektur bereits wieder vorüber sein könnte.

Expertenmeinung: Die schnelle Rückeroberung der 20-Tage-Linie verbessert das kurzfristige Chartbild deutlich. Sollte es den Bullen gelingen, den Index in den kommenden Handelstagen oberhalb dieser Zone zu halten, könnte sich daraus eine erneute Stabilisierung entwickeln. Entscheidend wäre nun, dass das Tief der vorigen Woche nicht mehr unterschritten wird. In diesem Fall könnte die Korrektur eine kurze Verschnaufpause innerhalb des übergeordnet weiterhin konstruktiven Bildes gewesen sein.

Bleibt die Dynamik jedoch aus oder kommt es erneut zu stärkerem Verkaufsdruck, wäre ein weiterer Test tieferer Unterstützungsbereiche nicht auszuschließen.

Aussicht: Bullisch

Nasdaq 100 Index: Chart vom 12.06.2026, Kurs: 29.635,95, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100 Index: Chart vom 12.06.2026, Kurs: 29.635,95, Kürzel: NDX | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

08.06.2026
08:18 Uhr

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