Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Das 3. Quartal war beim Euro Stoxx 50 eines aus der Rubrik „außer Spesen nichts gewesen“, unter dem Strich lag die Performance leicht im Minus. Bisweilen wird der Start in ein neues Quartal zur Basis eines Aufwärtsschubs … aber eine ideale Basis hätte der Index dafür nicht.
So langsam wird man nervös. Die Heizsaison beginnt … und man kann nicht sicher sein, dass die Versorgung mit Öl und Gas ausreichen wird. Und wenn es so wäre, bliebe immer noch das Risiko, dass die Preise derart steigen, dass sie den Konsum abwürgen und die Gewinnmargen der Unternehmen drücken. Entsprechend verhalten zeigt sich die Verbraucherstimmung. Und auch, wenn das Wirtschaftswachstum im bisherigen Jahresverlauf einigermaßen akzeptabel war: Das basierte vor allem auf einer Belebung der Exporte. Da sich aber die Lage in den beiden wichtigsten Märkten USA und China derzeit auch nicht gerade positiv darstellt, ist es zumindest offen, ob das so bleibt.
Ohnehin ist der Herbst für die Aktienmärkte gerne mal schwierig, vor allem der Oktober. Denn da sind die Hoffnungen auf eine Verbesserung der Lage, die man zu Beginn eines neuen Jahres hegt, meist von der Realität eingeholt worden … was man für 2026 allemal behaupten könnte. Und der Blick auf ein neues Jahr, in dem vielleicht alles besser wird und auf das man schon einmal vorkaufen könnte, beginnt tendenziell nicht vor November. Zumal davor noch die Frage stünde, was in den USA nach den in gut einem Monat anstehenden Zwischenwahlen passieren wird.
Alles in allem ist das Umfeld keines, das Euphorie begünstigen würde … und genau so sieht der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 momentan auch aus:
Expertenmeinung: Seit dem Mitte August erzielten, bisherigen Rekordhoch ist zwar keine echte Abwärtsdynamik entstanden, aber der Kursverlauf zeichnet sich durch ein stetiges Abbröckeln aus. Im Börsenjargon ließe sich das als „Käuferstreik“ bezeichnen. Auffällig ist dabei, dass die für kurzfristige Trader oft als Leitstrahl dienende 20-Tage-Linie zuletzt immer wieder ein effektiver Widerstand war. Versuche, diese Linie zu überwinden, wurden, zuletzt vier Tage in Folge, abgewiesen. Das deutet an, dass bärische Trader bereits aktiv agieren.

Noch steht ein klares, bärisches Signal aus, aber wenn es gelingen soll, den Euro Stoxx 50 wieder in Fahrt zu bringen, sollte das schnell passieren, denn wichtige, auch mittelfristig bedeutsame Unterstützungen liegen mittlerweile in unmittelbarer Reichweite.
Diese könnte man in den eigentlichen Boden sowie in das darunter liegende „Sprungtuch“ als letzten Rettungsanker einteilen. Dieser Boden wird gebildet durch das unmittelbar vor Beginn des Iran-Krieges entstandene Februar-Hoch bei 6.200 Punkten, das im Sommer mehrfach getestet wurde und jedes Mal hielt. Diese Linie bildet zusammen mit der oberen Begrenzungslinie des nach dem „Corona-Crash“ 2020 etablierten Aufwärtstrendkanals eine wichtige Kreuzunterstützung. Eine, die mittlerweile kaum mehr als einen Prozent entfernt ist.

Das „Sprungtuch“ bildet die 200-Tage-Linie, die derzeit bei 6.078 Punkten verläuft und langsam ansteigt. Sollte der Bereich um 6.200 Zähler fallen, wäre dort eine Möglichkeit, den Index schnell wieder zu drehen, die Zone um 6.200 zurückzuerobern und den Ausbruch als Bärenfalle enden zu lassen.
Wird dieses denkbare Szenario so auch „gespielt“? Das könnte sich bereits frühzeitig im neuen Quartal herausstellen, ist aber von mehreren Unbekannten in der Gleichung abhängig, nicht zuletzt von der weiteren Entwicklung des Ölpreises und der Anleiherenditen. Greifbar ist aber zumindest, dass das bullische Lager beim Euro Stoxx 50 erst dann wieder Wasser unter dem Kiel hätte, wenn das Juli-Hoch bei 6.431 Punkten überwunden würde und sich der Index dadurch ein gutes Stück von der Gefahrenzone entfernt. Was möglich, aber zugleich offen genug wäre, um auf der Long-Seite vorerst höchste Vorsicht walten zu lassen.
--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.09.2026 um 21:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Investoren, Anleger und Trader genießen mit einem Depot über LYNX den direkten Zugang zu nationalen und internationalen Börsenplätzen in Deutschland, Europa, den USA und Asien. Handeln Sie an 150 Märkten, in 33 Ländern und 24 Währungen. Jetzt informieren: Alle Märkte









