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Die vor einigen Wochen an dieser Stelle erwähnte Diamant-Formation im Nasdaq 100 wurde nach unten verlassen. Ein grundsätzlich bärisches Signal, das indes mit einem „Sprungtuch“ versehen ist, welches bislang hält. Allerdings darf jetzt wirklich nichts mehr schiefgehen.
Wenn man sich den Nasdaq 100 auf Monatsbasis ansieht, erkennt man schnell, dass die Bullen jetzt mit dem Rücken zur Wand stehen. Nachdem der April und der Mai, befeuert durch die wilde Hausse des Halbleiter-Sektors, massiv bullisch waren, drohte der Juni ein schwacher Monat zu werden. Es gelang zwar, die Verluste zum Ende des vergangenen Monats aufzuholen. Aber dadurch entstand ein sogenannter „Umbrella Doji“, der in einem fortgeschrittenen Aufwärtstrend nur dann positiv zu werten ist, wenn der Kurs danach umgehend weiter anzieht. Und genau das gelang beim Nasdaq 100 eben nicht.

Unmittelbar mit dem Beginn des zweiten Halbjahres begann bzw. intensivierte sich die Korrektur der zuvor wie Raketen nach oben geschossenen Halbleiter-Aktien. Aber sie waren es eben, die den Nasdaq 100 auf seine neuen Rekorde katapultiert hatten. Deren durch ihre Kursanstiege hohe Gewichtung im Index führte dazu, dass der Abgabedruck sofort mit dem Start des Julis wieder einsetzte. Das Ergebnis:
Würde es bei diesem Kursniveau auch zum Monatsende bleiben, hätte sich beim Nasdaq 100 im Monatschart ein „Evening Star“ („Abendstern“) herausgebildet. Dabei handelt es sich um eine aus einer grünen Kerze, einem Doji und einer roten Kerze bestehende potenzielle Abwärtswende-Formation, die es hier zuletzt in weniger präzise ausgeprägter Form Ende 2021, vor dem Baisse-Jahr 2022, gab. Dass diese Formationen durchaus Gewicht haben, sieht man auch an der jüngsten, in die Gegenrichtung weisenden Variante, dem „Morning Star“: Eine solche Formation wurde zum Grundstein der Nasdaq-100-Hausse nach dem „Zoll-Schock“ im April 2025.
Zwar ist der Juli noch lang; das bullische Lager hätte also noch einiges an Zeit, um dieses kritische Chartbild vom Tisch zu bekommen. Aber eine ideale Ausgangslage hätte man dafür nicht, denn:
Da kommt jetzt diese im Chart auf Tagesbasis blau hervorgehobene Diamant-Formation ins Spiel: Dass die am Freitag sang- und klanglos nach unten verlassen wurde … und das an einem Abrechnungstag an der Terminbörse, der in den meisten Fällen dem bullischen Lager Vorteile bringt … ist ein kritisches Zeichen. Aber da wäre ja noch dieses eingangs erwähnte „Sprungtuch“:

Der Nasdaq 100 steht zwar kurz davor, ein Doppeltopp zu vollenden, was in Kombination mit dem „Evening Star“ auf Monatsbasis zu einem massiven Tritt in die Kniekehlen der Bullen werden könnte. Aber noch ist die Formation eben nicht vollendet. Die Linie, auf die es da ankommt, geht auf das Tagestief des 9. Juni bei 28.197 Punkten zurück. Und eben diese Chartmarke wurde am Freitag bis auf kaum mehr als 0,1 Prozent angelaufen – und hielt. Der Haken dabei:
Sie hielt, aber nicht mehr. Ein Versuch, sich bald nach dem Handelsstart deutlicher von dieser Supportlinie abzusetzen, traf in der zweiten Tageshälfte auf Abgaben, sodass von einem glaubwürdigen Aufbäumen der Bullen keine Rede sein kann.
Das müsste sehr zeitnah nachgeholt werden, denn mit einem Bein über dem Abgrund lebt es sich auf Dauer nicht gut. Der Schlüssel dabei wird sein, was mit den derzeit unter immensen Schwankungen korrigierenden Halbleiter-Aktien, den bisherigen Hausse-Zugpferden, passieren wird. Fallen sie weiter, müssten Aktien aus anderen Branchen in die Bresche springen. Nur wenn die Bullen bei den Chipwerten zurückkommen und sich auch durchsetzen können, würde der Gesamtindex auch dann noch die Kurve kriegen können, wenn die zuletzt nicht mitgelaufenen Aktien weiter im Hintergrund bleiben sollten. Das wird das Thema dieser neuen Börsenwoche werden … achten Sie da mit Argusaugen auf diese Linie bei 28.197 Punkten!
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.07.2026 um 22:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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